Como todo proceso
geológico, la división del continente africano tomará
varios millones de años. Para tener una idea de la
lentitud de este proceso, un estudio de 2004 estimó
que las placas somalí y nubia se están separando a un
ritmo máximo de 7 milímetros por año.
8.5.2026: Der Turkana-Graben:
Neuer Ozean: Afrika bricht schneller auseinander
als angenommen
https://www.20min.ch/story/neuer-ozean-afrika-bricht-schneller-auseinander-als-angenommen-103559867
Jean-Claude Gerber -- Der afrikanische Kontinent
ist im Begriff, sich zu teilen, wodurch ein neues
Meer entstehen wird. Eine neue Studie zeigt, dass
dieser Prozess schon weiter fortgeschritten ist als
bisher angenommen.
- ine neue Studie zeigt, dass die Spaltung des
afrikanischen Kontinents weiter vorangeschritten
ist als bisher angenommen.
- Im Turkana-Graben in Kenia und Äthiopien
wird die Erdkruste seit vier Millionen Jahren
immer dünner.
- Inzwischen ist ein Punkt erreicht, an dem eine
Kontinentaltrennung laut den Forschenden praktisch
vorbestimmt ist.
- Die Erkenntnisse werfen auch ein neues Licht auf
den Fossilienreichtum der Region, wo ein Drittel
aller Hominiden-Funde Afrikas gemacht wurde.
Durch
den afrikanischen Kontinent zieht sich eine
gewaltige Bruchzone, der sogenannte
Ostafrikanische Graben. Er reicht von der
Afar-Senke in Äthiopien im Norden bis nach Mosambik
im Süden. Dort spaltet sich langsam eine neue
tektonische Platte von der Afrikanischen Platte ab.
Die in Entstehung begriffene Somalische Platte, auch
Somaliaplatte genannt, bewegt sich nach Osten,
während die Afrikanische Platte nach Westen driftet.
Dieser Prozess wird dazu führen, dass sich ein neuer
Ozean bildet. Nun zeigt eine Studie von Forschenden
aus den USA und Grossbritannien, dass es früher als
bisher angenommen zu
einem Auseinanderbrechen des Kontinents kommen
könnte.
Was haben die Forschenden genau untersucht?
Das Team um Christian Rowan von der New Yorker
Columbia-Universität konzentrierte sich für seine
Studie auf das Turkana Rift (Turkana-Graben), auch
Turkana-Tiefland genannt, wo die Plattentektonik
besonders aktiv wirkt. Der Turkana-Graben erstreckt
sich als Teil des Ostafrikanischen Grabens über eine
Länge von etwa 500 Kilometern durch Kenia und
Äthiopien. In der Turkana-Region driften die
afrikanische und die somalische Platte mit einer
Geschwindigkeit von etwa 4,7 Millimetern pro Jahr
auseinander. Ein Prozess, der «Rifting» genannt wird.
Um herauszufinden, wie weit der Prozess schon
fortgeschritten ist, konnten die Forschenden genaue
seismische Messungen von Industrieunternehmen
auswerten. Für ihre Beurteilung wichtig war vor allem
die Dicke der Erdkruste unter den Sedimentschichten
des Turkana-Grabens.
Was sind ihre Erkenntnisse?
Die Ergebnisse überraschten die Forschenden. «Wir
haben festgestellt, dass die Kontinentaldrift in
dieser Zone weiter fortgeschritten ist und die
Erdkruste dünner ist, als bisher angenommen», sagt
Rowan. Entlang der Mitte des Grabenbruchs ist die
Erdkruste nur etwa 13 Kilometer dick. Zum Vergleich:
An den Rändern des Grabenbruchs ist die Erdkruste mehr
als 35 Kilometer dick.
Was bedeutet das?
Ist die Erdkruste in einer Riftzone dünner als etwa 15
Kilometer, bedeutet das, dass die sogenannte
Necking-Phase begonnen hat. Sobald dieser Punkt
erreicht ist, ist eine Kontinentaltrennung so gut wie
unvermeidlich. «Je dünner die Erdkruste wird, desto
schwächer wird sie, was die weitere Spaltung
begünstigt», so Rowan.
In den Sedimentablagerungen im Turkana-Graben blieben
zahlreiche fossile Überreste von Hominiden erhalten.
(Im Bild: Forscher Christian Rowan in der
Fossilienfundstätte Lothagam in West-Turkana.)
In den Sedimentablagerungen im Turkana-Graben blieben
zahlreiche fossile Überreste von Hominiden erhalten.
(Im Bild: Forscher Christian Rowan in der
Fossilienfundstätte Lothagam in
West-Turkana.)Christian Rowan
Obwohl die neuen Erkenntnisse darauf hindeuten, dass
der Spaltungsprozess weiter fortgeschritten ist als
bisher angenommen, wird noch einige Zeit vergehen, bis
es so weit ist. Der Turkana-Graben begann sich vor
etwa 45 Millionen Jahren zu öffnen, und Forschende
schätzen, dass das Necking bereits vor etwa 4
Millionen Jahren nach ausgedehnten Vulkanausbrüchen
einsetzte. Und es dürfte noch mehrere Millionen Jahre
andauern.
Die nächste Phase wird dann die sogenannte
Ozeanisierung sein. In diesem Stadium wird Magma durch
die Spalten und Brüche aufsteigen und neuen
Meeresboden bilden. Setzt sich die Spaltung nach
Norden fort, wird der Graben von Meereswasser aus dem
Indischen Ozean geflutet und Ostafrika vom Rest des
Kontinents abtrennen. Diese Phase hat in der
Afar-Senke, die im Nordosten Afrikas nahe dem Roten
Meer liegt, bereits begonnen.
Muss die Evolution des Menschen neu gedacht werden?
Die Erkenntnisse der Studie lassen auch den
aussergewöhnlichen Fossilienreichtum der
Turkana-Graben-Zone in einem neuen Licht erscheinen.
Mehr als 1200 Fossilien früher Hominiden aus den
letzten vier Millionen Jahren wurden dort gefunden,
darunter Lucy. Das entspricht etwa einem Drittel aller
derartigen Funde in Afrika, was bisher dahingehend
gedeutet wurde, dass die Region ein wichtiger
Schauplatz der menschlichen Evolution war.
Lucy lebte als Vertreterin der Art Australopithecus
afarensis vor 3,2 Millionen Jahren im Norden des
Ostafrikanischen Grabenbruchs. (Im Bild: Lucy in einer
Ausstellung des Nationalmuseums in Prag im August
2025.)
Lucy lebte als Vertreterin der Art Australopithecus
afarensis vor 3,2 Millionen Jahren im Norden des
Ostafrikanischen Grabenbruchs. (Im Bild: Lucy in einer
Ausstellung des Nationalmuseums in Prag im August
2025.)IMAGO/CTK Photo
Für Rowan und sein Team muss das aber nicht zwingend
der Fall gewesen sein. Der Fossilienreichtum könnte
auch einfach daher rühren, dass die geologischen
Prozesse besonders günstige Bedingungen für die
Fossilisierung geschaffen haben. Denn mit Einsetzen
des Neckings vor etwa vier Millionen Jahren senkte
sich das Land im Graben ab. Dadurch wurde die
Ansammlung von feinkörnigen Sedimenten begünstigt, die
ideal für die Erhaltung von Fossilien sind. «Die
Bedingungen waren günstig für die Erhaltung eines
lückenlosen Fossilienbestands», sagt Rowan. «Andere
Forschende können nun unsere Ergebnisse nutzen, um
diese Ideen weiter zu untersuchen.»