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Die Mafia-Organisationen (Teil 5)

präsentiert von Michael Palomino (2013)

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Literaturempfehlung:
-- Stephanie Oesch: «Die organiserte Kriminalität – eine Bedrohung für den Finanzplatz Schweiz?» - vdf Verlag

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27.8.2014: Schweiz ist weltweites Mafia-Zentrum: <Mafia-Tummelfeld Schweiz: Nicht nur die Italiener sind da> - das war doch schon fast immer so...

aus: Schweizer Fernsehen online; 27.8.2014;
http://www.srf.ch/news/schweiz/mafia-tummelfeld-schweiz-nicht-nur-die-italiener-sind-da

<Christian von Burg

Finanzzentren wie Lugano ziehen die Mafia an. Auch kleine Orte sind beliebt, wie der Fall Frauenfeld zeigt.

Die Berichte über einen italienischen Mafia-Clan in der Region Frauenfeld hat viele Schweizer aufgeschreckt. Experten sind dagegen wenig erstaunt und warnen auch vor anderen kriminellen Organisationen aus Russland, Albanien und Afrika. Alle suchen sie in der in der Schweiz nach Partnern.

Dass die italienische 'Ndrangheta nicht nur in Finanzzentren wie Lugano, Zürich oder Genf tätig ist, überrascht Paolo Bernasconi nicht. Der ehemalige Tessiner Staatsanwalt ist ein Kenner der Mafia. «Pass auf, nach den Mafiageldern werden auch die Mafia-Delinquenten in die Schweiz kommen!», erinnert sich Bernasconi an die Worte des inzwischen ermordeten italienischen Mafiajägers und Staatsanwalts Giovanni Falcone.

Im Fall von Frauenfeld sind sie schon seit 40 Jahren da. Damit rühmen sich die Mafiosi im Video, das Schweizer Ermittler gedreht haben. Sie organisieren den Drogenhandel, sie erpressen.

Aber obwohl jetzt bestätigt ist, dass die 'Ndrangheta in Frauenfeld eine Zelle hat und auch regelmässig Waffen nach Italien geliefert wurden, dürfe man nicht glauben, die italienische Mafia sei die gefährlichste in der Schweiz, sagt Bernasconi.

Enge Verbindungen der organisierten Kriminalität

Das sagen auch andere Experten wie Stephanie Oesch, die sich seit mehreren Jahren mit der Mafia in der Schweiz auseinandersetzt. Die organisierte Kriminalität aus Westafrika, aus dem Balkan und der ehemaligen Sowjetunion werde in der Schweiz unterschätzt.

Diese Kulturen seien der Schweiz noch weniger vertraut, und vor allem funktioniere die Zusammenarbeit mit den dortigen Strafverfolgungsbehörden nur schlecht oder gar nicht. Laut Oesch sind insbesondere die zahlreichen Mafia-Gruppen aus der ehemaligen Sowjetunion sehr einflussreich: «Sie unterhalten Kontakte zur Camorra und zur 'Ndrangheta. Sie sind in ihren Heimatländern mit der politischen Elite stark vernetzt und geniessen mitunter Schutz vor Strafverfolgung.»

Nicht nur die «böse Mafia» beteiligt

Auch der deutsche Mafia-Experte und Publizist Jürgen Roth stützt diesen Befund. Keine andere Gruppe der organisierten Kriminalität sei so stark mit der Schweizer Finanzstruktur und Gesellschaft verbunden wie die russische.

Aber egal ob Russen, Albaner oder Italiener – ohne Schweizer Beteiligung funktioniere die organisierte Kriminalität in der Schweiz nicht, sagt Roth und warnt vor einer vorschnellen Aufteilung in böse Mafia und brave Schweizer Staatsbürger: «Die Mafia bezieht ihre Macht durch Partnerschaft mit ganz legalen Geschäftsunternehmen.»

Bernasconi: «Selbstmörderische Naivität»

Einig sind sich alle drei Experten: Die Schweiz sei für die Mafia attraktiv, weil die Gesetze zu wenig griffig seien. So sei es in der Schweiz nur sehr schwer möglich, jemandem die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung nachzuweisen. Personen, denen das Telefon abgehört wird, müssen im Nachhinein darüber informiert werden.

Vormarsch der Mafia in der Schweiz

3:36 min, aus Echo der Zeit vom 27.08.2014

Damit aber würden alle Beteiligten gewarnt, kritisiert der ehemalige Staatsanwalt Bernasconi und ergänzt: «Es ist eine selbstmörderische Naivität, kein besonderes Kapitel bei den Strafverfahren gegen kriminelle Organisationen vorzusehen.»

Auch die Geschäftsprüfungskommission des Ständerates hat das Problem erkannt, wie die «Neue Zürcher Zeitung» heute schreibt. Die Parlamentarier wollen den entsprechenden Strafartikel nun revidieren.

(brut; fref)>

Kommentar

Im Vergleich zur "USA"-Mafia, die ganze Staaten zerstört und Massenmorde begeht, ist die italienische Mafia noch ein "kleiner Fisch".

Michael Palomino, 11.12.2014

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Mafia-Schweiz 5.9.2014: <Die 'Ndrangheta ist in der Schweiz potent, aber gut kaschiert> - Geldwäsche von 30 Milliarden Franken pro Jahr in der Schweiz

aus: Schweizer Fernsehen online; 5.9.2014;
http://www.srf.ch/kultur/gesellschaft-religion/die-ndrangheta-ist-in-der-schweiz-potent-aber-gut-kaschiert

Literaturempfehlung:

<Stephanie Oesch ist Politologin und Autorin des Buchs «Die organiserte Kriminalität – eine Bedrohung für den Finanzplatz Schweiz?» Es ist 2010 im vdf Verlag erschienen. Eine 2. Auflage erfolgt im Herbst.>

Der Artikel:

<Taxiunternehmer Antonio N. aus Frauenfeld wurde neulich in Kalabrien verhaftet. Dieser Fall zeigt, dass die Mafia in der Schweiz sehr potent und gut versteckt agiert. Die Unauffälligkeit habe System, sagt Stephanie Oesch, die sich mit der organisierten Kriminalität in der Schweiz befasst.

SRF Kultur: In der Schweiz reibt man sich die Augen: Ein pensionierter Taxiunternehmer, der seit Jahrzehnten in Frauenfeld lebt, entpuppt sich als Vertreter der kalabrischen Mafia. Hat Sie das überrascht?

Stephanie Oesch: Nein, es hat mich nicht überrascht. Es hat mich fast ein bisschen gefreut, dass die Realität die Forschung, die ich seit Jahren auf diesem Gebiet betreibe, eingeholt hat, und wir jetzt sehen können, was in der Schweiz passiert.

Sie haben bereits vor vier Jahren in Ihrer Dissertation über die Organisierte Kriminalität in der Schweiz festgestellt, dass die Mafia in der Schweiz zunehmend Fuss fasst und dies den Schweizer Behörden ohnehin schon lange bekannt ist. Die Öffentlichkeit dagegen weiss wenig. Warum?

Mafiosi agieren nicht so, wie wir das in Hollywoodfilmen sehen, als Männer in Nadelstreifenanzügen und einem konspirativen Blick, mit Koffern voller Geld und einer Pistole am Gurt. Sie fallen weder durch teure Kleider noch durch protzige Uhren auf, sie bewegen sich unauffällig. Ein Taxiunternehmer, der ein Einfamilienhaus im Thurgau hat, gelegentlich ein Clublokal fürs Bocciaspiel besucht und nett zu den Nachbarn ist, fällt nicht auf.

Die Mafia ist seit Jahrzehnten im Fokus der Ermittler. Wie ist es zu erklären, dass darüber so wenig bekannt ist?

Die Ermittlungen sind sehr delikat und schwierig. Es braucht akribische und langwierige Nachforschungen. Die Behörden haben kein Interesse an Öffentlichkeit, weil dies die Ermittlungen erschwert.

Beim Frauenfelder Fall ist von einer «Zelle» der 'Ndrangheta, der kalabrischen Mafia, die Rede. Gegen 20 Personen aus diesem Umfeld wird ermittelt. Was muss man sich unter einer solchen «Zelle» vorstellen?

Die italienischen Mafia-Organisationen, so auch die 'Ndrangheta, streben danach, ein bestimmtes Gebiet, zum Beispiel die Schweiz, zu kontrollieren. Das geht nicht allein von Kalabrien aus. Deshalb gründen sie lokale Gruppen und Untergruppen in der Region, die sie erobern wollen. Eine Zelle ist eine lokale Untergruppe, die die Geschäfte vor Ort, etwa Waffengeschäfte oder Kokainhandel, organisiert und den nächst höheren Chef darüber auf dem Laufenden hält. Dieser gibt die Informationen wiederum an seinen Vorgesetzten weiter, bis sie schliesslich bei den Clan-Chefs in Kalabrien ankommen. Die Experten gehen davon aus, dass es in der Schweiz zwischen 11 und 13 solcher lokalen Zellen gibt.

Seit der Aufdeckung des Clans im Thurgau ist in verschiedenen Medien von Zellen der 'Ndrangheta in Zürich, Genf und Lugano die Rede. Was hat es damit auf sich?

Lugano etwa bietet sich aufgrund der geografischen und sprachlichen Nähe zu Italien an, ebenso Genf in Grenznähe zu Italien, dann Zürich als prominenter Finanzplatz und als Absatzmarkt für Drogen.

Die 'Ndrangheta wird von den Experten als sehr gefährlich eingeschätzt. Wie gefährlich ist sie in der Schweiz?

Gefährlich ist sie in der Schweiz insofern, als dass sie fernab der Öffentlichkeit expandiert und sich in wirtschaftliche und politische Strukturen in der Schweiz einbindet. Gut getarnte Mafiosi haben Beziehungen zu Bankangestellten, Treuhändern, Anwälten und lokalen Politikern. Ausserdem wird das Schweigegebot ihrer Mitglieder, die Omertà, strikt eingehalten, was Ermittlungen enorm erschwert.

Das heisst, die Schweiz ist mehr als nur eine Logistikbasis der 'Ndrangheta?

Dazu gibt es widersprüchliche Aussagen. Von Bundesanwalt Michael Lauber haben wir gehört, dass die Schweiz nur als Logistikbasis genutzt werde. Kantonale Polizeikorps hingegen weisen darauf hin, dass dem nicht so sei. Vielmehr sei die organisierte Kriminalität mittlerweile hausgemacht. Ich denke, dass sie in Strukturen in der Schweiz eingebunden ist, dass wir aber keine italienischen Verhältnisse haben, wo gewöhnliche Bürger mit Schutzgeldern erpresst werden.

Wie bindet sich die 'Ndrangheta in die Schweizer Wirtschaft ein?

Die Schweiz wird missbraucht für Geldwäscherei. Seit sich die Schweizer Banken aber strenge Regeln auferlegt haben, wird schmutziges Geld vermehrt in anderen Kanälen gewaschen. Die Mafiosi kaufen Diamanten, Juwelen, Kunst, Luxusimmobilien, verkaufen diese wieder oder tauschen grosse Geldmengen aus illegalen Geschäften im Spielcasino gegen Jetons ein und wechseln diese wiederum in sauberes Geld um. Die 'Ndrangheta dürfte allein in der Schweiz pro Jahr 30 Milliarden Franken waschen.

Wie sind mafiöse Investitionen für Laien erkennbar?

Sie sind kaum erkennbar, man muss schon ein geübtes Auge haben.

Zum Beispiel?

Restaurants oder Läden an schlechter Lage und ohne Kundschaft, die sich aber jahrelang halten und exorbitante Gewinne ausweisen, müssen nicht, können aber Hinweise darauf sein.>

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Epoch Times online, Logo

9.1.2018: EU-Haftbefehle: Schlag gegen Ndrangheta-Mafia in D+It.: versuchter Mord, Erpressung, Geldwäsche, Waffenschmuggel, Autoschmuggel, Müllschmuggel etc.
Razzia gegen ‘Ndrangheta: 170 Mafia-Verdächtige in Deutschland und Italien festgenommen
http://www.epochtimes.de/politik/deutschland/mehr-als-170-festnahmen-bei-einsatz-gegen-mafia-in-deutschland-und-italien-a2316199.html

<Bei einer Razzia gegen die italienische Mafiaorganisation ‘Ndrangheta in mehreren deutschen Bundesländern und in Italien hat die Polizei 170 mutmaßliche Mitglieder festgenommen.

Bei einem Großeinsatz der Polizei gegen die kalabrische Mafia hat es in Italien und Deutschland insgesamt mehr als 170 Festnahmen gegeben. In Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen wurden am Dienstag elf mutmaßliche Mitglieder der Mafiaorganisation ‚Ndrangheta festgenommen, wie das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden mitteilte.

Die Tatverdächtigen im Alter von 36 bis 61 Jahren stehen im Verdacht, als Mitglieder einer kriminellen Vereinigung schwere Straftaten, wie Erpressung und Geldwäsche begangen zu haben.

Die Festnahmen in Deutschland standen im Zusammenhang mit Ermittlungen der italienischen Strafverfolgungsbehörden, die am Dienstag in Italien zu mehr als 160 Festnahmen in Kalabrien und sieben weiteren Regionen führten. Die Festnahmen in Deutschland erfolgten demnach auf Grundlage von EU-Haftbefehlen, die mit weiteren Beschlüssen zur Durchsuchung und Vermögensbeschlagnahme erlassen wurden. Zuvor hatten die italienischen Ermittler Rechtshilfeersuchen an Deutschland gerichtet.

Ziel der Antimafiaermittler ist es, die kriminellen Aktivitäten und die Strukturen des ‚Ndrangheta-Clans Farao-Marincola aufzudecken. Der Mafiaclan aus der kalabrischen Gemeinde Cirò gilt dem BKA zufolge als übergeordnete Gruppierung mit großem Einfluss über die benachbarten Regionen hinaus. Die einzelnen Strafvorwürfe reichen von versuchtem Mord, Erpressung, Geldwäsche und Verstößem gegen das Waffengesetz über internationale Autoschiebung, illegalen Handel und illegale Verschiebung von Müll bis hin zu unlauterem Wettbewerb.

Der Gruppierung sei es darüber hinaus gelungen, Einfluss auf bedeutende italienische Wirtschafts- und Handelszweige wie zum Beispiel die Herstellung und den Verkauf von Fisch, Wein und Backwaren zu nehmen und den Gewinn aus diesen Geschäften auch in Norditalien und Deutschland zu investieren. (afp)>

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The News Tribune online, Logo

9.1.2018: 169 alleged mafia agentes arrested - funds are frozen 50 million Euro - half of the state is infiltrated
Italy, Germany nab 160 alleged mobsters, seize assets
9.1.2018: 169 Mafia-Verdächtige verhaftet - eingefrorene Gelder 50 Millionen Euro - der halbe Staat ist unterwandert
Italien und Deutschland haben 160 angebliche Mafiosi verhaftet, Gelder eingefroren
http://www.thenewstribune.com/news/business/article193682944.html



Police in Italy and Germany seized 50 million euros ($60 million) in mafia assets Tuesday and arrested more than 160 people, accusing them of running a huge mob-controlled commercial and political empire involving everything from bread and wine sales to funeral services, migrant housing and garbage recycling.

Prosecutors in southern Italy said the 'ndrangheta's Farao-Marincola clan had its hand in just about every commercial enterprise in the Calabrian town of Ciro and nearby areas, and that its grip extended throughout Italy and into Germany to launder its profits.

[Monopolies with bakery and restaurant elements]

Specifically, prosecutors accused the bosses of driving out all the baking competition in Ciro so that residents and restaurants were forced to buy bread from the one mob-controlled bakery in town. And they said that Italian restaurants in Germany, meanwhile, were forced to import Italian wine, olive oil and other goods from a clan-controlled Italian restaurant association.

"They controlled all the economic activity in entire towns," Prosecutor Nicola Gratteri told a press conference. "It concerned all commercial activity, and obviously political power as well."

[Amont the 169 arrested are dozens of officials]

Carabinieri police said "dozens" of public administration officials were among the 169 people arrested.

[Mafia infiltration from South Italy up to Germany]

Italy's 'ndrangheta has increasingly eclipsed the Cosa Nostra in power and wealth, infiltrating all sectors of Italian economic and political life and spreading out from its base in Calabria to Rome, Milan and beyond. The 'ndrangheta's presence in Germany first made headlines in 2007, when a family feud between Calabrian clans turned a birthday party at a Duisberg pizzeria into a massacre that left six dead.

[The control came with mafia money, not with balls]

Prosecutors said in this case, the Farao-Marincola clans managed to exert such control because of their wealth and ability to corrupt politicians and didn't need to resort to the violence that long characterized traditional Mafia activity.

[Blackmail and money laundering in Germany]

In Germany, the federal criminal police office said 11 people were arrested in western Germany, accused of blackmail and money-laundering. The arrests took place in the states of Baden-Wuerttemberg, Hesse, Bavaria and North Rhine-Westphalia.

"The detentions and seizures are an important success against the infiltration of mafia structures and methods in our economy," German Interior Minister Thomas de Maiziere said. "We will not allow criminal organizations like the 'ndrangheta to use Germany ... and do their criminal business here."

[Italy: criminal association, attempted murder, extortion, money laundering, illegal weapon possession]

Italian prosecutors said the Italian suspects were accused of mafia association, attempted murder, extortion, money-laundering and illegal weapons possession, among other charges.>

<Von Nicole Winfield

ROM

Die Polizei in Italien und Deutschland beschlagnahmte am Dienstag 50 Millionen Euro an Mafia-Vermögen und verhaftete mehr als 160 Personen. Sie beschuldigten sie, ein riesiges, von der Mafia kontrolliertes kommerzielles und politisches Imperium zu betreiben, das von Brot- und Weinverkäufen bis hin zu Bestattungsdiensten und Migrantenwohnungen reicht und Müllrecycling.

Staatsanwälte in Süditalien sagten, dass der Farao-Marincola-Clan der "Ndrangheta" in praktisch jedem kommerziellen Unternehmen in der kalabrischen Stadt Ciro und in der näheren Umgebung seine Hand hatte und dass sich sein Griff über ganz Italien bis nach Deutschland erstreckte, um seine Gewinne zu waschen.

[Monopolbetriebe mit Bäckereizutaten und Restaurantzutaten]

Konkret beschuldigten die Staatsanwälte die Bosse, die gesamten Bäckereistrukturen in Ciro zu bertreiben, so dass die Bewohner und Restaurants gezwungen waren, Brot aus der von den Mafiosi kontrollierten Bäckereien in der Stadt zu kaufen. Und sie sagten, dass italienische Restaurants in Deutschland unterdessen gezwungen seien, italienischen Wein, Olivenöl und andere Waren aus einem von Clans kontrollierten italienischen Restaurantverband zu importieren.

"Sie kontrollierten alle wirtschaftlichen Aktivitäten in ganzen Städten", sagte Staatsanwalt Nicola Gratteri auf einer Pressekonferenz. "Es betraf alle kommerziellen Aktivitäten und offensichtlich auch politische Macht."

[Unter den 169 Verhafteten sind Dutzende öffentliche Beamte]

Die Carabinieri-Polizei sagte, "Dutzende" von Beamten der öffentlichen Verwaltung waren unter den 169 Personen verhaftet.

[Mafia-Infiltration von Süditalien bis Deutschland]

Italiens "Ndrangheta" hat die Macht der Cosa Nostra immer mehr in den Schatten gestellt, indem sie alle Bereiche des wirtschaftlichen und politischen Lebens Italiens durchdrungen hat und sich von Kalabrien nach Rom, Mailand und darüber hinaus ausgebreitet hat. Die Präsenz der "Ndrangheta" in Deutschland sorgte 2007 für Schlagzeilen, als eine Familienfehde zwischen kalabrischen Clans eine Geburtstagsfeier in einer Duisburger Pizzeria in ein Massaker verwandelte, bei dem sechs Menschen ums Leben kamen.

[Die Kontrolle kam mit Mafia-Geld ohne Kugeln]

Die Staatsanwälte erklärten, dass die Farao-Marincola-Clans aufgrund ihres Reichtums und ihrer Fähigkeit, korrupte Politiker zu kontrollieren, eine solche Kontrolle ausüben konnten und nicht auf die Gewalt zurückgreifen mussten, die die traditionelle Mafia-Aktivität charakterisierte.

[Erpressung und Geldwäsche in Deutschland]

In Deutschland gab das Bundeskriminalamt an, 11 Personen seien in Westdeutschland wegen Erpressung und Geldwäsche angeklagt worden. Die Verhaftungen fanden in den Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen, Bayern und Nordrhein-Westfalen statt.

"Die Festnahmen und Beschlagnahmungen sind ein wichtiger Erfolg gegen die Infiltration von Mafia-Strukturen und -Methoden in unserer Wirtschaft", sagte Bundesinnenminister Thomas de Maiziere. "Wir werden nicht zulassen, dass kriminelle Organisationen wie die 'Ndrangheta Deutschland benutzen ... und ihre kriminellen Geschäfte hier machen."

[Italien: Kriminelle Vereinigung, versuchter Mord, Erpressung, Geldwäsche, Waffenbesitz]

Italienische Staatsanwälte sagten, die italienischen Verdächtigen seien unter anderem wegen Mafia-Vereinigung, versuchten Mordes, Erpressung, Geldwäsche und illegalen Waffenbesitzes angeklagt worden.>



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20.7.2018: Die Mafia-Eltern dressieren die Mafia-Kinder zum Töten
Die Macht der Mafia
Papa zeigt, wie man tötet
https://www.srf.ch/kultur/gesellschaft-religion/wochenende-gesellschaft/die-macht-der-mafia-papa-zeigt-wie-man-toetet


Read more here: http://www.thenewstribune.com/news/business/article193682944.html#storylink=cp
<Der Weg von Kindern aus Mafiafamilien ist vorgezeichnet: Sie sollen in die Fussstapfen der Väter treten. Wer davon abweicht, bezahlt einen hohen Preis.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die italienische Journalistin Angela Iantosca hat mit Kindern und Jugendlichen der Mafia gesprochen – und so Einblicke in ihren Alltag erhalten.
  • Kinder aus Mafiafamilien werden früh in ihre vorbestimmte Rolle im Clan gedrängt. Gewalt bestimmt ihr Leben von klein auf.
  • Viele Jugendliche brechen die Schule frühzeitig ab. Nur wenigen gelingt es, sich von der organisierten Kriminalität fernzuhalten.

Lesedauer: 12 Minuten

«Wir verbringen das ganze Leben damit, am Tropf der Mafia zu hängen.» Dieser Satz stammt von einem jungen Mädchen aus der Kleinstadt Melito in Kalabrien.

Eine zutreffende Aussage, sagt die italienische Journalistin Angela Iantosca. Sie hat die Lebensverhältnisse von Kindern und Jugendlichen in Mafiafamilien untersucht und dazu ein Buch veröffentlicht.

Die mafiöse Erziehung beginne schon in der Wiege: «Dem Säugling eines Mafiabosses werden ein Messer und ein Schlüssel in die Wiege gelegt.» Wenn das Kind zuerst den Schlüssel ergreife, werde es einmal die Polizei- oder Staatsgewalt vertreten, heisse es. Wenn es aber das Messer packt, werde es ein Mitglied der Organisation.

Mit zehn Jahren bist du für die ältere Generation bereits ein Mann.
Autor: Ex-Mafioso
«Der Vater arrangiert die beiden Gegenstände in der Wiege so, dass sich das Kind zuerst das Messer nimmt, denn er hat bereits über die Zukunft des Kinds entschieden.»

Mit Blut getauft

Angela Iantosca hält fest, dass dies nur einer von vielen Bräuchen ist, mit dem die Zugehörigkeit zum Clan markiert wird. Mit 14 Jahren werde ein Jugendlicher zudem «getauft». Bei diesem Ritual hat er sich in einen Kreis von fünf Gewährsleuten zu stellen, die ihn nach aussen abschirmen.

Wie auch der italienische Journalist und Mafiaspezialist Roberto Saviano mit seinen Recherchen dokumentiert hat, wird dem Täufling mit einem Messer in den Finger geschnitten. Dabei soll ein Blutstropfen auf eine Gebetskarte des Erzengels Michael fallen, der als Schutzheiliger der 'Ndrangheta gilt. Anschliessend wird dieses Heiligenbild an einer Ecke leicht angebrannt.

Mit dieser Zeremonie wird aus dem Jugendlichen ein «Mann der Ehre». Dadurch verliere er jegliche Selbstbestimmung: Er sei nicht mehr frei, sondern für immer an die Organisation gebunden, sagt Angela Iantosca.

In Hinterzimmern und Küchen

Dass solche archaische Riten im 21. Jahrhundert in einem europäischen Land immer noch praktiziert werden, mag für Aussenstehende schwer vorstellbar sein. Doch werden Jugendliche heute noch durch diese Zeremonie in die Organisation aufgenommen.

Das Ritual wird an ganz gewöhnlichen Orten durchgeführt: in der Garderobe eines Strandbads, im Hinterzimmer eines Clublokals, in der Küche einer Trattoria – auch ausserhalb des Landes.

Papa ist ein Held, den du nachahmen und gar noch übertreffen willst.
Autor: Ex-Mafioso

Augenfällig wurde dies, als 2007 in Duisburg in einem italienischen Restaurant sechs Männer umgebracht wurden. Der Mordfall geschah bei der Taufe eines Jugendlichen. An diesem Anlass wurde zugleich die Fehde zweier Clans der kalabrischen Stadt San Luca ausgetragen.


Kinder lernen schiessen

Die Konfrontation mit der Gewalt beginne bereits in den Kinderschuhen, sagt Angela Iantosca. Schon Kleinkinder würden einschlägige Geschichten zu hören bekommen, in denen Mafiosi als Helden auftreten. Männer, die erfolgreich vor der Polizei geflüchtet sind, für die Familienehre gekämpft haben und dafür ins Gefängnis gekommen oder ermordet worden sind: «Das sind die Geschichten, die den Kindern täglich eingetrichtert werden.»

Schon kleine Kinder würden den Umgang mit Waffen lernen. Ein ehemaliger Mafioso, der mittlerweile als Kronzeuge mit der Justiz zusammenarbeitet, erinnert sich an die Szenen, als sein Vater Waffen nach Hause brachte und ihm erklärte, wie man sie putzt. «Du gewöhnst dich an sie. Bald werden sie deine Arbeitsinstrumente sein. Anfangs sind sie wie Spielsachen für dich», erzählt er.

«Du findest Gefallen daran, denn Papa lässt dich ins Fernglas blicken: Papa ist ein Held, den du nachahmen und gar noch übertreffen willst. Ein Papa, der dir nie sagt, dass er dich gern hat. Der dich nie liebevoll umarmt, sondern dein strengster Lehrer ist.»

Das Töten üben

Der Vater führte als Instruktor Schritt für Schritt in die Handhabung der Waffen ein, wie der Ex-Mafioso erzählt: «Es war an Neujahr. Solche Augenblicke werden immer ausgewählt, um den Nachwuchs aus dem Fenster schiessen und üben zu lassen. Mit zehn Jahren bist du für die ältere Generation bereits ein Mann.»

Er erinnere sich noch, wie er sich beim Laden der Pistole am Daumen wehgetan habe. «Das war sehr peinlich: Welch eine Schande, solch ein Fehler! Dieses Verlegenheitsgefühl war mir eine Lehre, ein Antrieb, mich selbst zu übertreffen, besser zu werden.»

Mit zwölf lernte der Junge, wie man eine Pistole hält, wie man auf Scheiben schiesst und schliesslich, wie man tötet: «Du musst deinem Opfer zuerst in die Brust schiessen, denn sie ist die grösste Zielscheibe und die Trefferwahrscheinlichkeit am höchsten. Dann musst du es mit zwei Schüssen in den Nacken zu Ende bringen.»

Die Kinder der 'Ndrangheta zeigen keine Emotionen.
Autor: Angela IantoscaJournalistin

Unbedingt gehorchen

Der Kronzeuge erinnert sich an seine Angst, die er als Zehnjähriger vor seinem gewalttätigen Vater hatte: «Ich fürchtete mich vor seinem Schatten, vor seinen Schritten, vor dem, was er hätte tun können.»

Irgendwann sei der Augenblick gekommen, als er vorgegeben habe, keine Angst mehr zu spüren: «Der Instinkt sagt dir, wie du mit der Angst umgehen musst. Entweder du wirst verrückt oder du hörst auf, Angst zu haben. Ein Kind kann all diese Gewalt nicht ertragen.»

Die Erziehung in Mafiafamilien werde auch heute geprägt von drohender Gewalt, sagt die Journalistin Angela Iantosca. Von den Gesten des Vaters, dem Schweigen der Mutter und der Vorstellung, all dem nicht entrinnen zu können.

«Ohne Gefühle, wie Monolithen»

Angela Iantosca konnte in Absprache mit dem Jugendgericht in Reggio Calabria mit straffälligen Jugendlichen Kontakt aufnehmen und erfuhr dadurch viel über deren Lebensrealität.

Mit den 14- bis 18-jährigen Jungen und Mädchen ins Gespräch zu kommen, sei allerdings nicht einfach gewesen: «Denn die Kinder der 'Ndrangheta gleichen einem Monolithen, zeigen keine Emotionen. Die Tatsache, dass sie Tag für Tag nach den Wertvorstellungen einer kriminellen Organisation erzogen werden, untergräbt ihre Menschlichkeit. Sie sind unfähig, Gefühle zu haben – haben sie doch im Namen der 'Ndrangheta geschworen, andere Menschen zu töten, wenn es die Familienehre verlangt.»

Buchhinweis

Angela Iantosca: «Bambini a Metà. I Figli Della 'Ndrangheta», Giulio Perrone Editore, 2015.

Wer Regeln brechen darf

Kinder in Mafiafamilien würden an die Macht des Vaters, Onkels oder des älteren Bruders gewöhnt und erlebten im Alltag, welche Vorrechte diese Männer geniessen. Ihnen werde auf der Strasse der Vortritt gewährt und jedes Hindernis aus dem Weg geräumt, sagt Angela Iantosca:

«Wenn ein Mafioso an einen Ort kommt, reagieren alle auf seine Ankunft und lassen ihn vorgehen. Gibt es in der Gemeindekanzlei oder im Postamt eine Schlange, so steht er bestimmt nicht an.» Kinder lernten so von klein an, wer Regeln brechen darf und trotzdem höchsten Respekt bekommt.


In der Höhle des Löwen

Ein Schauplatz, an dem dieses Verhalten nachgeahmt und ausprobiert wird, ist die Schule. Eine Lehrerin, Domenica Cacciatore, hat die Probe aufs Exempel gemacht und sich in die Höhle des Löwen begeben.

Sie wollte beweisen, dass es in einer Hochburg der kalabrischen Mafia, in San Luca, möglich ist, eine gute Schule zu führen. Doch sie musste feststellen, dass Vandalismus verbreitet war, dass oft Mobiliar zerstört wurde. Lehrpersonen scheuten sich, soziale Regeln durchzusetzen oder Schüler negativ zu bewerten – aus Angst vor Rache der berüchtigten Mafiafamilien.

Cacciatore versuchte mit einer Reihe von Massnahmen, den Niedergang der Schule zu stoppen. Sie liess eine Kamera installieren, um Gewalt in der Schule überhaupt belegen zu können. Und sie zeigte Eltern an, die ihre Kinder nicht zur Schule schickten.

Die Mafia prägt nicht nur die Schule

Nach vier Jahren kam Cacciatore zum Schluss, dass es möglich ist, die desolaten Zustände in einer Schule zu verbessern. Zugleich machte sie der italienischen Öffentlichkeit aber auch klar, dass es damit nicht getan ist: Nicht nur die Schule, sondern generell das von der Mafia verwüstete Territorium, die Gemeinde oder Stadt, müsse aufgewertet werden.

Nur der Schmerz hält die Familie zusammen.
Autor: Jugendlicher aus Mafia-Familie

Es brauche Investitionen in die öffentliche Infrastruktur, um Pausenplätze, Sportanlagen und Bibliotheken zu schaffen, um Aktivitäten in den Stadtteilen und Sozialarbeit zu finanzieren.

Viele der Jugendlichen, die sich wegen mafiöser Machenschaften vor Gericht verantworten müssen, haben zuvor die Schule abgebrochen. Ein grosser Teil von ihnen kommt aus Familien, in denen die Eltern nicht präsent sind.

Dies ist eine weitere Erkenntnis der Journalistin Angela Iantosca, die nicht nur Gespräche mit jungen Delinquenten geführt, sondern auch Gerichtsakten ausgewertet hat. Oft sei der Vater im Gefängnis oder tot, und bei einem Drittel der Verurteilten sei auch die Mutter in Haft.

In den Fussstapfen des Vaters

Die Kinder aus den rund 4000 Mafiafamilien in Kalabrien seien oft sich selber überlassen, hält die Journalistin aus Rom fest. Mit Gefälligkeiten würde ein Jugendlicher etwas Geld verdienen und könnte sich so das eine oder andere leisten: ein iPhone der neusten Generation etwa oder ein Motorrad.

Er wachse nach und nach in seine vorbestimmte Rolle hinein. Zu Beginn sei er ein reiner Befehlsempfänger und müsse sich allzeit bereithalten, sagt Angela Iantosca: «Sei es, um ein Paket mit Drogen zu transportieren oder etwas ins Gefängnis zu bringen – er muss den Auftrag ausführen, er hat keine Wahl.»

Mein Schicksal ist vorgezeichnet. Ich werde im Gefängnis landen.
Autor: Jugendliche aus Mafia-Familie

Doch in diesen Lebensläufen ereigne sich irgendwann ein dramatischer Moment, in dem die Rollen neu verteilt werden: Komme der Vater ins Gefängnis oder werde er in einer Fehde oder bei einem Polizeieinsatz getötet, habe der Sohn die Pflicht, in dessen Fussstapfen zu treten.

Schon Kinder wüssten, dass der Tod ein Teil der Bürde sei, die sie zu tragen haben. Ein Jugendlicher habe ihr gesagt: «Nur der Schmerz hält die Familie zusammen.»

Den vorgezeichneten Pfad verlassen

Unter den Jugendlichen, mit denen Angela Iantosca gesprochen hat, war auch eine 15-Jährige, die sich wegen eines Erpressungsversuchs vor der Justiz hatte verantworten müssen. Allerdings wurde sie nicht verurteilt, weil das Gericht zum Schluss kam, dass sie von ihrem älteren Bruder dazu angestiftet worden war.

Die Eltern der beiden waren im Gefängnis. Auch die Grossmutter war wegen organisierter Kriminalität verurteilt worden und stand unter Hausarrest.

Das Gericht ordnete an, das junge Mädchen in eine Pflegefamilie in Norditalien zu platzieren, weit weg von ihrem angestammten Milieu.

Aus den Gesprächen, die die Journalistin mit der Jugendlichen geführt hat, geht hervor, dass diese im Glauben aufgewachsen ist, dass es kein Entrinnen gibt: «Mein Schicksal ist vorgezeichnet. Ich werde im Gefängnis landen, denn die Polizei hat es auf uns abgesehen.» So habe sie es immer zu Hause gehört.

Befreiung hat einen hohen Preis

In der Zwischenzeit hat die Jugendliche in einer norditalienischen Stadt eine Ausbildung zur Kosmetikerin gemacht. Sie kehrte nicht nach Kalabrien zurück. Sie hat den Mafiaclan hinter sich gelassen.

Ihre Mutter tat es ihr gleich. Nachdem sie aus ihrer fünfjährigen Haft entlassen worden war, zog sie zu ihrer Tochter. Die Geschichte der beiden Frauen ist die Geschichte einer Befreiung.

Ihr Ausstieg ist mutig, hat aber einen hohen Preis: Sie haben eine neue Identität annehmen und den Rest der Familie zurücklassen müssen.

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Kommentar: Mitgliederliste fehlt
Und nun fehlt noch eine Liste, welche Bundesräte, Bundeskanzler und EU-Minister bei der Mafia Mitglied sind: Leuenberger, Calmy-Rey, Tettamanti, Berlusconi, und so weiter und so fort... vielleicht sogar der Papst.

Michael Palomino, 20.7.2018

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West Virginia 31.10.2018: Tod im Gefängnis - z.B. Mafiaboss Bulger:
James «Whitey» Bulger: Legendärer Mafiaboss im Gefängnis totgeprügelt
https://www.20min.ch/panorama/news/story/10481309

<James «Whitey» Bulger ist im Gefängnis von West Virginia von Mithäftlingen erschlagen worden. Er war einer der bekanntesten Mafiabosse.

Der berüchtigte US-Gangsterboss James «Whitey» Bulger ist tot. Medienberichten zufolge wurde der 89-Jährige am Dienstag in einem Gefängnis im US-Bundesstaat West Virginia von Mithäftlingen erschlagen. Bulger war erst einen Tag zuvor in das Hochsicherheitsgefängnis verlegt worden. Das Leben des brutalen Mafiabosses diente als Vorlage für eine Reihe von Filmen und Büchern.

Gemäss der «New York Times» wurde der Gangsterboss und langjährige FBI-Informant im Gefängnis so schwer verprügelt, dass er nicht mehr zu erkennen war. Der «Boston Globe» berichtete, hinter der Tat stehe ein Mithäftling «mit Verbindungen zur Mafia».

FBI ermittelt

Die US-Gefängnisbehörde bestätigte die Artikel zunächst nicht. Sie erklärte lediglich, Bulger sei am Dienstagmorgen reglos in der Hazelton-Haftanstalt in Bruston Mills gefunden worden. Wiederbelebungsversuche seien erfolglos geblieben. «Das FBI wurde eingeschaltet und hat Ermittlungen eingeleitet», hiess es in der Erklärung weiter.

Bulger war jahrzehntelang Chef der berüchtigten Bostoner Winter-Hill-Gang gewesen. Im Juni 2011 wurde er dank des Tipps einer ehemaligen isländischen Schönheitskönigin nach 16 Jahren auf der Flucht im kalifornischen Santa Monica festgenommen.

(fur/afp)>

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4.12.2018:
Schlag gegen Mafia: Nummer eins der Cosa Nostra auf Sizilien verhaftet
https://www.krone.at/1820440

<Ein schwerer Schlag gegen die Cosa Nostra - die Mafia auf Sizilien - ist am Dienstag der italienischen Polizei gelungen. Sie nahm Settimo Mineo fest, die Nummer eins der Cosa Nostra nach dem Tod des „Paten der Paten“ Salvatore „Toto“ Riina im Vorjahr. Der 80-jährige Juwelier wurde in der Provinz Palermo mit weiteren 45 mutmaßlichen Mafiosi gefasst.

Mineo leitete die als „Kuppel“ bezeichnete sizilianische Mafia-Kommission, ein Gremium der führenden Bosse der Unterorganisationen. Den Festgenommenen werden unter anderem illegaler Waffenbesitz, Erpressungen, Brandstiftungen und gewaltsame Übergriffe vorgeworfen.

Erpresste Geschäftsleute und Bauunternehmer
Mineo war wegen der Erpressung von Geschäftsleuten und Bauunternehmern bekannt. Laut den Ermittlern planten die Mafiosi einen Anschlag auf einen Kriminellen, der ohne die Erlaubnis der Cosa Nostra Geschäftsleute erpresste. Neun Opfer von Erpressungen hatten Anzeige bei den Carabinieri erstattet.

Settimo Mineo hat bereits mehrere Gefängnisstrafen abgesessen. Er wurde unter anderem von dem 1992 von der Mafia ermordeten Anti-Mafia-Staatsanwalt Giovanni Falcone vernommen. Nach elfjähriger Haft war er vor rund elf Jahren wieder freigekommen. Aus Angst, abgehört zu werden, verwendete er kein Telefon.

Cosa Nostra versuchte sich neu zu organisieren
Der italienische Anti-Mafia-Oberstaatsanwalt Federico Cafiero de Raho (Bild oben) betonte bei einer Pressekonferenz am Dienstag, dass die Cosa Nostra nach Riinas Tod vor einem Jahr versucht habe, sich neu zu organisieren. Sie habe enge Verbindungen zur Schwesterorganisation ‘Ndrangheta, mit der sie sich den Drogenhandel und die illegale Müllentsorgung in Italien teile.>

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5.12.2018: Pizza und Kokain – Internationale Großrazzien gegen italienische Mafia

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5.12.2018: Razzia gegen Ndranghetta-Mafia in Deutschland, NL, Belgien und Italien: Angeblich fast 4000kg Kokain beschlagnahmt, 140kg Ecstasy etc.:
Codename "Pollino": Razzien gegen ‘Ndrangheta bringen Riesenerfolg
https://www.krone.at/1820905

Fototexte:
In der Nähe von Köln schlagen die Ermittler zu.

<Bei groß angelegten Razzien gegen Mitglieder der italienischen Mafiaorganisation ‘Ndrangheta in Deutschland und drei weiteren Ländern sind rund 90 Tatverdächtige festgenommen und bis zu 4000 Kilogramm Kokain sowie 140 Kilogramm Ecstasy-Pillen beschlagnahmt worden. Das teilte die Europäische Justizbehörde Eurojust am Mittwoch mit.

Allein in Deutschland seien bis Mittwochmittag 14 Verdächtige in Gewahrsam genommen worden, erklärte der Leitende Oberstaatsanwalt von Duisburg, Horst Bien. Insgesamt werde im Rahmen der Operation mit dem Codenamen „Pollino“ in Deutschland in einem laufenden Verfahren gegen 47 Beschuldigte ermittelt. Neben Deutschland und Italien gab es Einsätze in Belgien, den Niederlanden sowie in Lateinamerika.

440 Beamte in Deutschland im Einsatz
Seit Mittwochfrüh seien in Deutschland 65 verdächtige Objekte durchsucht worden. Bien zufolge wurden vor allem in Nordrhein-Westfalen, aber auch in anderen Bundesländern insgesamt Vermögenswerte in Höhe von rund fünf Millionen Euro vorläufig beschlagnahmt. An den Operationen seien rund 440 Beamte beteiligt, sagte Christian Hoppe, Leitender Kriminaldirektor des Bundeskriminalamtes. Die Ermittlungen gingen noch weiter.

„Außerordentlicher Erfolg“
Eurojust-Vizepräsident Filippo Spiezia bezeichnete die Operation von Deutschland, Italien, den Niederlanden und Belgien als „außerordentlichen Erfolg“. Möglich sei dies durch die Bildung eines gemeinsamen grenzüberschreitenden Ermittlerteams gewesen, das seine Arbeit bereits Anfang 2016 aufgenommen habe. Italiens Anti-Mafia-Staatsanwalt Federico Cafiero de Raho wies allerdings darauf hin, dass die ‘Ndrangheta weiterhin stark und gefährlich sei: „Wenn wir glauben, wir haben die ‘Ndrangheta ausgehoben, dann täuschen wir uns.“>

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NRW 6.12.2018: Polizisten und Beamte sollen an Mafiosi Dienstgeheimnisse verraten haben:
Anti-Mafia-Razzia in NRW: Beamte sollen Dienstgeheimnisse verraten haben – Medien
https://de.sputniknews.com/panorama/20181206323198919-anti-mafia-razzia-geheimnisse/

<Zurzeit wird gegen zwei Polizisten und mehrere Beamte ermittelt, die vertrauliche Informationen an mutmaßliche Mafiosi und ihre Komplizen weitergegeben haben sollen.

Unter den Verdächtigen sind eine Mitarbeiterin der Stadt Wesseling, eine ehemalige Beamtin der Stadt Duisburg sowie zwei Polizisten und eine Regierungsbeschäftigte der Polizei, berichtet das Nachrichtenportal Focus.de mit Verweis auf eine Sprecherin der Duisburger Staatsanwaltschaft.

Bislang ist unbekannt, um welche Informationen es sich dabei handelt.

Am Mittwochmorgen haben Polizei- und Justizbehörden in einer international koordinierten Aktion zahlreiche Objekte in Deutschland, Italien, den Niederlanden und Belgien durchsucht.

In Deutschland lag der Schwerpunkt der Razzien, bei denen über 100 Objekte durchsucht worden sein sollen, nach Angaben des Bundeskriminalamtes in Nordrhein-Westfalen. Zu den festgenommenen Verdächtigen gehört nach Medienberichten ein 45-jähriger Gastwirt aus Pulheim.>

Links:

Internationale Razzia: Erstmals so massiv auf deutschem Boden gegen Mafia vorgegangen

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5.2.2019: Camorra in Spanien zerschlagen - 14 Festnahmen: Erpressung und Raub von Haschisch - Transport von Haschisch nach Italien in Wohnmobilen: 

Spanische Polizei zerschlägt Ableger der Mafiaorganisation Camorra

https://www.epochtimes.de/politik/europa/spanische-polizei-zerschlaegt-ableger-der-mafiaorganisation-camorra-a2786060.html

<Die spanische Polizei hat einen Ableger der italienischen Mafiaorganisation Camorra zerschlagen. Insgesamt seien 14 Verdächtige festgenommen worden, gegen sieben weitere liefen Ermittlungen, teilte die Polizei am Dienstag mit.

Die spanische Polizei hat einen Ableger der italienischen Mafiaorganisation Camorra zerschlagen. Insgesamt seien 14 Verdächtige festgenommen worden, gegen sieben weitere liefen Ermittlungen, teilte die Polizei am Dienstag mit. Der Zweig des zur Camorra gehörenden Marranella-Clans sei „vollständig zerschlagen“ worden. Die Bande soll demnach zwischen Gibraltar und der südspanischen Costa del Sol aktiv gewesen sein und Haschisch nach Italien geschmuggelt haben.

Laut Polizei erbeutete die Mafiagruppe die Drogen in Spanien häufig mit „extremer Gewalt“ und schreckte nicht davor zurück, unter Waffengewalt rivalisierende Drogenhändler zu entführen. Zudem habe sie Haschisch mit der Hilfe „einer Gruppe britischer Staatsbürger“ in der südlichen Provinz Cádiz gekauft.

Die Drogen seien dann versteckt in gemieteten Wohnmobilen nach Rom geschmuggelt worden, teilte die Polizei mit. Dazu seien meist eine Frau und ein Mann angeheuert worden, um die Fahrt nach einer Urlaubsreise aussehen zu lassen und an Polizeikontrollen keinen Verdacht zu erregen. Die Behörden stellten bei dem Einsatz, der mit der italienischen Polizei abgestimmt war, eine halbe Tonne Haschisch in Spanien, Italien und Frankreich sicher.

Die Mafiagruppe wurde den Angaben zufolge von einem Vater und seinen beiden Söhnen geleitet, die zum Marranella-Clan der Camorra gehören. Zu den 14 Festgenommenen zählen demnach Verdächtige aus Großbritannien, Italien, Spanien, Rumänien und der Dominikanischen Republik. In ihrer Heimat werden einige von ihnen polizeilich gesucht.

Die rund um Neapel agierende Camorra ist eine der drei größten Mafiaorganisationen in Italien. Neben ihr gibt es noch die Cosa Nostra auf Sizilien und die ‚Ndrangheta in Kalabrien. Die Chefs der neapolitanischen Camorra nennen ihr Einflussgebiet an der spanischen Costa del Sol nach Angaben des Mafia-Experten Roberto Saviano auch „Costa Nostra“ (unsere Küste). (afp)>


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El Ojo
                                              del Perú online, Logo
México 24-02-2019: Prueba de coraje para entrar en una mafia de drogas: tuvo que disparar a sus padres:
México: Adolescente asesina a sus padres como un "reto" para ingresar al narcotráfico
Mexiko 24.2.2019: Mutprobe, um in eine Drogenmafia einzutreten: Er musste die Eltern erschiessen:
Mexiko: Jugendlicher ermordet seine Eltern als "Mutprobe", um im Drogenhandel dabeizusein
https://ojo.pe/actualidad/mexico-adolescente-asesina-padres-reto-ingresar-narcotrafico-311534/?ref=list_pri_5

Original:

<¡Terrible! Hijo confesó que pasó 'prueba' para pertenecer a organización de narcotráfico

La policía de México halló dos cadáveres envueltos en bolsas en la colonia Cerritos García de Cuernavaca, en México. Tras las investigaciones, el hijo de los fallecidos confesó que los había asesinado.

La mañana del 21 de febrero, las autoridades mexicanas encontraron los cuerpos de dos personas y llamaron a familiares para reconocer los cadáveres.

La familia se trasladó al Servicio Médico Forense ya que días antes habían denunciado la desaparición de dos personas, y descubrieron que, en efecto, se trataba de Alejandro 'N' y Martha 'N'.

Rápidamente se realizaron investigaciones para dar con el autor de este macabro asesinado, interrogando a conocidos y familiares de la pareja, incluido su hijo de 16 años.

Este, al ser interrogado, cayó en contradicciones. Sin embargo, poco después confesó él y uno de sus amigos conocieron a un taxista, quien les contó que podían trabajar en una organización criminal ligada al narcotráfico, que les pedía como condición asesinar a dos personas.

El estudiante de secundaria confesó que él asesinó a sus padres a balazos como un "reto" para ingresar al narcotráfico.

El sujeto y su amigo quedaron detenidos para continuar la investigación.>

Übersetzung:

<Einfach nur grauenhaft! Der Sohn gestand, ass er einer "Mutprobe" beim organisierten Drogenverbrechen bestehen wollte.

Die Polizei von Mexiko hat in der Siedlung Cerritos García von Cuernavaca in Mexiko 2 Leichen in Säcken entdeckt. Gemäss den Untersuchungen gestand der Sohn der Verstorbenen, sie getötet zu haben.

Am Morgen des 21. Februars entdeckten die Behórden die beiden Leichen und vernahmen die Familienangehörigen.

Schon vor Tagen waren die beiden als vermisst gemeldet, da wurden sie entdeckt, Alejandro N und Martha N.

Schnell kam auch der Täter an die Reihe, 16 Jahre alt.

Der fiel dann bei der Befragung durch Widersprüche auf. Etwas später gestand er: Einer seiner Freunde hatte einen Taxifahrer getroffen, der meinte, sie könnten in einer kriminellen Organisation arbeiten, die mit Drogenhandel in Verbindung steht.

Der Gymnasiast gestand, dass er seine Eltern als "Herausforderung" für den Einstieg in den Drogenhandel mit Kugeln ermordet habe.

Der Täter und sein Freund wurden festgenommen, um die Ermittlungen fortzusetzen.>

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27.3.2019: P2 ist überall - auch in Frauenfeld in der P2-Schweinz: :
Italien: Mafia-Bosse aus Frauenfeld verurteilt


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9.11.2019: Rothschild-Insel Schweiz ist Mafia-Schaltzentrum für ganz Europa: Beispiel Graubünden mit vielen "Briefkästen" für Geldwäscherei:
Experten warnen vor Mafia in Graubünden
https://www.20min.ch/schweiz/ostschweiz/story/20811156

<Laut Mafiaexperte Paolo Bernasconi operieren hunderte Mafiosi in der Schweiz. Das Fedpol bestätigt und räumt ein, die Stärke der Mafia lange Zeit unterschätzt zu haben.

Die Schweiz bleibt von der italienischen Mafia nicht verschont. Wie Experte und ehemaliger Staatsanwalt Paolo Bernasconi sagt, soll es mehrere hundert Personen geben, die in der Schweiz für die italienische Mafia aktiv sind. Während sie sich früher hauptsächlich im Tessin aufgehalten haben, operieren sie heute weiter nördlich – in Graubünden. Wie die «Südostschweiz» berichtet, soll vor allem das Bündner Südtal Misox als «Umschlagplatz» dienen. So soll es im gesamten Misox auf 8000 Einwohner rund 1600 Firmen geben – die meisten davon als Briefkastenunternehmen.

«Es ist bekannt, dass Briefkastenfirmen der Geldwäscherei dienen», sagt Bernasconi gegenüber der Zeitung. Während im Kanton Tessin die Gesetze zu solchen Firmen verschärft wurden, sind diese in Graubünden nicht per se illegal. Bernasconi ist beunruhigt, dass die Abwehr gegen die kriminellen Organisationen so schwach ist. Das erleichtere die Infiltration durch die Mafia auf Schweizer Boden ungemein, so der Tessiner.

Könnte «brutales Erwachen» für Kanton geben

Auch das Bundesamt für Polizei (Fedpol) bestätigt auf Anfrage von Radio Südostschweiz, dass die Mafia hierzulande sehr aktiv ist: «Die Mafia ist eine Realität in der Schweiz. Auch in Graubünden oder St. Gallen», sagt Mediensprecherin Anne-Florence Débois. Zudem räumt sie ein, dass man die Stärke der Mafia lange Zeit unterschätzt habe.

Doch was tun die Behörden dagegen? Laut dem Radiosender scheint das Thema keine Priorität zu haben. Wie es auf Anfrage bei der Bündner Staatsanwaltschaft heisst, könne man zu den Vorkommnissen keine Auskunft geben. Unter anderem, da es keinen Straftatbestand «Mafia» gebe. Das mache eine statistische Erfassung nicht möglich, so die Staatsanwaltschaft. Auch die Kantonspolizei soll gemäss dem Radiosender keine Kenntnis von Mitgliedern haben, die sich im Kanton aufhalten würden.

Experte Bernasconi verurteilt das Verhalten der Behörden scharf: So soll ihr Zusehen mit ein Grund sein, warum sich die Mafia im Norden ausbreite. Damit steht er nicht alleine da. Bereits Journalistin Madeline Rossi warnte die Behörden, dass die italienische Mafia – allen voran die kalabrische 'Ndrangheta – auch in der Schweiz aktiv ist und sich ausbreiten wird. Sie sagte damals, dass die bündnerischen Behörden auf der Hut sein müssen. Denn sonst könnte es ein «brutales Erwachen» für den Kanton geben.

(juu)>

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Raum Bodensee 23.3.2020: Gleich zwei Mafia-Drogendealer festgenommen:
Justiz in Baden-Württemberg gelingt Schlag gegen italienische Mafia
https://www.epochtimes.de/blaulicht/justiz-in-baden-wuerttemberg-gelingt-schlag-gegen-italienische-mafia-a3193589.html

<Die Festnahme eines mutmaßlichen Drogenkuriers hat die Justiz in Baden-Württemberg auf die Spur eines Mitglieds der italienischen Mafia geführt.

Der 38-jährige albanische Staatsbürger sei in der vergangenen Woche von Spezialkräften in der Wohnung eines Landsmanns im westlichen Bodenseekreis festgenommen worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in Ravensburg und Hechingen am Montag mit.

Er war demnach in Italien bereits zu einer mehrjährigen Haftstrafe wegen Drogenhandels verurteilt worden und wurde mit internationalem Haftbefehl gesucht. Nun soll der 38-Jährige, bei dem es sich laut Justiz um ein Mitglied der italienischen Mafia handelt, an die dortige Justiz ausgeliefert werden. Die Vorbereitungen dazu laufen .

Außer dem 38-Jährigen wurde bei dem Zugriff außerdem der 34-jährige Besitzer der Wohnung festgenommen. Auch er ist ein mutmaßlicher Drogendealer und sitzt in Untersuchungshaft.

Auf die Spur der beiden waren die Beamten durch die Festnahme eines weiteren Verdächtigen im Alter von 23 Jahren gekommen. Er wurde bereits Anfang März bei einer Kontrolle auf der Autobahn 81 mit elf Kilogramm Marihuana erwischt.

Die anschließenden Ermittlungen ergaben, dass er sich zeitweise in der Wohnung des 34-Jährigen in der Bodenseeregion aufgehalten hatte. Auch die Anwesenheit des 38-jährigen international gesuchten Manns wurde bei den Nachforschungen festgestellt und führte zu der Razzia. (afp)>

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Qlobal
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4.4.2020: Die Höhlennetze der Ndrangheta-Mafia in Süditalien:
Das riesige Höhlennetz der Kartelle - Themenstrang
https://qlobal-change.blogspot.com/2020/04/das-riesige-hohlennetz-der-kartelle.html#more

Die 'Ndrangheta (italienische Mafia) benutzt seit Hunderten von Jahren ein riesiges Höhlennetz:
[Englische Originalquelle]

Übersetzung:
Geheime Bunker und Bergverstecke: Die Jagd nach Italiens Mafia-Bossen
Die Squadrone Carabinieri Eliportato oder "Cacciatori Calabria" eine italienische Spezialeinheit während einer Nachtmission in ein Bunkerhaus, wo ein meistgesuchter Flüchtling 2004 fliehen konnte und im Juni 2016 gefangen genommen wurde.

An den Hängen der Aspromonte-Berge baute Pasquale Marando, ein Mann, der als Pablo Escobar der kalabrischen Mafia bekannt ist, die gefürchtete 'Ndrangheta, einen geheimen Bunker, dessen Eingang der Schlund eines Pizzaofens war.

Weniger als 10 Meilen entfernt lebte Ernesto Fazzalari, der angeblich die Köpfe seiner enthaupteten Opfer wie einen Fußball in Erdlöcher geschossen haben soll, in einem 10 Quadratmeter großen Versteck im gewaltigen süditalienischen Gebirge. Als die Behörden 2004 zu ihm kamen, war Fazzalari, damals der zweitmeistgesuchte Mafia-Boss nach Matteo Messina Denaro von der sizilianischen Cosa Nostra, bereits durch einen geheimen Tunnel unter der Küchenspüle entkommen.


Vor seiner Verhaftung im Jahr 2016 verbrachte Fazzalari 20 Jahre als Flüchtling in den kalabrischen Bergen, wo die gesuchten Männer der 'Ndrangheta jahrzehntelang aufwendige Spiegelstädte unter ihren Dörfern geplant und gebaut haben. Es ist eine buchstäbliche Unterwelt von Bunkern, die sich hinter Schiebetreppen, versteckten Falltüren und Schächten befinden, die durch endlose Tunnel miteinander verbunden sind, die verschmelzen und sich trennen, was zu Fluchtwegen zwischen dem Kanalsystem oder auch in Brombeerbüsche eines trockenen Flussbettes führt.

Um sie aus ihren Löchern zu scheuchen, bildeten die italienischen Behörden eine spezielle militärische Einheit, die sich aus Eliten und hochqualifizierten Soldaten zusammensetzte, die als Carabinieri Heliborne Squadronoder Cacciatoribekannt waren, wörtlich: die Jäger.

Die Cacciatori haben in den letzten 25 Jahren fast 300 Flüchtige festgenommen, deren Fotos nun wie Trophäen auf einem großen Pinnwand in einem Raum ihres Hauptquartiers gezeigt werden. Sie haben auch über 400 Bunker entdeckt, die von den Ermittlern als "Werke von überlegener Ingenieurskunst" beschrieben wurden.


Die Einheit wurde ursprünglich 1991 mit der Absicht gegründet, ein damals in Kalabrien weit verbreitetes Verbrechen zu bekämpfen: Entführung. "Aber im Laufe der Zeit verschwand dieses Phänomen fast", erklärte Major Carmelo Aveni, Kommandant der Cacciatori. "Ein weiteres kriminelles Problem trat auf: Alte 'Ndrangheta-Bosse, die immer noch in der Gegend präsent waren, wurden stärker und mutiger."

Einst von der sizilianischen und kampanischen Mafia verspottet, ist die 'Ndrangheta heute die mit Abstand mächtigste kriminelle Gruppe Italiens und eine der reichsten der Welt. Eine Studie des Demoskopita Research Institute aus dem Jahr 2013 schätzte, dass es mit einem Jahresumsatz von 53 Mrd. EURumgerechnet (44 Mrd. USD) finanziell stärker war als die Deutsche Bank und McDonald's zusammen.

Den Ermittlern zufolge liegt das Geheimnis seines Erfolgs in seiner tiefen Verwurzelung in Kalabrien. Bosse verlassen ihre abgelegenen Dörfer selten, trotz globaler Geschäfte im Wert von Millionen. Um sich zu schützen, bauten sie Fluchttunnel unter ihren Häusern, ausgeklügelte Bunker in Bergen, die nur zu Fuß erreichbar sind, und Verstecke im Wald, wenn sie auf der Flucht sind.

"Wenn wir sie verhaften wollten, brauchten wir gut ausgebildete Männer, die in der Lage waren, steile Berge zu erklimmen, sich in Schluchten herunterzuseilen, von einem sich bewegenden Hubschrauber zu springen; ganz zu schweigen von der Fähigkeit, Kälte und Hunger tagelang zu widerstehen und gleichzeitig die Bewegungen eines mutmaßlichen Flüchtigen zu überwachen", sagt Aveni. "Und sie mussten all dies im Dunkeln tun, da wir unsere Arbeit oft nachts verrichten."

Während ihrer nächtlichen Expeditionen sind die Cacciatori mit Maschinengewehren, Nachtsichtbrillen und kugelsicheren Westen ausgestattet.

"Auf den ersten Blick scheinen die Häuser der Bosse völlig normal zu sein", sagt Aveni. "Nichts würde sie glauben machen, dass es Tunnel oder einen unterirdischen Bunker gibt. Dann beginnen Sie, jeden Winkel und jede Ecke des Hauses zu inspizieren: Wände, Böden, Treppen, sogar ein Pizzaofen kann einen Tunnel verstecken. Wir haben sogar Wände gefunden, die mit einem elektrischen Gerät verdrahtet sind. Drücken Sie einfach eine Taste, um die Wand zu bewegen.

"Die unterirdischen Tunnel sind sehr schmal. Eine Person kann kaum durchpassen und muss wie eine Schlange schlittern, um sich zu bewegen. Einige sind 300 Meter lang und führen oft zu Kanalisationen, die mit anderen Häusern verbunden sind."

Fazzalaris Bunker im Aspromonte-Nationalpark hatte einen Fernseher, Klimaanlagen, Computer, Waffen und heilige Bilder von Heiligen und der Madonna. Die Cacciatori haben manchmal Kopien des italienischen Strafgesetzbuches gefunden, in denen die Mafiosi lasen, bevor sie vor Gericht gehen.

Die Liste der Flüchtigen der 'Ndrangheta wird ständig aktualisiert, manchmal monatlich. Verhaftete Bosse werden oft von ihren Söhnen, Cousins und sogar ihren Frauen abgelöst. Der neueste Eintrag ist Francesco Pelle, 'Ndrangheta-Chef aus San Vito. Als Pelle vor fünf Monaten erfuhr, dass er wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden war, floh er. Aveni zieht es vor, über den Fall nicht zu reden, während seine Männer nach ihm suchen.

Nicht alle flüchtigen Gangsterbosse benutzen Bunker und Tunnel, einige benutzen die Natur selbst als Schild.. Girolamo Facchineri, 53, der im März 2018 verhaftet wurde,entschied sich, sich in einem Schutz aus Felsen, unter den dichten Wäldern von Cittanova zu verstecken. Erreichbar nur nach der Überquerung mehrerer Flüsse, die mit einem Geländefahrzeug und einer 40 Minuten langen Wanderung zu erreichen war.Es galt über verwucherte Wanderwege und steile Hänge zu wandern. Dort  war der Unterstand komplett getarnt, mit Vegetation bedeckt. Facchineri hatte dort zwei Jahre lang in Einsamkeit gelebt, in einem Wald, der von Wölfen und Wildschweinen bewohnt wurde.

Lohnt es sich, ein kriminelles Imperium aufzubauen, das Millionen wert ist, und dann wie eine Ratte zu leben? Nach Angaben der Ermittler ist es diese Denkweise, die der 'Ndrangheta ihre Stärke gibt.

"Das Leben für die kriminelle Familie zu opfern, hat eine doppelte Wirkung", sagt die Chefanklägerin von Catanzaro, Nicola Gratteri. "Einerseits sendet der Chef eine Botschaft an seine Feinde, die aus seiner Abwesenheit aus dem Territorium Kapital schlagen könnten, um die Kontrolle über das Gebiet zu übernehmen, als ob er sagen würde: 'Ich bin immer noch hier, und ich bin immer noch verantwortlich.'

"Auf der anderen Seite sendet es eine Botschaft an die Ermittler: 'Ich bin immer noch hier und du wirst mich nicht finden.'"

Nach einer langen nächtlichen Operation, um Facchineri zu erreichen,stürmten die Beamten den Schuppen im Morgengrauen, als der Chef seinen Morgenkaffee machte. "Als wir die Tür eintraten, saß er auf einem Stuhl und nippte an seinem Espresso", sagte ein Mitglied der Cacciatori, die an der Mission teilnahm, dem Guardian. "Er hat uns ein Kompliment gemacht und uns gesagt, dass wir sehr kompetent darin sind, ihn zu finden."


 [Eine weitere Englische Originalquelle]

Übersetzung:

'Ndrangheta: Die Erforschung der Untergrundwelt der Mafia (1. Mai 2013)

[Englisch] [Deutsch]



Stellen Sie sicher, dass Sie das Video  sehen.

Manchmal hilft es, es zu sehen, anstatt es zu lesen.



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Neapel 9.6.2020: Camorra ist um 59 Personen kleiner: Drogen, Erpressung, Korruption, Wahlbetrug - alles katholische Sitten:
Großrazzia in Neapel: 59 Mafiosi festgenommen, darunter Brüder eines Senators

https://de.sputniknews.com/panorama/20200609327343207-grossrazzia-in-neapel-59-mafiosi-festgenommen-darunter-brueder-eines-senators/

<Die italienische Polizei hat am Dienstag bei einer groß angelegten Razzia gegen die organisierte kriminelle Organisation Camorra in Neapel 59 Personen, darunter auch drei Brüder des Senators Luigi Cesaro, festgenommen. Darüber schreibt die Zeitung „La Repubblica“.

Nach Polizeiangaben werden ihnen Drogenhandel, Erpressung, Korruption und Wahlbetrug vorgeworfen. Ins Visier der Polizei seien drei Camorra-Clans geraten. 

Im Zuge der Ermittlungen trat ein enges Netz gemeinsamer Beteiligung im politischen und wirtschaftlichen Bereich der Clans zutage. Zudem befinde sich die Beschlagnahme von Vermögen im Gesamtwehrt von 80 Millionen Euro „in der Notifizierungsphase“, hieß es.  

Bei der Großrazzia sollen unter anderem drei Brüder des Senators von Silvio Berlusconis  Partei „Forza Italia“ (dt. Vorwärts Italien), Luigi Cesaro, festgenommen worden sein.    

Zwei von ihnen, die auch in einem anderen Ermittlungsverfahren um die Camorra figurierten, seien unter Hausarrest gestellt worden. Der dritte Bruder, der ein medizinisches Zentrum am nördlichen Stadtrand von Neapel besitzen soll, sei in Gewahrsam genommen worden. 

Camorra

Nach Angaben der italienischen Justizbehörden zählt die Camorra circa 100 Clans mit rund 6000 Mitgliedern. In ihrem Einflussbereich in Italien liegen hauptsächlich die Stadt Neapel und das Umland in der Provinz Kampanien.           

ns/ae>





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