Kontakt / contact       Hauptseite / page
                    principale / pagina principal / home        zurück / retour / indietro / atrás / back
<<        >>

Die Mafia-Organisationen 07 (ab 16.12.2024)

Meldungen

präsentiert von Michael Palomino

Teilen / share:

Facebook









Kriminelle Mafia in Italien 16.12.2024: ist immer noch präsent:
Wie stark die Mafia Italiens Wirtschaft unterwandert: Viertgrösste Firma des Landes
https://www.blick.ch/wirtschaft/neue-zahlen-zeigen-verbrecher-waeren-viertgroesste-firma-italiens-wie-die-mafia-italiens-wirtschaft-unterwandert-id20417926.html

Gabriel Knupfer - Eine Studie zeigt: 150'000 Firmen in Italien sind von der Mafia unterwandert. Vor allem im Süden des Landes regiert die organisierte Kriminalität auch in der legalen Wirtschaft. Das sind die Zahlen.

Obwohl die italienische Mafia heute nicht mehr so stark im Fokus der Öffentlichkeit steht, floriert sie weiter. Nach einer Studie des Handwerkerverbands CGIA erwirtschaftet das organisierte Verbrechen in Italien mindestens 40 Milliarden Euro im Jahr (37 Milliarden Franken).

Zum Vergleich: Wäre die Mafia eine Firma anstatt mehrere kriminelle Gruppen, stünde sie in Italien auf dem vierten Platz der grössten Unternehmen. Nur die Energiereisen Eni, Enel und GSE machen mehr Umsatz. In der Schweiz läge die Mafia vor Migros und Coop, den grössten Detailhändlern.
150'000 Firmen mit Mafiaverbindung

Dabei dürften die 40 Milliarden Euro sogar noch zu niedrig angesetzt sein. Die tatsächlichen Gewinne aus der Unterwanderung der legalen Wirtschaft liessen sich kaum beziffern, heisst es in der Studie. Laut Daten der Finanzaufsicht FIU stehen mindestens 150'000 italienische Firmen unter Verdacht, von der Mafia kontrolliert oder beeinflusst zu werden.

Zu den wichtigsten Einnahmequellen des organisierten Verbrechens gehören Drogenhandel, Prostitution, Immobiliengeschäfte und die Erpressung von Schutzgeldern von Unternehmen. Besonders im Fadenkreuz stehen dabei die italienischen Firmen.
Neapel bleibt Hochburg der Mafia

Trotz jahrzehntelanger Bekämpfung scheint die organisierte Kriminalität weiterhin fest im wirtschaftlichen Gefüge des Landes verankert. Besonders betroffen sind die grossen Städte: In Neapel zum Beispiel stehen 18'500 Firmen im Einflussbereich der Camorra, der dortigen Mafia. In Rom haben etwas mehr als 16'700 «Mafiageruch» und in Mailand 15'650.

Doch auch kleinere Städte wie Caserta mit 5873 Unternehmen, Brescia mit 4043, Palermo mit 4016, Salerno mit 3862, Bari mit 3358 und Catania mit 3291 sind Hochburgen der Mafia. Der Süden des Stiefels mit der ’Ndrangheta und die Insel Sizilien mit der Cosa Nostra sind damit weiterhin Mafiahochburgen.

Doch auch im Norden sind die Mafiosi aktiv: Como an der Schweizer Grenze hat über 700 mit der Mafia verbundene Firmen.
Illegale Abfallentsorgung und öffentliche Aufträge

Unter den Aktivitäten der Verbrechersyndikate in Italien sei die Erpressung die einträglichste, die Opfer dieses Verbrechens sind fast ausschliesslich Unternehmer, heisst es in der Studie.

Dazu kommt: Unternehmen mit mafiösen Verbindungen sind häufig in Bereichen anzutreffen, in denen es zu Gewalt, Fälschungen, Schwarzarbeit und Umweltvergehen kommt. Dazu gehören etwa illegale Abfallentsorgung und öffentliche Aufträge.
’Ndrangheta als globales Unternehmen

International dürften die Einnahmen der italienischen Mafiaorganisationen noch viel grösser sein: Allein die ’Ndrangheta soll global 50 Milliarden Euro umsetzen. Sie kontrolliert weitgehend den Handel mit Kokain in Europa.



Die Süditalien-Mafia beutet Norditalien aus am 16.12.2024: "Hilfe" an notleidende Unternehmen - aber dann kommen Geldwäsche, Wucher und Erpressung zum Schaden von GANZ Italien:
Das Milliardengeschäft der Mafia mit dem Tourismus: Der Süden kontrolliert den Norden
https://www.suedtirolnews.it/italien/das-milliardengeschaeft-der-mafia-mit-dem-tourismus

Von: Ivd

Mailand – Die italienische Tourismusbranche wird zunehmend zum Schauplatz dunkler Machenschaften. Einer aktuellen Untersuchung zufolge verdient die Mafia jährlich Milliarden im Tourismussektor – eine Entwicklung, die nicht nur Unternehmen in Bedrängnis bringt, sondern auch die gesamte Wirtschaft unter Druck setzt.
Wie das Institut Demoskopika in einer am Dienstag veröffentlichten Studie erklärt, verdienen kriminelle Organisationen allein im Bereich von Hotels und Restaurants Einnahmen von etwa 3,3 Milliarden Euro pro Jahr. Zu den Hauptakteuren zählen die ‘Ndrangheta, Camorra, Cosa Nostra sowie Gruppierungen aus der Region Apulien. Besonders alarmierend: Fast die Hälfte dieser illegalen Umsätze stammen aus dem Norden Italiens, obwohl die Wurzeln der Mafia tief im Süden verankert sind.
Großereignisse wie das bevorstehende Heilige Jahr der katholischen Kirche und die Olympischen Winterspiele dürften diese Einnahmen weiter in die Höhe treiben, prognostizieren Forscher.

Schwache Unternehmen als leichte Beute
Italiens Tourismussektor kämpft mit finanziellen Schwierigkeiten – eine Schwachstelle, die die Mafia gezielt ausnutzt. Laut Raffaele Rio, Präsident des Demoskopika-Instituts, befinden sich etwa 7.000 Betriebe, knapp 15 Prozent der Branche, in einer besonders prekären Lage. Diese Unternehmen werden zur Zielscheibe krimineller Gruppen, die finanzielle “Hilfe” anbieten, jedoch einen hohen Preis fordern.

“Die Mafia sichert Unternehmen in Not das Überleben, übernimmt aber gleichzeitig die Kontrolle oder gar die Eigentümerschaft”, erklärt Rio. “Das ist ein perfides soziales System, das Unternehmer in Schwierigkeiten erdrückt.” Die Folge sei ein Kreislauf aus Geldwäsche, Wucher und Erpressung, der nicht nur den betroffenen Betrieben, sondern auch der gesamten legalen Wirtschaft des Landes schade. Das System hat gleichzeitig den Effekt, dass abhängige Unternehmen immer tiefer in die Abhängigkeit gedrückt werden.

Bedrohung mit weitreichenden Folgen
Die italienische Mafia ist längst nicht mehr nur ein lokales Problem. Durch ihre Aktivitäten im lukrativen Tourismussektor und die Ausweitung in den wirtschaftsstarken Norden wird sie zu einem wachsenden Risiko für den Ruf und die Stabilität des Landes. Die Entwicklung verdeutlicht, wie wichtig entschiedene Maßnahmen zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität sind und zwar nicht nur für Italien, sondern auf Ebene der Europäischen Union.




Ndrangheta-Mafia in Italien am 25.3.2025: Schutzgelderpressung, Wucherzinsen, Waffenhandel:
Mafia-Schlag gegen die 'Ndrangheta: 17 Festnahmen  - Auch in Bozen
https://www.suedtirolnews.it/italien/mafia-schlag-gegen-die-ndrangheta-17-festnahmen

Von: luk

Catanzaro/Bozen – In einer großangelegten Anti-Mafia-Operation haben die Carabinieri am Dienstag 17 Personen wegen mutmaßlicher Verbindungen zur ‘Ndrangheta festgenommen. Die Verdächtigen sollen in Schutzgelderpressung, Wucherzinsen und Waffendelikte verwickelt sein. Razzien fanden in Crotone, Mailand, Verona, Bozen, Neapel, Perugia und Caltanissetta statt.

Die Ermittlungen wurden von der Antimafia-Staatsanwaltschaft Catanzaro koordiniert und in Zusammenarbeit mit den Behörden in Trient und Venedig durchgeführt. Im Zuge der Aktion vollstreckten die Einsatzkräfte einen Haftbefehl des Untersuchungsrichters von Catanzaro. Die Festgenommenen stehen im Verdacht, einer kriminellen Vereinigung nach ‘Ndrangheta-Struktur anzugehören, mit erschwerenden Umständen durch mafiöse Machenschaften.

Parallel dazu erließ die Staatsanwaltschaft Trient eine sofortige Beschlagnahmung von Vermögenswerten, die neun weiteren Personen und deren Unternehmen zugerechnet werden.

Weitere Einzelheiten sollen am Vormittag bei einer Pressekonferenz der Staatsanwaltschaft Catanzaro bekannt gegeben werden.



Neue Mafia in Italien: wegen Olivenöl:
NICHTS IST MEHR SICHER in Italien am 17.4.2025: Olivenklau, weil die Oliventransporte von der Polizei nicht begleitet werden:
Extra Vergine-Mafia: Das Geschäft mit gestohlenen Oliven - Überfälle auf Olivenöltransporter häufen sich
https://www.suedtirolnews.it/italien/extra-vergine-mafia-das-geschaeft-mit-gestohlenen-oliven

Also: Olivenöl aus Italien ist Mafia-Öl und kann man nicht mehr kaufen...

Von: idr

Barletta – In Italien macht sich ein gefährlicher Trend rund um eines der beliebtesten Exportgüter breit: Olivenöl. Seitdem sich die Preise für Extra Vergine und Co innerhalb von nur drei Jahren verdoppelt haben, häufen sich die Überfälle auf Olivenöltransporte. Dabei kommt es immer wieder zu filmreifen Szenen, wenn die organisierte Kriminalität ihr schweres Geschütz auffährt.

Mafia-Stunt á la Hollywood in Apulien

Es ist der Stoff, aus dem Hollywood-Drehbücher gemacht sind: Ein serbischer Lkw-Fahrer nimmt eine Ladung Olivenöl in der apulischen Stadt Barletta entgegen, wohlwissend, dass sich sein Berufsrisiko in den letzten Jahren schleichend vervielfacht hat. Auf einer Landstraße nähert sich dann ein verdächtiger SUV, der den Lkw zunächst versucht, von der Straße abzudrängen. Dann folgen Schüsse, bis der Serbe den Tross anhält.

Mehrere schwerbewaffnete Männer steigen aus dem Geländewagen, übernehmen das Steuer des Trucks und bringen den Lkw-Lenker in ihr Auto. Später wird der Fahrer unverletzt und gefesselt neben dem Lkw aufgefunden. Von den Tätern und den Oliven fehlt jede Spur. Was wie der Anfang einer neuen Actionserie klingt, ist genauso kürzlich in Apulien passiert und reiht sich damit in eine Serie von Vorfällen ein.

Preise und Risiko explodieren

Immer wieder überfallen Gangster in Italien Olivenöltransporte, um an das kostbare, flüssige Gold zu kommen. Bei Preisen von zehn bis 20 Euro pro Liter – je nach Güterklasse – passt der Name „flüssiges Gold“ besser denn je. Das hat auch die Mafia für sich erkannt, die Ladungen im Wert von mehreren Tausend Euro einfach weiterverkaufen kann, ohne besonderes Aufsehen zu erregen.

Die Geschichte aus Apulien folgt einem bekannten Muster. Spediteure stellt das zunehmend vor ein wachsendes Sicherheitsproblem. Sie setzen daher verstärkt auf privaten Wachschutz, doch die Vorfälle häufen sich und verursachen bei den Unternehmern erhebliche Kosten. Außerdem ist auch das Wachpersonal einer Vielzahl von gewaltbereiten und schwerbewaffneten Gangstern machtlos ausgeliefert.

Das Problem mit geschützten Herkunftsbezeichnungen

Doch die Mafia beschränkt sich nicht nur auf den Diebstahl von reinem, hochwertige Olivenöl made in Italy, sie verwässert auch das Original mit billigen Fälschungen. Immer wieder werden große Mengen gefälschtes Olivenöl sichergestellt. Sie sind mit billigen Verschnitten gepanscht und nicht auf gesundheitliche Risiken geprüft. Anschließend werden die Olivenöle unter Beimischung der Fälschungen mit den Gütesiegeln für geschützte Ursprungsbezeichnung g.g.A. oder g.U. versehen und gelangen in den Handel.

Olivenöl ist daher das am meisten gefälschte Lebensmittel weltweit. So wurden im Juli 2024 in Süditalien bei einem einzigen Einsatz 42 Tonnen gefälschtes Olivenöl sichergestellt, sowie 71 Tonnen einer öligen Substanz, die dem Olivenöl beigefügt werden sollte. Doch auch dieser Schlag ist nur ein kleiner Tropfen Olivenöl auf einen sehr großen, heißen Stein.




Die Mafias in der Schweiz am 25.5.2025: Fedpol will Strategien gegen Italos, Albaner, Mocro NL, Nigeria etc. - Frau Wildi vom Fedpol hat's gesagt:
Eva Wildi-Cortés: Neue Fedpol-Chefin warnt vor Zuständen wie in Schweden
https://www.20min.ch/story/fedpol-chefin-eva-wildi-cortes-ueber-organisierte-kriminalitaet-bekaempfung-103351935

Yasmin Rosner - Die Bekämpfung der organisierten Kriminalität ist einer der Schwerpunkte der neuen Direktorin des Bundesamts für Polizei, Eva Wildi-Cortés. Und es bestehe dringender Handlungsbedarf.

Darum gehts

    Eva Wildi-Cortés arbeitet derzeit eine Strategie und einen Aktionsplan im Kampf gegen die organisierte Kriminalität in der Schweiz aus.
    In einem Interview sagt die neue Fedpol-Chefin, dass die Schweiz handeln müsse.
    Andernfalls hätte man Zustände wie in anderen europäischen Ländern.

In Schweden hat sich die Gangkriminalität zu einem grossen Problem entwickelt. «Wir befinden uns in einer akuten und nationalen Krise, bei der Kinder von Erwachsenen als Soldaten ausgenutzt werden», sagte Magdalena Andersson, frühere Ministerpräsidentin Schwedens und Parteivorsitzende der Sozialdemokraten, im September letzten Jahres zu den Bandenkriegen. Die Gesamtsituation ist nicht zu vergleichen mit jener hier in der Schweiz. Aber Eva Wildi-Cortés, seit Februar Direktorin des Bundesamts für Polizei (Fedpol), warnt im Interview mit der «NZZ am Sonntag»: «Wenn wir keine Schiessereien und Strassenkämpfe wie in den Niederlanden, Belgien oder Schweden wollen, muss die Schweiz jetzt handeln.»

In der Schweiz würden kriminelle Clans Barbershops, Reisebüros oder Bubble-Tea-Läden nutzen, um Geld zu waschen. Namentlich nennt Wildi-Cortés Gruppen wie die italienische ’Ndrangheta und albanische Clans, aber auch die Mocro-Mafia aus den Niederlanden oder die nigerianische Black Axe. «Die Schweiz ist für diese Gruppen sehr attraktiv», sagt Wildi-Cortés und nennt den starken Franken, die hohe Kaufkraft und die politische Stabilität als Gründe dafür.

Im Auftrag von Justizminister Beat Jans arbeitet die Fedpol-Chefin bis Ende Jahr eine nationale Strategie zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität aus. Es werde auch einen «Aktionsplan mit ganz konkreten Massnahmen» geben. Ziel sei es, die «organisierte Kriminalität schweizweit schneller» zu erkennen, «entschlossener handeln und noch enger zusammenarbeiten» zu können. Wildi-Cortés bringt dabei auch einen Tabubruch ins Spiel, die sogenannte Beweislastumkehr. Das würde bedeuten, dass die Besitzer von zweifelhaftem Geld künftig beweisen müssen, dass es aus legalen Quellen stammt. «Erbringen sie diesen Beweis nicht, wird das Geld eingezogen und fliesst in die Staatskasse», so die neue Fedpol-Chefin.

Trotzdem bleibe die Terrorbekämpfung» eine Priorität, versichert Wildi-Cortés. Hier gehe «die grösste Gefahr im Moment nicht von Einzeltätern aus. Sorgen bereitet uns, dass Radikalisierte immer jünger werden und die Radikalisierung immer rascher und hinter verschlossenen Türen im Kinderzimmer passiert».




Verdacht Mafia in Como am 2.2.2026: mit neuen Restaurants mit hohen Investitionen:
Wieso gibt es plötzlich so viele Restaurants in Como? - Pizza, Pasta, Mafia!
https://www.blick.ch/ausland/pizza-pasta-mafia-wieso-gibt-es-ploetzlich-so-viele-restaurants-in-como-id21656264.html

Klingt erstmal gut, aber Ermittler befürchten, dass die Mafia dahinterstecken könnte. Unter den Restaurants gibt es auch schnelle Eröffnungen mit hohen Investitionen durch Fremde.

Der Tourismus in Como boomt. In der Stadt am Comersee sind innert kurzer Zeit zahlreiche neue Restaurants eröffnet worden. Hinter einem Teil dieser Lokale könnten laut der Mailänder Antimafia-Staatsanwaltschaft Interessen der 'Ndrangheta stecken.

Die organisierte Kriminalität aus Kalabrien sei in Como fest verankert, erklärte Alessandra Dolci, Koordinatorin der Antimafia-Bezirksstaatsanwaltschaft von Mailand, gegenüber Radio und Fernsehen der italienischsprachigen Schweiz RSI. Auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bestätigte sie die gemachten Aussagen. Bereits seit 50 oder 60 Jahren stehe die Provinz Como im Fokus der Anti-Mafia-Ermittlungen.

Como ist so gross wie Luzern
Auch der Unternehmerverband Confesercenti Como bleibt wachsam, wie Vizepräsident Claudio Bizzozzero in der Tagesschau von RSI von Sonntagabend erklärte. Es sei auffällig, dass es in manchen Fällen sehr schnelle Eröffnungen mit sehr hohen Investitionen durch Personen gebe, die nicht in der Region verwurzelt seien.

In den letzten zehn Jahren seien allein in der Stadt Como über 100 neue Restaurants eröffnet worden. Schaut man auf die ganze Provinz, sind es gar 500 neue Gastronomiebetriebe, wie es im Beitrag weiter heisst. Zum Vergleich: Como ist mit gegen 85'000 Einwohnern etwa so gross wie die Stadt Luzern.

«Keineswegs immun gegen mafiöse Begehrlichkeiten»
Dieser Boom von Neueröffnungen geht mit einer starken touristischen Nachfrage einher. Im vergangenen Jahr hätten die Schiffe der Schifffahrtsgesellschaft von Como knapp 7 Millionen Menschen transportiert. «Die Zahlen sind verrückt geworden», sagte der Bürgermeister Alessandro Rapinese im Beitrag von RSI.

Auch im Tessin müsse man wachsam sein, erklärte Staatsanwältin Dolci weiter. Die jüngsten, gemeinsam mit den Schweizer Behörden durchgeführten Ermittlungen würden zeigen, dass es sowohl mafiöse Geldbewegungen als auch Drogentransporte in der Südschweiz gebe. «Euer Gebiet ist keineswegs immun gegen mafiöse Begehrlichkeiten», sagte sie.




Misox (Kanton Graubünden, Schweiz) am 22.4.2026: Hier soll sich die italienische Mafia installiert haben - weil Chur keine Ahnung hat:
Mafia im Misox: Darum wird Graubünden zum Tummelplatz für Clans
https://www.nau.ch/politik/bundeshaus/mafia-im-misox-darum-wird-graubunden-zum-tummelplatz-fur-clans-67120400

Matthias Bärlocher -- Chur -- Gemäss Mafia-Experte Francesco Lepori liegt es primär an den Behörden – denn im Tessin mache man es besser.

    Im italienischsprachigen Misox breitet sich die Mafia aus.
    Dem Kanton Graubünden fehlen die Mittel im Kampf gegen die organisierte Kriminalität.
    Ein Mafia-Experte bezweifelt dies und warnt: Noch mehr Mafia-Dichte gebe es im Mittelland.

Das Misox, das Tal in Südbünden an der Grenze zum Tessin, steht seit Jahren im Fokus von Behörden und Experten. Kriminelle Netzwerke, sogenannte Clans, haben sich dort festgesetzt.

So lebten unter anderem vier Mafiosi jahrelang unbehelligt in Roveredo GR und wuschen dabei Millionen von Euro. Tausende von Briefkastenfirmen deuten auf Geldwäsche hin.

Francesco Lepori ist Leiter des Observatoriums für organisierte Kriminalität an der Universität Lugano. Er kennt die Strategien der Clans wie kaum ein anderer. Im Interview mit dem «Bündner Tagblatt» analysiert er die Schwachstellen der Bündner Behörden. Und warum das Misox für die Mafia so attraktiv ist.

Denn seit fast zwei Jahrzehnten warnen Politiker und Expertinnen vor der Mafia-Infiltration im Misox. Doch das Problem wird eher grösser als kleiner. Ein zentraler Grund dafür ist laut Lepori der Mangel an Personal bei Schlüsselstellen wie der Kantonspolizei oder dem Migrationsamt.

Graubünden mit «kurzsichtiger Sichtweise»
Das Tessin dagegen zeige, wie es gehen könnte. Trotz knapper Finanzen hat der Südkanton die Kontrollen beim Migrationsamt und beim Konkursamt verstärkt.

«2019 wurde dort ein Buchhaltungsexperte eingeführt, der der Staatsanwaltschaft Verdachtsfälle meldet», sagt Lepori. Graubünden hingegen gibt an, nicht über die nötigen Mittel zu verfügen.

Lepori nennt das eine «kurzsichtige Sichtweise»: «Diese Investitionen würden sich nämlich weitgehend amortisieren.» Der Schaden, den kriminelle Organisationen für die Wirtschaft und die öffentlichen Kassen verursachen, wäre damit vermeidbar.

So erfuhr das kantonale Migrationsamt Graubündens von den Vorstrafen der verhafteten Mafiosi erst, als die Aufenthaltsbewilligungen längst erteilt waren. Die Information kam vom Tessin – aber zu spät.

Laut Lepori wäre das vermeidbar gewesen: «Eine einfache Internetrecherche hätte ergeben, dass der 52-jährige Neapolitaner bereits mehrmals im Fadenkreuz der italienischen Justiz stand.»

Bündner Korrektheit dient der Mafia als Schutzschild
Das Tessin verlangt für Aufenthaltsbewilligungen Strafregisterauszüge und bewegt sich damit in einer rechtlichen Grauzone. Graubünden beharrt dagegen auf einer strengen Rechtsauslegung. Lepori bezeichnet die Bündner Haltung als «grosses Geschenk, verpackt in einen grossen Vorwand».

Denn die Tessiner Praxis ist nicht neu. «Das Tessin hat die Pflicht zur Vorlage eines Strafregisterauszugs für Bewilligungen vor mehr als zehn Jahren eingeführt», so Lepori. «Ohne dass Bern je interveniert hat.» Die «Bündner Korrektheit» werde damit zum Vorteil für kriminelle Strukturen.

Die Gesellschaft darf laut Lepori nicht einfach zuschauen. «Der Kampf gegen das organisierte Verbrechen kann nämlich nicht an Politiker oder Strafverfolgungsbehörden delegiert werden», sagt er. Die Empörung der Bevölkerung im Misox sei deshalb nicht nur verständlich, sondern notwendig.

Mafia im Mittelland

Ein weiteres strukturelles Problem betrifft den Datenaustausch zwischen den Kantonen. Polizeidaten können bis heute nicht kantonsübergreifend geteilt werden.

Das Projekt POLAP, ein Vorhaben des Fedpol für eine gemeinsame Plattform, steckt fest. «Die Motion, aus der das POLAP-Projekt hervorgegangen ist, stammt bereits vom Juni 2018», kritisiert Lepori.

Die Mafia hingegen agiert ohne Grenzen und zunehmend digital vernetzt. «Es wird nicht einfach sein, die rechtlichen Hindernisse aus dem Weg zu räumen.

Und dies in einer Welt, in der sich das organisierte Verbrechen immer schneller und ohne Grenzen bewegt», so Lepori. Das Misox sei dabei kein Einzelfall.

Laut Daten der Bundespolizei sei das Mittelland das Gebiet mit der höchsten Mafia-Dichte in der Schweiz. Gemeint ist die Achse durch die Kantone Basel, Aargau, Luzern, Zürich, Thurgau und St. Gallen.


<<        >>



weiter lesen: http://www.gmx.net/themen/schweiz/ungluecke/829nsz2-waffenhaendlerring-lombardei-zerschlagen#.A1000146

Teilen / share:

Facebook







Basler
                        Zeitung online, Logo  20
                        minuten online, Logo  n-tv
                        online, Logo    Spiegel
                        online, Logo  Merian online, Logo  Der
                        Standard online, Logo 

Facebook Logo     

^