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China-Chronologie 7: Demokratisierung Taiwans - Deng Xiaoping - Abrechnung mit der "Viererbande" - Wirtschaftswunder in Peking-China - die Menschenrechtsverletzungen bleiben - Umweltprobleme

von Michael Palomino (2006 / 2010)

Laogai: Gefangene Dissidenten, Katholiken,
                  Falung-Gong-Anhänger
vergrössernChina, Laogai: Gefangene Dissidenten, Katholiken, Falung-Gong-Anhänger.
Die Gefangenenlager leeren sich nicht, Demokratie gibt es in China nicht...

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Kommentar
Die Demokratisierung in Taiwan kommt nach Chiang Kai-Shek besser voran als diejenige in Kontinental-China, wo weiter an grundlegenden kommunistischen Prinzipien festgehalten wird. Menschenrechte bleiben v.a. in Peking-China unerfüllt. Die Forderungen nach einer echten Demokratie werden 1989 weiterhin mit Panzern und 100en von Toten beantwortet. Während Taiwan eine strikte Modernisierung befolgt, werden in Peking-China die Umweltbelastungen ein grosses Problem.

Michael Palomino
Januar 2006


Quellen

-- Robert C. North: Der chinesische Kommunismus. Kindler Uni-Bibliothek 1966

-- John F. Fairbank: Geschichte des modernen China 1800-1985; dtv 1986

-- Haydt, Mathias et alia: Ostasien-PLOETZ. Geschichte Chinas, Japans und Koreas zum Nachschlagen; Verlag Ploetz, Freiburg / Würzburg 1986

-- verschiedene Internetbeiträge

für Rahmendaten:
-- Hermann Kinder/Werner Hilgemann: DTV Atlas zur Weltgeschichte Bd. I. und II. 21.Auflage, München 1986



Anerkennungsfrage - Hua Guofeng - Deng Xiaoping - Chiang Ching-Kuo in Taiwan - nur 60 % Alphabetisierung in Peking-China

1977
Der neue Spitzel-Staat
-- alle zwischenmenschlichen Beziehungen bleiben hierarchisch geordnet mit Machtausübung über den jeweils anderen
-- die Betriebe führen geheime Mitarbeiterkarteien
-- die Vorgesetzten kontrollieren das Leben der Mitarbeiter in Sachen Arbeit, Wohnen, Rationen, Schulen, Reisen, Erholung, Ehe und Geburten (Fairbank, S.357).

Es ist ein neues totalitäres System, das die alten Familienherrschaften ersetzt (Fairbank, S.357).

Die Frage der Anerkennung: 111:23 für Peking-China gegen Taiwan
(http://www.taipeitimes.com/News/local/archives/1999/12/31/17830)

Der 5. Band der "Ausgewählten Werke" - Hua Guofeng wird anerkannter Mao-Interpret
Unter Hua Guofeng kommt auch der fünfte Band der "Ausgewählten Werke" von Mao heraus. Das Buch wird in China als das bedeutendste literarische Ereignis gefeiert. Hua wird offiziell legitimierter Interpret von Maos  Erbe.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/mzdt1.html)

Prozess gegen die "Viererbande"
-- es kommt zur Beschuldigung, in der Kulturrevolution 700.000 Menschen unter unwahren Behauptungen verfolgt zu haben
-- davon seien 35.000 ermordet worden
-- unzählige Opfer seien körperlich und seelisch invalid geworden
-- zahlreiche Opfer hätten Selbstmord begangen (Fairbank, S.318).

Nationale Konferenzen zur Ankurbelung der Wirtschaft - "Neuer Grosser Sprung nach vorn"
Ins Zentrum der Politik rückt die Generallinie eines "Neuen Grossen Sprungs nach vorn" (Haydt u.a., S.80):
-- für Wissenschaft und Technik wird ein Acht-Jahres-Plan verabschiedet (Haydt u.a., S.79)
-- an den Forschungseinrichtungen wird die politische Arbeit reduziert und das System der persönlichen Verantwortung wieder eingeführt
-- die Landwirtschaft soll im Rahmen eines 10-Jahres-Plans 1976-1985 jährlich um 4-5 % wachsen
-- die Industrie soll jährlich um 10 % wachsen
-- Landwirtschaft und Industrie sollen gleichzeitig entwickelt werden, Schwerindustrie und Leichtindustrie im gleichen Masse
-- traditionelle und einheimische Produktionsmethoden sollen Vorrang haben
-- die Führung soll zentralisiert wie auch lokalisiert werden
-- der Aussenhandel mit dem Westen wird verstärkt
-- China nimmt erstmals Auslandskredite auf, um modernste Technologie einzuführen (Haydt u.a., S.80).

16.-21.7. 1977
3. Plenum des X. ZK - erneute Rehabilitation von Deng Xiaoping
Deng erhält wieder seine offiziellen Positionen. Dazu wird er auch noch Stabschef der Volksbefreiungsarmee. Dies geschieht in einer breiten Übereinstimmung unter den obersten Führern der Partei, die Dengs Weg folgen möchten. Im Machtkampf zwischen Deng Xiaoping und Hua Guofeng ist Hua Premier und Parteivorsitzender, aber Deng Xiaoping hat die Volksbefreiungsarmee unter sich.
(http://www.applet-magic.com/cultrev.htm)

Dengs Politik der Sicherheit gewinnt schnell grosse Sympathie. Der Übergang erfordert zwei Jahre (Fairbank, S.341).

ab Juli 1977
Albaniens Führung kritisiert Chinas neuen Kurs immer mehr
(Haydt u.a., S.81)

12.-18.8. 1977
Peking: XI. Parteitag: Die Linken fliegen raus - Ende der Kulturrevolution - neues Parteistatut
Der vorzeitig nach Peking einberufene XI. Parteitag zieht die personellen Konsequenzen der neuen Entwicklungen. Währen die Anhänger der Linksfraktion aus allen Parteigremien entfernt werden, übernimmt die Koalition der Sieger die Macht. Zu en fünf Stellvertretern des neuen Parteivorsitzenden Hua Kuo-Feng zählt auch Teng Xiaoping.

Weitere Beschlüsse:
-- die Kulturrevolution wird für beendet erklärt
-- die Partei nimmt ein neues Parteistatut an (Haydt u.a., S.79).

Das neue Parteistatut schwächt die kulturrevolutionären Positionen der Statuten von 1969 und 1973 weiter ab und knüpft an die Satzung von 1956 an. Das Kollektiv ist stärker betont und betont Disziplin und Kontrolle (Haydt u.a., S.79).

ab Oktober 1977 ca.
Problem Meinungsfreiheit
Die Intellektuellen verlangen die Meinungsfreiheit. Gleichzeitig wollen die Machthaber unter Deng Xiaoping ein "moralisches Chaos" verhindern (Fairbank, S.357).

Aufarbeitung der Vergangenheit: Lebenslauf-Prüfung - Mao-Interpretation
Ab Dengs Wiedereinsetzung lässt dieser die Lebensläufe von 100.000 als "Rechte" verfemte Revolutionsopfer überprüfen und lässt die Opfer rehabilitieren. Der 1969 verstorbene Liu Shaoqi wird posthum rehabilitiert, wie viele andere auch die Rehabilitation nicht mehr erleben können (Fairbank, S.341).

Maos Wirken wird in eine gutartige Frühphase und eine schlechte Spätphase eingeteilt. Die "Gedanken Maos" werden durch geschickte Interpretation am Leben erhalten (Fairbank, S.341).

1978
Taiwan: Der Sohn von Chiang Kai-Shek, Chiang Ching-Kuo, wird Präsident
(http://www.taiwan-info.de/html/deutsch/TWPAPERg.htm)
(http://www.msnbc.com/modules/china_taiwan/1971.asp)

Chiang
                        Ching-Kuo, Taiwans Ministerpräsident 1978 Chiang Ching-Kuo, Taiwans Ministerpräsident 1978, 1950-1965 Direktor der Geheimpolizei Taiwans.
(http://www.nndb.com/people/010/000086749/)

Die Opposition Taiwans fürchtet eine Etablierung einer Dynastie der Chiangs und startet eine entsprechende Gegenbewegung.
(http://news.bbc.co.uk/hi/english/static/in_depth/asia_pacific/2000/taiwan_elections2000/1972_1986.stm)

1978
Die Weltbank schätzt für Peking-China eine Alphabetisierung von 60 %
(Fairbank, S.283). Die Bildung der Bauernmassen unter Mao von 1950 bis 1976 ist damit zum Teil gründlich gescheitert (Fairbank, S.286).

26.2.1978
Peking: V. Nationale Volkskongress
Der neue Kurs wird bekräftigt. Hua Kuo-Feng wird als Ministerpräsident bestätigt (Haydt u.a., S.80).

5.3.1978
V: Nationaler Volkskongress: Verabschiedung einer neuen Verfassung
Die neu angenommene Verfassung wir als "neue Verfassung für eine neue Entwicklungsdekade" bezeichnet. Die Elemente:
-- China wird weiterhin als ein "sozialistischer Staat der Diktatur des Proletariats" angesehen
-- die Führungsrolle der kommunistischen Partei wird unterstrichen
-- Betonung einer rascheren Entwicklung und Modernisierung
-- der Grundrechtskatalog wird in einigen Punkten ergänzt (z.B. Gleichstellung der Frau, Sozialunterstützung)
-- das Amt des Staatspräsidenten wird gestrichen, der militärische Oberbefehl geht auf den Vorsitzenden des ZK der KPCh über (Haydt u.a., S.81).

Gleichzeitig: V. Politische Konsultativkonferenz
die nach 13-jähriger Unterbrechung wieder zusammentritt. Dies ist ein Zeichen, dass die gemässigte Politik der Vereinten Fronten wieder aufgenommen werden soll [gemässigt heisst: weiter keine Meinungsfreiheit, weiterhin Gulag, weiterhin Demokratieverbot]. Der Konferenz gehören über 2000 Persönlichkeiten aus allen Bereichen der Gesellschaft an, darunter Abgeordnete der früheren demokratischen Parteien und der Pantschen Lama (Haydt u.a., S.81).

3.4.1978
Handelsvertrag zwischen China und der Europäischen Gemeinschaft
(Haydt u.a., S.81)

Mai 1978
Exodus von China-Vietnamesen aus Vietnam nach China
Mit diesem Exodus von Vietnamesen chinesischer Abstammung nach China verschlechtern sich die Beziehungen zwischen Hanoi und Peking (Haydt u.a., S.81).

Grenzkonflikt Vietnam-Kambodscha
Da China für Kambodscha Partei ergreift und dabei sogar materielle Unterstützung leistet, verschlechtert sich das Verhältnis zu Vietnam noch mehr (Haydt u.a., S.81).

Mitte 1978 ca.
Peking-China: Deng Xiaoping verkündet selbst den Plan zu den "vier Modernisierungen"
(http://www.iisg.nl/~landsberger/ff.html)

Modernisierung von Landwirtschaft, Industrie, Militär sowie Wissenschaft und Technik.
(http://www.soziologie.uni-freiburg.de/schirmer/KOMMENT.htm)

Dengs Reformen beginnen bei der Landwirtschaft und verbreiten sich schrittweise über das ganze Land. Dengs Denkprinzip widerspricht dem von Mao, ist aber faktisch erfolgreicher:
"Es kommt nicht drauf an, ob eine Katze schwarz oder weiss ist. Hauptsache ist, wie gut sie Mäuse fängt."

Experten müssen nicht mehr unbedingt auf der Parteilinie liegen...
(http://www.chinatour.com/countryinfo/history.htm#prc)

Deng wird der oberste Führer Chinas. China bleibt aber ein totalitärer Staat mit viel Bürokratie, aber Deng gestaltet die Bürokratie effizient (Fairbank, S.341).


Hetze gegen die "Viererbande" - Anerkennung Peking-Chinas durch die "USA" - Aufarbeitung der Umerziehungskampagne "Hinauf in die Berge"

Hetze gegen die "Viererbande"
Plakat Chinas gegen die Viererbande 1978: Kinder
                zünden die Köpfe an: "Zerschlagt die
                Viererbande!"
Plakat Chinas gegen die Viererbande 1978: Kinder zünden die Köpfe an: "Zerschlagt die Viererbande!"

3.7.1978
Bruch zwischen China und Vietnam
Peking stellt die Finanz- und technische Hilfe an Vietnam ein. Fast zur selben Zeit kommt es zu Auseinandersetzungen an der chinesisch-vietnamesischen Grenze, die im Laufe des Jahres immer weiter eskalieren (Haydt u.a., S.81).

7.7.1978
Bruch zwischen China und Albanien
-- Rückberufung der chinesischen Experten
-- Beendigung der chinesischen Hilfe an Albanien (Haydt u.a., S.81).

10.8.-1.9. 1978
Erste Auslandsreise von Partei- und Regierungschef Hua Kuo-Feng
nach Rumänien, Jugoslawien und Iran (Haydt u.a., S.81)

12.8.1978
Abschluss eines Friedens- und Freundschaftsvertrags zwischen China und Japan
mit Anti-Hegemonie-Klausel (Haydt u.a., S.81).

23.-29.10. 1978
Deng Xiaoping in Japan: Unterzeichnung des Friedens- und Freundschaftsvertrags
und Empfang beim japanischen Kaiser Hirohito (Haydt u.a., S.82)

5.-14.11. 1978
Deng Xiaoping besucht die ASEAN-Staaten Thailand, Malaysia und Singapur
-- Deng bekräftigt die chinesische Zustimmung zur Schaffung einer neutralen Zone in Südostasien
-- die Atmosphäre ist durch einen Freundschaftsvertrag zwischen Vietnam und der Sowjetunion und den militärischen Vorkommnissen zwischen Vietnam und Kambodscha belastet (Haydt u.a., S.82).

15.12.1978
"US"-Präsident Carter und Chinas Regierungschef Hua Kuo-Feng bekräftigen den Plan für volle diplomatische Beziehungen
(Haydt u.a., S.82)

16.12.1978
Die "USA" verkünden die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Peking-China - Anerkennung
Dies löst in Taiwan einen diplomatischen Schock aus. Der spätere Präsident Taiwans, Chiang Ching-Kuo, wird am 16. Dezember 1978 um 14 Uhr vom "US"-Botschafter informiert, dass "US"-Präsident Jimmy Carter sich auf die Bekanntgabe seiner Entscheidung vorbereitet, die Bindungen zu Taiwan abzubrechen.

Taiwan verhängt den Ausnahmezustand. Die Wahlen zur Legislative und zur Nationalversammlung werden verschoben. Manche meinen, dies sei ein Faktor, der am 10.12.1979 zum Kaohsiung-Zwischenfall führt.
(http://www.taipeitimes.com/News/local/archives/1999/12/31/17830)

[Immer sind die "anderen" Schuld... Hier stimmt etwas nicht im Kopf der Taiwan-Führung].

China unterschreibt mit den "USA" einen Vertrag zur Normalisierung der Beziehungen. Washington anerkennt offiziell die Regierung von Peking-China.
(http://www.msnbc.com/modules/china_taiwan/1971.asp)

Ende 1978
Deng Xiaoping ist "Mann des Jahres" bei der Zeitschrift "Time"
(http://www.cbw.com/asm/xpdeng/revolutionary.html)

[Dabei ist er ein Mann, der Todesstrafen weiterhin befürwortet und von Menschenrechten keine Ahnung hat, und Demokratie wird kategorisch abgelehnt...]

Deng Xiaoping siegt bei den Ränkelspielen um die Macht (Fairbank, S.339).

1978-1979
Zwei Jahre lang Werbung für Demokratie
2 Jahre lang gestattet Dengs Regime Plakatwerbung für persönliche Freiheiten und Demokratie. Er lässt dafür extra eine "Mauer der Demokratie" einrichten. Dies gilt als die "5. Modernisierung" (Fairbank, S.357).

Die Forderung, die KMT wieder zuzulassen, endet im Dilemma. Wird die KMT zugelassen, ist die Parteidiktatur gefährdet. Die Unterdrückung der KMT würde aber die Elite zu Rebellen machen (Fairbank, S.358).

Auch die Forderung, alle Bauern zu alphabetisieren und politisch zu beteiligen, macht dem Deng-Regime Angst (Fairbank, S.359-360). Das politische Ziel ist, eine Rebellion zu vermeiden (Fairbank, S.360).

1978-1980
Pekinger Frühlingsbewegung - Aufarbeitung der Kampagne "Hinauf auf die Berge und hinab in die Dörfer" - Ausbreitung politischer Apathie
Die Verbitterung der einstmals jungen Studenten, die der Propaganda "in die Berge" oder "hinab in die Dörfer" gefolgt sind und sogar aufs Land gezogen sind, kommt zum Teil in der "Pekinger Frühlingsbewegung" zum Ausdruck. Generell führt die Aufarbeitung der Kampagne "Hinauf auf die Berge und hinab in die Dörfer" zu einer abnehmenden Unterstützung der Partei und zur politischen Apathie.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/xf.html)

ab 1978 ca.
Peking-China: Die Lockerung der Sitten
-- Küssen ist in der Öffentlichkeit erlaubt, das bisher nur im Schlafzimmer erlaubt war (Fairbank, S.358)
-- materielle Güter werden wichtiger als würdiges Benehmen (Fairbank, S.358-359).

Schulsystem unter Deng Xiaoping mit der "Politik der offenen Tür"
Die Begabtesten sollen die beste Ausbildung bekommen, und die Wirtschaft soll maximal produzieren können (Fairbank, S.360). Die "Politik der offenen Tür" lässt wieder viele Chinesen in den "USA" studieren, um Zugang und Wissen über ausländische Technik zu erhalten (Fairbank, S.341). Die "Politik der offenen Tür" lässt Technik und Investitionen nach China fliessen. Dengs "offene Tür" ähnelt der Doktrin der "USA" nach 1899 (Fairbank, S.347).

Verbesserung der Lebensumstände und Regulierungen unter Deng Xiaoping
Wasserkraftwerke regulieren die Flussläufe. Krankheiten gehen durch Hygienemassnahmen zurück. Die Lebenserwartung steigt. Die Tätigkeiten der Bevölkerung werden reichhaltiger. Die Zentralregierung lernt abzuschätzen, wo Dezentralisierung nützlich ist und wo nicht bzw. wo die örtliche Initiative entscheidend ist, um regionale Unterschiede zu berücksichtigen. Der Glaube an die Technik bleibt Doktrin. Die "Wissenschaft" herrscht weiterhin über Yin und Yang. Der Staatssozialismus Chinas ist manchmal kaum noch vom Staatskapitalismus unterscheidbar (Fairbank, S.361).

1.1.1979
Die "USA" anerkennt Peking-China als einzige politische Vertretung der Chinesen
(http://www.ford.utexas.edu/museum/exhibits/China_exhibit/Raising%20the%20Bamboo%20Curtain.htm)

Die "USA" anerkennt Taiwan nicht mehr als eigenen Staat an
(http://www.taipeitimes.com/News/local/archives/1999/12/31/17830)

Rehabilitationen von Opfern der "100 Blumen"
Rehabilitation des Politologen Chien Tuan-Sheng und des Journalisten Liu Tsun-Chi. Chien ist 80 Jahre alt und als Politikwissenschaftler nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Liu kann in die Redaktion der englischsprachigen Zeitung "China Daily" einsteigen (Fairbank, S.294).

1979
Peking-China öffnet die Grenzen
(http://www.ifesworld.org/news/SR_Article.asp?ArticleNo=190)

Abschaffung der Revolutionären Komitees und Ersetzung durch Volksvertretungen auf allen Ebenen
(http://www.iisg.nl/~landsberger/rc.html)

Peking öffnet seine Akten
Die Sichtung der Akten ist durch Historiker jeglicher Herkunft möglich.
(http://www.gmu.edu/departments/economics/bcaplan/museum/chinhung.htm)

Der Wirtschaftsboom in Peking-China
-- mit jährlich 9,8 % durchschnittlichem Wachstum ist das Bruttoinlandprodukt 1979-1997dreimal so hoch wie der weltweite Durchschnitt
-- 170 Millionen Menschen überwinden die Armut
-- die Reserven der Chinesischen Bürgerbank (Chinese citizen's bank) steigen um das 220-Fache von 21 Mia. Yuan (ca. 2,5 Mia. "US"-Dollar) auf 4.628 Mia. Yuan (ca 560 Mia. "US"-Dollar).

Dieser Wirtschaftsaufschwung für so viele Menschen in einer Generation ist einzigartig.
(http://www.cnn.com/SPECIALS/1999/china.50/red.giant/communism/)

Veränderungen in der Landwirtschaft - Beginn der Exportwirtschaft
Die Veränderungen in der Landwirtschaft und der Beginn der Exportwirtschaft geht mit einem chronischen Energiemangel einher. Autonomie und offener Markt steigern die Produktion. Massnahmen in der Industrie:
-- Einführung eines "Verantwortungssystems" wie in der Landwirtschaft zwischen Betreiber und örtlichen Kadern
-- die Direktoren haben mehr zu sagen als die Komitees
-- die Betriebe dürfen eine eigene Buchführung betreiben
-- die Betriebe können einen Teil der Gewinne für neue Investitionen oder Sozialleistungen verwenden (Fairbank, S.349).

Für Grossprojekte wird eine Darlehenswirtschaft eingerichtet. So wird genaues Rechnen zur Rückzahlung notwendig (Fairbank, S.349).

Die Provinzregierungen können Produktesteuern beim Export erheben, ein Anreiz zur rentablen Verbrauchsgüterproduktion (Fairbank, S.349).

Für weniger lukrative Industrien wie Bergbau und Kommunikation schafft die Planstelle ein System der "Schlüsselprojekte". Bauprojekte werden neu ausgeschrieben. Die Bauleitung ist vor Ort und nicht mehr zentralisiert in der Hauptstadt. Das Material zum Bau muss selbst organisiert werden (Fairbank, S.350).

Erste Schwierigkeiten
Es entwickelt sich unter den lokalen Regierungen eine lebhafte Konkurrenz. Die Konsumgüter erreichen rasch ihre Kunden. Auswirkungen:
-- manche Rohstoffe werden knapp
-- die Löhne steigen
-- Lieferungen zwischen Provinzen werden blockiert, um die eigene Industrie zu schützen (Fairbank, S.350).

Ausserdem gehen die Steuereinnahmen für die Zentralregierung zurück, so dass staatliche Verkehrsprojekte, Projekte im Bergbau und für die Wasserkraft verzögert werden. Die Produktivität steigt nicht unbedingt, auch wegen z.T. illegaler "Bürokratie" [Bestechungsgelder] (Fairbank, S.350).

Peking-China: Neueinrichtung des Justizministeriums
Das neue Justizministeriums wird in vier Klassen von Volksgerichten für einen viergliedrigen Instanzenzug eingerichtet. Staatliche Verteidiger streben aber nur nach Milderung von Strafen, nie nach dem Unschuldsbeweis. Erst mit der Zeit sind das juristische Personal herangebildet und über das ganze Land die Gerichte und die juristischen Fakultäten besetzt. Faktisch aber existiert die Gewaltenteilung kaum. Die Partei bestimmt weiterhin die Linie der Gerichte. Willkürliche Macht wird eingeschränkt, die Rechte des Einzelnen werden aber nicht geschützt (Fairbank, S.355).

So bleibt die Parteiherrschaft sakrosankt und Willkür bleibt auch unter Deng Xiaoping möglich (Fairbank, S.355-356). Die Tradition, dass sich das chinesische Leben am Kollektiv orientiert, wird damit noch nicht beseitigt (Fairbank, S.362).

29.1.1979
Reise Deng Xiaopings in die "USA"
(Fairbank, S.341; Haydt u.a., S.82)

Peking-China verkündet den Stopp der Bombardierungen der Inseln Quemoy und Matsu
(http://en.wikipedia.org/wiki/Chinese_Civil_War)

17.2.1979 bis Mitte März 1979 ca.
Chinesisch-vietnamesischer Krieg - Verbot der Demokratiemauer
Die Invasion unter Deng hat die moralische Rückendeckung von "US"-Präsident Jimmy Carter.
(http://de.wikipedia.org/wiki/Deng_Xiaoping)

China begründet  seine "begrenzte Strafaktion" mit Vietnams wiederholtem Eingreifen in Kambodscha (Haydt u.a., S.82).

30.000 chinesische Todesopfer, kein Erfolg. Deng nutzt die einmonatige Kriegszeit, um in Peking politische Aktivisten (allen voran Wei Jingsheng) verhaften zu lassen und die Demokratiemauer zu verbieten.
(http://de.wikipedia.org/wiki/Deng_Xiaoping)

März 1979
Deng Xiaoping betont "Vier Prinzipien" für das Wirtschaftswachstum

Deng
                            Xiaoping betont vier Hauptprinzipien, März
                            1979
vergrössernDeng Xiaoping betont vier Hauptprinzipien, März 1979

  
Deng spricht bei einem Forum des Zentralkomitees über die Prinzipien in der theoretischen Parteiarbeit. Er betont, dass für das Erreichen einer Modernisierung die Befolgung der "Vier Hauptprinzipien" notwendig sei:
-- auf dem sozialistischen Weg bleiben
-- die volksdemokratische Diktatur aufrecht erhalten
-- die Führung der Kommunistischen Partei aufrecht erhalten
-- den Gedanken des Marxismus-Leninismus und von Mao Zedong folgen.
(http://www.cbw.com/asm/xpdeng/revolutionary.html)


Das Militär bleibt vorerst zweitrangig und reduziert (Fairbank, S.356). Filme wie "Der Krieg der Sterne" gibt es in China nicht, eine Hochseeflotte auch nicht und Invasionstruppen auch nicht. Aus Erfahrung der Kaiserzeit weiss die chinesische Führung, dass "Strafexpeditionen" nur Nachschubprobleme und finanzielle Verluste bringen (Fairbank, S.357).

5.3. 1979
Chinesischer Rückzug aus Vietnam
(Haydt u.a., S.82)

29.3.1979
Verhaftung des Demokratie-Anhängers Wei Jing-Sheng
(http://fareast.ff.cuni.cz/lectures/wei/ICTWei.htm)

Der bekannte Anwalt der wahren Demokratie, Wei Jing-Sheng, wird unter falscher Anschuldigung verhaftet (Fairbank, S.358)

und muss bis Oktober 1979 im Banbuqiao-Gefängnis in Peking auf die Eröffnung seines Prozesses warten.
(http://fareast.ff.cuni.cz/lectures/wei/ICTWei.htm)

Fairbank:
"Es war die übliche Methode, eine Bewegung zu unterdrücken, indem man ihr den Kopf abschlug." (Fairbank, S.358)

4.4.1979
China kündigt den Freundschaftsvertrag mit der "SU"
vier Tage vor der automatischen Verlängerung. Der Vertrag zwischen Mao und Stalin von 1950 ist damit beendet (Haydt u.a., S.82).

15.4.1979
Beginn von Friedensgesprächen zwischen China und Vietnam
(Haydt u.a., S.82)

Gleichzeitig finden "Normalisierungsgespräche" zwischen China und der "Sowjetunion" statt (Haydt u.a., S.82).

ab April 1979 ca.
Siebung der KPCh gegen die Bauernkader
Deng Xiaoping kann intern Massnahmen zur Korrektur in die Wege leiten gegen Parteimitglieder, die kaum Lesen und Schreiben können, oder die nur den Kampf gegen die Oberen kennen, ohne Distanzierung (Fairbank, S.343).


Taiwan 1979: Formlose Beziehungen zu den "USA" - Gewalt am Tag der Menschenrechte - Schauprozesse

10.4.1979
Die "USA" lösen formell die Beziehungen zu Taiwan auf - Gesetz zu formlosen Beziehungen mit Taiwan
Am 10. April 1979 setzt "US"-Präsident Carter mit seiner Unterschrift das Gesetz zu den Beziehungen zu Taiwan in Kraft. Es ist die Basis für inoffizielle Beziehungen bei Nichtexistenz formeller Bindungen. Das Gesetz wird im Sinn als "amerikanischer" Schutz Taiwans vor China begrüsst.
(http://www.taipeitimes.com/News/local/archives/1999/12/31/17830)

Ende 1970er Jahre
Taiwan beobachtet den Sturz des Shahs und die Mullahs in Teheran - Somoza-Diktatur in Nicaragua - Rückschlüsse über falschen Antikommunismus
Ende der 1970er Jahre beobachtet die Taiwan-Regierung den Fall des Shahs, die Mullah-Machtübernahme und die Somoza-Diktatur in Nicaragua, sowie die Annäherung zwischen den "USA" und Peking-China. Die Kuomintang beginnt zu realisieren, dass ein rabiater Antikommunismus keine Garantie dafür ist, auf internationaler Ebene Unterstützung zu erhalten. Die Regierung von Taiwan ist isoliert und weltweit verachtet wegen der Verletzung der Menschenrechte und dem Fehlen ziviler Freiheiten. Ein Symbol dafür ist das Kriegsrecht, das seit bald 40 Jahren immer noch in Kraft ist. Es erlaubt weiterhin die straffreie Verletzung von verfassungsmässigen Rechten.
(http://www.taipeitimes.com/News/local/archives/1999/12/31/17830)

Dezember 1979
"SU"-Einmarsch in Afghanistan - China verschiebt die Normalisierung mit der "SU" auf unbestimmte Zeit
(Haydt u.a., S.82)

10.12.1979 bis 1980
Taiwan: Tag der Menschenrechte im Zentrum von Kaohsiung: Gewaltsame Unterdrückung einer Demonstration der oppositionellen Zeitschrift "Mei-li-tao" - Schauprozesse

Es ist die gleichnamige Gründung einer Oppositionspartei "Mei-li-tao" geplant.
(http://www.taiwan-info.de/html/deutsch/TWPAPERg.htm)

Hauptorganisator der Demonstration ist Mr. Shih Ming-Teh.
(http://www.taiwandc.org/hst-1979.htm)

Es kommt zu einer Demonstration für die Menschenrechte im Zentrum von Kaohsiung, organisiert vom Tang-Wai-Magazin auf Formosa, das erst vor vier Monaten seine Publikation begonnen hat. Während der Demonstration versuchen Agitateure - von denen weit herum angenommen wird, dass sie von der Kuomintang eingesetzt sind - die Polizei anzugreifen. Es entwickelt sich eine blutige Schlacht mit Tränengas, mit Dutzenden Verletzten. Die Regierung wie auch die führenden Medien beschuldigen die Demonstration der Gewalt mit dem Ziel, die Regierung zu "destabilisieren".
(http://www.taipeitimes.com/News/local/archives/1999/12/31/17830)

  
Taiwan: Demonstration am 10.12.1979 in
                        Kaohsiung für Menschenrechte, Polizeibarriere
Taiwan: Demonstration am 10.12.1979 in Kaohsiung für Menschenrechte, Polizeibarriere.
Zeitungen reden zuerst 90 verletzten Zivilisten und 40 verletzten Polizisten, später aber von 182 verletzten Polizisten und einem verletzten Zivilisten. Die Regierung beordert die Polizisten und Schauspielerinnen in Spitäler, um Szenen zu drehen, wie Krankenschwestern verletzte Polizisten "pflegen". Die KMT-Propagandawelle wird mit Verhaftungen und Prozessen gegen die Menschenrechtsaktivisten ausgeweitet:

-- die Gruppe der acht bekanntesten Führer "Kaohsiung Eight" wird vom Militärgericht zu Strafen zwischen 12 Jahren bis zu lebenslänglichem Gefängnis verurteilt (März / April 1980)

-- eine zweite Gruppe von 33 Personen "Kaohsiung 33" werden vom Zivilgericht zu 2 bis 6 Jahren verurteilt (April / Mai 1980)

-- eine dritte Gruppe von 10 Personen, die der Presbyterianischen Kirche angehören, werden angeklagt, dem Hauptorganisator der Demonstration, Mr. Shih Ming-Teh, geholfen zu haben, als er sich versteckt hielt, während er Folter und unmittelbare Exekution befürchtete. Die bekannteste Person dieser Gruppe, Dr. Kao Chun-Ming, der Generalsekretär der Presbyterianischen Kirche, wird zu 7 Jahren Gefängnis verurteilt, die anderen zu niedrigeren Strafen.

Shih Ming-Teh vor Gericht 1980
Shih Ming-Teh vor Gericht 1980
  
Die Folge der Prozesswelle ist ein wachsendes politisches Bewusstsein in der Taiwanesischen Bevölkerung und bei den Taiwanesen in Übersee.  Die Bewegung, die aus diesen Vorfällen entsteht, wird die Basis für die Gründung der Demokratischen Oppositionspartei (DPP) mit einem Unterstützungsnetz taiwanesischer Organisationen in Nord-"Amerika" und in Europa.
(http://www.taiwandc.org/hst-1979.htm)

Dies sind die bahnbrechenden Ereignisse, die der Demokratisierung Taiwans den Weg frei machen. Die Bindungen bei der Demonstration halten später im Leben der Oppositionspartei DPP weiter an.
(http://www.taipeitimes.com/News/local/archives/1999/12/31/17830)

Die Ereignisse führen erstmals zu einer geeinten Opposition auf Taiwan.
(http://news.bbc.co.uk/hi/english/static/in_depth/asia_pacific/2000/taiwan_elections2000/1972_1986.stm)


1980: Weitere Wirtschaftsreformen in Peking-China - Premier Zhao Ziyang - Rehabilitation von  Liu Shaoqi - Zentralisierung des Bankenwesens - freiwilliges Umsiedlungsprogramm

  
Deng Xiaoping betont drei
                            Hauptaufgaben; Neujahrsempfang der KPCh,
                            Januar 1980
vergrössernDeng Xiaoping betont drei Hauptaufgaben; Neujahrsempfang der KPCh, Januar 1980
1.1.1980
Deng Xiaoping betont drei Hauptaufgaben für Peking-China
Deng betont an einem Neujahrsempfang des Nationalkomitees der KPCh drei Hauptaufgaben für Peking-China:
-- die sozialistische Modernisierung vorantreiben
-- die Wiedervereinigung Chinas anstreben, v.a. die Rückkehr Taiwans
-- Hegemonien widerstehen und den Weltfrieden sichern.
(http://www.cbw.com/asm/xpdeng/revolutionary.html)

Nicht erwähnt: China unter Deng Xiaoping mordet weiter mit Todesstrafen, Gefangenenlagern, Repression, Zensur etc.



Zhao Ziyang, mit Brille
Zhao Ziyang, mit Brille
   
1980
Peking-China mit Wirtschaftsreformen

Neuer Premierminister wird Zhao Ziyang, ein Pionier der Wirtschaftsreformen in Südwest-China. Er fördert weitere Wirtschaftsreformen.
(http://www.msnbc.com/modules/china_taiwan/1980.asp)

[Aber bei den demokratischen Reformen für ein Mehrparteiensystem kommt Peking-China nicht voran...]


Peking-China: Rehabilitation von Liu Shaoqi - Plakate der "ersten Führung"
Liu wird 1980 formell in Verbindung mit der Neubewertung der historischen Rolle von Mao Zedong rehabilitiert. Ab dieser Zeit wird Liu Shaoqi zusammen mit Mao, Chou En-Lai und Zhu De auf Postern abgebildet, die der ersten Führer-Generation gewidmet sind.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/lsq.html)

China boykottiert mit dem Westen die Olympischen Spiele in Moskau wegen des Afghanistan-Einmarschs (Haydt u.a., S.82).

1980 ca.
Peking-China dezentralisiert das Bankenwesen
Die Dezentralisierung erleichtert die Kreditgewährung (Fairbank, S.350-351) und erleichtert so, den wachsenden Bedarf nach Kredit zu befriedigen (Fairbank, S.351). für Industrie und Handel, Devisen, internationale Investitionen, Landwirtschaft, Bau und Versicherung werden Spezialbanken eingerichtet (Fairbank, S.351).

China-"USA": Studenten und Touristen
In den "USA" studieren 10.000 chinesische Studenten in "Wissenschaft" und Technik. Gleichzeitig empfängt China 100.000 "US"-Touristen und kann Deviseneinnahmen verbuchen (Fairbank, S.341).

1980er Jahre
Peking-China: Die Anzahl reicher Bauern nimmt wieder zu
(Fairbank, S.347)

Peking-China: Immer Korruptionsgefahr
Die grosse Gefahr in Dengs China ist die Korruption, die zunimmt, je mehr die zentrale Führung abnimmt. Ein chinesisches Sprichwort besagt:
"Werde Beamter und reich"... mit Schmiergeld (Fairbank, S.352).

Beamte und Manager beherrschen zusammen die Szene:
-- Bilanzfälschungen
-- Gewinne werden in betriebsfremde Geschäfte investiert
-- es entsteht ein schwarzer Markt
-- es entsteht Grundstücksspekulation
-- es werden z.T. auch unnötig hohe Kapazitäten geschaffen (Fairbank, S.353).

So entstehen geheime, kleine "Königreiche"... (Fairbank, S.353)

Seilschaften zum Überleben
Persönliche Beziehungen sind im Peking-China der 1980er Jahre das Wichtigste, um der Bürokratie [bzw. den Schmiergeldern] zu entgehen. Damit wachsen aber die Vetternwirtschaft und die Korruption gleichermassen. Reformbemühungen drohen zu scheitern (Fairbank, S.366).

Peking-China: Neues, freiwilliges Umsiedlungsprogramm - bezahlte harte Arbeit
Trotz der negativen Erfahrungen im Programm "Hinauf auf die Berge und hinab in die Dörfer" legt die Regierung in Peking in den 1980er Jahren erneut ein Umsiedlungsprogramm auf,  diesmal auf freiwilliger Basis. Es zeigt sich nur wenig Interesse, und nur dann, wenn dabei Extra-Zahlungen oder Zuschläge für harte Arbeit gewährt werden.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/xf.html)

Eindrücke aus Peking 1980
Peking:
                          Velotransport 1980
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Peking 1980: Hühnerverkauf in Haidian mit
                          Velo
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Peking 1980: Chinesisches
                                    Schachspiel auf der Strasse
vergrössernPeking 1980: Chinesisches Schachspiel auf der Strasse
Peking 1980: Bauersfrau mit Heu
                                    auf dem Rücken, Yuanmingyuanstrasse
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Peking 1980: Bub übt
                                    Bogenschiessen im Yuanmingyuan-Park
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Ab 1980: Finanzskandale der Kuomintang - Entmaoisierung, Hygiene und Wirtschaftsboom durch Joint Ventures in Peking-China

1980-1985
Taiwan Kuomintang-Finanzskandale
In den 1980er Jahren wird die Kuomintang-Regierung durch eine Reihe Finanzskandale erschüttert. Die Kritik an Taiwans Einparteienregierung wächst an.
(http://news.bbc.co.uk/hi/english/static/in_depth/asia_pacific/2000/taiwan_elections2000/1972_1986.stm)

Entmaoisierung unter Deng Xiaoping - die Mao-Bibel ist die Trickkiste aller Parteiführer
Maos Werke und Politik werden neu bewertet. Erst in den 1980er Jahren, als die KPChina die negative Seite der Kulturrevolution zugibt, wird entschieden, dass die ideologische Trickkiste, die Mao zugeschrieben wurde, in Realität das herauskristallisierte Wissen aller Führer der chinesischen Revolution darstellt, siehe die "Resolution über gewisse Fragen der Geschichte unserer Partei seit der Gründung der Volksrepublik China", angenommen durch das 6. Plenum des 11. Zentralkomitees der KPChina.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/myl.html)

1980-1985 gehen über 1 Million Mitglieder der KPCh in den Ruhestand (Fairbank, S.343), darunter 40 Mitglieder des Generalstabs und 10 % der Offiziere (Fairbank, S.343-344).

Peking-China: Weiterhin Kampagnen zur Hygiene
Die Hygienekampagnen werden beibehalten. Sie bleiben ein Teil und eine Errungenschaft des Sozialismus und werden periodisch wiederholt. Die Plakate Kampagnen richten sich an Grundschüler und Oberstufenschüler. Die Kampagnen gegen Spucken haben weiterhin keinen Erfolg.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/ws.html)

China 1980-1985: Plakate zur Hygienekampagne
Plakat der Hygienekampagne 1983: Kinderpaar
                        am Wasserhahn
Plakat der Hygienekampagne 1983: Kinderpaar am Wasserhahn:
"Praktiziere Hygiene zum Schutz vor Krankheiten!" 1983
Plakat der Hygienekampagne 1982 ca.: Spucke
                        ins Taschentuch
Plakat der Hygienekampagne 1982 ca.: Spucke ins Taschentuch:
"Wohin spuckst du deinen Nasenschleim? In ein Taschentuch! In ein Abfallpapier! In einen Spucknapf!"

23.-28.2. 1980
Peking: 5. Plenartagung des XI. ZK
Vier weitere Vertreter der Mao-Gruppe werden aus Leitungspositionen in Partei und Regierung entlassen. Deng Xiaoping kann seine Anhänger Chao Tzu-Yang und Hu Yao-Bang im ständigen Ausschuss des Politbüros des ZK platzieren. Hu Yao-Bang wird Generalsekretär des wieder errichteten Sekretariats des ZK (Haydt u.a., S.82).

30.8.-10.9. 1980
3. Tagung des V. Nationalen Volkskongresses (NVK)
Hua Kuo-Feng und vier Premier-Stellvertreter stellen ihre Ämter zur Verfügung. Chao Tzu-Yang wird neuer chinesischer Regierungschef (Haydt u.a., S.83).

1981
Peking propagiert die 70 zu 30-Regel über Mao
Die KPCh veröffentlicht eine neue Variante, wie die Bevölkerung über Mao zu denken hat: Die "Kulturrevolution" sei ein "grober Fehler" gewesen. Maos Wirken sei in der Endabrechnung aber zu "70 Prozent" positiv zu bewerten, denn die Leistungen würden die Irrtümer mehr als ausgleichen.
(http://www.gpkr.de/)

Peking-China: Der Plan für ein unabhängiges Rechtssystem
Das Deng-Regime erkennt die Notwendigkeit eines Rechtssystems, das unabhängig von der Partei funktioniert (Fairbank, S.355). Dafür fehlen aber Juristen und Justizangestellte (Fairbank, S.354). Und für die Betriebe fehlt die juristische Beratung (Fairbank, S.355).

ab 1981
Peking-China unter Deng Xiaoping: Reformen, Wirtschaftsboom und Joint Ventures
Unter Deng Xiaoping und seinem Premierminister Zhao Ziyang werden industrielle und landwirtschaftliche Reformen durchgeführt. Es beginnt ein wirtschaftlicher Boom, der durch ausländische Joint Ventures begünstigt wird.
(http://www.msnbc.com/modules/china_taiwan/1980.asp)

Dengs Reformen bringen die Europäer und "Amerikaner" zurück nach China. Das Resultat ist ein neuer Wohlstand und eine Konsumwelt, die China ein weites Tor zur Welt öffnet. Gleichzeitig kommen aber auch Diskussionen um politische Reformen und Bewegungen zugunsten neuer Freiheiten auf.
(http://www.ford.utexas.edu/museum/exhibits/China_exhibit/Into%20the%20Next%20Millennium.htm)


25.1.1981: Das Urteil gegen die "Viererbande"
1981 werden Mao Zedongs Witwe (Jiang Qing) und die drei anderen der "Viererbande" (Zhang Chunqiao, Yao Wenyuan und Wang Hongwen) wegen Landesverrats verurteilt und zum Tode verurteilt. Statt der Todesstrafe verbüssen Jiang Qing und Zhang Chunqiao lebenslange Haft wie die anderen beiden auch. Yao ist der einzige, der seinen Lebensabend noch in Freiheit geniessen kann.
(http://www.msnbc.com/modules/china_taiwan/1980.asp; http://www.iisg.nl/~landsberger/g4.html)

-- Jiang Qing (1913-1991): Sie war die kulturelle Architektin des Mao-Imperiums. Sie wird mit zwei Jahren Gnadenfrist zum Tode verurteilt, und es wird ihr auf Lebenszeit jegliche politische Tätigkeit verboten. 1983 wird die Strafe in lebenslängliches Gefängnis umgewandelt. Im Mai 1991 wird sie zur medizinischen Behandlung ihres Halskrebs entlassen. 10 Tage danach begeht sie angeblich Selbstmord.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/jq.html)

-- Zhang Chunqiao (1917-2005 [?]): Er war Vorsitzender des Shanghaier Revolutionären Komitees und war Mitglied im 9. und 10. Zentralkomitee und 1975 Kandidat für den Posten des Vizepremiers. Während des Prozesses gegen die "Viererbande" sagt Zhang zu seiner Verteidigung kein einziges Wort. Er wird mit zwei Jahren Gnadenfrist zum Tode verurteilt, und es wird ihm auf Lebenszeit jegliche politische Tätigkeit verboten. 1983 wird die Strafe in lebenslängliches Gefängnis umgewandelt. 1991 gehen Gerüchte umher, dass er an Krebs gestorben sei. Am 21. April wird sein Tod offiziell bekannt gegeben.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/zcq.html)

-- Yao Wenyuan (1931): Er war literarischer Sittenwächter, Hetzer gegen Hu Feng und gegen rechte "Abweichler". Er wird zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt, und ihm wird für 5 Jahre jegliche politische Tätigkeit verboten. 1996 wird er entlassen.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/ywy.html)

-- Wang Hongwen (1935-1992): Er war Auslöser der Kulturrevolution mit Protesten gegen die kapitalistische Verwaltung seiner Baumwollfabrik in Shanghai, ist dann Vize-Vorsitzender des Shanghaier Revolutionären Komitees und schliesslich Mitglied des 9. und 10. Zentralkomitees, ab 1973 Vize-Vorsitzender der Volksrepublik China. Wang wird zu lebenslänglichem Gefängnis verurteilt, und es werden ihm auf Lebenszeit alle politischen Rechte aberkannt. Er wird wegen Leberkrebs hospitalisiert, an dem er 1992 stirbt.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/whw.html)

1981
Verurteilung des Demokratie-Anhängers Wei Jing-Sheng zu 15 Jahren Gefängnis
(Fairbank, S.358)

Aufarbeitung des "Grossen Sprungs nach vorn" ab 1981 - Thatchers Zusage für Hongkong 1982 - neue Verfassung in Peking - weitere Rehabilitation von Liu Shaoqi durch Gedenkraum im Mao-Mausoleum 1983

Juni 1981
Peking-China: Dengs Proklamation der "Vier Prinzipien"
-- die Ideen des Marxismus-Leninismus und Marx
-- die Führung durch die KPCh
-- die demokratische Volksliteratur
-- der Sozialismus (Fairbank, S.358).

Der ZK-Beschluss "Über die Parteigeschichte"
-- es wird anerkannt, dass das ZK teilweise für das Versagen der kollektiven Führung verantwortlich ist (Fairbank, S.342-343)
-- die Kulturrevolution wird zu einem grossen Unglück erklärt, als unnötig und destruktiv (Fairbank, S.343).

Die "Vier Modernisierungen" werden im Gedenken an Sun Yat Sen weiter verfolgt, der ebenso auf die Bedeutung der Maschine und auf ausländische Technik gesetzt hatte (Fairbank, S.343).

27.-29.6. 1981
6. Plenartagung des XI. ZK der KPCh: Rochaden
-- Hua Kuo-Feng tritt vom Vorsitz des ZK und des Militärausschusses des ZK zurück
-- Hu Yao-Bang erhält den Vorsitz der Partei
-- Deng Xiaoping erhält den Vorsitz des Militärausschusses (Haydt u.a., S.83).

1981, Mitte ca.
Peking-China beginnt die offizielle Aufarbeitung des Massenmordes beim "Grossen Sprung nach vorn" - der Westen ignoriert das Thema
Erst 1981 werden erste offizielle Eingaben betreffs des "Grossen Sprungs nach vorn" gemacht. Die Resolution der chinesischen Regierung formuliert über die Geschehnisse von damals 1958-1961:

"Kamerad Mao Zedong und viele führende Kameraden, beide im Zentrum und in den Orten, waren ungeduldig, wollten schnelle Resultate und überschätzten die Rolle des subjektiven menschlichen Willens und Anstrengung."
(http://www.mindground.net/glp.html; Womack, Brantly:  “Where Mao Went Wrong: Epistemology and Ideology in Mao’s Leftist Politics.”  The Australian Journal of Chinese Affairs  10.16  (1986):  S.23-40, S.26)

Peking-China gibt über den "Grossen Sprung nach vorn" offiziell an, 70 % der Hungersnot seien wegen falschen Managements erfolgt, 30 % wegen Naturkatastrophen.
(http://www.gmu.edu/departments/economics/bcaplan/museum/chinhung.htm; Zhengyuan Fu: Autokratische Tradition (Autocratic Tradition), 1993, S.303)

Der Westen realisiert die Dimensionen des Massenmörders Mao nicht. Die Aktenfreigabe über Chinas Vergangenheit hat in der westlichen Welt keine grosse Wirkung. Sogar als in den 1980er Jahren Details der Hungersnot des "Grossen Sprungs nach vorn" ans Licht kommen, herrscht immer noch eine tiefe Abneigung, das Thema im Westen zu behandeln.
(http://www.gmu.edu/departments/economics/bcaplan/museum/chinhung.htm; Jasper Becker: "Hungry Ghosts" 1996, S.301)

September 1982
Thatcher in China sichert die Übergabe von Hongkong zu
(http://www.cbbc.org/the_review/50th/fp4.html; http://www.iisg.nl/~landsberger/lsq.html)

Deng Xiaoping und Thatcher
Deng Xiaoping und Thatcher 1982

1.-12.9.1982
Peking-China: Neue Verfassung -
12. Parteitag der KPCh: Ideologie ist kaum noch Thema
Die neue Verfassung schreibt vor:
-- das Amt des Parteivorsitzenden wird durch das Amt eines Generalsekretärs des ZK ersetzt (Haydt u.a., S.83)
-- der Volkskongress ist die gesetzgebende Gewalt und die Exekutive
-- der Kongress erhält auf dem Papier viel mehr Rechte (Fairbank, S.355).

Hu Yao-Bang wird Generalsekretär (Haydt u.a., S.83).

Jede Opposition wird mit Modernisierungen und materiellen Erfolgen für unnötig erklärt, so dass die alte ideologisch ausgerichtete Opposition allmählich verstummt. Entsprechend soll ab jetzt auch bei der Mitgliederwerbung vorgegangen werden (Fairbank, S.343).

5.-22.10. 1982
Peking: Erste Runde der sino-sowjetischen Gespräche zur Normalisierung der Beziehungen
(Haydt u.a., S.83)

26.11.-10.12. 1982
5. Tagung des V. NVK: Annahme einer neuen Verfassung
(Haydt u.a., S.84)

1983
Vertragssystem Dengs für Literatur und Kunst - Widerruf
Deng etabliert für Literatur und Kunst ein "Vertragssystem" ähnlich dem ökonomischen "Vertragssystem", das aber schon nach einigen Monaten wieder widerrufen wird, weil es gemäss der KPCh-Führung zu viel Meinungsäusserung zulässt (Fairbank, S.358).

Moskau: Zweite Runde der sino-sowjetischen Gespräche zur Normalisierung der Beziehungen
ohne wesentliche Ergebnisse (Haydt u.a., S.83).

18.6.1983
1. Tagung des VI. NVK: Li Hsien-Nien erhält das wieder hergestellte Amt des Staatsvorsitzenden
(Haydt u.a., S.84)

Dezember 1983
Peking: Erweiterung des Mao-Mausoleums - Liu Shaoqi erhält einen eigenen Gedenkraum
Als Beweis für die Rehabilitation von Liu Shaoqi wird einer der vier Gedenkräume, um die das Mao-Mausoleum im Dezember 1983 erweitert wird, Liu gewidmet.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/lsq.html)

Peking: Plakat für den Weltfrieden
Ein Plakat in China:
                          "Hegemonismus bekämpfen, Weltfrieden
                          erhalten - bei eigener Initiative eine
                          unabhängige Aussenpolitik behalten,
                          1983"
Ein Plakat in China: "Hegemonismus bekämpfen, Weltfrieden erhalten -
bei eigener Initiative eine unabhängige Aussenpolitik behalten, 1983"

ab 1983
Taiwan: Vorbereitung einer neuen Oppositionspartei
Die "Studiengesellschaft für öffentliche Politik" / "gongzhenghui" baut neue Zweigstellen mit dem Ziel der Gründung einer Oppositionspartei auf.
(http://www.taiwan-info.de/html/deutsch/TWPAPERg.htm)


1984: Hongkong-Ratifizierungen - Auflösung der "Volkskommunen" - 1985: Zulassen von KMT-Nationalhelden - Gesundheitsreform in Peking-China - Harry Wu: "Laogai"

  
Plakat 1984 der freiwilligen
                        Kampagne "Studenten auf die Berge und hinab
                        in die Dörfer": Rose schlägt Wurzeln

  
Plakat 1984 der freiwilligen Kampagne "Studenten auf die Berge und hinab in die Dörfer": Rose schlägt Wurzeln.

1984
GB-Peking-China:
Die Hongkong-Erklärung zur Übergabe von Hongkong im Jahr 1997 an Peking-China wird ratifiziert

(http://www.msnbc.com/modules/china_taiwan/1980.asp)

Peking: Dritte Runde der sino-sowjetischen Gespräche zur Normalisierung der Beziehungen
ohne wesentliche Ergebnisse (Haydt u.a., S.83).

Peking-China: Offizielle Auflösung der "Volkskommunen"
(http://www.mindground.net/glp.html; Zhang, Zhihong.  “Rural Industrialization in China: From Backyard Furnaces to Township and Village Enterprises.”  East Asia: An International Quarterly  17.3  (1999):  S.61-88, S.66)

Bevölkerungsexplosion - 1-Kind-Familie - Patriarchat gelockert
Auf ein Ehepaar fallen noch ca. 2,3 Kinder, und die KPCh-Führung propagiert die 1-Kind-Familie, wobei nun direkt in die Familientradition der Sohn-Nachfolge eingegriffen wird: -Die Rolle des Sohnes, der die alten Eltern später versorgen und die Ahnen verehren soll, kann nun auch von der Tochter übernommen werden. So wird das Patriarchat in China in Frage gestellt (Fairbank, S.356).

10.-16.1. 1984
Besuch des chinesischen Ministerpräsidenten Chao Tzu-Yang in den "USA"
(Haydt u.a., S.84)

26.4.-1.5. 1984
"US"-Präsident Reagan besucht China
-- keine Annäherung in der Taiwan-Frage
-- Verstärkung der wirtschaftlichen Kooperation (Haydt u.a., S.84).

Am 30.4.1984 wird ein "amerikanisch"-chinesisches Abkommen über Zusammenarbeit bei der friedlichen Nutzung von Kernenergie abgeschlossen (Haydt u.a., S.84).

7.-13.10. 1984
Bundeskanzler Kohl auf Staatsbesuch in China
(Haydt u.a., S.84)

20.10.1984
China: Das neue Wirtschaftsprogramm verabschiedet sich vom Muster der zentralen Planwirtschaft
(Haydt u.a., S.84)

1985
Peking-China:
Zulassen von "Nationalhelden" der Kuomintang-Generäle

85 nationalistische Kuomintang-Generäle werden zu Nationalhelden erklärt, die im Widerstand im Krieg gegen Japan 1937-1945 ihr Leben geopfert haben.
(http://www.uglychinese.org/war.htm)

Peking schafft den Begriff "Barfuss-Doktor" ab - "Landarzt" und "Gesundheitsarbeiter"
1985 wird der Begriff "Barfuss-Doktor" abgeschafft. Stattdessen werden die Begriffe "Landarzt" für solche mit Qualifikation in der Praxis und "Gesundheitsarbeiter" für jene ohne Qualifikation eingeführt.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/bfd.html)

Harry Wu, Portrait, Ex-Lagerhäftling im
                        chinesischen Gulag, Lager Laogai
Peking-China lässt den Ex-Gefangenen Harry Wu ausreisen
Der in China geborene "Amerikaner" Harry Wu kann ausreisen und beschreibt in seinem Buch "Laogai: Der chinesische Gulag" (englisch: "The Chinese Gulag") [von 1992] die chinesischen Sklaven-Arbeitslager. Er schätzt darin, dass die chinesische Regierung immer noch 16-20 Millionen Menschen mehr oder weniger als Zwangsarbeiter hält. Wu korrigiert später seine Schätzungen gemäss neuesten Forschungen nach unten. Wu schätzt, dass davon 10 % "politische Gegner" sind. Wie viel von den restlichen 90 % "Kriminelle" im Sinn des Westens sind, ist unklar.
(http://www.gmu.edu/departments/economics/bcaplan/museum/comfaq.htm#part7; http://de.wikipedia.org/wiki/Harry_Wu; Webseite von Harry Wu:  http://laogai.org/news/index.php)

1985 ca.
Peking-China: Erste Statistiken des Massentods des "Grossen Sprungs nach vorn"
Nach der Öffnung Chinas gegenüber dem Ausland entdecken "amerikanische" Bevölkerungsexperten erst jetzt die ganzen Dimensionen der Ereignisse beim "Grossen Sprung nach vorn". Durch das Studium von Bevölkerungsstatistiken entdecken die Demographen, dass beim "Sprung nach vorn" mindestens 30 Millionen Menschen ums Leben gekommen sind. Dies ist mehr, als auch die militantesten Kritiker der Kommunistischen Partei sich je vorgestellt haben.
(http://www.gmu.edu/departments/economics/bcaplan/museum/chinhung.htm)
Harry Wu, Portrait, Ex-Lagerhäftling im chinesischen Gulag, Lager Laogai
Harry Wu: Buch "Laogai: Der
                        chinesische Gulag", Buchdeckel
Harry Wu: Buch "Laogai: Der chinesische Gulag",  1992, Buchdeckel









Taiwan: Chiang Ching-Kuo eröffnet Gespräche mit der Opposition
[Damit wird die Opposition erstmals auch politisch anerkannt].
(http://news.bbc.co.uk/hi/english/static/in_depth/asia_pacific/2000/taiwan_elections2000/1972_1986.stm)

27.3.-10.4. 1985
3. Tagung des VI. NVK mit Kritik an der Wirtschaftsentwicklung
Die Kritik an den "ungesunden Praktiken in der gegenwärtigen Wirtschaftsentwicklung" bemängelt z.B. eine überhöhte Geldmenge und willkürliche Preissteigerungen (Haydt u.a., S.84).

27.5.1985
Das Hongkong-Abkommen zwischen China und GB tritt in Kraft
(Haydt u.a., S.84)

Juni 1985
Antimilitaristische Massnahmen von Deng Xiaoping
-- Deng lässt die Anzahl Militärbezirke von 11 auf 7 reduzieren
-- die Hälfte der höheren Offiziere aller Militärbezirke wird pensioniert
-- das Militär wird innerhalb des ZK degradiert (Fairbank, S.344).

September 1985
Zusammenschluss von 131 Veteranen hohen Ranges in eine Beratungskörperschaft
Deng Xiaoping übernimmt die Leitung. Damit sind diese Veteranen kaltgestellt und alle Bremsblöcke für Wirtschaftsreformen sind beseitigt (Fairbank, S.343).

16.-24.9. 1985
4. Plenarsitzung des ZK der KPCh: Neuer 5-Jahres-Plan
Jetzt wird der Planwirtschaft wieder der Vorrang gegeben... (Haydt u.a., S.84).

Dezember 1985
Deng Xiaoping wird von der Zeitschrift "Time" zum "Mann des Jahres" gewählt
Deng Xiaoping wird Mann des Jahres von Time,
              Dezember 1985
Deng Xiaoping wird Mann des Jahres von Time, Dezember 1985.

[Aber auch Deng unterschreibt die Menschenrechte nicht...]


1986: Liberalisierungen in Taiwan - Rückgabe von Daoismus-Klöstern in China - Sit-Ins und Gründung der DFP in Taiwan

1986
Taiwan: Die erstarkende Opposition erzwingt einen Liberalisierungsprozess
Jiang Jingquo muss nachgeben.
(http://www.taiwan-info.de/html/deutsch/TWPAPERg.htm)

Daoismus: Peking-China gibt 21 Klöster zurück
1986, zehn Jahre nach Maos Tod, gibt das inzwischen gemässigtere Regime 21 Kernklöster an die Daoistische Vereinigung zurück. Damit ist die Grundlage für den offiziellen Wiederaufbau des Daoismus gelegt.
(http://www.swr.de/lma/archiv/2005/05/29/beitrag9.html)

19.5.1986
Taiwan: Sit-In gegen den Ausnahmezustand

Taiwan: Sit-In 19.5.1986 im Lung-shan-Tempel
                "Longshansi" zur Aufhebung des
                Ausnahmezustands
vergrössernSit-In 19.5.1986 im Lung-shan-Tempel "Longshansi" zur Aufhebung des Ausnahmezustands

Cheng Nan-Jung organisiert eine "Grüne Aktion des 19. Mai". Im Verlauf der Aktion konfrontieren mehrere 100 Leute die Polizei am Tempel von Lungshan 12 Stunden lang mit der Forderung, den Ausnahmezustand aufzuheben und mit dem Protest gegen das Inkrafttreten des Nationalen Sicherheitsgesetzes.
(http://www.twcenter.org.tw/e02/20011224.htm)

28.9.1986
Taiwan: Gründung der oppositionellen "Demokratischen Fortschrittspartei (DFP)
von der Kuomintang geduldet.
(http://www.taiwan-info.de/html/deutsch/TWPAPERg.htm)
Taiwan: Gründungsparteitag der DFP 28.9.1986
vergrössernGründungsparteitag der DFP 28.9.1986

Dezember 1986
Militarist Deng ist stolz auf die "junge Generation" neuer Militärführer

Deng und Yang Shangkun sichten neue militärische
                Führungskräfte, Dezember 1986
vergrössernDeng Xiaoping (rechts) und Yang Shangkun (links) sichten neue militärische Führungskräfte, Dezember 1986

Während des Grosstreffens der Zentralen Militärkommission im Dezember 1986 trifft Deng Kommandeure und politische Kommissare der grösseren Militärgebiete, die ihm einer nach dem anderen durch Yang Shangkun vorgestellt werden. "Ich bin erfreut", sagt er, "dass die Führungspositionen unserer Armee jetzt durch eine jüngere Generation besetzt sind."
(http://www.cbw.com/asm/xpdeng/soldier.html)


1987: Demokratiebewegung in China - Premier Li Peng in Peking - Taiwan: 40-Jahre-Jubiläum des 2.28 in Taiwan - Aufheben des Ausnahmezustandes 15.7.1987 - Reisen zwischen Taiwan und China November 1987

1987 / ab Gorbatschows Perestroika und ab dem Zerfall des Sowjet-Kommunismus und ab den CIA-Manipulationen zur Unabhängigkeit der russischen Randstaaten

Peking-China: Studentendemonstrationen für politische Reformen - Li Peng neuer Premier, Zhao Ziyang wird Parteigeneralsekretär
(http://www.msnbc.com/modules/china_taiwan/1980.asp)

Als der Kommunismus in Osteuropa in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre immer mehr zusammenbricht, werden die Bewegungen für mehr Freiheiten in Peking-China immer stärker.
(http://www.ford.utexas.edu/museum/exhibits/China_exhibit/Into%20the%20Next%20Millennium.htm)

28.2.1987
Taiwan: 40. Jahrestag des Aufstands vom 28.2.1947 ("2.28") mit Gedenkdemonstration
Es beginnt die öffentliche Diskussion.
(http://www.taiwan-info.de/html/deutsch/TWPAPERg.htm)

Taiwan: Demonstration am 28.2.1987 zur Aufarbeitung
                des Massakers von 1947
vergrössernDemonstration am 28.2.1987 zur Aufarbeitung des Massakers von 1947

15.7.1987
Taiwan: Aufhebung des 40-jährigen Ausnahmezustands
(http://www.taiwan-info.de/html/deutsch/TWPAPERg.htm)

November 1987
Taiwan erlaubt seit 40 Jahren erste Verwandtenbesuche nach Peking-China
(http://www.taiwan-info.de/html/deutsch/TWPAPERg.htm)


1988: Taiwan: Zeitungs-Demokratisierung - Lee Teng-Hui - flexible Aussenpolitik

1.1.1988
Taiwan: Aufhebung des "Zeitungsverbots"
Zeitungen dürfen in grösserem Umfang erscheinen, und es sind neue Zeitungsgründungen erlaubt.
(http://www.taiwan-info.de/html/deutsch/TWPAPERg.htm)

13.1.1988
Taiwan: Tod von Präsident Chiang Ching-Kuo - Nachfolger wird Vizepräsident Lee Teng-Hui / Li Denghui
ein einheimischer Taiwanese.
(http://www.taiwan-info.de/html/deutsch/TWPAPERg.htm)

November 1988
Taiwan: Beginn der "flexiblen Aussenpolitik" ("tanxing waijiao")
De facto wird der Anspruch aufgegeben, dass Taiwan ganz China vertritt.
(http://www.taiwan-info.de/html/deutsch/TWPAPERg.htm)


1989: Peking-China mit Demokratiebewegung - Parteienvielfalt in Taiwan - Peking verweigert die Perestroika

1989
Die Demokratie-Bewegung erfasst China - Taiwan plant erste Wahlen mit mehreren Parteien
(http://news.bbc.co.uk/hi/english/static/in_depth/asia_pacific/2000/taiwan_elections2000/1986_1999.stm)

20.1.1989
Taiwan lässt offiziell neue Parteien zu
(http://www.taiwan-info.de/html/deutsch/TWPAPERg.htm)

Mai 1989
Peking-China verweigert die Perestroika
Im Rahmen der Auflösung des Kommunismus in Russland demonstrieren die Chinesen auf dem Tiananmen-Platz für Demokratie.
(http://www.chinatour.com/countryinfo/history.htm#prc)

Über 1 Million Demonstranten verlangen auf dem Tiananmen-Platz tagelang Demokratie in China - Massaker
(http://www.ford.utexas.edu/museum/exhibits/China_exhibit/Into%20the%20Next%20Millennium.htm)

Die Demokratiebewegung des "Pekinger Frühlings" ist friedlich, freundlich, wirbt aber mit Slogans, die der Kulturrevolution ähneln.
(http://www.gpkr.de/)

Die Regierung hält die Situation aber nicht mehr aus. Li Peng:
"Wenn wir diese Dinge einfach laufen lassen und diesen unhaltbaren Zustand nicht bald eine Ende bereiten , könnte eine Situation entstehen, die niemand gewollt hat!"
(http://www.gpkr.de/)

Zhao Ziyang 1989 am Tiananmenplatz, appelliert an
              ein Einde der Demonstrationen
Zhao Ziyang 1989 am Tiananmenplatz, appelliert an ein Ende der Demonstrationen, wobei sich Zhao mit den demokratiefreundlichen Studenten verständigt. Für diese Kooperation wird er später entlassen...
(http://news.bbc.co.uk/1/hi/in_pictures/4217955.stm)


4.6.1989: Peking-China: Massaker am Tiananmen-Platz - ökonomische Interessen gegen Menschenrechte - Mahnmal in Taiwan - Deng Xiaopings Rücktritt nach dem Massaker - keine Menschenrechte in China - Mao-Pop

Deng Xiaoping
verkündet das Kriegsrecht und erlaubt dem Militär, den Aufstand niederzuwalzen.
(http://www.ford.utexas.edu/museum/exhibits/China_exhibit/Into%20the%20Next%20Millennium.htm)

Die Führer de Kommunistischen Partei sehen die Massendemonstration als Angriff auf ihre Macht und reagieren mit Zerstörung. Offiziell werden 200 Demonstranten getötet. Die wirkliche Zahl ist nicht bekannt, und es ist zu bezweifeln, ob je eine genaue Untersuchung erfolgen wird. (http://www.chinatour.com/countryinfo/history.htm#prc)

Die brutale Niederschlagung der friedlichen Demokratiebewegung desillusioniert die letzten Chinesen, dass sich ohne Gewalt etwas an der Parteidiktatur der KPCh ändern wird.
(http://www.gpkr.de/)

Die chinesische Führung vergibt die Chance, als der Geburtshelfer der Demokratie in China zu gelten und gilt nun als gewalttätige Kommunisten-Rige.
(http://www.gpkr.de/)

"Amerika" debattiert die Menschenrechtsberichte über China mit einer neuen Intensität. Die "amerikanischen" Diskussionen um Menschenrechte in China werden mit dem Druckmittel der Meistbegünstigung (englisch: Most Favored Nation, MFN) geführt.

Chinas Führung dagegen kann immer mit einem wachsenden Markt argumentieren, der so schnell wie sonst keiner in der Welt wachse. Der Pazifische Raum ist für die "USA" inzwischen der wichtigste Handelspartner, Europa erst an zweiter Stelle.
(http://www.ford.utexas.edu/museum/exhibits/China_exhibit/Into%20the%20Next%20Millennium.htm)

Parteigeneralsekretär Zhao Ziyang wird aus dem Amt entlassen.
(http://www.msnbc.com/modules/china_taiwan/1980.asp)

19.8.1989
Taiwan: Mahnmal zum Massaker von 1947 bei Chia-i / Jiayi
Es ist das erste aus Spenden finanzierte Mahnmal.
Taiwan: Mahnmal zum Massaker von 1947 bei Chia-i
                  / Jiayi   Taiwan: Mahnmal an den 2.28 in Chiayi City, 1989
vergrössernTaiwan: Mahnmal 1989 im Gedenkan an das Massaker
vom 28.2.1947 bei Chia-i / Jiayi / Chiayi City

November 1989
Peking-China: Rücktritt von Deng Xiaoping - Nachfolger Jiang Zemin wird Vorsitzender der Zentralen Militärkommission
(http://www.msnbc.com/modules/china_taiwan/1980.asp)

ab 1989
Peking-China kann alle Menschenrechtsanträge der UNO abschmettern
Seit 1989 werden bei der UNO Menschenrechtskommission Resolutionsanträge gegen die Menschenrechtsverletzungen in Peking-China eingebracht. Mit relativer Mehrheit gelingt es Peking-China immer mit einem Antrag auf Nichteintreten, sich der Diskussion über die Resolutionsanträge zu entziehen.
(http://tibet.logic.at/TibetohneMythos/content/page03.html)

Mao-Pop als Reaktion auf das Tiananmen-Massaker
Als politische Kritik auf das Massaker am Tiananmen-Platz drücken die avantgardistischen Künstler ihre Sozialkritik darin aus, Poster der Kulturrevolution als Sujet zu nehmen und auf ihre Weise umzugestalten. Es entsteht der Politische Pop, oder Mao Pop. Die Mao-Vergangenheit erlebt ein Revival mit Discobeat.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/maopop.html)

[Die unerfüllte Sehnsucht nach Harmonie wird in Träumereien ausgelebt, weil die Betonköpfe in der chinesischen Führung nicht fähig sind, die völlige Demokratisierung zuzulassen...]

ab Ende 1980er Jahre
Wachsender Handelsaustausch zwischen Taiwan und Peking-China
Die Taiwan-Strasse bleibt aber ein gefährlicher Brennpunkt.
(http://en.wikipedia.org/wiki/Chinese_Civil_War)


1990-2000: Japan verweigert die Geschichtsaufarbeitung - Taiwans Demokratisierung - 1993: Deng Xiaopings spezielle Wirtschaftszone Shenzhen - Wirtschaftsboom - Buch von Zhengyuan Fu: "Autokratische Tradition und chinesische Politik" - Taiwan und UNO

1990
Japan: Nagasaki: Neo-Militaristen ermorden den Bürgermeister
weil dieser beim japanischen Kaiser den Antrag gestellt hatte, dass man eine Entschuldigung für Japans Kriegsverbrechen gegenüber China herausgebe.
(http://www.uglychinese.org/war.htm)

Taiwan: Die nationalen Repräsentanten der Festlandprovinzen werden in den Ruhestand versetzt
Damit gibt Taipei die Forderung auf, eine Regierung ganz Chinas zu sein. Das wachsende politische Selbstbewusstsein verstärkt den Handel zwischen Taiwan und China, das aber nun immer wieder dadurch erschüttert wird, wenn Peking-China sich über eine mögliche Eigenstaatlichkeit Taiwans Gedanken machen muss. Die Beziehungen zwischen Taiwan und China gleichen einer "Achterbahnfahrt".
(http://news.bbc.co.uk/hi/english/static/in_depth/asia_pacific/2000/taiwan_elections2000/1986_1999.stm)

Daoismus: Peking-China lässt die geistliche Ausbildung wieder zu
Ab 1990 lässt Peking-China die Ausbildung junger Mönche wieder zu. Der Daoismus erholt sich in kürzester Zeit. Viele der Tempel, Klöster und Schreine werden durch Spenden von Pilgern oder wohlhabenden Chinesen in Übersee restauriert oder rekonstruiert.
(http://www.swr.de/lma/archiv/2005/05/29/beitrag9.html)

1991
Peking-China: Buch von Feng Jicai mit hundert Täter-Bekenntnissen der "Kulturrevolution"
(http://www.gpkr.de/)

Mai 1991
Jiang Qing begeht angeblich Selbstmord
Jiang Qing, die Mao-Witwe und Chefin der "Viererbande", wird zur medizinischen Behandlung ihres Halskrebs entlassen. 10 Tage danach begeht sie angeblich Selbstmord.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/jq.html)

22.4.1991
Taiwan: Aufhebung des Notverordnungsrechts
das als "Interimsbestimmung für die Zeit der Niederwerfung der [KP-]Rebellion" eingeführt worden war.
(http://www.taiwan-info.de/html/deutsch/TWPAPERg.htm)

21.12.1991
Taiwan: Erste Neuwahl der Nationalversammlung seit 1948: KMT 71,2 %, DFP 24 %
(http://www.taiwan-info.de/html/deutsch/TWPAPERg.htm)

1992
Peking-China verurteilt Taiwans Plan, "US" F-16 und französische Mirage-2000 Kampfflugzeuge zu kaufen
(http://www.msnbc.com/modules/china_taiwan/1992.asp)

28.2.1992
Taiwan: Zahlungen und Denkmal zum Massaker vom 28.2.1947
Taiwan beschliesst grundsätzlich Entschädigungsleistungen an Opfer und Hinterbliebene des Massakers vom 28. Februar 1947 und die Errichtung eines Mahnmals in Taipei.
(http://www.taiwan-info.de/html/deutsch/TWPAPERg.htm)

15.5.1992
Taiwan: Änderung des Strafgesetzes und Freilassung fast aller Dissidenten
Friedliches Eintreten für die Unabhängigkeit Taiwans steht nicht mehr unter Strafe.
(http://www.taiwan-info.de/html/deutsch/TWPAPERg.htm)

Sommer 1992
Erste Besuche von Wissenschaftlern und Journalisten aus China
(http://www.taiwan-info.de/html/deutsch/TWPAPERg.htm)

10.10.1992
Taiwan: Erster Nationalfeiertag ohne Militärparade
(http://www.taiwan-info.de/html/deutsch/TWPAPERg.htm)

19.12.1992
Taiwan: Erste Neuwahl des Parlaments seit 1948: KMT 53 %, DFP 31 %
(http://www.taiwan-info.de/html/deutsch/TWPAPERg.htm)

1993
Peking-China: Deng Xiaoping eröffnet die Spezielle Wirtschaftszone Shenzhen
Nach dieser neuen Definition einer "speziellen Wirtschaftszone" explodiert die chinesische Wirtschaft.
(http://www.chinatour.com/countryinfo/history.htm#prc)

Buch von Zhengyuan Fu: "Autokratische Tradition und chinesische Politik"
Das Buch (englisch: "Autocratic Tradition and Chinese Politics"; Cambridge University Press, 1993) ordnet das kommunistische China in eine 3000-jährige historische Perspektive ein mit dem Argument, dass der chinesische Kommunismus sich aus einer schon immer da gewesenen despotischen chinesischen Tradition mit dem Marxismus-Leninismus verbunden habe. Ein ausgezeichnetes Buch über die Geschichte des modernen China.
(http://www.gmu.edu/departments/economics/bcaplan/museum/chinhung.htm)

Zhengyuan Fu: Autokratische Tradition (Autocratic
              Tradition) 1993, Buchdeckel
Zhengyuan Fu: Autokratische Tradition (Autocratic Tradition) 1993, Buchdeckel

Fu wendet sich gegen die autoritären Traditionen und gegen die autokratische chinesische Tradition, der nur wieder neue Diktaturen hervorbringe.
(http://www.gmu.edu/departments/economics/bcaplan/museum/chinhung.htm)

Peking-China: Film von Wu Wenguang: "1966: My Experience as a Red Guard"
mit Täterinterviews, ein Beitrag zur Vergangenheitsbewältigung der "Kulturrevolution". Insgesamt gilt dabei auch die Frage, ob sich ein gewaltvoller Volksaufstand wiederholen könnte.
(http://www.gpkr.de/)

27. bis 29.4.1993
Taiwan und Peking-China halten erste halbamtliche Verhandlungen in Singapur ab
zur Regelung praktischer Probleme wie illegale Einwanderung, Schmuggel, wirtschaftliche Zusammenarbeit etc.
(http://www.taiwan-info.de/html/deutsch/TWPAPERg.htm)

9.6.1993
Taiwan: Erste Bemühungen zum Wiedereintritt in die UNO
(http://www.taiwan-info.de/html/deutsch/TWPAPERg.htm)

Oktober 1993
Taiwan-Beitritt in die UNO wird von 23 Staaten befürwortet
(http://www.taiwan-info.de/html/deutsch/TWPAPERg.htm)


1994: Clinton gewährt Peking die Meistbegünstigung - Taiwan: Wahlsieg der DPP - 1995: Lee Teng-Hui in den "USA" - wütende Reaktion Pekings

1994
"USA"-Peking-China: Clinton koppelt die Menschenrechte von der Meistbegünstigung ab
Clinton argumentiert dabei, dass ein wachsender Handel die Bedingungen in China verbessern würde. Die Angst vor ausländischen Einflüssen hält in der chinesischen Führung in Peking aber immer noch an.
(http://www.ford.utexas.edu/museum/exhibits/China_exhibit/Into%20the%20Next%20Millennium.htm)

Taiwan: Die Democratic Progressive Party DPP gewinnt die Macht über die Hauptstadt Taipei - neue Diskussion um die Unabhängigkeit Taiwans
Die DPP gewinnt in Taipei die Regionalwahlen und setzt sich für die Unabhängigkeit Taiwans ein. Sie  schwört, sich für eine nationale Abstimmung über eine Unabhängigkeit von Peking-China einzusetzen. Das Wahlresultat alarmiert sowohl Peking wie auch die Kuomintang von Taiwan-Präsident Lee Teng-Hui, die einem Annäherungskurs an Peking verpflichtet ist.
(http://www.msnbc.com/modules/china_taiwan/1992.asp)

1994
Taiwan: Mahnmal an den 2.28 bei der Bahnstation von Ba-du
Taiwan: Mahnmal an den 2.28 bei der Bahnstation von
                Ba-du, 1994
vergrössernTaiwan: Mahnmal an den 2.28 bei der Bahnstation von Ba-du, 1994

1994-1997
Peking-China: Deng Xiaoping tritt nicht mehr öffentlich auf
(http://www.chinatour.com/countryinfo/history.htm#prc)

1995
Taiwan: Mahnmal 2.28 in Taipei
Taiwan: Mahnmal 2.28 in Taipei, 1995
vergrössernTaiwan: Mahnmal 2.28 in Taipei, 1995, eingeweiht am 28.2.1995
(http://228.culture.gov.tw/web/web-eng/228/228-c1.htm; http://www.2003hr.net/English/cul_xc0406.php)

Sommer 1995
Taiwan-"USA": Besuch des Taiwan-Präsidentschaftskandidaten Lee Teng-Hui in den "USA" bei Cornell
Die Peking-Regierung reagiert wütend auf diesen Besuch und beginnt eine Kampagne gegen Lee. Peking beschuldigt Lee, "abartige" Gedanken nach Taiwan zu bringen.
(http://www.taipeitimes.com/News/local/archives/1999/12/31/17830)

1996
Taiwan: Mahnmal an den 2.28 in Keelung
Taiwan: Mahnmal an den 2.28 in Keelung, 1996
vergrössernTaiwan: Mahnmal an den 2.28 in Keelung, 1996


1996: Taiwan: Friedensmuseum / Peace Memorial Museum - Pekings Raketentests - Buch von Jasper Becker: "Hungrige Geister" / "Hungry Ghosts" -  Lee Teng-Hui Wahlsieger in Taiwan - Dezember 1996: Deng Xiaoping verliert das Bewusstsein - Jiang Zemin - KZ-System in China

Februar 1996
Taipei: Friedensmuseum ("Peace Memorial Museum")
In Taipei wird als Gedenkstätte an die Vorkommnisse um den "2.28" 1947 ein Gedenkmuseum eingerichtet.
(http://www.semesteratsea.com/voyages/summer2006/A06-SampleTaipeiTaiwan.pdf)

Frühling 1996
Peking-China lässt sich zu Raketentests gegen Taiwan hinreissen
Die Raketentests sind gegen den Präsidentschaftskandidaten Lee Teng-Hui gerichtet. Die Raketen kommen in der Nähe von Taiwan herunter, gerade einmal 90 km vor der Küste.
(http://www.taipeitimes.com/News/local/archives/1999/12/31/17830)

Die Spannungen zwischen Peking-China und Taiwan wachsen dadurch wieder an. Zu bewaffneten Zwischenfällen kommt es aber nicht.
(http://en.wikipedia.org/wiki/Chinese_Civil_War)

Aber die Raketen sind eine Hilfe für Lee im Wahlkampf auf Taiwan: Die "USA" geraten in Panik, so dass sie als Warnung für Peking zwei Gruppen Flugzeugträger in die Gegend von Taiwan schicken.
(http://www.taipeitimes.com/News/local/archives/1999/12/31/17830)

[Der Kommunismus ist immer und weiterhin von den Bankiers der "USA" finanziert...]

1996
Buch von Jasper Becker: "Hungrige Geister: Maos geheime Hungersnot"
(englisch: "Hungry Ghosts: Mao's Secret Famine"; Free Press, 1996) beschreibt den "Grossen Schritt nach vorn", Maos einzigartiges grösstes Verbrechen, ein ausgezeichnetes Buch über das moderne China.
(http://www.gmu.edu/departments/economics/bcaplan/museum/chinhung.htm)

Jasper Becker: Hungrige Geister (Hungry Ghosts)
              1996, Buchdeckel
Jasper Becker: Hungrige Geister (Hungry Ghosts) 1996, Buchdeckel

Becker zeigt auf, dass die gesamte Hungersnot beim "Grossen Sprung nach vorn" von Menschenhand gemacht war, ohne Bürgerkrieg und ohne Invasion von aussen: Es war ein Krieg der Regierung gegen die eigene chinesische Bevölkerung.
(http://www.gmu.edu/departments/economics/bcaplan/museum/chinhung.htm)

23.3.1996
Taiwan: Erste voll demokratische Wahlen: Sieger Lee Teng-Hui
Erstmals kann man sagen, dass Taiwan unter wirklich demokratischen Zuständen gewählt hat. Der Wahlsieg von Lee ist gemäss Analysten auch das Verdienst der Manöver um die Peking-Raketen und die "US"-Flugzeugträger im selben Jahr...
(http://www.taipeitimes.com/News/local/archives/1999/12/31/17830)

Lee Teng Hui, Präsident Taiwans 1996
Lee Teng Hui, Präsident Taiwans 1996

[und Peking-Chinas Kommunistenköpfe müssen dies akzeptieren...]

Dezember 1996
Peking-China: Deng Xiaoping verliert das Bewusstsein
Jiang Zemin übernimmt die komplette Kontrolle über die Politik Peking-Chinas.
(http://www.msnbc.com/modules/china_taiwan/1992.asp; http://www.brandstetter.de/neu_und_alt/chronik/1997/02/februar.htm)

ab 1996
Peking-China: Die Gefangenenlager existieren weiter...
Laogai: Gefangene Dissidenten, Katholiken,
                Falung-Gong-Anhänger
vergrössernLaogai: Gefangene Dissidenten, Katholiken, Falung-Gong-Anhänger


1997: Hongkong-Übergabe - Tod von Deng Xiaoping - 1998: Clinton Peking-freundlich

1997
Hongkong wird Peking-China übergeben
Dabei weiss Peking-China genau, dass die Behandlung Hongkongs als Modell dafür steht, wie später Taiwan in Peking-China integriert werden könnte.
(http://www.msnbc.com/modules/china_taiwan/1992.asp)

19.2.1997
Tod von Deng Xiaoping - Schockwelle in Peking-China
Die politische Führung in Peking muss sich überlegen, ob sie solche Schockwellen der Bevölkerung und der Wirtschaft weiter zumuten will. Es stellt sich die Frage, wie mit alten Führungskadern umzugehen ist.
(http://www.chinatour.com/countryinfo/history.htm#prc)

1998
China-Besuch: "US"-Präsident Clinton ist zu Peking-freundlich
An einem offiziellen Besuch in China erklärt "US"-Präsident Bill Clinton die "drei Nein" in der offiziellen "US"-Politik:
-- Bekräftigung, dass die "USA" die Unabhängigkeit von Taiwan nicht unterstützt
-- Bekräftigung, dass die "USA" zwei Chinas nicht unterstützt
-- Bekräftigung, dass die "USA" nicht glaubt, dass Taiwan Mitglied von Organisationen sein sollte, für die eine Eigenstaatlichkeit gefordert ist.

Clinton wird wegen dieser Erklärung und anderen Elementen seiner Politik vom rechten Flügel in den "USA" angegriffen, er sei zu Peking-freundlich.
(http://www.msnbc.com/modules/china_taiwan/1992.asp)


Ab 1999: Der ewige Disput Peking-Taiwan

1999
Taiwans Präsident verlangt zu Peking-China eine Beziehung von Staat zu Staat
Taiwans Präsident Lee Teng-Hui äussert öffentlich, dass Taiwans Beziehung zu China als eine Beziehung von Staat zu Staat betrachtet werden sollte. Die chinesische Führung ist empört...
(http://www.msnbc.com/modules/china_taiwan/1992.asp)

1999 ca.
"USA": Lob für das Gesetz  zu den Beziehungen zu Taiwan ("Taiwan Relations Act")

Stephen Yates, ein älterer Politikwissenschaftler, meint später gegenüber der Heritage Foundation mit Sitz in Washington über das Gesetz:

"Das Gesetz zu den Beziehungen zu Taiwan (englisch: "Taiwan Relations Act", TRA) hat eine überraschende wegweisende Wirkung auf die "US"-Politik gehabt. Der TRA hat es den "USA" die letzten 20 Jahre ermöglicht, für Frieden zu sorgen, Frieden zu fördern und die Flexibilität und das Gleichgewicht in den Beziehungen und Interessen zwischen den Regierungen beider Seiten der Taiwan-Strassen zu bewahren."
(http://www.taipeitimes.com/News/local/archives/1999/12/31/17830)

Ende 1990er Jahre
Peking-China lässt das Kulturrevolutions-Opfer Liu Shaoqi als Einzelperson auf Plakaten erscheinen
(http://www.iisg.nl/~landsberger/lsq.html)

Peking-Chinas wachsende diplomatische Beziehungen - die "Fünf Prinzipien" erweisen sich als stabil
Nur diejenigen Staaten, die immer noch Taiwan als Vertretung Chinas anerkennen, haben kein Beziehungen zu Peking. Die "Fünf Prinzipien" bleiben dabei immer die Grundlage für Chinas Aussenpolitik. Viele Experten der chinesischen Aussenpolitik sind davon überzeugt, dass die Prinzipien internationale Anerkennung und Anwendung finden werden, wenn China die sich verändernde gegenwärtige einpolige Welt in eine multipolare Welt umgewandelt haben wird.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/ff.html)

März 2000
Taiwan-Wahlen: Die Kuomintang verliert ihre Macht - die Demokratische Fortschrittspartei DFP kommt an die Macht
(http://www.taiwan-info.de/html/deutsch/Links.htm)

Der Kandidat der Demokratischen Progressiven Partei, Chen Shui-Bian, bekannt für sein öffentliches Eintreten für eine Unabhängigkeit, wird in einem dreigängigen Wahlmaraton als Präsident gewählt. Er besiegt den KMT-Führer Lian Chan und den unabhängigen, an Peking orientierten, Kandidaten James Soong.
(http://www.msnbc.com/modules/china_taiwan/2000.asp)

Chen Shui-Bian, Präsident von Taiwan 2000
Chen Shui-Bian, Präsident von Taiwan 2000

Erstmals kommt es in Taiwan-China zu einem Machtwechsel an der Regierung, ein wesentliche Fortschritt für die demokratische Regierungsform in Taiwan. Damit sind die Mängel am System und seine Widersprüche nicht beseitigt. Das System der Gewaltenteilung zeigt weiterhin Widersprüche auf, so dass es für die Regierung schwierig ist, effektiv zu arbeiten. Verfassungsreformen sind weiterhin notwendig.
(http://www.twcenter.org.tw/e02/20011224.htm)

Flagge der Demokratischen Fortschrittspartei DDP
              von Taiwan, gegründet 1983
Flagge der Demokratischen Fortschrittspartei DDP von Taiwan, gegründet 1983.

Von der Kuomintang spalten sich reihenweise neue Parteien ab, so dass auf Taiwan eine grosse Parteienvielfalt entsteht.
(http://www.taiwan-info.de/html/deutsch/Links.htm)

Die Spannungen zwischen Taiwan und Peking-China wachsen mit Unabhängigkeits-freundlichen Präsidenten Chen Shui-Bian wieder an.
(http://news.bbc.co.uk/hi/english/static/in_depth/asia_pacific/2000/taiwan_elections2000/1999_2002.stm)

ab 2000 ca.
Bau einer Eisenbahnlinie nach Tibet, Fertigstellung 2007
Skeptiker befürchten, dass mit der Eisenbahnlinie Tibet von einer chinesischen Siedlerinvasion betroffen wird.
(http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Tibet)

2001
Taiwan: Lee Teng-Hui erfindet den Begriff "Neu-Taiwanese"
In den Bemühungen, die Erinnerung an "2.28" zu verwischen, und im Bestreben, die reibungslosen Verhältnisse zwischen eingeborenen Taiwanesen und aus China eingewanderten Taiwanesen darzustellen, wie sie durch den Ex-Präsidenten Lee Teng-Hui vorgelebt werden, appelliert dieser an eine Identität nicht als "Leute vom Festland" oder "eingeborener Taiwanesen", sondern an eine Identität als "Neu-Taiwanese". Die Zeit und die Heiraten unter den ethnischen Bevölkerungsgruppen verwischen die Unterscheidung zwischen Festländern und Taiwanesen, aber "2.28" bleibt als Symbol des taiwanesischen Kampfes um Identität.
(http://www.taipeitimes.com/News/archives/2001/02/25/0000075184)

"USA": Bushli fährt in Sachen Taiwan weiterhin zweigleisig
Ab der "US"-Präsidentschaft von George W. Bush wird Peking-China stark berücksichtigt. Gleichzeitig hofft der Präsident, dass das Weisse Haus Taiwan bei seinen Anliegen für Verteidigung mehr unterstützen wird.
(http://www.msnbc.com/modules/china_taiwan/2000.asp)

Peking-Chinas Dinner-Party schlittert in die Umweltzerstörung mit Korruption und Arbeitslosigkeit

Ein Bericht von Cheng Li von 2001:
(http://www.cnn.com/SPECIALS/1999/china.50/red.giant/communism/)

"Die funkelnden Wolkenkratzer von Shanghai und Shenzhen verdecken die unfruchtbare Erde von Guizhou und Gansu. Der Durchbruch der "Klasse der Unternehmer" versteckt die Realität der Ausbeutungsbetriebe, und die Entwicklung der Vororte und der Dorfunternehmen (TVE) kommt auf Kosten der Umweltzerstörung zustande: Erstklassiges Landwirtschaftsland wird zerstört.

Als wären diese Probleme nicht ernst genug, so ist auch eine hohe Arbeitslosigkeit und eine zügellose Korruption entstanden. Die Arbeitslosigkeit ist so hoch wie seit 1949 nicht mehr und ist Objekt von Studien und Medienberichten. Arbeitslose Arbeiter vermissen die "alten Tage" der "eisernen Reisschale", die Zeit, als der Staat noch für Arbeitsstellen und für sozialen Wohlstand der städtischen Arbeiter sorgte. Unter Mao waren sie arm, aber zumindest gleichgestellt und ökonomisch weniger unsicher.

Aber für die Neureichen und die korrupten Beamten ist die Reform sprichwörtlich eine "Dinner-Party". Der Missbrauch öffentlicher Gelder (gongkuan) für private Unterhaltung ist während der Reformen so alltäglich geworden, dass die chinesische Regierung in den letzten Jahren 36 Befehle ausgegeben hat, um örtliche Vertreter und Manager von staatlichen Betrieben abzuhalten, dort mit öffentlichen Geldern Bankette zu veranstalten.

Gemäss einer Studie von 1993 wurden 100 Billionen Yuan (zu der Zeit ca. 18 Milliarden US-$) an öffentlichen Geldern allein im Jahr 1992 für Dinner-Parties ausgegeben."

Chen Li: Professor der Regierung am Hamilton College: Buch: "Rediscovering China: Dynamics and Dilemmas of Reform" (Rowman and Littlefield, 1997).

2001-2002

Taiwans Regierung Chen Shui-Bian wendet sich von der Unabhängigkeit zur Kooperation - Peking verweigert die Kommunikation
-- Chen Shui-Bian verspricht, keine Unabhängigkeit zu erklären, so lange Peking keine Gewalt gegen Taiwan anwende
-- er gelobt, keine Abstimmung über eine Unabhängigkeit oder Wiedervereinigung abzuhalten
-- er bietet Entgegenkommen und Gesten gegenüber Peking-China an wie z.B. die Eröffnung direkter Handelswege.

Pekings Führung aber misstraut Chen Shui-Bian weiterhin und verweigert jegliches Gespräch. Dies führt zu einer härteren Haltung von Chen gegenüber Peking.
(http://news.bbc.co.uk/hi/english/static/in_depth/asia_pacific/2000/taiwan_elections2000/1999_2002.stm)

[Reformen noch nicht beendet
Es kann festgestellt werden, dass die Ablösung von den kaiserlichen Strukturen und die Reformen der  Betriebsführung und die Reformen bei den Menschenrechten eine derartige Verwirrung in China gestiftet und zu einem derartigen Machtmissbrauch in China und Taiwan geführt haben, dass aus den Umwälzungen zwei Staaten hervorgegangen sind, die sich in einer konstruktiven Staatengemeinschaft vielleicht vertragen werden. Dazu sind aber die Umsetzung der Menschenrechte und die völlige Demokratisierung Chinas  Voraussetzung].

August 2002
Taiwan: Präsident Chen Shui-Bian kreiert die neue Parole "eine Seite, ein Land" ("one side, one country")
das heisst: Diesseits und jenseits der Taiwan-Strasse sollen sich verschiedene Staatssysteme entwickeln dürfen.

Gleichzeitig droht Chen Shui-Bian erneut mit einer Volksabstimmung über eine Unabhängigkeit
Analysten meinen, Chen habe dies nur deswegen gesagt, um innerhalb seiner Partei DPP die Anhänger der Unabhängigkeit auf seiner Seite zu haben.
(http://news.bbc.co.uk/hi/english/static/in_depth/asia_pacific/2000/taiwan_elections2000/1999_2002.stm)

[Das Getue um die "Unabhängigkeit" passt irgendwie nicht mehr zur Globalisierung, wo staatliche und wirtschaftliche Bindungen nicht mehr einheitlich zu steuern sind].

15.7.2003
Hongkong: China verbietet direkte Wahlen - Protestdemonstrationen
Taiwan sieht, dass das Chinas Behauptung "Ein Land - zwei Systeme" nicht funktioniert und beginnt, Hongkong in seinen demokratischen Anliegen zu unterstützen. Gemäss DPP-Vizegeneralsekretär Lee Ying-Yuan muss Taiwan einen eigenen Weg gehen. Die Fusion mit Peking-China kommt niemals in Frage.
(Taiwan Nachrichten vom 15.7.2003; http://64.233.183.104/search?q=cache:_tZAgWbiyIwJ:members.chello.at/gio-vienna/tn/03-12.pdf+Chongqing+bombardiert&hl=de)

Peking-China leidet unter einem niedrigeren Lohnniveau und schlechteren medizinischen Bedingungen als in Taiwan. Taiwanesen würden dennoch gerne für eine Zeit in China arbeiten, aber zu 55 % nur in Shanghai. Gleichzeitig wird Taiwan für Wirtschaftsunternehmen jeweils zum Sprungbrett für den "Einstieg" in China.
(Taiwan Nachrichten vom 15.7.2003; http://64.233.183.104/search?q=cache:_tZAgWbiyIwJ:members.chello.at/gio-vienna/tn/03-12.pdf+Chongqing+bombardiert&hl=de)

24.10.2003
Frau Chiang Kai-Shek stirbt in New York
(http://www.iacc.com.tw/newsletter/2003-11.htm)

2005
Das Trauma der "Kulturrevolution" ist noch nicht aufgearbeitet
Fast 30 Jahre nach dem Ende der Kulturrevolution leiden Menschen in China noch immer unter dem Trauma der Vergangenheit. Autoren wie Ba Jin fordern seit langem die Einrichtung eines Kulturrevolutionsmuseums. (http://www.nmz-mission.de/de.partner/de.ostasien/one.event/?entry=page.event.kd.1126000380.140.e.3)

Daoismus: Besuche in den Daoismus-Klöstern
Exil-Chinesen, Touristen und Pilger besuchen die heiligen Stätten des Daoismus in Scharen, aus Taiwan, Hongkong und Singapur zu Besuch. Sie kommen vor allem nach Wudangshan.

Mönche und Nonnen im Wudang-Gebirge dürfen ihre religiösen Zeremonien wieder öffentlich durchführen und als Höhepunkt des Jahres das Fest zur Verehrung des Nordkaisers feiern.
(http://www.swr.de/lma/archiv/2005/05/29/beitrag9.html)

23.12.2005
Tod des letzten Mitglieds der "Viererbande" Yao Wenyuan mit 74 Jahren
Zuletzt lebte er zurückgezogen in Peking.
(http://www.baz.ch/news/index.cfm?ObjectID=9F1D602C-1422-0CEF-7039C4AF09005BD5)


Prognosen zu Peking-China

Wird Peking-China die grösste Wirtschaftsmacht der Welt?
Es gibt Voraussagen, die behaupten, China werde im Jahr 2020 die grösste Wirtschaftsmacht der Welt sein.  Diese Prognosen scheinen auf unhaltbaren Wachstumsprognosen zu beruhen. Und wenn aus den  letzten 150 Jahren der chinesischen Geschichte etwas herausgelesen werden kann, dann ist das einzige Vorhersehbare die Unvorhersehbarkeit.
(http://www.chinatour.com/countryinfo/history.htm#prc)

Wird Peking-China sich an den Kolonialisten rächen?
Die grosse Kraft in China, die arme Masse, ist in einer derartig feindlichen Stimmung gegen den reichen "Westen" - vor allem die verarmten Bauern - dass eine grosse Aggression möglich scheint, die mit den Selbstmordattentaten im Irak nicht vergleichbar ist. Die Machthaber in China, die sich mit dem "Westen" arrangiert haben und Partys feiern und sich an Literatur vergnügen so wie die Mandschu-Machthaber, werden in der nächsten Konfrontation die Verlierer sein. Eine solche Konfrontation könnte z.B. gegen Japan stattfinden, das sich für seine Kriegsverbrechen nie entschuldigt, und das eine Marionette der "USA" ist.
(http://www.uglychinese.org/war.htm)

BBC NEWS Peking-China und die "chinesischen Kosovos"
Peking bekommt mit der Herrschaft über Minderheiten in Tibet, Xinjiang und bezüglich der Taiwan-Frage immer mehr Probleme. Die Regionen sind sprichwörtlich "chinesische Kosovos", und Minderheitenrechte zu verletzen wird immer unpopulärer.
(http://news.bbc.co.uk/1/hi/special_report/1999/09/99/china_50_years_of_communism/447223.stm)

[Deswegen weiss die Regierung in Peking immer wieder neue Polizeitruppen auszubilden, die jeden Widerstand niederschlagen, erschiessen oder in die Gefangenenlager abführen. Und der Westen schaut zu und baut in China laufend neue Industrien auf, wo die chinesischen Sklavenarbeiter schuften dürfen...]


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Bildernachweis

Chiang Ching-Kuo, Taiwans Ministerpräsident 1978, 1950-1965 Direktor der Geheimpolizei Taiwans: http://www.nndb.com/people/010/000086749/
Plakat Chinas gegen die Viererbande 1978: Kinder zünden die Köpfe an: "Zerschlagt die Viererbande!": http://www.iisg.nl/~landsberger/g4.html
Deng Xiaoping betont vier Hauptprinzipien, März 1979: http://www.cbw.com/asm/xpdeng/revolutionary.html; http://www.cbw.com/asm/xpdeng/p105-1b.jpg

Taiwan
Taiwan: Demonstration am 10.12.1979 in Kaohsiung für Menschenrechte, Polizeibarriere:
http://www.taipeitimes.com/News/News/photo/1999/12/10/0000002902
Shih Ming-Teh vor Gericht 1980: http://www.taipeitimes.com/News/local/photo/1999/12/09/0000002881

Deng Xiaoping betont drei Hauptaufgaben; Neujahrsempfang der KPCh, Januar 1980: http://www.cbw.com/asm/xpdeng/revolutionary.html; http://www.cbw.com/asm/xpdeng/p108-b.jpg

Peking 1980:
Peking: Velotransport 1980: http://www.thewushucentre.com/chinaphoto.htm
Peking 1980: Hühnerverkauf in Haidian mit Velo: http://www.thewushucentre.com/chinaphoto.htm
Peking 1980: Bauersfrau mit Heu auf dem Rücken, Yuanmingyuanstrasse: http://www.thewushucentre.com/chinaphoto.htm
Peking 1980: Bub übt Bogenschiessen im Yuanmingyuan-Park: http://www.thewushucentre.com/chinaphoto.htm

Plakat der Hygienekampagne 1983: Kinderpaar am Wasserhahn: "Praktiziere Hygiene zum Schutz vor Krankheiten!" http://www.iisg.nl/~landsberger/ws.html
Plakat der Hygienekampagne 1982 ca.: Spucke ins Taschentuch: "Wohin spuckst du deinen Nasenschleim? In ein Taschentuch! In ein Abfallpapier! In einen Spucknapf!" http://www.iisg.nl/~landsberger/ws.html

Deng Xiaoping und Thatcher: http://www.iisg.nl/~landsberger/reu.html

Plakat in China 1983: "Hegemonismus bekämpfen, Weltfrieden erhalten - bei eigener Initiative eine unabhängige Aussenpolitik behalten": http://www.iisg.nl/~landsberger/ff.html
Plakat 1984 der freiwilligen Kampagne "Studenten auf die Berge und hinab in die Dörfer": Rose schlägt Wurzeln: http://www.iisg.nl/~landsberger/xf.html

Harry Wu, Portrait, Ex-Lagerhäftling im chinesischen Gulag, Lager Laogai: http://laogai.org/news/index.php
Harry Wu: Buch "Laogai: Der chinesische Gulag",  1992, Buchdeckel: http://www.pricewormer.com/book/search/Harry%20Wu/

Deng Xiaoping wird Mann des Jahres von Time, Dezember 1985: http://www.cbw.com/asm/xpdeng/revolutionary.html; http://www.cbw.com/asm/xpdeng/p128-b.jpg
Sit-In 19.5.1986 im Lung-shan-Tempel "Longshansi" zur Aufhebung des Ausnahmezustands: http://www.taiwan-info.de/html/deutsch/TWPAPERg.htm
Gründungsparteitag der DFP 28.9.1986: http://www.taiwan-info.de/html/deutsch/TWPAPERg.htm
Deng Xiaoping (rechts) und Yang Shangkun (links) sichten neue militärische Führungskräfte, Dezember 1986:
http://www.cbw.com/asm/xpdeng/p171-b.jpg; http://www.cbw.com/asm/xpdeng/soldier.html

Taiwan
Demonstration am 28.2.1987 zur Aufarbeitung des Massakers von 1947: http://www.taiwan-info.de/html/deutsch/TWPAPERg.htm

Zhao Ziyang 1989 am Tiananmenplatz, appelliert an ein Ende der Demonstrationen, wobei sich Zhao mit den demokratiefreundlichen Studenten verständigt. Für diese Kooperation wird er später entlassen...: http://news.bbc.co.uk/1/hi/in_pictures/4217955.stm

Taiwan
Taiwan: Mahnmal zum Massaker von 1947 bei Chia-i / Jiayi: http://www.taiwan-info.de/html/deutsch/TWPAPERg.htm
Taiwan: Mahnmal an den 2.28 in Chiayi City, 1989: http://228.culture.gov.tw/web/web-eng/228/228-c2.htm

Zhengyuan Fu: Autokratische Tradition (Autocratic Tradition) 1993, Buchdeckel: http://www.gmu.edu/departments/economics/bcaplan/museum/chinhung.htm

Taiwan: Mahnmal an den 2.28 bei der Bahnstation von Ba-du, 1994: http://228.culture.gov.tw/web/web-eng/228/228-c1.htm
Taiwan: Mahnmal 2.28 in Taipei, 1995: http://228.culture.gov.tw/web/web-eng/228/228-c1.htm
eingeweiht am 28.2.1995: http://www.2003hr.net/English/cul_xc0406.php
Taiwan: Mahnmal an den 2.28 in Keelung, 1996: http://228.culture.gov.tw/web/web-eng/228/228-c1.htm

Jasper Becker: Hungrige Geister (Hungry Ghosts) 1996, Buchdeckel: http://www.gmu.edu/departments/economics/bcaplan/museum/chinhung.htm
Lee Teng Hui, Präsident Taiwans 1996: http://news.bbc.co.uk/hi/english/static/in_depth/asia_pacific/2000/taiwan_elections2000/1986_1999.stm
Laogai: Gefangene Dissidenten, Katholiken, Falung-Gong-Anhänger: http://libreopinion.com/members/memoriapamiat/holocausto2.htm
Chen Shui-Bian, Präsident von Taiwan 2000: http://news.bbc.co.uk/hi/english/static/in_depth/asia_pacific/2000/taiwan_elections2000/1999_2002.stm
Flagge der Demokratischen Fortschrittspartei DDP von Taiwan, gegründet 1983: http://www.taiwan-info.de/html/deutsch/Links.htm; http://www.edward-lee.com/images/taiwan/flags/wtc.gif


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