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Kolonialismus mit kriminellen "Christen": "Die Weissen kommen - die wahre Geschichte des Kolonialismus"
Raubbau am Menschen II: 9.3. Zwangsarbeit in Frankreichs "christlichen" Kolonien
Kriminelle "Christen" zwangsarbeiten um die Wette
Französisch-Kongo und AEF: Eisenbahnbau durch das Mayombe-Gebirge - Madagaskar - kriminelle "christliche" Siedler mit Sklaverei - Zwangsarbeit gegen Frauen+Kinder
AEF und Madagaskar: André Gide: "Armutszeugnis für die Kolonialverwaltung" (web02) - "Steuer auf den Sklavenhandel eingeführt, jeder zehnte Sklave, der gehandelt wird, gehört dem Staat" (S.226) - "Freiheitsdörfer" (S.226) - leere Dörfer: "Dörfer in der Nähe längst geleert" (S.227) - "die Dörfer werden nicht dort eingerichtet, wo es am wirtschaftlichsten wäre" (S.227) - die "Unfreien" ("Non-Libres"): 2 von 8,25 Millionen in Französisch-Westafrika (S.227) - "Mädchen im Alter von acht Jahren von Vorarbeitern mit Peitschen angetrieben" (S.227) - "Die Eisenbahn Brazzaville - Ozean [Hafen Pointe Noire - ca. 350km] ist eine furchtbare Menschenfresserin" (S.227) - "fast 150.000 Männer zu den Arbeiten geschickt; mehr als 10 Prozent kamen um" (S.228) - "mehr als ein Viertel aller Männer über 15 Jahre" (S.228) - "für Strassen, Dämme, Waldarbeiten, Zwangskulturen [Plantagen]" (S.228) - "15 Tage im Jahr umsonst für die Verwaltung arbeiten" (S.228) - "Nieder-Gabun ist erschöpft" (S.229) - Eisenbahn-Holocaust im Frz. Kongo: "Hölle von Mayombe [...] 83 Kilometer durch das Massiv und den Wald" (congopage.com) - "die "menschlichen Reserven" waren entlang der Baustellen erschöpft [...] die Landwirtschaft ging in den wenigen Dörfern, die plötzlich von ihren Bewohnern verlassen wurden, zugrunde. Die "erwachsenen Männer" flohen vor den Anwerbern." - "Menschenjagd" auf flüchtige Frz.-Kongo-Afrikaner - Bürgerkrieg gegen die französisch-"christlichen" Rekrutierer - "das Gesetz der Vergeltung" - Bericht der Direktion für Arbeitskräfte (Direction de la main-d'oeuvre) von 1930: über gefällte Bäume klettern oder unten durch kriechen - Loren und Schienen zu Fuss transportieren - "Es kostet eine beträchtliche Anzahl von Menschenleben" - "Die Sterblichkeitsrate übertraf selbst die pessimistischsten Prognosen" - die Schiffchen von Bangui nach Brazzaville: "Lungenentzündung [weil] ständig Regen und Nebel ausgesetzt" - Todesmärsche "zu Fuss gehen. Fünfzehn Tage durch die Savanne" (congopage.com) - "zwischen km87, km200 und km141 sollten die Unfälle am tödlichsten sein" - "17 Tunnel" - "der fast 1,7 Kilometer lange Bamba-Tunnel" - "das Lager km102" - "die Ruhr eine mörderische Geissel in diesen Arbeiterlagern" - "Die Trockenzeit mit frischen Temperaturen von Juni bis August war das Schlimmste" - "Bronchitis, Bronchopneumonie, Lungenkongestionen, Lungenentzündungen mit atypischem Charakter, Mehrfachherden" - "1926 waren es 2556, 1927 2892 und 1928 2635" - "Saras und Bandas starben, weil sie entwurzelt wurden. Die Ernährungsgewohnheiten wurden auf den Kopf gestellt" - "Nervenzusammenbrüche" (congopage.com) - Widerstand mit Berichten in "Le Temps", Widerstand "bewaffnet mit Lanzen, Gewehren und Macheten" - Wahrheitsjournalist Albert Londres: Buch "Terre d'ébène" ("Ebenholzland") - Prof. Sautter schätzt nach vielen Recherchen: "16.000 Todesfällen zwischen 1921 und 1934" - Total: "127.250 angeworbenen Arbeitern [...] Prozentsatz der Todesfälle [...] rund 15%" (congopage.com) - nach dem Bau der Eisenbahn nach Brazzaville steigen dort die Bodenpreise und die Spekulation der kriminellen "weissen" Christen geht auf - Zwangsarbeiter in Afrika wurden von den kriminellen "Christen" auch "Bananenmotor" genannt (Video: 13 Jahre Hölle) - "Gide und Homet [...] der rote Kautschuk" (S.230) - französisch-"christliche Siedler": "sie nahmen Kultur- und Weideland fort, bemächtigten sich des Viehs, das im Freien weidete und vergassen meist, ihre Arbeiter zu bezahlen" (S.231) - Terror durch "christliche" Schifffahrt: "Die Soldaten springen an Land und stecken die restlichen Hütten in Brand" (S.231) - Zwangsarbeit an Frauen: "3m tiefe Löcher graben [...] der lockere Sandboden einstürzte und die unten im Loch arbeitenden Frauen mit ihren Kindern begrub" (S.232) - "Frauen, die als Lasttiere damit beschäftigt sind, Ernten oder Lebensmittel zu den Posten zu tragen" (S.232)
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Die Karte der Eisenbahn von Pointe-Noire nach Brazzaville durch das Mayombe-Gebirge [14]
Baustellen der Brazaville - Pointe-Noire-Eisenbahn sind die Hölle [3] -
Eisenbahnbaustelle im Mayombe-Gebirge: Ca. 200 Afro-Zwangsarbeiter heben einen Stamm in die Höhe [36]
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Mayombe, Afro-Zwangsarbeiter sind auch Kinder mit dabei [19], ein Afro-Zwangsarbeiter liegt am Boden [20]
Wahrheits-Schriftsteller André Gide und Wahrheitsjournalist Albert Londres publizierten skandalöse Fakten über die Eisenbahn Brazzaville - Pointe Noire [7]
Die Eisenbanbaugesellschaft Batignolles (SCB) in Paris SCB, Logo [10]
aus: "Die Weissen kommen" von Gert von Paczensky - Hoffmann und Campe - Hamburg 1970
präsentiert von Michael Palomino (2024)
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Inhalt
Zwangsarbeit Frankreich in der "christlichen" Kolonie Äquatorialafrika AEF: Frz.-Kongo, Zentralafrikanische Republik und Tschad
A.E.F. = AEF = Französisch-Äquatorialafrika (Afrique Équateur Français)
9.3.1. Allgemeine Angaben und Zahlen
Fransösisch-Kongo
9.3.2. Eisenbahnbau von Brazzaville zum Hafen Pointe Noire mit Massenmord
9.3.3. "Geschätzte Bevölkerungszahlen - ganze Regionen werden entvölkert, weil viel zu viele Leute angefordert werden
9.3.4. Der Terror wegen Kautschuk
9.3.5. Der Terror wegen Baumwolle
9.3.6. Der Terror mit der Schifffahrt
9.3.7. Kriegsdienst gegen Weisse in Europa (!)
Madagaskar
9.3.8. Zwangsarbeit Frankreich in der "christlichen" Kolonie Madagaskar
Alle Kolonien mit "christlichen Siedlern"
9.3.9. Die französischen Siedler mit Massenraub und Plantagen-Zwangsarbeit - "christliche" Firmen mit Gratis-Personal
Zwangsarbeit gegen Frauen mit Kindern
9.3.10. Frz.-Kongo: Zwangsarbeit an Frauen mit Kindern
Erwähnte Literatur:
-- Marcel Homet: Congo - terre de souffrances - Paris 1934
-- Marcel Soret: Dissertation über die Kongo-Ozean-Eisenbahn (orig.frz.: "Thèse sur le Chemin de Fer Congo-Océan")
-- Dr. G. Sautter: Studie: "Aufzeichnungen über den Bau der Eisenbahnstrecke Kongo - Ozean - 1921-1934" (orig. frz.: "Notes sur la construction du chemin de fer Congo-Océan - 1921-1934")
-- Robert Poulaine (Wahrheitsjournalist): Etapes africaines, und Artikel in "Le Temps"
-- Albert Londres (Wahrheitsjournalist): Buch: Terre d'ébène (Ebenholzland)
-- André Gide: Kongoreise (Voyage au Congo)
-- André Gide: Serie in der Zeitung "Le Parisien" nach 4 Monaten Aufenthalt an der Eisenbahnlinie und im Mayombe-Gebirge:
"Vier Monate unter den Afros in Afrika: auf dem Weg zwischen Pointe Noire und dem "Dorf" Brazzaville"
(orig. frz.: "Qatre mois parmi nos noirs d'Afrique: sur le chemin qui va de Pointe-Noire au "village" de Brazzaville") - 9.11.1928
-- Wahrheits-Zeitung: Le Cri du Nègre (Zeitung des Komitees zur Verteidigung der schwarzen Rasse, geleitet von Lamine Senghor und Tiemoko Garan Kouyate)
-- Gide und Homet berichten über den "roten Kautschuk" (S.230)
Raubbau am Menschen II: 9.3. Zwangsarbeit in den "christlichen" Kolonien Frankreichs
Die kriminellen "Christen" zwangsarbeiten um die Wette: in Schutzgebieten und Kolonien
9.3.1. Zwangsarbeit Frankreich in der "christlichen" Kolonie Äquatorialafrika AEF: Allgemeine Angaben und Zahlen
[Frankreich-Zwangsarbeit: Kinder werden deportiert]
[Ein Bericht von André Gide - frz. Schriftsteller 1869-1951 [web01]:
"In der Nähe unserer Etappe, im Schutz des Gardisten-Lagers, hockt eine ganze Herde von neun- bis dreizehnjährigen Kindern in der kalten Nacht um ein dürftiges Grasfeuer herum" (André Gide). "Die Kinder sind am Strick aus ihren Dörfern verschleppt worden; seit sechs Tagen lässt man sie ohne Lohn arbeiten und ohne ihnen Nahrung zu geben. Ihr Dorf liegt nicht sehr weit, man verlässt sich darauf, dass ihre Eltern, Freunde oder Brüder ihnen etwas zu essen bringen werden. Aber es kommt niemand."
Als die Franzosen 1926 aus der Feder eines ihrer grossen Schriftsteller erfahren, was sich in ihren eigenen Kolonien abspielt, wollen sie ihren Augen nicht trauen. Das heisst natürlich - manche wissen Bescheid, andere wissen nichts, der grossen Mehrheit ist es gleichgültig. Ein paar Missstände werden auch abgestellt; die meisten bleiben.
[Beschreibung des Französisch-Kongo von André Gide in seinem Buch: Voyage au Congo (‚Kongoreise‘) von 1927 [web01] - 554 Seiten - Buch ansehen und kaufen (französisch) Link
Die Werke von André Gide sind auf Deutsch übersetzt in der Gesamtausgabe, wo die "Kongoreise" im Band 5 enthalten ist - Band 5 ansehen und kaufen Link
Buchbeschreibung (Übersetzung mit Translator.eu) [web02]:
"André Gide verbrachte fast ein Jahr (von Juli 1926 bis Mai 1927) in den französischen Besitzungen in Äquatorialafrika. Die Schilderung der Lebensbedingungen der Schwarzen im Kongo und im Tschad war ein regelrechtes Armutszeugnis für die Kolonialverwaltung und erregte Aufsehen. Dank dieser soziologischen und ethnologischen Bemerkungen befinden wir uns, jenseits des rein politischen Aspekts, in der Gegenwart eines der grossen Reisebücher unserer Literatur." [web02]
Weiter im Buch von Paczensky:
Auch in den Gebieten unter französischer Herrschaft gibt es also Zwangsarbeit, die mit Hunger, Schlägen oder Schlimmerem belohnt wird. Auch hier gibt es bis weit in unser Jahrhundert hinein Sklaven. Wenn man in Anbetracht der Dinge, die wir bisher aus den portugiesischen und belgischen Gebieten erfahren haben, überhaupt noch den subtilen Unterschied zwischen Sklaverei und Zwangsarbeit machen will.
[Frankreich-Zwangsarbeit: Sklavensteuer im Sudan - leere Dörfer wegen zu vielen Razzien - "Freiheitsdörfer" übernehmen - "Freiheitsdörfer" werden neben Posten und Handelsstationen platziert - nicht ideal]
Die französische Zweite Republik schafft zwar die Sklaverei in den Kolonien auf dem Verordnungsweg ab, aber die Kolonialverwaltung ist damit zufrieden, dass das Prinzip verkündet worden ist. Es dauert sehr lange, bis sich etwas ändert. Man ist ja die Sklaverei schon von der Eroberung her gewohnt. Im Sudan hat man 1893 sogar eine Steuer auf den Sklavenhandel eingeführt, jeder zehnte Sklave, der gehandelt wird, gehört dem Staat, der sich allerdings an Stelle der "Ware" mit einer Auslösung in Geld zufrieden gibt: 20 Francs beträgt der steuerliche Wert eines Menschen. Es bestehen, mit schwarzem Humor "Freiheitsdörfer" genannt, seltsame Siedlungen im "Französischen Sudan", aber auch in "Französisch-Kongo". Sie sollen, so lautet die offizielle Erklärung, Flüchtlingen aus feindlichen Stämmen oder auch Kriegsgefangenen und anderen Unterkunft und eine Existenzmöglichkeit geben. In Wirklichkeit werden sie als eine ausgezeichnete Gelegenheit angesehen, die französischen Stationen, neben denen sie eingerichtet werden, mit reichlicher und billiger Arbeitskraft zu versorgen, oft in Gegenden, wo dies die letzte Rettung aus dem leidigen alten "Arbeitskräfteproblem" ist. Denn angesichts [S.226] der unaufhörlichen Anforderungen der Franzosen, ihren Schikanen und Strafexpeditionen, haben sich die Dörfer in der Nähe längst geleert. Nun müssen die Leute aus den Freiheitsdörfern die Schwerarbeit übernehmen, die der Weisse verlangt, besonders die Lastenträgerei. Ernährt werden sie allerdings nicht so gut, und selbst können sie sich auch nicht so versorgen wie "normale" Dörfer. Denn der Boden, auf den sie gebracht und angesiedelt werden, ist schon verteilt. Und die Dörfer werden nicht dort eingerichtet, wo es am wirtschaftlichsten wäre, sondern bei den Posten- und Handelsstationen.
[Frankreich-Zwangsarbeit: Freiheitsdorf wird mit Kinderraub erpresst]
Bald herrscht in den "Freiheitsdörfern" ein solches Elend, dass es gegenüber "freien" Eingeborenen eine beliebte Strafe der Kolonialbehörden wird, sie in ein solches Dorf zu schicken. "Flucht aus dem Freiheitsdorf" wird mit Gefängnis bestraft. Wenn von den Eingeborenen nicht genug Steuern einkommen, holt man aus dem betreffenden Dorf ein Kind ins "Freiheitsdorf". Es muss dort so lange bleiben, bis die Rückstände bezahlt sind. Es ist müssig aufzuzählen, in welchen Formen die Sklaverei in den französischen Gebieten weitergeführt wird [Prostitution]. Wir kennen sie schon alle aus den vorangegangenen Kapiteln.
[Frz.-Westafrika 1904: 25% "Unfreie"]
Wichtig ist nur, dass die Zahl der "Unfreien" (Non-Libres - diesen freundlichen Terminus verwendet sogar die Verwaltung) in "Französisch-Westafrika" für das Jahr 1904 mit zwei Millionen angegeben wird (von insgesamt 8.250.000 Einwohnern). Der Anteil der Unfreien hat jedoch in manchen Gebieten bis zu 50 Prozent betragen (Suret-Canale).
(Buch von Jean Suret-Canale: Afrique Noire Occidentale et Centrale - Paris 1961 [S.540]).
[ab 1910: "Freiheitsdörfer" alle abgeschafft - Träger-Zwangsarbeit für alle, auch für Kinder - Peitschenorgien gegen schwarze Kinder]
Im ersten Jahrzehnt unseres Jahrhunderts [1900-1910] werden die "Freiheitsdörfer" abgeschafft, aber das heisst keineswegs, dass die Sklaverei nun aufhört. Es folgt das, was man "nur" noch Zwangsarbeit nennen kann. Auf Kinder wird auch hier nicht verzichtet. Suret-Canale zitiert aus den Archiven des Generalgouvernements in Dakar einen Bericht:
"Die Jungen der Freiheitsdörfer im Alter von 14-15 Jahren legen als Träger Entfernungen zurück, die über ihre Kräfte gehen. Ihr Wachstum und ihr ganzer Organismus leidet entsprechend!"
André Gide sieht zwei Jahrzehnte später das gleiche. Dem Augenzeugenbericht von M. Homet (Buch: Congo - terre de souffrances - Paris 1934) kann man entnehmen, dass Mädchen im Alter von acht Jahren von Vorarbeitern mit Peitschen angetrieben werden.
(Marcel Homet (1897-1982), französischer Anthropologe und Archäologe mit vielen Auslandsaufenthalten in Afrika und Süd-"Amerika" [web20]).
9.3.2. Zwangsarbeit Frankreich in der "christlichen" Kolonie Äquatorialafrika AEF: Eisenbahnbau von Brazzaville zum Hafen Pointe-Noire mit Massenmord
[Ergänzung:
-- die Stadt Pointe-Noire wurde von weissen "Christen"-Kolonialisten im Jahre 1883 gegründet, die AfrikanerInnen brauchten NIE eine solche Hafenstadt [web20]
-- die Stadt Brazzaville wurde von weissen "Christen"-Kolonialisten im Jahre 1883 gegründet, die AfrikanerInnen brauchten NIE eine solche Stadt [web21]
-- und nun organisierten die kriminellen "Christen" aus Frankreich einen Holocaust-Terror zwischen diesen beiden Städten: Es sollte eine Eisenbahn durch das Mayombe-Gebirge gebaut werden
-- der Haupttäter ist dabei die französische Eisenbahnfirma "Société de construction des Batignolles" (SCB) aus Paris [web23], wobei "Batignolles" ein Quartier in Paris ist [web22]
-- die Entfernung zwischen Pointe-Noire und Brazzaville in Luftlinie ist ca. 350km, die Eisenbahnstrecke wird dann 510km lang, es starben beim Eisenbahnbau ca. 20.000 Afros - alles für den "christlichen", weissen Profit und Spekulationsgewinne an der weiss-"christlichen" Börse in Paris (!) und die Afros bekamen NICHTS ab!
All dies hatten die AfrikanerInnen VOR der Ankunft der kriminellen "Christen" aus Frankreich NICHT NÖTIG - und auch das "Christentum" mit Zwangs-Fantasie-Bibel hatten sie NICHT NÖTIG - sehen Sie die Details]:
Der Text von Gert Paczensky:
[Frz. Republik Kongo 1921-1934: Eisenbahnbau von Brazzaville zum Hafen Pointe Noire mit Massenmord - "Menschenfresserin" für Arbeitssklaven aus dem Tschad - kaum Werkzeuge vorhanden - über 15.000 Morde]
Weisse Generationen, die mit Erzählungen über die Hekatomben von Menschenopfern beim sibirischen Eisenbahnbau aufgewachsen sind, haben gewöhnlich nicht erfahren oder zur Kenntnis genommen, dass so mancher Bahnbau in den Kolonien nicht menschenfreundlicher ist. Das belgische Beispiel habe ich schon erwähnt. Das wichtigste aus dem französischen Herrschaftsbereich ist vielleicht noch grausamer. André Gide:
"Die Eisenbahn Brazzaville - Ozean (Hafen Pointe Noire - ca. 350km, gebaut 1921-1934 [web04]) ist eine furchtbare Menschenfresserin. Wieder muss Archambault (Bezirk im Tschad [web03]) tausend Sara-Neger [Afrikaner] dorthin schicken. Dieser Bezirk, einer der grössten und dichtestbevölkerten von A.E.F. (Französisch-Äquatorialafrika [Afrique Équateur Français]) [S.228], ist, was die Stellung eingeborener Arbeitskräfte anbetrifft, ganz besonders tributpflichtig. Die ersten Kontingente, die von hier aus fortgeschickt worden waren, hatten viel zu leiden, sowohl während der Reise, infolge des schlechten Zustands der Schiffe, mit denen sie transportiert wurden, als auch auf den Arbeitsplätzen selbst. Die Sterblichkeitsziffer übertraf auch die pessimistischsten Voraussagen. Wie vielen weiteren Opfern wird die Kolonie ihren zukünftigen Wohlstand verdanken?
Im trockenen Stil des Historikers sagt Hubert Deschamps:
"Die Bahnlinie Kongo - Ozean (Brazzaville - Pointe-Noire) wird 1922 unter der Initiative Victor Augagneurs begonnen (frz. Arzt+Politiker 1855-1931, Generalgouverneur von Frz. Kongo 1920-1923 [web05]). Es handelt sich darum, eine Strecke von 510 Kilometern in teilweise gebirgigen und waldigen Gegenden zu legen, aus denen die Bevölkerung geflohen ist. Die Energie des Generalgouverneurs Antonetti (1872-1938, Gouverneur der Kolonie AEF 1924-1934 [web06]) triumphierte über Hindernisse, Kritik und Mangel an ausreichenden Mitteln durch autoritäre und einfache Methoden: alle Kolonien Französisch-Äquatorialafrikas mussten Kontingente von Arbeitern schicken. In 12 Jahren wurden auf diese Weise fast 150.000 Männer zu den Arbeiten geschickt; mehr als 10 Prozent kamen um, besonders die aus den trockenen Gegenden des Nordens, Sara und Massa. Im Land der Baya (West-Ubangi) führten die Zwangsrekrutierungen zu einer blutigen Revolte. Die Eisenbahn wurde 1934 fertig."
"Christliche" Eisenbahn Brazzaville - Pointe-Noire: ca. 20.000 Morde
Die Mossad-Wikipedia berichtet von "etwa 20.000" Morden beim Eisenbahnbau zwischen Brazzaville und Pointe Noire [web04]:
"Chemin de fer Congo-Océan
[...]
Die Kongo–Ozean-Bahn wurde zwischen 1921 und 1934 erbaut. Die Strecke wurde unter Leitung der französischen Bürokratie durch die Firma Batignolles von Zwangsarbeitern errichtet, die bis aus dem Tschad und aus Ubangi-Schari teils gegen heftigen Widerstand rekrutiert wurden.[1] Der Preis an (einheimischen) Menschenleben war äusserst hoch. Etwa 20.000 Menschen kamen vor allem durch Unterernährung, Arbeitsunfälle und Malaria ums Leben." [2][3]
Die verschiedenen Eisenbahnstrecken im Frz.-Kongo - Karte
aus dem Video: Congo-Océan et le Mayombé - Albert Londres - Bilinga - Zao div (6'9''): https://www.youtube.com/watch?v=qGd0jaHDprA
-- zuerst wurde die Strecke Pointe-Noire - Brazzaville gebaut 510km Strecke durch das Mayombe-Gebirge - Bauzeit 13 Jahre 1921-1934 (alles von Hand mit Schaufel, Axt und Säge)
-- dann wurde eine Zufahrt in den Norden gebaut: Comilog 285km Strecke - Bauzeit 3 Jahre 1959-1962 (mit Baumaschinen)
-- dann wurde noch eine südliche Seitenstrecke durch das Mayombe-Gebirge zwischen Bilinga und Dolisie gebaut - Bauzeit 9 Jahre 1976-1985 (mit Baumaschinen)
WAS geschah genau beim "christlichen" Eisenbahnbau mit Generalgouverneur und Massenmörder Antonetti? Frankreich hatte Panzer, aber Bagger für Afrika hatten sie nicht? Hier eine Zusammenfassung über diesen Eisenbahn-Holocaust im Französisch-Kongo. Der Hauptteil der Toten konzentriert sich auf das Bergland "Mayombe":
Artikel vom 22.1.2007: Massenmord an 17.000 Afros beim Bau der Bahnlinie Brazzaville - Pointe-Noire - kalkulierte Entvölkerung im Namen des "christlichen" Börsen-Rassismus:
Raphaël Antonetti, Ruhm oder Henker der ("christlichen") Kolonie AEF?
(Frz: Raphaël Antonetti, gloire ou bourreau de l’AEF ?)
Ya Sanza
https://www.congopage.com/Raphael-Antonetti-gloire-ou
Literatur:
-- Marcel Soret: Dissertation über die Kongo-Ozean-Eisenbahn (orig.frz.: "Thèse sur le Chemin de Fer Congo-Océan")
-- Dr. G. Sautter: Studie: "Aufzeichnungen über den Bau der Eisenbahnstrecke Kongo - Ozean - 1921-1934" (orig. frz.: "Notes sur la construction du chemin de fer Congo-Océan - 1921-1934")
-- Robert Poulaine (Wahrheitsjournalist): Etapes africaines, und Artikel in "Le Temps"
-- Albert Londres (Wahrheitsjournalist): Buch: Terre d'ébène (Ebenholzland)
-- André Gide: Kongoreise (Voyage au Congo)
-- Wahrheits-Zeitung: Le Cri du Nègre (Zeitung des Komitees zur Verteidigung der schwarzen Rasse, geleitet von Lamine Senghor und Tiemoko Garan Kouyate)
Der Artikel (Übersetzung mit Deepl):
Als [Generalgouverneur] Raphaël Antonetti am 8. Juli 1924 [dem vergangenen Generalgouverneur] Victor Augagneur [1920-1923] als Generalgouverneur der [Kolonie] AEF nachfolgte, hinterliess er in Frankreich keine so gute Erinnerung, dass ihm der Petit Larousse [Personenlexikon in Frankreich] einen Ehrenplatz in seinem Pantheon einräumen würde. Im Kongo bleibt ihm jedoch ein nationaler Ruhm, weil er die Realisierung der Eisenbahnlinie Congo-Océan ermöglicht hat. In [der Hafenstadt] Pointe-Noire gibt es ein Denkmal zu seinen Ehren, das gerade erst renoviert wurde. Die folgenden Ausführungen zeigen, dass der Mann sich wie ein Verbrecher gegen die [schwarze] Menschlichkeit verhielt.
Antonetti, der Mann mit der eisernen Faust
Raphaël Antonetti [Generalgouverneur von Frz.-Kongo ab 1924], der in der Folgezeit heftig umstritten war - oftmals in übertriebener Weise -, hatte eine Eigenschaft: seinen eisernen - oftmals übertriebenen - Willen. Als der 52-jährige neue Generalgouverneur [im Jahre 1920] in Pointe-Noire landete, hatte er weder die Romantik von Pierre Savorgnan de Brazza noch die Exaltiertheit von Emile Gentil. Aber er besass die Hartnäckigkeit und den Entschlussgeist seines unmittelbaren Vorgängers: Victor Augagneur. Hinzu kam seine Besessenheit, am Abend seiner Karriere [nach über 20 Dienstjahren als Kolonialgouverneur in französischen Kolonien] sein grosses Werk, die Kongo-Ozean-Eisenbahn, zu verwirklichen.
Er wurde am 2. Dezember 1872 geboren und hatte den turbulenten Weg des damaligen Kolonialverwalters eingeschlagen. Er wurde 1894 einfacher Büroangestellter, als Frankreich bereits seit acht Jahren davon träumte, den Kongo mit dem Atlantik per Eisenbahn zu verbinden. 1901 wurde er Unterbüroleiter, 1905 Büroleiter und am 19. März 1906 zum Verwalter von Saint-Pierre und Miquelon ernannt (frz. Inseln vor Kanada [web09]). Von dort aus machte er einen Sprung in der Hierarchie der Kolonialverwaltung. Als Generalsekretär der Kolonien, Leutnant-Gouverneur von Haut-Sénégal-Niger und Leutnant-Gouverneur der Elfenbeinküste [Côte d'Ivoire] kam er 1924 als "Prokonsul" in den Kongo. Diesmal hatte er "sein" Territorium: Als Generalgouverneur von Französisch-Äquatorialafrika sollte Raphaël Antonetti über ein Gebiet herrschen, das sich über 3.200 km von Süden nach Norden und in seinem grössten Teil über 2.100 km von Westen nach Osten erstreckte. Das "Aschenputtel der Kolonien", das er erbte, umfasste damals Gabun, den Mittleren Kongo (die spätere Volksrepublik Kongo), Oubangui-Chari (die spätere Zentralafrikanische Republik) und den Tschad. Raphael Antonetti sollte nun auf einem Thron sitzen.
Das Prokonsulat begann rasant, wie der Prokonsul marschierte: Er zog es vor, in Pointe-Noire zu landen, um sofort die Baustellen der Eisenbahn zu inspizieren.
Der kriminelle weisse "Christ" lässt sich von Afros tragen, die er als "Vieh" ("bétail") bezeichnet [2]
[6 Jahre Bauzeit für 172km Eisenbahnstrecke]
Noch vor Ende 1924 erhielt Antonetti eine erste Entscheidung. Der Kolonialminister Edouard Daladier erlaubte ihm, die Arbeiten am Eingang des Mayombe (Hügellandschaft im Kongo [web10]) fortzusetzen, und liess die ersten Mittel in das Finanzgesetz von 1925 aufnehmen. Der Generalgouverneur hingegen entscheidet seinerseits. Im Januar 1925 stimmte er der von der SCB (Eisenbahnbaugesellschaft "Société de construction des Batignolles" [web11]) vorgeschlagenen neuen Streckenführung - also dem Bau eines langen Tunnels durch den Berg Bamba - zu und legte die Fristen fest. Die Gesellschaft hat sechseinhalb Jahre Zeit, um die Arbeiten zwischen Pointe-Noire und PK 172 (km172 [web12]) abzuschliessen. Die schwierigsten Abschnitte werden bald in Angriff genommen: die Abschnitte im Mayombe.
Seit dem ersten Spatenstich sind vier Jahre vergangen. Am Unterlauf des Kongo-Flusses hatte die Société de construction des Batignolles von Pointe-Noire aus 80 km Gleise gebaut. Von Brazzaville aus hatte die Compagnie lyonnaise de l'Afrique équatoriale (COLYAF), die zwei Jahre zuvor die Kolonialverwaltung abgelöst hatte, Anfang 1925 den km75 erreicht.
["Schwierigkeiten": 1) Versorgung der Baustellen noch zu Fuss - 2) 83km Hügelstrecke mit Tunnels - instabiler Boden]
An beiden Enden der künftigen Strecke gab es die gleichen Schwierigkeiten, die die Arbeiten stark verlangsamten.
Zunächst technische Probleme: die Versorgung der SCB-Lager in Mayombe erfolgte oft noch auf dem Rücken von Menschen [Träger zu Fuss]; die Versorgung der COLYAF-Baustellen ging nur langsam voran, weil die importierten Materialien (insbesondere Zement) immer noch auf dem belgischen Weg kamen, bevor sie in Brazzaville den Fluss überquerten und dann zu den Lagern transportiert wurden. Ausserdem hatte COLYAF finanzielle Schwierigkeiten, die die Generalregierung lösen musste, um sich nicht mit einer weiteren Einstellung der Arbeiten abzufinden.
Zweitens geografische Probleme. Insgesamt waren die beiden Streckenabschnitte, von denen einer in Brazzaville und der andere in Pointe-Noire begann, Anfang 1928 rund 180 Kilometer lang. Sie waren jedoch immer noch nicht miteinander verbunden, da sie durch die Hölle von Mayombe getrennt waren: 83 Kilometer durch das Massiv und den Wald. Diese unwirtliche Welt, in der die Menschen zu sterben begonnen hatten.
Baustellen der Brazaville - Pointe-Noire-Eisenbahn sind die Hölle [3]
Alles verbündete sich gegen die Bahnarbeiter. Die Instabilität des Bodens liess Baustellen und neu verlegte Schienen verrutschen. Legenden wurden geboren. Die riesigen Platten [?], die "das Tor zum Mayombe" bilden, schlossen sich jede Nacht und machten alle Bemühungen zunichte, sie tagsüber zu durchbrechen.
Die Baustellen, die von Brazzaville aus unter der direkten Verantwortung der Verwaltung eröffnet wurden, mussten auf der 340 km langen Strecke ebenfalls mit Arbeitskräften versorgt werden. G. Sautter (a.a.O.):
Bei km95 (von Pointe-Noire aus) starben Dutzende von Arbeitern im Loukoula-Fluss: Der Safobaum, auf den sie kletterten, um die Früchte zu ernten, bog sich systematisch, um sie in das Wasser zu tauchen, dessen empfindlicher Geist ihre Anwesenheit nicht akzeptierte. Die Fakten sind real. Die Erklärungen gehören zu dem Wunderbaren, in das sich die Menschen normalerweise flüchten. Instabil, zu feucht durch Flüsse und Regenfälle, auf einem Gewebe aus riesigen Wurzeln und losen Sandsteinschichten ruhend, zog sich die Erde von Mayombe zurück, sobald sie gestört wurde.
["Schwierigkeiten": 3) Streckenkorrektur von 1925 mit Tunnel - 4. Finanzprobleme in Frankreich und neue Frist 6 1/2 Jahre ab 1925 - 5. Der Unterhalt von 12.000 Männern]
Menschenjagd bis in die Wüste
Die Vereinbarung, die im Juli 1922 zwischen der Generalregierung und der Société de construction des Batignolles getroffen wurde, war eindeutig. Zumindest auf dem Papier. Die SCB verpflichtete sich, die ihr übertragenen Arbeiten in sechseinhalb Jahren abzuschliessen: eine 172 km lange Strecke vom Meerhafen Pointe-Noire aus. Die Verwaltung ihrerseits sollte die Arbeitskräfte stellen, d. h. eine Belegschaft von 8.000 Mann. Drei Jahre später, 1925, als Raphaël Antonetti seit Juli 1924 Generalgouverneur war, wurde ein neues Abkommen unterzeichnet, das aufgrund von Korrekturen der Streckenführung und der Nichteinhaltung der finanziellen Verpflichtungen durch die Verwaltung erforderlich geworden war (mitten in der Finanzkrise - der Franc war abgewertet worden - gingen dem Mutterland die Kredite aus). Die neue Frist war folgende: sechseinhalb Jahre ab 1925 und nicht mehr ab 1922. Gleiche Masse an Arbeitskräften: 8000 Mann. Mit "hommes" meinte die Generalregierung "Gesamtbelegschaft". Für die Baugesellschaft SCB handelte es sich um die "tatsächlichen und ständigen Arbeiter" der Eisenbahn, mit Ausnahme der Köche, der Kranken oder der als "missraten" eingestuften Personen (die für Verwaltungs- oder Hilfsaufgaben eingesetzt wurden, da sie für körperliche Arbeit ungeeignet waren) und schliesslich der Männer, die für die Instandhaltung der Baracken und die Versorgung der Baustellen zuständig waren. Damit blieben der SCB im Vergleich zu den Versprechungen der Verwaltung nur wenige "effektive Mittel".
In einer massgeblichen Studie "Aufzeichnungen über den Bau der Eisenbahnstrecke Kongo - Ozean - 1921-1934" (orig. frz.: "Notes sur la construction du chemin de fer Congo-Océan - 1921-1934"), stellte Professor G. Sautter fest:
"Am 30. Juni 1926 standen den 1883 Manövern "im effektiven Dienst" der SCB 257 Kapitäne und Köche, 649 von der Arbeit abgezogene Kranke und Missratene (Malingres) sowie 978 Männer zur Verfügung des Arbeitsamtes gegenüber. Die Erfahrung hat letztendlich gezeigt, dass die Verwaltung, um der SCB einen bestimmten Personalbestand zur Verfügung zu halten, eine Masse von Arbeitskräften nach Mayombe bringen und dort unterhalten musste, die eineinhalb bis zwei Mal so gross war. Die Generalregierung versprach 8.000 Männer und verpflichtete sich in der Tat, ständig etwa zwölftausend Männer zu unterhalten. So viel zu den Bedürfnissen der SCB, die mit den Arbeiten von Pointe-Noire aus beauftragt wurde.
Die Trasse der Eisenbahn von Brazzaville nach Pointe-Noire ist mit Leichen gepflastert [4]
"Es wären 4000 oder 5000 Männer erforderlich gewesen, um diesen Teil der Strecke innerhalb der Frist fertigzustellen, die der SCB für den Bau des Rests eingeräumt wurde. Bei dem für die Arbeiten vorgesehenen Tempo durfte der Gesamtbedarf der Strecke Brazzaville-Océan nicht unter etwa zwanzigtausend Arbeiter sinken, die ohne Ferien ihre Arbeit leisteten."
["Schwierigkeiten": 6) Personalmangel an Bauarbeitern - kaum 25% der vorgesehenen Anzahl ist vorhanden - und in den Dörfern fehlen die Männer für die Landwirtschaft - in den Dörfern kommt die Hungersnot]
Der Zeitplan - eine Frist von sechseinhalb Jahren ab 1925 - wurde nicht eingehalten. Der prognostizierte Bedarf wird bei weitem übertroffen. Bald konnte die Kolonialverwaltung den Bauunternehmen nicht einmal mehr ein Viertel der ursprünglich versprochenen Arbeitskräfte zur Verfügung stellen.
Anfangs wurden die Arbeiter, die von der Arbeitsverwaltung rekrutiert wurden, für ein Jahr eingestellt, nach dessen Ablauf sie ohne grosse Schwierigkeiten abgelöst wurden. Der Generalgouverneur Raphaël Antonetti hatte sich geirrt, als er verkündete:
"Ich habe beschlossen, dass die Rekrutierung der Arbeiter vor Ort erfolgen soll, d. h. auf einem Gebietsstreifen, dessen Achse die künftige Eisenbahnstrecke sein wird und der sich nördlich und südlich dieser Strecke bis zu einer Entfernung erstreckt, die, soweit möglich, 100 km nicht überschreiten darf."
Aber die "menschlichen Reserven" waren entlang der Baustellen erschöpft. Die "erwachsenen Männer" waren verschwunden, da die "nützliche" Bevölkerung der Bezirke, durch die die Strecke verlaufen sollte - Pool, Bouenza-Louesse und Kouilou - sehr gering war: etwa 70.000 "erwachsene Männer" einschliesslich der Alten und Untauglichen. Selbst Zwangsarbeit hatte kaum eine Wirkung. Die Eisenbahn kam nicht voran, und die Landwirtschaft ging in den wenigen Dörfern, die plötzlich von ihren Bewohnern verlassen wurden, zugrunde. Die "erwachsenen Männer" flohen vor den Anwerbern.
[Massenflucht vor den kriminellen Eisenbahn-"Christen": Bericht vom 5.2.1902 von Jesus-Fantasie-Bischof Philippe-Prosper Agouard in "Dépêche coloniale": Afros flüchten in Massen vor dem Massenmord im Eisenbahnbau]
Zu Beginn - und im Übrigen bis zum Ende der Bauarbeiten - kam es zum Zusammenprall zweier Welten, den [Jesus-Fantasie]-Bischof Philippe-Prosper Augouard, der des laxen Humanismus allerdings kaum verdächtig war, seinerzeit vorausgesehen hatte. In einem Brief vom 5. Februar 1902 an den Direktor der Zeitung Dépêche coloniale warnte Bischof Augouard:
"Man muss zugeben, dass der Schwarze im Allgemeinen von der [natürlich weissen] Zivilisation nur den Zoll und die Gewehrschüsse kennt, und man darf ihm nicht vorwerfen, dass er nicht zu solchen Wohltaten rennt. "Die "Schwarzen" liefen anderswohin, in die Wälder oder sogar über den Fluss, um "der Arbeit der Maschine" zu entgehen. Sie verliessen ihre Dörfer, um in den Konzessionen anzuheuern, und zogen die Landwirtschaft oder das Sammeln von Kautschuk dem Tragen von Schwellen und Schienen vor."
[Massenflucht vor den kriminellen Eisenbahn-"Christen": Ganze Dörfer ziehen in andere Bezirke oder nach Gabun]
Dreizehn Bakongo-Dörfer, so G. Sautter, zogen mit Waffen und Gepäck vom Eisenbahnbezirk in den Pool-Bezirk, ausserhalb des Rekrutierungsgebiets des Mayombe-Gebirges. "Andere verpflanzten sich nach Gabun, dessen Gebiet damals nicht rekrutiert wurde. Ganze Familien versteckten sich in Cabinda (Provinz von Nord-Angola [web13]) oder im (damals) belgischen Kongo.
[Bürgerkrieg: Deportation der Bakongo, Bayaka und Bayombe - Bürgerkrieg gegen kriminelle "christliche" Rekrutierer - die Afros lernen das "Gesetz der Vergeltung"]
Die Kolonialverwaltung, die für die Rekrutierung zuständig war, begann, buchstäblich "erwachsene Männer" von einem Ende des Mittleren Kongo bis zum anderen zu verfolgen. Unter der Leitung skrupelloser Unteroffiziere, die von westafrikanischen Milizionären unterstützt wurden, wurde eine regelrechte Menschenjagd veranstaltet. Zwischen Brazzaville und dem Ozean wurden die Bakongo, Bayaka und Bayombe mit einem Strick um den Hals zu den Sammelpunkten gebracht. Die Babembe um Mouyondzi "widersetzten sich offen der Rekrutierung und spielten leicht mit Messer, Machete und Gewehr, um dann in den Busch zu ziehen", berichtet ein ehemaliger Administrator der Region. Andere überfielen die Rekrutierer aus dem Hinterhalt, um die Gefangenen zu befreien.
Warum wurde die Panik so gross, dass sie in Gewalt umschlug? Wahrscheinlich, um auf die Gewalt der Anwerber selbst zu reagieren, die wieder einmal Bischof Augouard hätten lesen sollen, der 1908 in seiner Einleitung zur CARTE FLUVIALE du Congo schrieb:
"Man muss gegenüber den Eingeborenen gerecht sein und darf sie niemals täuschen oder brutalisieren. Und selbst wenn man von ihnen getäuscht wurde, darf man nie von der Mässigung abweichen, für die ein Weisser immer ein Beispiel geben sollte. Einige Europäer erreichen bei den Schwarzen nichts, weil sie einen schlechten Ruf haben, und oft sind sie selbst schuld an der Trägheitskraft, die sich ihnen entgegenstellt und deren erste Opfer sie sind."
Mit seinen Vorhersagen als eher paternalistischer als moralisierender "Zivilisator" hatte sich Mgr. Augouard geirrt: Der Gewalt setzten die betroffenen Eingeborenen zunächst die Trägheitskraft und dann die Stärke überhaupt entgegen. Aus den christlichen Lehren hatten sie zumindest ein sofort anwendbares Prinzip gelernt: das Gesetz der Vergeltung.
[Bürgerkrieg: Deportationen ganzer Dörfer aus der Savanne ins tropische Mayombe-Massiv - Massenflucht]
Es gab noch eine weitere, moralische und kulturelle Gewalt, die auf die Bevölkerung ausgeübt wurde. Aus den Ebenen des Kouilou und den Tälern der Sangha hatte die Kolonialverwaltung ganze Dörfer in das Mayombe-Massiv getrieben. So wurden Menschen aus der Savanne gezwungen, Waldarbeiter und Bergbewohner zu werden. Einige von ihnen hatten noch nie einen Berg oder gar das Meer gesehen. Für sie bedeutete der blosse Anblick solcher Welten den sofortigen Tod. Sie zogen es vor, auf der Flucht im Wald zu sterben, als auf einem Felsen zu sterben. Denn man starb bereits in den Bergen, in diesem unheimlichen Mayombe-Massiv. Das wussten alle.
["Christlicher" Eisenbahn-Holocaust Frz. Kongo 1925: Massenmörder Antonetti eröffnet isolierte Baustellen im waldigen Hügelland "Mayombe" - mit Subunternehmern - fehlende Versorgung im Wald ist absehbar]
Antonetti beharrt auf seinem Standpunkt
Seit Anfang 1925 hatte sich der Generalgouverneur Raphaël Antonetti dafür entschieden, "schnell zu handeln", um die Verzögerungen aufzuholen, die durch die Aussetzung der Arbeiten im Vorjahr, die neuen Verhandlungen mit der Société de construction des Batignolles und die langsame Bewilligung neuer Kredite entstanden waren. Er traf die folgenschwere Entscheidung, mit den Bauarbeiten in der Savanne, im Gebirge und im Wald zu beginnen, ohne auf die - seiner Meinung nach zu langsamen - Fortschritte derjenigen zu warten, die sowohl von Pointe-Noire als auch von Brazzaville aus vorangetrieben wurden. Es wurden Baustellen eingerichtet, um Abschnitte zu bauen, die ungefähr der noch immer nicht endgültigen Trasse entsprachen. Mehr oder weniger seriöse, mehr oder weniger kompetente Tâcherons meldeten sich als Subunternehmer und bekamen Baustellen zugewiesen. Ihnen wurde Arbeitskraft versprochen, die verdreifacht werden sollte, um den Bedarf aller Baustellen zu decken.
Die Generalregierung verpflichtete sich, die Arbeiter anzuwerben, zu betreuen, zu ernähren, zu beherbergen, zu bezahlen und zu pflegen. Und man gab der Arbeitsverwaltung - die sich im Herzen von Mayombe niederliess - einige Wochen (insgesamt einen Monat) Zeit, um Verpflichtungen einzuhalten, die innerhalb eines Jahres hätten vorbereitet werden müssen.
["Christlicher" Eisenbahn-Holocaust Frz. Kongo 1930: Massenmord und Massenfolter an isolierten Baustellen im Waldgebirge - Wege: über gefällte Bäume klettern oder unten durch kriechen - Loren und Eisenbahnschienen zu Fuss transportieren]
Ein Bericht der Direktion für Arbeitskräfte (Direction de la main-d'oeuvre) kündigte bereits eine "hemmungslose Verschwendung von Arbeitskräften an". Dieser Bericht, der später von Robert Poulaine in Etapes africaines - Voyage autour du Congo (Ed. La Nouvelle Revue critique, col. La Vie Aujourd'hui, Paris, 1930) zitiert wurde, war so prophetisch, dass er ausführlich zitiert werden sollte:
"Es wird also zahlreiche Teams geben, die über grosse Entfernungen völlig isoliert sind, in einem besonders schwierigen Land, das mit Hindernissen übersät ist, wo es keine Strassen oder Wege gibt, um ihre Versorgung und einen angemessenen medizinischen Dienst zu gewährleisten. Die mit Reis oder Maniok beladenen Männer mussten sich mehrere Monate lang durch ein unentwirrbares Gewirr von Abholzungen bewegen, zwischen den sich überkreuzenden Ästen hindurchschlüpfen, über die riesigen, auf dem Boden liegenden Stämme klettern und trotz ihrer Anstrengungen nicht mehr als einen Kilometer pro Stunde vorankommen. Auf diesem Weg sollten auch Kranke und Verletzte, die vor Ort nicht behandelt werden konnten, abtransportiert werden. Um mit den Erdarbeiten in den geräumten Bereichen zu beginnen, lässt das Unternehmen [Auftragnehmer, in diesem Fall die SCB] die schweren Loren und die Decauville-Schienen (Schienen der Firma Decauville [web14]) auf dem Rücken der Menschen transportieren. das waren erdrückende und unhandliche Lasten, unter denen die einheimischen Arbeiter stöhnen. Sie brachen bei jedem Schritt zusammen, konnten ihre Kräfte nur schlecht bündeln und glichen in ihrer hilflosen Unruhe den Ameisen, die sich um eine Beute beeilten, die in keinem Verhältnis zu ihrer Grösse stand.
Verschwendung und Verschleiss von Arbeitskräften, die Notwendigkeit eines beträchtlichen Anteils an Trägern für eine sehr geringe Anzahl an nützlichen Arbeitskräften, die ständige Zunahme der Anzahl, die es mit Essen zu versorgen gab (ein Mann musste das Essen für 4 bis 5 Männer transportieren, sich selbst eingeschlossen), die rücksichtslose Ersetzung menschlicher Arbeit durch Maschinen - das ist das System, das in Mayombe angewendet wird. Es kostet eine beträchtliche Anzahl von Menschenleben, die eingespart werden könnten, Summen, die in keinem Verhältnis zu den erzielten Ergebnissen stehen, und stellt uns schon jetzt vor Schwierigkeiten, die die Natur des Landes und der Gesundheitszustand der Arbeitskräfte vielleicht unüberwindbar machen werden. "
["Christlicher" Eisenbahn-Holocaust Frz. Kongo: Männer sterben alle - also deportiert man Männer aus der Ferne: "Ubangui-Chari, Kamerun und im Tschad" - die Dörfer an der Eisenbahnlinie sollen nun das Essen für die Eisenbahnsklaven produzieren]
Das Buch von Robert Poulaine, das diese Zitate enthält, wurde später umstritten. Tatsache ist, dass bereits selbst auf den Baustellen (manchmal als Subunternehmer) der SCB das Sterben begonnen hatte, und die "erwachsenen Männer" im gesamten Mittleren Kongo wussten dies: "La fâcheuse réputation du chemin de fer notera G. Sautter (op. cit.), hatte leider eine sehr reale Grundlage: die schlechten Lebensbedingungen, die schlechten Arbeitsbedingungen, die Krankheiten, die Massensterben in den Lagern des Mayombe-Gebirges." Da die Kongolesen gestorben oder aus dem Kongo desertiert waren, wurden die Arbeiter anderswo gesucht: in Ubangui-Chari, Kamerun und im Tschad.
Weil es keine Männer der Afro-Stämme Babembe, Bakongo oder Baoumbo mehr gibt, sollen Männer der Boubanguis, Bandas, Mandjias und Saras herangezogen werden. Die Entscheidung dazu wurde im Februar 1925 getroffen, sobald der "Prokonsul" Raphael Antonetti beschlossen hatte, die Eisenbahn so schnell wie möglich fertigzustellen, indem er mehrere Abschnitte auf einmal "in Angriff nahm". Ein offizieller Bericht aus dieser Zeit, der diesmal von Professor Sautter (op. cit.) zitiert wurde, bestätigte:
"Wir verzichten auf die ausschliessliche Rekrutierung in dem von der Eisenbahn durchquerten Gebiet [...]. Indem wir weniger Männer von den Anwohnern dieser Eisenbahnlinie verlangen, ermöglichen wir ihnen, ihre Plantagen zu entwickeln, um mehr (frische Lebensmittel für die Arbeiter der Eisenbahn) zu liefern".
["Christlicher" Eisenbahn-Holocaust Frz. Kongo: Deportationen in den Bezirken "Oubangui-Chari, Moyen-Logone und Moyen-Chari" - im Tschad "Batha und Ouaddaï" sowie "Saras" - André Gide: hohe Todesraten]
Die Transporte begannen am 15. März 1925. Als erste verfügbare Reservoirs mussten die drei Bezirke Oubangui-Chari, Moyen-Logone und Moyen-Chari jeweils 1.000 Mann bereitstellen. Weiter nördlich im Tschad wurden dann Batha und Ouaddaï geortet. Nur die Tubu-Nomaden entgingen der Razzia. Auch wenn das Rekrutierungsgebiet ausgeweitet wurde, änderten sich die Methoden kaum, so dass André Gide [3] einen Skandal ausrufen musste.
In seiner bewundernswerten Bericht "Kongoreise" ("Voyage au Congo", und dann kam noch "Die Rückkehr vom Tschad" ("Le Retour du Tchad"), - Ed. Gallimard, Paris 1927-1928) notierte der grosse französische Schriftsteller, als er Ende Dezember 1926 [im Tschad das Gebiet] Fort-Archambault besuchte:
"Die Eisenbahn Brazzaville-Océan ist ein schrecklicher Verbraucher von Menschenleben. Hier ist Fort-Archambault gezwungen, erneut tausend Saras zu schicken. Dieser Bezirk, einer der grössten und am dichtesten besiedelten Bezirke der AEF, ist besonders gefordert, wenn es um einheimische Arbeitskräfte geht. Die ersten von hier entsandten Kontingente hatten viel zu leiden: während der Reise aufgrund der schlechten Ausstattung der Schiffe, die sie transportierten, und auf den Baustellen selbst mit Schwierigkeiten bei der Unterbringung und bei der Versorgung. Das war vorher offenbar nicht zufriedenstellend untersucht worden. Die Sterblichkeitsrate übertraf selbst die pessimistischsten Prognosen".
["Christlicher" Eisenbahn-Holocaust Frz. Kongo: Die Deportationen vom Tschad aus - Marsch nach Bangui - tödliche Lastkähne ohne Geländer nach Brazzaville - Todesmärsche 15 Tage durch die Savanne+Dschungel ins Mayombe-Gebirge]
Am 31. Dezember 1926 sah André Gide, wie die mit der Rekrutierung beauftragten Milizionäre mit ihrer "Beute" in Fort-Archambault eintrafen: 1500 Männer, von denen etwa 1000 als geeignet eingestuft wurden. Das heisst, sie waren gut genug, um zu den Baustellen geleitet zu werden.
Die Wege waren lang und beschwerlich. Die Rekruten aus dem Tschad kamen zu Fuss bis nach Bangui [Hauptstadt von Zentralafrika]. Die Herde der Eingeborenen, so Gide, findet dort gesunde und grosse Räumlichkeiten, reichlich Trinkwasser (ein Brunnen wurde eigens dafür gegraben) und eine ebenso gesicherte Ernährung". Von Bangui nach Brazzaville wurden sie auf dem Ubangi-[Fluss] und später auf dem Kongo-[Fluss] mit Schiffen transportiert - "offene Lastkähne ...", so André Gide -, aber der relative Komfort von Bangui wurde schnell vergessen. Einige Arbeiter schliefen auf den Lastkähnen, die weder Deck noch Rand hatten, fielen hin und ertranken im Fluss. Andere sterben (bereits) an Lungenentzündung, da sie auf ihrem "Boot" ohne Dach ständig Regen und Nebel ausgesetzt waren; die Fahrten sollten von Juni bis November stattfinden, wenn der Oubangui Hochwasser führt. Ab Brazzaville konnten die Rekruten einen Vorgeschmack auf das bekommen, wozu sie dienen sollten: Man liess sie mit dem Zug auf der hundert Kilometer langen Strecke reisen, die bereits verlegt und genutzt wurde. Dann ging es wieder auf die Strasse. Das heisst: zu Fuss gehen. Fünfzehn Tage durch die Savanne und den Wald, bevor die Ausläufer des Mayombe-Gebirges in Angriff genommen werden. Viele werden ihr Ziel nicht erreichen.
[Widerstand 7.7.1927: Bericht im Parlament von Nouelle und Antonelli über kriminelle Rekrutierung, Sterblichkeit+Ausbeutung durch die "Konzessionsgesellschaften"]
["Christlicher" Eisenbahn-Holocaust Frz. Kongo Mayombe:
[Ergänzung: Die Region Mayombe vom Kongo bis Angola mit 600 bis 700m hohen Urwald-Bergen und 8 Monaten tropischer Regenzeit
Das tropische, mit Urwald bewaldete Mayombe-Gebirge zieht sich vom Kongo bis an die Nordgrenze von Angola. Die Berge sind durchschnittlich 600 bis 700m hoch, mit einem tropischen Klima mit Ozean-Einfluss, mit 1) einer Trockenzeit von Juni bis September mit 17 bis 22ºC am Tag, mit Nächten bis 8ºC kühl, und 2) mit einer Regenzeit von Oktober bis Mai mit Temperaturen zwischen 28 und 33 ºC, mit einer Luftfeuchtigkeit von fast 100%, und die Passatwinde lassen die Dämpfe zusätzlich an den Steilhängen kondensieren [was nochmals Regen bedeutet [web15]. Also, in diesem Gebirge soll eine Eisenbahnlinie OHNE Maschinen gebaut werden!. Wir lesen]:
Wie man im Mayombe stirbt
[Mayombe in der Regenzeit: Tödliche Unfälle sind normal - zwischen km87 und km141 - mit 17 Tunneln - Bericht von Romanot - das Lager km102]
[Hier kommt gleich ein Beispiel eines tödlichen Unfalls: Ein Träger meint, er müsse alles riskieren]:
"Der sehr rutschige Boden auf den Felsen erlaubte es einem Träger nicht, aufrecht zu stehen. Er rutschte mit dem Tachymeter [Vermessungsgerät auf dem Rücken] aus und rollte über die Felsen bis zum Fuss des Berges in die Louloula... Wir brauchten sechs Stunden für den Abstieg. Wir fanden keine Spur von dem Einheimischen, der von den Stromschnellen verschlungen worden sein musste...Die Arbeitsbehörde wurde über den Unfall informiert. Die Untersuchung, die wie üblich eingeleitet wurde, ergab, dass es sich um ein Versehen handelte."
Es ist ein Augenzeuge, der von diesem Unfall berichtet. Michel Romanot, der unter der Unterschrift von Michel R.O. Manot ein Buch geschrieben hat, von dem man nur noch zerstreute Blätter ohne Einband findet: Aventure de l'or et du Congo-Océan. Romanot war in den 1920er Jahren Beamter der Abteilung für Arbeitskräfte. Er wusste, wovon er sprach, denn er war für eines der schlimmsten Lager in Mayombe verantwortlich: das Lager km102, heute Les Saras. Und zwischen km87, km200 und km141 sollten die Unfälle am tödlichsten sein. Hier sollten 17 Tunnel gegraben werden, darunter der fast 1,7 Kilometer lange Bamba-Tunnel.
Die [Afrikaner der] Saras aus dem Tschad lebten dort und starben dort. Romanot selbst hatte ihre Kleidung übernommen: Wie sie lebte er nackt in diesem unwirtlichen Wald. Der französische Beamte fasste in einer kuriosen Geschichte eine der Tragödien der Kongo-Ozean-Eisenbahn zusammen.
[Mayombe in der Regenzeit: Massentod durch die Ruhr - ein tödliches Haus im Lager km102 auf einem Berg Ruhr-Leichen]
Einer seiner Kollegen, ein Franzose namens Caron, hatte auf einem abgelegenen Grundstück des Lagers ein Haus gebaut. Er starb zwei Wochen, nachdem er eingezogen war. Sein Nachfolger, ein frisch verheirateter Mann, der gerade erst an Land gegangen war, wohnte ebenfalls dort. Seine Frau starb kurz nach dem Einzug. Ein weiterer Mann erlitt das gleiche Schicksal. Erst nach einem vierten Todesfall wurde der Verdacht laut, dass das Haus "von bösen Geistern bewohnt" sei. Später wurde festgestellt, dass die "Caron-Hütte" auf einem Grundstück errichtet worden war, auf dem "an Ruhr gestorbene Eingeborene" begraben worden waren. Nach den Unfällen an den Hängen des Mayombe-Massivs oder des Berges Kaba und den Ertrinkungsfällen im Loukoula-Fluss war die Ruhr eine mörderische Geissel in diesen Arbeiterlagern.
[Das Silberwasser war noch nicht entdeckt - Link].
Diese Krankheit war den Saras, die aus ihrer heimatlichen Savanne verpflanzt worden waren, unbekannt. Sie starben langsam, erschöpft von der Arbeit auf den Baustellen und der ungewohnten Ernährung, sofern es sie überhaupt gab. Die Gesundheitsversorgung liess Mitte der 1920er Jahre zu wünschen übrig.
[Mayombe: katastrophale Zustände ohne WC - Trockenheit mit frischen Temperaturen provoziert tödliche Lungenkrankheiten]
Im Lager M'Boulou beispielsweise - das Schichten über 25 km verteilen sollte - wurden 800 Arbeiter von einem Unteroffizier betreut, dem ein einfacher Hygieniker zur Seite stand, der es nicht mehr aushielt.
Wir hatten einen Schub gegeben, um die Manöverlager einzurichten. Die Manöver waren gekommen, aber noch nicht die Sanitätstrupps. Und das entsetzliche Klima in Mayombe führte dazu, dass sich die Krankheiten verbreiteten. "Die Trockenzeit mit frischen Temperaturen von Juni bis August war das Schlimmste" (frz.: "La saison, frais de juin à août était la pire''), konnte Professor Sautter feststellen, der aus offiziellen Dokumenten entnahm, dass Lungenerkrankungen die tödlichsten waren: Bronchitis, Bronchopneumonie, Lungenkongestionen, Lungenentzündungen mit atypischem Charakter, Mehrfachherden, die sich manchmal in weniger als 48 Stunden auf fulminante Art und Weise entwickelten. Sautter fügte hinzu: "Das Zusammenpferchen in den Lagern begünstigte die Ansteckung und verschlechterte die Prognose, indem es der Krankheit einen epidemischen Charakter verlieh. Selten starben weniger als 25%, meistens 50% und manchmal 60% der erkrankten Arbeiter".
[Sie wussten noch nichts von Blutgruppenernährung und Natron-Heilungen - siehe Mutter Erde mit http://www.med-etc.com].
[Mayombe: Oft unklare Diagnosen - die Ärzte zählen einfach die Toten - Zwangsarbeiter von weit her sterben am meisten (wegen Klimawechsel+falscher Ernährung) - Nervenzusammenbrüche]
Es liessen sich noch viele weitere Krankheiten ausser Ruhr und Lungenleiden nennen. Die Krankenakten der damaligen Zeit waren sich in Bezug auf die Diagnosen nicht einig. Sie stellten Krankheiten fest und notierten die Zahl der Toten. Die "tragischen Jahre" wurden von Professor Sautter ebenfalls anhand von offiziellen Dokumenten ermittelt. Sie entsprechen dem massiven Zustrom von Fernarbeitern: 1925 starben in der Küstendivision 1341 Menschen, 1926 waren es 2556, 1927 2892 und 1928 2635 [pro Jahr im Schnitt 2694,33 Tote, pro Tag 7,38 Tote].
Die Situation verbesserte sich 1929: "nur" noch 1.300 Tote. Die Zahl der Todesfälle nahm mit der Verbesserung der Gesundheitsinfrastruktur ab, doch 1932, zwei Jahre vor der Eröffnung der Kongo-Ozean-Eisenbahn, verzeichnete die Küstendivision immer noch 517 Tote.
Das lag daran, dass es eben nicht nur Arbeitsunfälle und Krankheiten gab, die durch das Klima oder die für die Region typischen Infektionen verursacht wurden. Die [Afrikaner-Stammesangehörigen der] Saras und Bandas starben, weil sie entwurzelt wurden. Die Ernährungsgewohnheiten wurden auf den Kopf gestellt.
Der Verzehr von Reis oder Waldfrüchten hatte zweifellos Einflüsse auf die organische Störung vor allem der Tschader. Vor allem aber dezimierte diese abrupte Veränderung der Umwelt weiterhin ganze Bevölkerungsgruppen von Arbeitern, die an Nervenzusammenbrüchen starben.
Ein Arzt-Inspektor, Dr. Condé, der von dem Journalisten Robert Poulaine in Etapes africaines (a.a.O.) zitiert wurde, sagte, die Erkrankung sei "undefinierbar. Diese Menschen sind moralisch angeschlagen; sie verzehren sich langsam an Anämie und Neurasthenie... Es handelt sich um Schwarze aus dem Tschad, wo ihr Leben in völliger Freiheit zwischen Jagd, Ackerbau und Familie verläuft.
[Die Dreiteilung: Flucht - Krankenhaus - Arbeit]
Die einen desertieren und gehen in den Busch, um zu verhungern oder in den ihnen unbekannten Wäldern unter den Zähnen eines Raubtiers zu enden: Andere füllen die Krankenhäuser, ein Drittel kann vom Arbeitsdienst beschäftigt werden".
[Mayombe 1928 mit Hungersnot und Massentod der Zwangsarbeiter - Notruf aus Loudima - 4-5 Tote pro Woche pro Lager]
Eine letzte, aber nicht unwesentliche Geissel dezimierte die Arbeiter der Kongo-Ozean-Eisenbahn: Hunger. Am 20. Januar 1928 - dem letzten tragischen Jahr - richtete der Verwalter von [der Stadt] Loudima folgenden Notruf an den Generalgouverneur Raphael Antonetti: "Die Situation ist nicht so, wie Sie glauben, sie ist viel ernster, sie war nie zuvor so. Seit zwei Monaten erleben wir eine bisher unbekannte Morbidität und Mortalität. Das Krankenhaus in Loudima platzt jeden Tag mehr und mehr aus allen Nähten. Die Sonderkommandos [Zwangsarbeitergruppen] rollen nach M'Vouti in scheinbar gutem Zustand. Am Abend des zweiten Tages beginnen sie krank zu werden und werden Krüppel. Am dritten Tag werden es immer mehr. In jedem Lager bleiben 4 bis 5 Männer zurück [...]. Die Lastwagen mit Lebensmitteln kommen nur zweimal pro Woche und vom 1. bis zum 15. Januar fanden sie vier Tote, ein anderes Mal drei und jedes Mal unversorgte und ausgehungerte Kranke".
[Mayombe 1928: Weisser Arzt Dr. Favre wird von einem Patienten ermordet - und der Täter wird bei einem "Fluchtversuch" ermordet - Mayombe ist ein unauslöschlicher Fleck in der französischen Kolonialgeschichte]
Hunger, Neurasthenie, fehlende Akklimatisierung und Erschöpfung führten zu Tragödien unter den "Flüchtlingen" selbst. Sie führten zu sinnloser Gewalt. So starb Dr. Favre, als er von einem seiner Patienten ermordet wurde. Der Lagerleiter Romanot berichtet:
"Favre ... untersuchte einen Afro der "Banana", als einer seiner Kameraden plötzlich die Decke beiseite zog, mit der er sich umwickelt hatte, und ein Messer zückte. Der Krankenpfleger N'Sitou, ein Bayombi, stürzte sich auf ihn und packte das Messer an der Klinge; er verletzte sich und liess das Messer fallen. Die Schreie der anderen Kranken veranlassten Dr. Favre, sich umzudrehen, und der Banana stiess ihm das Messer sofort mitten ins Herz. Er starb fast sofort. -
Der Mörder wurde überwältigt und in das Malamine-Gefängnis in Brazzaville gebracht, "wo er drei Monate lang ohne Gerichtsverfahren blieb". Eines Tages machte ihm ein Mitglied der Studienmission einen "Ausbruchsversuch". Er ging zum Leiter des Gefängnisses und schlug ihm vor, in der örtlichen Kneipe "Assanakis" etwas trinken zu gehen. Er versicherte ihm, dass er das Gefängnis während seiner Abwesenheit bewachen würde. Das Mitglied der Studienmission öffnete die Gefängnistür. Als der Banana-Afro die offene Tür sah, kam er heraus und wurde mit einem Revolverschuss niedergestreckt: Fluchtversuch. Der Europäer kam vor Gericht und wurde freigesprochen".
So würde man auch für Mayombe sterben. An Wahnsinn und Ungerechtigkeit. Das Epos der Kongo-Ozean-Eisenbahn war zur Tragödie geworden. Es bedurfte mutiger, aber in der Polemik manchmal übertreibende Leute, um den Skandal aufzudecken. Der Schlamm von Mayombe sollte die gesamte politische Klasse Frankreichs in Mitleidenschaft ziehen.
Der Kongo-Ozean-Skandal
[1921: Generalgouverneuer Victor Augagneur wählt Pointe-Noire als Ausgangspunkt der Eisenbahnlinie - die Ehefrau macht den Spatenstich]
Afrikanische Arbeiter wurden zu ihren Lebzeiten bis zum Umfallen ausgebeutet. Nach ihrem Tod wurden sie noch mehr ausgebeutet. Im Namen eines vordergründigen Humanismus, der die gleichen Interessenkonflikte verbarg, die bereits zu Beginn des Jahrhunderts das Projekt der Kongo-Ozean-Eisenbahn ins Stocken gebracht hatten. Der Spatenstich von Frau Augagneur am 6. Februar 1921 hatte diese Streitigkeiten noch lange nicht beendet. Ihr erhabener Ehemann, der Generalgouverneur Victor Augagneur, der [die Stadt] Pointe-Noire als Seeterminal wählte statt Loango oder Pointe-Banda, wurde von den geschädigten Siedlern schlichtweg beleidigt, weil sie "ihre" Eisenbahn in "ihren" Konzessionen nicht erhalten konnten. "Vergiftet von einem übertriebenen und senilen Absolutismus, der in seinem Alter unheilbar ist", hiess es, "hat er im Kongo in zwei Jahren bereits das Maximum an Schaden in einem Minimum an Zeit angerichtet". Hätte er eine andere Linie gewählt, wäre er von anderen Siedlern in ähnlicher Weise beleidigt worden.
[1924-1938: Generalgouverneur Antonetti will einfach "seine Eisenbahn" OHNE Rücksicht auf Verluste]
Sein Nachfolger Raphaël Antonetti, der seine Karriere (1934) im Kongo beendete und 1938 an den Folgen eines alten Unfalls auf den Baustellen der Eisenbahn starb, wurde durch den Dreck gezogen. Lassen Sie uns gleich zu Beginn Raphael Antonetti Gerechtigkeit widerfahren lassen. Als energischer Prokonsul und hartnäckiger Macher war dieser Mann kein Mörder, trotz des schrecklichen Satzes, der ihm zugeschrieben wird: "II me faut mes 10 000 morts. Sir, aber ich brauche meine Eisenbahn."
[Widerstand ab 1921: Weisse Siedler im Frz.-Kongo bleiben ohne Plantagenarbeiter+Ernten verfaulen - Presse berichtet - Bericht von Generalinspekteur Pégourier mit totaler Übertreibung: "1 toter Zwangsarbeiter pro Schwelle"]
Die beiden Gouverneure wurden Opfer einer Kampagne, die in der Sache gerechtfertigt, in der Form aber schändlich war. 1922, unter der Herrschaft von Augagneur und noch vor den tragischen Jahren (1925-1928), hatte die Kabale begonnen: [Weisse] Siedler beklagten sich, dass ihnen die Arbeitskräfte ausgingen. Sie behaupteten, dass in einer Konzession, in der früher 500 Landarbeiter arbeiteten, nur noch etwa 20 übrig seien und die Ernte verfaule - weil die Einheimischen für den Bau der Eisenbahn rekrutiert wurden. Bis nach Paris nutzten die Konzessionäre alle Mittel, um sich ''sehr energisch gegen den Bau der Eisenbahn von Brazzaville nach Pointe-Noire'' zu wehren, wie es der Berichterstatter des Ausschusses für Kolonien in der Abgeordnetenkammer 1923 formulierte. Selbst in Belgien wurden Zeitungen eingeschaltet. Die Brüsseler Kolonialdepesche schrieb:
"Unsere französischen Freunde sind mit ihrer kongolesischen Eisenbahn sehr in Verlegenheit. Man nimmt ihnen für den Bau dieser Eisenbahn die gesamte Arbeitskraft, die ihre Betriebe benötigen; das heisst, man beginnt damit, sie zu ruinieren, bevor man ihnen ein Transportmittel gibt...".
In seiner Dissertation über die Eisenbahnlinie Congo-Océan (op. cit.) berichtet Marcel Soret, Forschungsleiter am [Übersee-Forschungsinstitut] Orstom ("Office de la recherche scientifique et technique outre-mer" [web16]) - der einige Wahrheiten rekonstruieren konnte: "Eine Waffe allererster Ordnung sollte diesen Feinden der CFCO (die Rekrutierungsfirma "Compagnie forestière Sangha-Oubangui") plötzlich von der französischen Verwaltung selbst in die Hand gegeben werden und die Debatte von der wirtschaftlichen Ebene auf die" humanitäre Ebene verlagern, für die die grosse Masse der öffentlichen Meinung viel empfänglicher ist: der Bericht des Generalinspekteurs Pégourier über die Eisenbahn Brazzaville-Océan, der fast ausschliesslich den Rekrutierungsbedingungen der Arbeiten, ihrer materiellen Situation, dem Gesundheitszustand... gewidmet ist."
Sicherlich war der Generalinspektor Pégourier, der 1926 auf eine Mission in den Kongo geschickt wurde, zu Recht von der Sterblichkeit auf den Baustellen und in den Arbeiterlagern betroffen. Wie hätte er es auch nicht sein sollen? Aber da er wohl mehr auf die Siedler als auf die Vorarbeiter (und noch weniger auf die Arbeiter!) gehört hatte, tappte er in die Falle. Er argumentierte, dass die Eisenbahn "einen Arbeiter pro Eisenbahnschwelle ("traverse") und einen Europäer pro Kilometer" koste. Marcel Soret rechnete nach: Der CFCO hätte dann rund 685 000 Tote "gekostet", also mehr als das Fünffache der insgesamt tatsächlich eingesetzten Arbeitskräfte! Aber der Bericht war offiziell und die Zahl so spektakulär, dass die Pariser Lobby der Kongo-Konzessionäre sie festhielt und nur diese Zahl festhielt.
Dass es Übertreibungen und sogar Inkonsequenzen gab, ist die Wahrheit. Als Pégourier die Sterblichkeitsrate auf 40 oder gar 80 Prozent der Belegschaft schätzte, sündigte er weniger durch übertriebenen Humanismus als durch die falsche Wahl der Arbeitsmethode. Er verwechselte, wie Marcel Soret später sagen würde, "Tod und Abfall".
[Widerstand ab 1921: Journalist Robert Poulaine in "Le Temps" und André Gide mit "Kongoreise" werden nicht ernst genommen - Folter der Rekrutierungsfirma CFSO wird NICHT ernst genommen]
Der Journalist Robert Poulaine, Autor von Etapes africaines (op. cit.), schrieb in Le Temps hetzerische Artikel. Der Gouverneur Raphaël Antonetti sah darin lediglich eine Rache des Journalisten an der Bahnbaugesellschaft Batignolles (Société de construction des Batignolles - SCB), die sich geweigert hatte, ihn einzustellen. Der Verdacht, dass er mit Konzessionären, die gegen die Eisenbahn und damit gegen die SCB (Société de construction des Batignolles) waren, in Verbindung stand, war nur ein kleiner Schritt, den man etwas zu schnell überschritt. Denn auch wenn es stimmt, dass die Anschuldigungen der Konzessionäre gegen die Kongo-Ozean-Eisenbahn übertrieben waren, ist es nicht weniger wahr, dass es Tausende von Toten gab. Und es war nur allzu leicht, hinter allen Anklägern Söldner der Feder im Dienste der Konzessionäre zu sehen.
So wurde André Gide selbst beschuldigt, den Skandal heraufbeschworen zu haben und von den Siedlern manipuliert worden zu sein. Und das, obwohl der Schriftsteller in seinem Reisebericht "Kongoreise" ("Voyage au Congo") die Konzessionäre noch energischer anprangerte als die Erbauer der Eisenbahn. Seine erste Anprangerung ist in einem Brief an den Generalgouverneur vom 6. November 1925 enthalten.
Er berichtet, wie die Agenten der CFSO (die Rekrutierungsfirma "Compagnie forestière Sangha-Oubangui") in den Dörfern wüteten: "Zehn Kautschukpflücker, die für die CFSO arbeiteten, wurden dazu verurteilt, unter sengender Sonne und mit schweren Holzbalken um die Fabrik herumzulaufen, weil sie im Vormonat keinen Kautschuk gebracht hatten (in diesem Monat brachten sie jedoch die doppelte Ernte). Der "Ball" begann um 8 Uhr und dauerte den ganzen Tag unter den Augen der Herren Pacha und Maudurier, die am Posten der CFSO sassen. Gegen 11 Uhr [nach 3 Stunden Terror!] fiel der Mann namens Malingue aus Bangouma und stand nicht mehr auf. Seine Leiche wurde zu Herrn Pascha gebracht, der nur sagte: "Das ist mir egal". Die Behauptung, Gide habe für die grossen Konzessionsgesellschaften "gearbeitet", war ein Universum der Unaufrichtigkeit!
Das Mayombe-Gebirge ist auch heute noch schwierig zu durchqueren - Naturstrasse [5]
Auch alle französischen Parlamentarier, die in Paris den Kongo-Ozean-Skandal aufdeckten, waren nicht von den Siedlern gekauft. Der offizielle Titel des Interpellationsantrags der Abgeordneten Nouelle und Antonelli in der Sitzung vom 7. Juli 1927 ist in dieser Hinsicht eindeutig genug: "Die Rekrutierung der für den Bau der Kongo-Ozean-Eisenbahn erforderlichen einheimischen Arbeitskräfte, über die entsetzliche Sterblichkeit auf den Baustellen dieser Eisenbahn sowie über die schamlose Ausbeutung, der die Eingeborenen Äquatorialafrikas seitens der Konzessionsgesellschaften zum Opfer fallen." Man konnte diesen Abgeordneten kaum Parteilichkeit vorwerfen.
[Widerstand: Afro-Proteste werden nicht ernst genommen - aber die Afros in Afrikas Dörfern bewaffnen sich - Drohungen reichen aus, damit die kriminellen weissen "Christen" verschwinden (!)]
Afrikanische Stimmen hatten sich längst erhoben, wurden aber nicht wirklich gehört: Le Cri du Nègre, die Zeitung des von Lamine Senghor und Tiemoko Garan Kouyate geleiteten Komitees zur Verteidigung der Negerrasse [schwarze Rasse], hatte 1926/27 quasi in die Wüste geschrien. Dann meldeten sich die Neger [Afros] der Savannen und Wälder zu Wort. Der Widerstand gegen die Rekrutierung für die Eisenbahnbaustellen sollte zum bewaffneten Widerstand werden. Es handelt sich um die Tourberichte einiger Anwerber zwischen dem 21. November und dem 24. Dezember 1927, die von [Wahrheitsjournalist] Robert Poulaine zitiert werden. Hier einige Auszüge daraus.
''Die Einheimischen (Männer, Frauen, Kinder), die entschlossen waren, ihr Leben zu verteidigen, anstatt sich festnehmen zu lassen, hatten sich in den Wald geflüchtet, bewaffnet mit Lanzen, Gewehren und Macheten.
"Im Land Odzala [nördlicher Frz.-Kongo an der Grenze zu Gabun] das an den Posten grenzt, wurde nicht ein einziger Mann rekrutiert. Der Sergeant wurde von einem Einheimischen aus dem Dorf Sembé [ebenda] mit einer Waffe bedroht: Der Schuss ging glücklicherweise nicht los.
"Zwischen den Dörfern Odzala und Linge wurde er von einem Eingeborenen aus dem Dorf Opounga ins Visier genommen und gab einen Schuss aus seinem Gewehr in die Luft ab.
"Im Dorf Lubanga hatten sich alle Einheimischen, die mit Gewehren und Dolchen bewaffnet waren, an das Ende des Dorfes zurückgezogen, als der Wächter Fara und der Dolmetscher Makola ankamen. Beide wurden mit Waffengewalt bedroht, aber sie zogen es vor, in den Wald zu verschwinden.
"Im Land von Bomandjoka kommt der Wächter Loango in ein Lager, in dem alle Männer bewaffnet sind. Um sich zu befreien, schiesst er in die Luft und erbeutet drei Gewehre, die von den Flüchtenden zurückgelassen wurden."
[Widerstand Oktober 1928-März 1929: Aufstand in Haute-Sangha+in Kamerun - kriminell-"christliches" Frankreich kommt mit Scharfschützen - Antonetti sagt: "Fanatiker"]
Im Oktober 1928 kommt es in den Rekrutierungsgebieten der Haute-Sangha und den benachbarten kamerunischen Regionen zum Aufstand. Die Unterdrückung zur "Befriedung" dauerte bis März 1929. Daran waren nicht mehr nur die Militäreinheiten beteiligt, die für die Rekrutierung und Betreuung der Arbeiterlager zuständig waren, sondern sogar die Tirailleurs der Kolonialarmee.
Gouverneur Antonetti wird sagen, dass es sich um einen Aufstand von Fanatikern handelte, die von einem erleuchteten Zauberer aufgestachelt wurden. Das ist nicht falsch. Aber der Hexer verstand es, auf einem bereits mobilisierten psychologischen Terrain zu arbeiten: Der Widerstand gegen die Kolonialmacht begann mit dem Widerstand gegen die Zwangsarbeit, d. h. gegen den Tod.
Wahrheits-Schriftsteller André Gide und Wahrheitsjournalist Albert Londres brachten skandalöse Fakten über die Eisenbahn Brazzaville - Pointe Noire [7]
André Gide hatte bereits 1926 Alarm geschlagen, der Generalinspektor Pégourier hatte ungeschickt agitiert, der Inspektionsarzt Lasnet machte ihn 1927 glaubwürdiger, und im Oktober 1928 wurde der Alarm durch den Journalisten Albert Londres verstärkt, der im darauffolgenden Jahr mit der Veröffentlichung Terre d'ébène (Ebenholzland) erneut Alarm schlug.
[Frankreich 1920er Jahre: Zahlendiskussionen um die Kongo-Eisenbahn: 20.000 bis 500.000 Opfer - offizielle Zählungen]
Die Debatte über den "Kongo-Ozean-Skandal" ging über den Plenarsaal des französischen Abgeordnetenhauses hinaus und wurde auch in der Öffentlichkeit leidenschaftlich geführt. Vertrauliche Berichte wurden in den Zeitungen ausgewertet. Jeder brachte seine eigenen Phantasien ein. Die Zahl der Toten schwankte in der kollektiven Vorstellung zwischen 20.000 und 500.000. Und niemand wusste es wirklich, da die offiziellen Dokumente aus dieser Zeit kaum übereinstimmten. Professor G. Sautter stellte fest:
"Die vom Arbeitsdienst stammenden Zahlen gelten nur für die tatsächlich betreuten Arbeiter. Der medizinische Dienst hingegen registrierte alle Todesfälle in Mayombe, auch vor der Registrierung oder nach der Entlassung der Betroffenen. In einigen Dokumenten wurden auch Verluste während der Reise einbezogen, in anderen nicht. Die Definition von "Verlusten" variiert von einer Quelle zur anderen. Einige geben nur die festgestellten Todesfälle an, andere rechnen einen Teil der Deserteure hinzu oder machen unter der vageren Bezeichnung "Abfall" eine unverständliche Summe aus Toten und Lebenden. Es ist nicht leicht, sich darin wiederzuerkennen".
[Die Schätzungen von Prof. Sautter: Total offiziell deportierte Zwangsarbeiter 127.250 - geschätzte Tote: 16.000]
Es war übrigens Professor Sautter, der nach einer sorgfältigen Zusammenstellung und einem Vergleich aller Dokumente zu der glaubwürdigsten Schätzung der Zahl der Toten gelangte. Er kommt auf eine Gesamtzahl von 16.000 Todesfällen zwischen 1921 und 1934. Andere, ebenso seriöse Schätzungen schwanken zwischen 15 000 und 23 000 Toten. Das ist weit entfernt von den 500.000 oder gar 685.000 Toten, die einige selbstgefällig behauptet hatten, gezählt zu haben. Aber bei einer Gesamtzahl von 127.250 angeworbenen Arbeitern ist der Prozentsatz der Todesfälle mit rund 15% bereits skandalös.
[erst nach einer grossen Kampagne ab 1929: Baumaschinen+WCs - um noch mehr Menschenopfer für die kriminellen "Christen" zu vermeiden]
Die Arbeitsbedingungen werden sich ab 1929 verbessern. Die Mechanisierung wird den gequälten Arbeitern Erleichterung verschaffen. Die sanitären Einrichtungen wurden anständiger. Es bedurfte einer Kampagne, um die Kolonialverwaltung zu diesem Schritt zu bewegen, deren Exzesse den Vorteil hatten, dass die Kongolesen, Zentralafrikaner und Tschader, die in Mayombe gefallen waren, nicht in Vergessenheit gerieten. [...]
Eisenbahnlinie durch das Mayombe-Gebirge: Zwangsarbeit bei Erdarbeiten an einer Kuppe [8]
Übrigens: Wessen "Mitmenschen" waren die Neger [Afros] damals? Sie waren lediglich "die Arbeitskräfte, die beauftragt wurden, die Natur zu vergewaltigen". Bei der Zuweisung dieser Aufgabe wurde zunächst nur berücksichtigt, was von ihnen erwartet wurde: ihre Arbeitskraft, um sie der Trägheitskraft des Mayombe entgegenzusetzen. Die Regierenden haben die Verantwortung übernommen, diesen titanischen und zugleich ungleichen Kampf aufzunehmen. Auch wenn man 50 Jahre später niemandem vorwerfen kann, das menschliche Leben missachtet zu haben, so kann man doch ein gewisses Unbehagen nicht unterdrücken, wenn man an diese "Menschenopfer" denkt. Auch wenn sie unfreiwillig waren, so wurden sie doch durchgeführt.
Sennen Andriamirado (1984)
Gedenktafel für den Massenmörder-Generalgouverneur Raphael Antonetti in Frz.-Kongo [9]
Frankreich wollte nicht mehr vom belgischen Nachbarn abhängig sein, um seine Waren über die Mayombe zu transportieren. Antonetti, ein grössenwahnsinniger Tyrann nach dem Vorbild der Pharaonen, gab ihm die Mittel dazu. Wie diese verweigerte er seinem Ehrgeiz und seinem Ruhm nichts. Insbesondere Menschen, die er fast acht Jahrzehnte nach der Abschaffung der Sklaverei versklavte. Die [Handelsgesellschaft und Rekrutierungsgesellschaft] CFCO war vollständig auf den Handel Frankreichs ausgerichtet und diente den Afrikanern in keinster Weise. Sie besassen nichts, nicht einmal ihre Freiheit. Ohne den egozentrischen Eifer des Gouverneurs Antonetti wäre die Strecke einige Jahre später mit mechanischen Mitteln gebaut worden, ohne dass der Subkontinent auf so grausame Weise hätte leiden müssen.
Videos
Videos: Eisenbahnbau und Holocaust zwischen Brazzaville und Pointe-Noire
Video Eisenbahnbau Brazzaville - Pointe-Noire 4.3.2014: 13 Jahre Massenmord+Hölle der kriminellen "Christen" für die Schwarzen - Daten von Historiker Louis-Georges Tin
Kongo-Ozean-Bahnlinie: 13 Jahre Hölle
(orig. frz.: Congo Océan: 13 ans en enfer)
https://www.youtube.com/watch?v=2abD-rngc9I
Kommentatoren: I. Taoufiqi / S. Roussi - Filmmontage: O. Marchi
04.03.2014
Literatur
-- André Gide: Serie in der Zeitung "Le Parisien" nach 4 Monaten Aufenthalt an der Eisenbahnlinie und im Mayombe-Gebirge:
"Vier Monate unter den Afros in Afrika: auf dem Weg zwischen Pointe Noire und dem "Dorf" Brazzaville"
(orig. frz.: "Qatre mois parmi nos noirs d'Afrique: sur le chemin qui va de Pointe-Noire au "village" de Brazzaville") - 9.11.1928
Zusammenfassung
-- Fotos und Dokumente mit Zeitungsberichten
-- einige französisch-"christliche" Ingenieure machten mit dem Eisenbahnbau Karriere, und die Schwarzen starben zu 1000en auf den Eisenbahnbaustellen: 17.000
-- die kriminellen "Christen" in Frankreich feiern die Eröffnung der Eisenbahn, aber die Schwarzen vor Ort feiern gar nicht.
Videotext (Übersetzung):
Gespräch mit [Historiker] Louis-Georges Tin, Präsident der Organisation CRAN (Conseil représentatif des associations noires - Link - Wikipedia-Link)
Der Bau der Kongo-Ozean-Eisenbahnlinie [im Frz.-Kongo) war ein Epos für einige französische Ingenieure und eine Stätte des Massenmords (Hekatombe) für 17.000 Arbeiter auf der Baustelle, die dabei umkamen. Die Organisation CRAN reicht nun eine Klage gegen den französischen Staat und [gegen die Eisenbahnbaufirma] Spie Batignolles ein wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit (Link - Wikipedia-Link)
Das Videoprotokoll:
-- Werbefilm: die Eisenbahn im Frz.-Kongo ist der Triumph der Kolonialmacht Frankreich auf 510km Eisenbahnstrecke, damit können die Landwirtschaftsprodukte Afrikas ans Meer transportiert werden (1'5'')
-- und die Bodenpreise steigen -- sie ["christlichen" Weissen] reisen im Speisewagen durch den Französischen Kongo (1'13'')
-- und sie [die "christlichen" Weissen] schlafen im Schlafwagen in Kabinen und duschen sogar dort (1'15'') -- das ist nun die "Lebensader" des Landes auf 510km [aber nur für die kriminellen weissen "Christen", wenn alle Börsen- und Bodenspekulationen aufgehen (!)] (1'22'')
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Mayombe-Eisenbahn, Viadukt mit Kurve [11] - Tunnel [12] - Mayombe-Eisenbahn: Holzraub aus tropischem Urwald [13]
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Die Karte der Eisenbahn von Pointe-Noire nach Brazzaville durch das Mayombe-Gebirge [14]
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Eisenbahn Pointe-Noire nach Brazzaville, Verlad von festen Gütern [15] - weisse "Christen" dinieren im Speisewagen [16] - Schienenbus [17]
-- Reportage: [die weiss-"christliche" Propaganda] verschweigt den Massenmord und das Martyrium der 10.000en schwarzen Eisenbahnarbeiter, sie wurden zur Zwangsarbeit gezwungen, zwischen 1921 und 1934, auch Kinder darunter, mit 1000en Toten (1'36'')
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Mayombe, Afro-Zwangsarbeiter sind abgemagert [18], auch Kinder mit dabei [19], ein Afro-Zwangsarbeiter liegt am Boden [20]
-- die Kongo-Bevölkerung hat im Jahre 2014 - 80 Jahre nach der Einweihung der Eisenbahnlinie - nichts von dieser Geschichte vergessen (1'44'')
-- Zeugin: Viele Grosseltern sind bei diesem Eisenbahnbau gestorben
-- Sprecher: Die Dörfer wurden [von den kriminellen "Christen"] dazu verpflichtet, eine gewisse Anzahl Arbeiter zu stellen, und sie mussten bis zu 2000km zu Fuss laufen, um die Baustellen zu erreichen (2'6'')
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Eisenbahn von Pointe-Noire nach Brazzaville ca. 2010 mit Afro-Passagieren Innenansicht [21] - Aussenansicht [22]
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Eisenbahn von Pointe-Noire nach Brazzaville: Eine Zeugin berichtet: Die Grosseltern sind beim Eisenbahnbau gestorben [23] - Zeuge [24] - Mayombe, Afro-Zwangsarbeiterin [28]
-- Sprecher: Alles stand unter Leitung der Eisenbahnbaufirma "Batignolles", alles war Zwangsarbeit, die [kriminell-"christliche"] Firma musste KEINE Löhne zahlen, 7 Tage die Woche herrschte Arbeitszwang [einen freien Sonntag gab es NICHT - die kriminellen "Christen" dachten wahrsch. nur daran, den "Termin" einzuhalten und liessen KEINEN Sonntag zu, womit sie den Afros noch mehr schadeten (!)] (2'14'')
-- Zeuge: Als so viele Zwangsarbeiter gestorben [oder in den Urwald geflohen] waren, dass es in den Dörfern keine arbeitsfähigen Männer mehr gab, hat die [kriminell-"christliche"] Regierung einfach in den Nachbarländern weitere Afros gejagt und an die Eisenbahnlinie deportiert, das waren Sara aus der Zentralafrikanischen Republik und Kameruner, für diese harte und mühsame Arbeit (2'26'') [und die Afros aus verschiedenen Ländern sprachen verschiedene Sprachen und konnten sich gar nicht verständigen]
-- Sprecher: Die Baufirma hat den Spitznamen "Menschenfresser-Maschine von 17 bis 30.000" Afros ("une machine qui engloutit et broie entre 17 et 30.000 ouvriers africains") (2'35'')
-- sie starben an Malaria (palu), an Schlangenbissen, an Depression, an Unterernährung, Entkräftung, oder sie wurden nach einem Fluchtversuch exekutiert und erschossen - und manchmal war auch eine starke Frau darunter (2'44'').
Historiker Louis Georges Tin, Präsident von CRAN: Es war ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit
-- Sprecher: Hallo, Sie sind Historiker Louis George Tin, was möchten Sie mit Ihrer Aufarbeitung der Fakten über den Eisenbahnbau erreichen?
-- Historiker: Die Allgemeinheit weiss nichts darüber, in den französischen Kolonien gab es bis mindestens 1946 die Zwangsarbeit, vielleicht aber auch bis zur Unabhängigkeit in den 1960er Jahren (3'7'')
-- und nach der Aufhebung der Sklaverei waren es mehr Arbeitssklaven als während der Sklaverei, und das ist schon unglaublich ("incroyable") (3'17'')
-- Sprecher: Das ist also ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit ("crime contre l'humanité") (3'22'')
-- Historiker: Die Fakten wurden schon zur Bauzeit aufgedeckt, da war André Gide, andere Philosophen, Journalisten wie Albert Londres, und auch durch den Kolonialminister wurde es schon aufgedeckt, dabei wurde eine Todesrate von 57% anerkannt ("il y avait 57% de morts" - 3'40'')
-- damals haben [die kriminellen "Christen" von Frankreich] diese Todesrate bei Afrikanern als "normal" empfunden und einfach so weitergemacht [und die kriminellen "Christen" haben sich schon Grundstücke in Brazzaville gekauft und nur auf die Börsenkurse geschaut und waren mit Aktien eingedeckt und freuten sich auf die Zeit nach der Einweihung der Eisenbahn auf die zukünftigen Gewinne] (3'47'')
-- Sprecher: Sie beschreiben es so: Die [Zwangs]arbeiter waren die "Motoren", die man mit "Bananen" gefüttert hat, und wenn ein Motor kaputtging, nahm man einfach einen anderen (3'56'')
-- Historiker: das Schlagwort dieser Zeit war wirklich "der Bananenmotor" ("l'expression d'époque c'est moteur à banane") und es war ihnen scheissegal, ob einer starb oder nicht, denn sie meinten, Arbeitskraft sei dort unerschöpflich vorhanden ("c'était une sorte de main d'oevre inépuisable") (4'2'')
-- und es war Zwangsarbeit, aber OHNE LOHN, und wenn man Zwangsarbeit OHNE LOHN hat, dann ist es SKLAVEREI (4'9'')
[die kriminellen "Christen" haben also die Sklaverei NIE abgeschafft, sondern nur das Wort ersetzt]
Die ("christliche!") Baufirma Batignolles und die Regierung Hollande verweigern das Gespräch
-- Sprecher: Sie haben einen Dialog angeregt, aber weder die Baufirma "Batignolles" noch die französische Regierung sind zu einem Gespräch bereit, was ist Ihr Wunsch jetzt? (4'16'')
-- Historiker: einfach Gerechtigkeit, es braucht Wiedergutmachung für dieses Verbrechen gegen die Menschlichkeit (4'25'')
-- es braucht Gedenkstätten im Kongo und im Ausland, die von der Firma finanziert sind (4'33'')
-- in den Dörfern und Städten, die diese Razzien [und Deportationen] erlebt haben, muss man Schulen und Spitäler bauen (4'38'')
-- heute macht diese Firma einfach auf "Verweigerung" ("déni") und das ist unerträglich ("cela n'est pas supportable") (4'43'')
[die kriminellen "Christen" sind kriminell bis zuletzt - ich sag es immer wieder: "Christen" sind die kriminellsten Tiere auf dem Planet].
-- Sprecher: Der Präsident François Hollande hat zu dieser Geschichte kürzlich gesagt, da würde niemals eine Entschädigung gezahlt ("réparation"), sind Sie enttäuscht? (4'55'')
-- Historiker: Also François Hollande enttäuscht uns [Afrikaner] nicht, aber in Tat und Wahrheit war er nie belastet, er wurde sogar von Marie Le Pen beglückwünscht, und er hat immer wieder neue Freunde - also die Wiedergutmachung ist wirklich möglich ("tout à fait possible") (5'7'')
Andere Staaten wie GB+Italien leisten Wiedergutmachung für ihre Massenmorde im Kolonialismus - die SNCF verhandelt - für die Eisenbahn Brazzaville - Pointe-Noire sind mehrere heutige Staaten betroffen
-- vor einigen Monaten hat GB Wiedergutmachung an Kenia gezahlt (5'11'')
-- vor einigen Jahren hat Italien Wiedergutmachung an Libyen gezahlt (5'14'')
-- und die französische Eisenbahn SNCF ist in Verhandlungen wegen der Beihilfe zur Judenverfolgung, Wiedergutmachung in Sachen Judenverfolgung zu leisten, denn diese ist absolut notwendig, um neue Märkte zu öffnen - es ist also nur eine Frage des Willens (5'27'')
-- Sprecher: Die Eisenbahnlinie im Frz.-Kongo läuft bis heute, das haben uns Zeugen bestätigt, und was hat der Staat Frz.-Kongo damit zu tun? (5'37'')
-- Historiker: Wir haben die Regierung in Frz.-Kongo kontaktiert und mit ihnen gesprochen, das Problem ist aber etwas komplexer, weil das Projekt mehrere heutige Staaten in Afrika betrifft, also auch die Zentralafrikanische Republik, Gabun, Kamerun etc. (5'49'')
Die ("christliche!") Eisenbahnbaufirma "Batignolles" war vorher schon ein Massenmörder in Asien mit so einer Bahnlinie
-- und diese Eisenbahnbaufirma ("Batignolles") ist dabei ein Serienkiller gewesen ("killer des masses"), sie hatten schon eine Eisenbahn in Indochina gebaut, die 12.000 Menschenleben gekostet hat (5'58'')
-- sie waren also an diese Tatsache gewöhnt ("ils étaient coutumier du fait"), das war ihnen alles scheissegal, man konnte 1000e Menschen umbringen, denn das diente ja der "Schönheit der Kolonisierung" ("c'était pour la beauté de la colonisation") (6'7'') --
Die ("christlichen!") Gouverneure machten Namenslisten und forderten deren Deportation an die Baustellen - Flucht
-- Sprecher: Da ist ein Historiker aus dem Kongo Antonin Madounou, er erzählt: Die Regierung listete die Namen der Leute auf, die im nächsten Jahr eingezogen werden sollten, dann schickte sie bewaffnete Milizsoldaten ("miliciens") in die Dörfer, man bestach die Dorf-Chefs mit Geld und die Dorf-Chefs liessen dafür 100e oder 1000e Männer deportieren (6'24'')
-- Historiker: Wenn die Dorf-Chefs dies verweigerten, bekamen sie viele Probleme, also sie haben dann Menschenjagden veranstaltet, sogar mit dem Lasso wurden Leute gefangen, das ist in den Texten so beschrieben, auch Kinder, und es kam zu vielen Revolten, die Leute sind geflüchtet (6'37'')
Wo ist die Wiedergutmachung? In GB, Italien und bei den SNCF bereits möglich
-- die Gewalt ist unerträglich, und es ist wichtig, dass heute eine Wiedergutmachung, eine Gerechtigkeit zustandekommt (6'45'')
-- Sprecher: Ist die Baufirma heute noch präsent? (6'55'')
-- Historiker: Aus der Baufirma "Batignolles" sind heute drei Baufirmen entstanden, das sind 1) Spi, 2) Spi Batignolles und 3) Cléax, sie sind alle die Erben des anfänglichen Grundkapitals (6'57'')
-- Sprecher: Dieser Skandal ist heutzutage in aller Munde, aber es verursacht keinen Aufruhr, wie erklären Sie sich das? (7'4'')
-- Historiker: Das würde ich nicht sagen, es sind zu diesem Thema über 100 Presseartikel vorhanden und es wird immer mehr darüber gesprochen (7'12'')
-- deswegen sollte Frankreich sich zur Vergangenheit bekennen, sich nicht verweigern, damit verändert sich die Rolle in der Kolonisation mit der gesamten Wahrheit ("et bien qu'on ait la vérité en face") (7'22'')
-- Sprecher: Gibt es Leute, spüren Sie das, dass es in Frankreich Leute gibt, hier ist nur Frankreich, das betrifft uns nicht? (7'34'')
-- Historiker: Es ist klar, dass da Bleitüren das Thema zuhalten, es war lange unmöglich, über dieses Thema zu sprechen, man ist heute weiter, aber es fehlt noch etwas, denn im Lehrplan der Schulen versucht man doch, dieses "störenden Themen" immer noch zu "verbergen" ("occulter les questions qui dérangent") (7'52'')
-- Sprecher: Ist das ein einmaliges Ereignis oder existieren diese Vorkommnisse auf der ganzen Welt? (8'1'')
-- Leider nein, solche Ereignisse wiederholen sich in ganz Afrika in der französischen Welt ("espace francophone"), in der Sklaverei sind 6 bis 8 Millionen Afros gestorben, und noch zu Zeiten der UNO [von 1945 bis in die 1960er Jahre] gab es noch Einzugsbefehle für Zwangsarbeit, und das ist Sklaverei [wenn kein Lohn gezahlt wird], und das verstösst gegen das französische Recht und gegen das Internationale Recht (8'21'')
-- Sprecher: Heute sind Sie der Präsident von CRAN, was ist da so los mit dieser Gesellschaft, gibt es Schwierigkeiten ("combats") damit? (8'28'')
-- Historiker: Wir arbeiten klassisch gegen Diskriminierung, wir haben konkrete Fälle, wir haben Sammelklagen gegen Diskriminierung, bei Wahlen machen wir die Bevölkerungen darauf aufmerksam, dass es eine Vielfalt ("diversité") braucht, und die Frage der Reparationen und Wiedergutmachung ist im Bereich des Kolonialismus-Fakten ("questions anticoloniales") (8'47'')
-- man kann nicht gegen Rassismus kämpfen, wenn man nicht auch gegen den Kolonialismus kämpft, beide sind miteinander verbunden ("les deux sont liés") (8'52'') -- Sprecher: Was sagen Sie, wenn Leute bemerken, es gibt noch andere Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die gar nie zur Sprache kommen? (8'58'')
-- Historiker: Man muss vor allem die Verbrechen aufarbeiten, und es darf keine Doppelzüngigkeit geben ("il faut être contre les deux poids de mesure"), es braucht eine Gerechtigkeit für die Sache, welche Farbe oder Ursprung hier die Arbeit geleistet hat (9'6'')
-- es gab schon einige Fälle, wo Wiedergutmachung geleistet wurde, und das muss international in allen Fällen geschehen (9'16'')
-- Sprecher: In den Schulbüchern kommt z.B. diese Seite mit dem Zug nicht vor? (9'23'')
-- Historiker: Sie kommt dort nicht vor ("elle ne paraît pas"), über die Kolonialzeit wird nur sehr wenig vermittelt, die Geschichte von Frankreich beschränkt sich schlussendlich auf ein Frankreich in Form eines Sechseck ("France hexagonale"), ich erinnere daran, im Jahre 1900 hatte Frankreich 100 Millionen EinwohnerInnen, 40 im Sechseck und 60 in den Kolonien (9'40'')
-- Sprecher: Nun hat Präsident Hollande die Gratulation von Marie Le Pen bekommen, die Afros aber nicht, hat der französische Staat vielleicht Angst, die Büchse der Pandora zu öffnen ("boìte de Pandor"), weil da vielleicht noch mehr Fälle zum Vorschein kommen könnten? (9'55'')
-- Historiker: Ich glaube nicht, dass es eine Angst vor der Aufklärung gibt, sondern da sind immer zwei Seiten beteiligt: Eine Seite organisiert das Verbrechen, und die zweite Seite organisiert die Vertuschung, so dass die Täter straffrei ("impunité") davonkommen, ich selber bin nicht für Straffreiheit (10'8'')
-- Sprecher: Danke für das Gespräch, Jean Georges Tin (10'15'')
Video Eisenbahnbau Brazzaville - Pointe-Noire 7.12.2022: Das Projekt Kongo-Ozean und die Bergregion Mayombé (6'9'')
Congo-Océan et le Mayombé - Albert Londres - Bilinga - Zao div
https://www.youtube.com/watch?v=qGd0jaHDprA
07.12.2022
Literatur:
-- André Gide: Serie in der Zeitung "Le Parisien" nach 4 Monaten Aufenthalt an der Eisenbahnlinie und im Mayombe-Gebirge:
"Vier Monate unter den Afros in Afrika: auf dem Weg zwischen Pointe Noire und dem "Dorf" Brazzaville"
(orig. frz.: "Qatre mois parmi nos noirs d'Afrique: sur le chemin qui va de Pointe-Noire au "village" de Brazzaville") - 9.11.1928
Videoprotokoll
Der [weiss-rassistisch-kolonial-kapitalistische] GB-Forscher Stanley meinte: "Ohne die Eisenbahn ist der Kongo keinen Penny wert", und: "Die Eisenbahn ist die Voraussetzung für Zivilisation." (6'') - [Der französisch-italienische Marineoffizier] Savorgnan de Brazza denkt dasselbe und denkt seit 1882 an diese Eisenbahnverbindung. (10'') - Dann wurde zwischen den beiden Endpunkten die Hölle organisiert. [Der Schriftsteller] André Gide schreibt in seinem Werk "Kongoreise" ("voyage au Congo") von 1926: "Die Brazzaville-Ozean-Eisenbahn ist ein erschreckender Menschenfresser" - "Wie vielen neuen Toten wird die Kolonie dann ihre Zukunft verdanken?" (13'') -- [Der Wahrheitsjournalist] Albert Londres schreibt im Jahr 1928: "Hier spielt sich ein Drama ab, und der Titel des Dramas heisst Kongo-Ozean-Bahnlinie" (17'')
-- die kriminellen "Christen" aus Frankreich haben für die Afrikaner der Kolonie AEF die Hölle organisiert (l'enfer) (11'')
-- der Schriftsteller André Gide hielt sich 1928 4 Monate zwischen Pointe Noire und Brazzaville bei den Baustellen der Eisenbahn auf, die Zeitung "Le Parisien" berichtet über seine Erfahrung z.B. am 9.11.1928 unter dem Titel "Vier Monate unter den Afros in Afrika: auf dem Weg zwischen Pointe Noire und dem "Dorf" Brazzaville" (orig. frz.: "Qatre mois parmi nos noirs d'Afrique: sur le chemin qui va de Pointe-Noire au "village" de Brazzaville") (25'')
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André Gide in der Zeitung "Le Parisien" berichtet über seine Erfahrung z.B. am 9.11.1928 unter dem Titel "Vier Monate unter den Afros in Afrika: auf dem Weg zwischen Pointe Noire und dem "Dorf" Brazzaville" (orig. frz.: "Qatre mois parmi nos noirs d'Afrique: sur le chemin qui va de Pointe-Noire au "village" de Brazzaville") [29]
Die Grunddaten:
Übersetzung:
Der Bau der Kongo-Ozean-Eisenbahnlinie umfasste die Strecke von Pointe-Noire nach Brazzaville mit zwischen 15.000 und 30.000 Toten. Die Toten starben wegen Tropenkrankheiten oder katastrophalen Arbeitsbedingungen, die von der französischen Kolonialverwaltung aufgezwungen waren. Das Projekt wurde zwischen 1921 und 1934 auf der Basis von afrikanischer Zwangsarbeit realisiert.
Der kongolesische Historiker Antoine Madounou klärt uns über die blutige Geschichte der 502km langen Trasse auf. Für diese Kongo-Ozean-Eisenbahnlinie ist viel Blut geflossen.
Bis Brazzaville war der Kongofluss schiffbar, dann aber war der Zugang zum Meer ein Problem. Die Kolonialisten aber brauchten den schnellen Verkehrsweg zum Meer. Zweck war, die Verbindung zwischen Küste und Hinterland zu schaffen. Die Baugesellschaft Batignolles und europäische Privatunternehmer machten ab 1921 Propaganda für das Kongo-Ozean-Projekt, und die Zwangsarbeit hatte dann schwere Auswirkungen mit Deportationen im Kongo und aus der ganzen Region, um den Bau zu realisieren. Die 502km lange Trasse zwischen dem Hafen Pointe-Noire und der Hauptstadt Brazzaville wurde 1934 eingeweiht auf geschätzten 15.000 bis 30.000 Toten. Diese neue Infrastruktur wertete nun das ganze Äquator-Gebiet auf. Aber erst 1946 wurde die Zwangsarbeit in den französischen, spanischen und portugiesischen Kolonien verboten [kriminelle weisse Katholikenschweine wollten nicht auf die Sklaverei verzichten!]. Gemäss einigen ehemaligen Eisenbahnarbeitern, die vor ihrem Tod interviewt wurden, war es so: "Zur Eisenbahn gehen hiess, zum Tod verdammt sein."
-- Afrikaner der Sara [aus dem Tschad-Hochland] bauten Siedlungen an der Eisenbahnlinie (53'')
-- die Eisenbahntrasse wird tödlich ("remblai du kill"), hier zwischen Pointe-Noire und (1'4'')
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Afrikaner der Sara [aus dem Tschad-Hochland] bauten Siedlungen an der Eisenbahnlinie [31]
Die Eisenbahntrasse wird tödlich ("remblai du kill"), hier zwischen Pointe-Noire und Hinda [32]
Im Mayombe-Gebirge musste man zuerst Fusswege und Holzbrücken anlegen und alles wurde zu Fuss transportiert (1'11''):
Die Afro-Zwangsarbeiter mussten von HAND mit einfachen Äxten und Sägen die gigantischsten Urwaldbäume fällen (1'14'')
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Im Mayombe-Gebirge musste man zuerst Fusswege und Holzbrücken anlegen und alles wurde zu Fuss transportiert, Foto von 1929 [33]
Die Afro-Zwangsarbeiter mussten von HAND mit einfachen Äxten und Sägen die gigantischsten Urwaldbäume fällen [34]
-- der Transport dicker Urwaldstämme erfolgt zu Fuss mit Hundertschaften mit Stangen und Ketten - und ein Weisser "dirigiert" und trägt nicht mit (!)
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Eisenbahnbaustelle im Mayombe-Gebirge: Ca. 200 Afro-Zwangsarbeiter bereiten einen Holztransport vor [35]
und heben den Stamm hoch [36]
[Pferde oder Esel kennt man in Afrika nicht? haben die kriminellen "Christen" einfach "vergessen" mitzubringen? Hätte man nicht Zebras für Transporte zähmen können? Dabei wurden doch Esel und Pferde von den spanischen Jesus-Fantasie-Katholiken bis nach Süd-"Amerika" in Schiffen transportiert?]
-- Zeitungsartikel über den Kongoaufenthalt von André Gide: "4 Monate unter unseren Schwarzen. Im kolonialen Regenwald: Übermenschliche Anstrengungen der Männer, die wie Pferde arbeiten - die Schwarzen - und der weisse Baustellenchef"
(orig. frz.: "Quatre mois parmi nos noirs Dans la forêt en exploitation: Les efforts surhumains des hommes-chevaux - les noirs - et du chef de chantier - un blanc") (1'42'')
-- gleichzeitig lassen sich weiss-"christliche" Bauleiter immer von den Schwarzen tragen statt zu helfen oder Esel, Pferde oder Zebras zu organisieren (1'46'')
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André Gide im "Le Parisien" beschreibt Pferde-Menschen im Urwald, die Übermenschliches leisten [37] - gleichzeitig lassen sich weiss-"christliche" Bauleiter immer von den Schwarzen tragen statt zu helfen oder Esel, Pferde oder Zebras zu organisieren [38]
-- auf den bereits gebauten Strecken fahren Loren, die Afrikaner transportieren, die aber von Afrikanern geschoben oder abgebremst werden müssen, denn kleine Züge mit Lokomotiven gibt es für die Schwarzen nicht, für das Baumaterial dann aber schon (!) (1'56'')
-- Tunneleingang im Mayombe-Gebirge: Als Bremse diente z.B. ein Jutestoff etc. über dem Gleis (1'59'')
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auf den bereits gebauten Strecken fahren Loren, die Afrikaner transportieren, die aber von Afrikanern geschoben oder abgebremst werden müssen, denn kleine Züge mit Lokomotiven gibt es für die Schwarzen nicht [39] - Tunneleingang im Mayombe-Gebirge: Als Bremse diente z.B. ein Jutestoff etc. über dem Gleis [40]
Eisenbahnbau im Mayombe-Gebirge: Die Lore mit den Afros und dem Weissen (2'5'') - und die Bahnlinie dient auch als Fussweg (2'12'')
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Eisenbahnbau im Mayombe-Gebirge: Die Lore mit den Afros und dem Weissen [41] - und die Bahnlinie dient auch als Fussweg [42]
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Eisenbahnbau im Mayombe-Gebirge durch den Giga-Urwald [43] - André Gide im "Le Parisien" über den Eisenbahnbau im Mayombe-Gebirge und die Arbeitsmethoden [44]
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André Gide im "Le Parisien": Die AfrikanerInnen werden zur Zwangsarbeit an der Eisenbahnlinie in primitivsten, offenen Booten ohne Sonnenschutz oder Regenschutz hergefahren - ohne WC [45] - Mayombe: Güterzug mit Baumaterial und einem Mini-Wagen OHNE DACH mit den Afro-Zwangsarbeitern [46] - Mayombe: Schwarze salutieren die grosse Eisenbahn mit Dampflokomotive [47]
-- André Gide schildert: "Hier in Afrika ersetzt der Schwarze alle Maschinen, es braucht keine Maschinen, keine Lastwagen, keinen Kran, er ersetzt sogar den Sprengstoff" (2'43'')
[Ich frage mich, wieso hat man in Afrika nicht Pferde, Esel oder Zebras eingesetzt? Die verteilen das Gewicht auf 4 Beine, nicht nur 2].
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Bahnhof Brazzaville mit Zug mit Dampflokomotive [48] - Bahnhof Brazzaville mit Zug mit Dampflokomotive 1932 [49]
-- am 10.7.1934 findet die Einweihung der Eisenbahnlinie statt, mit 1000en von Toten, die beim Bau gestorben sind - Artikel: "Heute ist die Einweihung des Projekts Kongo-Ozean - für den Bau sind 10.000e Afrikaner geopfert worden"
(orig. frz.: "Aujourd'hui, inauguration du Congo-Océan - Pour le construire des dizaines de mille nègres furent sacrifiés")
-- Luftlinie sind es ca. 350km, die reale Länge der Eisenbahn ist 510km - nach 1934 wurde die Eisenbahn noch mit 2 "Seitenarmen" erweitert
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Einweihung der Kongo-Ozean-Eisenbahn durch das Mayombe-Gebirge am 10. Juli 1934, Fakten und Artikel "Aujourd'hui, inauguration du Congo-Océan": 1200 künstliche Bauwerke, 92 Brücken und Viadukte bilden allein schon 4km Strecke, 12 Tunnels bilden zusammen 3 Kilometer, der Bamba-Tunnel ist 1690 Meter lang, der längste Tunnel in Afrika, dafür wurden 10 Millionen m3 aus den Bergen rausgeholt, und 10.000 Schwarze wurden für diesen Bau geopfert [50]
Die Daten - Übersetzung:
Eine kontroverse Einweihung
Am 10. Juli 1934 wurde die Kongo-Ozean-Eisenbahn feierlich eingeweiht. Die Zeitungen schwärmen für dieses koloniale Bauwerk und seine technische Realisierung.
Die Zeitung "L'Intransigean" vom 11. Juli 1934 meint, das sei "ein grossartiger Sieg über ein Provinznest, das man für unverletzlich gehalten habe", es feiert "einen grossen Tag für den nationalen Kolonialismus".
Die Zeitung "Le Petit Journal" vom 11. Juli 1934 listet eindrückliche Zahlen auf: "512km", "92 Brücken und Viadukte", "10 Millionen m3 Erdarbeiten"..."Die 60km durch das Mayombe-Gebirge sind eine der schönsten Werke des französisch-zivilen Geniegeistes" und alle Widerstände werden im Namen der Kolonisation unterschlagen.
Glücklicherweise gibt es noch andere Stimmen, die sich melden. Die Zeitung "L'Humanité" erinnert am 10. Juli 1934 daran, dass dieses Werk "einen schlimmsten Hass widerspiegeln, wo so viele Kolonialrevolten wie noch nie stattgefunden haben". Sie erinnert daran, dass die Bauarbeiter des Projekts Konto-Ozean mit grausamer und nie dagewesener Härte behandelt wurden, absolut unmenschlich, so dass DURCHSCHNITTLICH 25.000 PRO JAHR GESTORBEN SIND."
Die Zeitung wird so weit gehen, einen Appell an die französische Arbeiterschaft zu machen, "um diese 10.000en ermordeten Afros zu rächen, die nur dem französischen Grosskapital dienen." [Weil die Afrikaner von den grossen Profiten, Börsengewinnen und Wertsteigerungen des Landes praktisch NICHTS haben - ihnen wird NICHTS abgegeben, sondern die Zwangsarbeit geht bis 1960 weiter] -
WAS auf der Bahnlinie Brazzaville - Pointe-Noire heutzutage so passiert
Video Frz. Kongo am 26.1.2022: Die Mafia von Sassou Nguesso folgt den Warnungen nicht - Eisenbahntrasse ist abgerutscht, Güterzug liegt flach (2'44'')
CHEMIN DE FER CONGO OCEAN : DERAILLEMENT D’UN TRAIN MARCHANDISES A MFILOU
https://www.youtube.com/watch?v=RuHLdiiVPrM
26.01.2022
Un déraillement d'un train marchandises aux environs de 2 heures a eu lieu dans le quartier MBIMI à Mfilou dans le 7ème arrondissement de Brazzaville le mardi 25 janvier 2022. Bilan provisoire : 1 mort (un homme non encore identifié) sur place et plusieurs blessés.
Video Frz. Kongo am 30.4.2023: Tickets werden 2 oder 3fach verkauft und der Zug ist voll im Gang - es herrscht der Post-Kolonialismus der Diktatur Sassou Nguesso (12'4'')
CHEMIN DE FER CONGO-OCÉAN AU COEUR DU POST-NÉOCOLONIALISME FRANCAFRIQUE MADE IN SASSOU NGUESSO
https://www.youtube.com/watch?v=VFjtI--a6xk
30.04.2023
Le destructeur infatigable sassou nguesso a laissé tomber en ruine tout ce que le Colon avait laissé au Congo Brazzaville par manque d'entretien. ❤❤❤ Sassou Nguesso est fini, il va tomber ❤❤❤ Soutenez la libre et vraie résistance.
[Frz. Äquatorialafrika AEF: Eisenbahnbau 1921-1934: Die Deportationen ab 15 Jahren - Massenmord 1923-1924 und Antrag auf "effektive Massregeln" - 1 Arzt für 6000 Zwangsarbeiter]
Allein im Gebiet des unteren Kongo werden 1931 mehr als ein Viertel aller Männer über 15 Jahre zum Bahnbau weggeholt. Dass Eisenbahnbau in "Französisch-Afrika" ungesund ist, schlägt sich in den Berichten des Mandatsausschusses des Völkerbunds nieder. Unter dem Abschnitt "Französisch-Kamerun" heisst es:
"Es scheint, dass die Sterblichkeitsziffer unter den 6000 Eingeborenen, die an der Erbauung der Mittelland-Eisenbahn beschäftigt sind, während der Zeit von Dezember 1923 bis 1924 einen hohen Grad erreicht hat. Dies führt den Ausschuss dazu, seinen Wunsch auszudrücken, die Mandatsmacht möge die Möglichkeit erwägen, effektive Massregeln zu ergreifen, um diesen Zustand der Dinge zu verbessern, besonders die Gesundheitsfürsorge auszubauen, die jetzt nur von einem europäischen Arzt besorgt wird."
9.3.3. Zwangsarbeit Frankreich in der "christlichen" Kolonie Äquatorialafrika AEF: mit "geschätzten" Bevölkerungszahlen - ganze Regionen werden entvölkert, weil viel zu viele Leute angefordert werden
[Frz. Äquatorialafrika AEF: Weitere Zwangsarbeit mit Massenmord: Strassenbau, Dammbau, Waldrodung, Plantagen, Transporte zu Fuss]
Solche "Massregeln" sind meist Zwangsrekrutierungen weiterer Eingeborener, wo immer man sie findet, nicht nur für den Bahnbau - auch für Strassen, Dämme, Waldarbeiten, Zwangskulturen (wie in den portugiesischen und belgischen Kolonien), für die privaten Konzessionsgesellschaften, für Gummi, Erdnüsse, Palmkerne, Baumwolle, Lastenträgerei ...
Wie geht so etwas vor sich? Der Augenzeuge M. Homet (Buch: Congo - terre de souffrances - Paris 1934) erzählt:
"Jeder Mann aus den Dörfern muss 15 Tage im Jahr umsonst für die Verwaltung arbeiten. Theoretisch ist das normal, wenn auch ein bisschen übertrieben. Aber Volkszählungen haben ja niemals stattgefunden. Die Bevölkerung [S.228] wird über den Daumen geschätzt. So handelt es sich also nicht darum, X, Y oder Z zu seiner Dienstpflicht zu rufen, sondern man sagt den Häuptlingen: 'Ich brauche morgen 100 Mann'.
Am nächsten Morgen sind 80, 90, 95 da - niemals 100. Ein paar von ihnen sind im letzten Augenblick in den Urwald geflohen. Also bekommt der Häuptling, der seine 'Dienstpflichtigen' anbringt, gleich eine Geldstrafe von 50 oder 100 Francs auferlegt. Da er die Flüchtigen nicht kriegen kann, sammelt er schliesslich alles ein, was er findet - Frauen oder gar Kinder, um die Zahl der geflohenen Männer wettzumachen. Alle mussten die Pflanzungen verlassen, die sie gerade in Ordnung bringen wollten, die Pflanzungen, die sie ernähren - sie und ihre Familien. Vielleicht haben manche von ihnen ein krankes Kind zu Hause? Eine Frau, die im Sterben liegt? Was macht das! Einige Monat später, wenn sie schon drei Wochen oder einen Monat umsonst gearbeitet haben, wird der Capitaine (Hauptmann [web07]) wieder Dienstpflichtige verlangen, und da werden sie wiederkommen."
[Frz. Äquatorialafrika AEF: Die "christlichen" Franzosen "schätzen" die Bevölkerung viel zu hoch ein - und zerstören so ganze Regionen]
Nach Berichten aus so gut wie allen Kolonien führt das Unvermögen, die Bevölkerung richtig zu schätzen, zu schwersten Belastungen. Gemeinden, in denen der "Kolonisator" vor Jahren 100e von Menschen festgestellt zu haben glaubt, werden auf entsprechend viel Zwangsarbeitstage veranlagt, und an dieser Veranlagung wird festgehalten, auch wenn die damalige Schätzung irrig war oder wenn dort aus den verschiedensten Gründen nur noch ein paar Dutzend Menschen leben.
Manchmal wird die Rekrutierung für Privatunternehmer vorübergehend eingestellt (die für staatliche Zwecke nie), aber stets verstehen es die Kolonisten, die "Colons", bald wieder, offizielle "Lösungen" ihres Arbeitskräfteproblems zu finden: neue Rekrutierung. Ein Autor schätzt, dass rund 100.000 Angehörige der Mossi aus dem (französischen) Obervolta in die (englische) Goldküste [Ghana] geflohen sind, um der Zwangs-Baumwollkultur zu entgehen.
[Gabun: Die "christlichen" Franzosen deportieren für Holzfällerei 20-30.000 starke Männer - bis es in Nieder-Gabun keine mehr hat]
In einer Untersuchung über die Auswirkung der Zwangsaushebungen in Gabun [Details siehe die Berichte von Albert Schweitzer - Link] kommt Balandier (frz. Soziologe 1920-2016 [web08]) zu folgender Rechnung: Zur Waldarbeit werden bis in die 1950er Jahre hinein 20-30.000 Arbeiter benötigt. Aber das entspräche der halben männlichen Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter dieser Gegenden. Also muss man von immer weiter her Zwangsarbeiter holen [deportieren]. 1947 wird in einem Bericht über Gabun festgestellt, die Gegend sei entvölkert, "Nieder-Gabun ist erschöpft".
9.3.4. Zwangsarbeit Frankreich in der "christlichen" Kolonie Äquatorialafrika AEF: Der Terror wegen Kautschuk
[Frz. Kongo: Terror mit Kautschuk mit brutalen Strafen - Deportation zur Eisenbahn - Massentod durch Hungersnot - Massenflucht - leere Dörfer]
Kautschuk ist im französischen Kongo jahrelang von ähnlicher Bedeutung wie im belgischen. Auch für die Eingeborenen. "Hundertmal habe ich die Latex-Erntearbeiter vor den Waagen ankommen sehen", berichtet Homet (Buch: Congo - terre de soufrance 1934). "Den armen Teufel, der eine ungenügende Menge anzubringen scheint, packt auf ein Zeichen des Agenten der Milizsoldat. Die Kautschukkugeln werden zu [S.229] Boden geworfen, während ihr Besitzer gründlich verprügelt wird. Dann schickt man ihn weg, den Strick am Hals, um die Reihe der 'Spitzbuben' zu vergrössern, die die Nacht im Gefängnis verbringen werden, bis man sie dann als 'Freiwillige' zum Bahnbau schickt. Es bedarf keiner Erwähnung, dass diese Einsperrungen gar nicht im Gefängnisregister auftauchen."
André Gide berichtet, gestützt auf das Tagebuch eines Kongo-Franzosen:
"In Bambio wurden am 8. September 10 Kautschuksammler der Arbeitsmannschaft von Goundi, die im Dienste der Forstgesellschaft steht, dazu verurteilt, mit schweren Balken beladen unter der glühenden Sonne um die Faktorei herumzulaufen, weil sie im vergangenen Monat keinen Kautschuk gebracht hatten, und das, obwohl sie in diesem Monat das doppelte Quantum, nämlich 40 bis 50 Kilo brachten. Jedesmal, wenn sie unter der Last zusammenbrachen, wurden sie von den Gardisten mit Stockschlägen wieder auf die Beine gebracht.
Dieser 'Ball', der um acht Uhr früh begonnen hatte, dauerte den ganzen Tag über, unter den Augen der Herren Pacha und Maudurier, des Agenten der Forstgesellschaft [CFSO - die Rekrutierungsfirma "Compagnie forestière Sangha-Oubangui")]. Gegen elf Uhr [nach 3 Stunden Terror!] fiel ein gewisser Malangué aus Bagouma zu Boden, um nicht mehr aufzustehen. Man teilte dies Herrn Sacha mit, der darauf antwortete: 'Ich sch... drauf!' und den 'Ball' weitergehen liess."
Ein Häuptling eines Bakongo-Dorfs erzählt dem französischen Schriftsteller von den Bussen, die die Forstgesellschaft den Eingeborenen auferlegt, wenn sie nicht genügend Kautschuk bringen. "Bussen von 40 Francs, also gerade so viel, wie sie in einem Monat bestenfalls verdienen können. Er fügt noch hinzu, dass die Unglücklichen, die nicht Geld genug haben, um die Busse zu bezahlen, dem Gefängnis nur dadurch entgehen können, dass sie sich das Nötige bei einem Wohlhabenderen borgen - worauf sie überdies vielfach doch noch ins Gefängnis geworfen werden [wegen Schuldenrückstand]. Der Terror herrscht, und die Dörfer ringsum stehen verlassen [weil alle vor den kriminellen "Christen"-Franzosen flüchten]."
Ein französischer [Jesus-Fantasie]-Priester, der die Kautschukgegend bereist, berichtet über Hungerepidemien, entleerte Dörfer, "Tausende von Verhungerten" (zitiert bei Suret-Canale - Buch: Afrique Noire Occidentale et Centrale - Paris 1961 [S.540]).
9.3.5. Zwangsarbeit Frankreich in der "christlichen" Kolonie Äquatorialafrika AEF: Der Terror wegen Baumwolle
Den Negern [AfrikanerInnen], die zum Zwangsanbau von Baumwolle herangezogen werden, geht es auch nicht besser (in Ubangi in den 50er Jahren 330.000 "Pflanzer" auf 437.000 arbeitsfähige Männer und Frauen). Ihre Ernte wird ihnen weit unter Preis abgenommen. Schauergeschichten, wie Gide und Homet sie über den "roten Kautschuk" berichten, erzählt [der Wahrheitsjournalist] Albert Londres (1884-1932 [web17]) über die Baumwolle. Im Senegal wiederum spielt sich ähnliches mit den Erdnussernten ab.
9.3.6. Zwangsarbeit Frankreich in der "christlichen" Kolonie Äquatorialafrika AEF: Der Terror mit der Schifffahrt
[Frz. Kongo: Da kommt ein "christlich"-französisches Schiff geladen - und deportiert Schwarze oder fackelt die Hütten der Afro-Küstendörfer ab]
Entlang der Flüsse, am Kongo und Ubangi müssen die Dörfer die Flussschifffahrt bedienen - umsonst natürlich: Feuerholz für die Dampfer beschaffen, Lebensmittel für die Passagiere. Oder sie werden als Ruderer requiriert [verhaftet und deportiert und zu Tode gefoltert]. [S.230]
[Und dann flüchten die Afros auch von den Küsten weg]:
August Chevalier (französischer Botaniker in Afrika, 1873-1956 [web18]) erzählt, wie ihn die Verwüstung der Uferstreifen beeindruckt hat (zitiert bei Suret-Canale). Vor einem Dorf legt der Dampfer an, auf dem er reist, und der auch Soldaten mitführt. Bei ihrem Näherkommen sieht man ein paar Eingeborene aus den Hütten in den Wald fliehen. Drei Viertel des Dorfes sind [bereits durch "christlich"-französische Terroraktionen] verbrannt, zerstört. Die Soldaten springen an Land und stecken die restlichen Hütten in Brand. Chevalier:
"Wir wohnten einer Herzzerbrechenden Szene bei, deren Akteure nicht die Eingeborenen waren, sondern die europäischen Soldaten, die mit uns reisten. Angesichts der Gleichgültigkeit, mit der es die Offiziere geschehen liessen, nehme ich an, dass so etwas oft vorkommt."
9.3.7. Zwangsarbeit Frankreich in der "christlichen" Kolonie Äquatorialafrika AEF: Kriegsdienst gegen Weisse in Europa (!)
Alle Kolonien machen ähnlich unangenehme Erfahrungen. Während der Kriege, die Frankreich führt, werden nicht nur noch mehr Menschen noch länger zur Zwangsarbeit herangezogen, sondern man presst auch noch "freiwillige" Truppen aus den erschöpften Gegenden heraus.
[Frankreich setzte in seiner Armee Afros ein, die auch bei der Besetzung des Rheinlands 1920-1925 beteiligt waren und haufenweise "braune Kinder" zeugten, die dann aber keinen Vater hatten, weil niemand wusste, wer der Vater und wo der Vater war].
9.3.8. Zwangsarbeit Frankreich in der "christlichen" Kolonie Madagaskar
[Madagaskar: Todesraten bis zu 70% im Strassen- und Eisenbahnbau]
Eindrucksvolle, an das portugiesische System erinnernde Beispiele für den Umfang der Zwangsarbeit liefert Madagaskar. Schon 1896 wird angeordnet, dass jeder männliche Madegasse zwischen 16 und 60 pro Jahr 50 Neun-Stunden-Tage für die Verwaltung arbeiten muss. 10.000e werden sofort zum Strassen- und Schienenbau gepresst. Auch hier ist diese Arbeit ungesund. Ein [Jesus-Fantasie]-Priester berichtet, dass die Sterblichkeit in manchen dieser Arbeitsgruppen bis zu 70 Prozent betragen habe. Ein anderer Zeitgenosse schreibt, dass die Zwangsarbeit auf Madagaskar allgemein eine Todesquote von 20 Prozent der Requirierten verursacht habe.
9.3.9. Zwangsarbeit Frankreich in allen "christlichen" Kolonien: Die französischen Siedler mit Massenraub und Plantagen-Zwangsarbeit - "christliche" Firmen mit Gratis-Personal
["Christliche" französische Kolonien: Siedler rauben alles - und stellen die Afros als Gratis-Arbeiter an - Flucht - Gesetz 1925 gegen Flucht]
Nicht nur die Verwaltung lastet schwer auf den Eingeborenen, sondern auch die französischen Siedler, von denen selbst der General Galliéni schreibt, "sie nahmen Kultur- und Weideland fort, bemächtigten sich des Viehs, das im Freien weidete und vergassen meist, ihre Arbeiter zu bezahlen". Man sorgt dafür, dass die farbigen Arbeiter in solchen Fällen nicht weglaufen. 1925 droht eine Verordnung für "plötzlichen und ungerechtfertigten Bruch des Arbeitsvertrags" Gefängnisstrafe an. Wenn man nicht bezahlt wird - ist das nicht "gerechtfertigt"?
1925 wird in Madagaskar eine Art Arbeitsdienst für Arbeiten von allgemeinem Interesse gegründet. Ein Kolonialbeamter sagt:
"Ohne den Druck der Verwaltung müssten sich neun Zehntel der europäischen Unternehmen damit abfinden, zu verschwinden - mangels Personal." Der Reichtum, den sich die Weissen allein nicht erarbeiten können, wird ihnen durch die Zwangsarbeit von den Farbigen geschaffen. Während des [Zweiten Welt]-Krieges wird auch Madagaskar noch stärker eingespannt. Nach offiziellen Statistiken im Jahr 1941 mit 2,5 Millionen Zwangsarbeitstagen, 1943 mit 3,8 Millionen.
9.3.10. Zwangsarbeit Frankreich in der "christlichen" Kolonie Frz.-Kongo: Zwangsarbeit an Frauen mit Kindern
[Der "christliche" Frz. Kongo: 3m tiefe Löcher im Sandboden graben - Frauen werden verschüttet und sterben mit ihren Kindern im Loch - Strassenbau ohne stabile Unterkunft]
Französisch-Kongo, 1925. André Gide:
"Die armen Arbeitstiere troffen [S.231] vor Regenwasser. Viele von ihnen hielten ein Kind an der Brust, säugten es, ohne ihre Tätigkeit zu unterbrechen. Etwa alle 20 Meter waren am Strassenrand etwa drei Meter tiefe Erdlöcher. Ohne nur das nötige Werkzeug zu besitzen, hatten diese Elendsgeschöpfe hier das Erdmaterial zum Auffüllen ausgegraben. Mehrmals war es vorgekommen, dass der lockere Sandboden einstürzte und die unten im Loch arbeitenden Frauen mit ihren Kindern begrub. Dies wurde uns von mehreren Seiten bestätigt.
Die Arbeiterinnen sind meist zu weit von ihren Dörfern entfernt, als dass sie abends dahin zurückkehren könnten; sie haben sich deshalb im Walde provisorische Hütten aus Schilf und Zweigen gebaut, die ihnen keinen Schutz vor Wind und Regen bieten. Wir vernahmen, dass der Milizsoldat, der sie beaufsichtigt, sie gezwungen hat, die ganze Nacht über zu arbeiten, um die Schäden zu heilen, die kurz vorher ein Gewitter auf der Strasse angerichtet hatte, um so unsere Durchfahrt zu ermöglichen."
Wo die Bevölkerung bis zur Erschöpfung ausgepresst wird, wo selbst kleine Kinder arbeiten müssen, werden auch die Frauen nicht verschont. Aus der gleichen Gegend hat Homet (der kein reisender Schriftsteller ist, sondern dort gelebt hat) unglaubliche Berichte über die Frauenarbeit mitgebracht. Hauptsächlich über Frauen, die als Lasttiere damit beschäftigt sind, Ernten oder Lebensmittel zu den Posten zu tragen, tagelang unterwegs - mit ihren Kindern auf dem Rücken. Solche Berichte erregen Aufsehen, aber sie bewirken nicht viel. Die Zwangsarbeit geht weiter bis zum Schluss der französisch-["christlichen" Terror]-Herrschaft (der Französisch-Kongo bekam die Unabhängigkeit am 1.8.1960 [web19]).
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[S.232]
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^Quellen
[web01] https://de.wikipedia.org/wiki/André_Gide
[web02] https://www.amazon.fr/Voyage-au-Congo-Andr%C3%A9-Gide/dp/2070393100/ref=sr_1_1?__mk_fr_FR=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&crid=Y7NM0V64L80L&dib=eyJ2IjoiMSJ9.T4Wszcgb0LOj6PKpIszvO5lNhSdxeIzs1eXscLTwZbS-tWoHJkp6XqYQv7LarTfFv7__iA7pT-dd7_oqRHw35COd9FWXwQfM08btTG9rMEU6X443KAnD7L97HdBlEc1euhcsa1irQYJ5tKcUHldCFAiPIpVGb3t6z5Aia8NDRBwi2W2r-nJ29m0LKw4-gCAxJcOwfTrl5vg97gAegpkaOZohyQmgPqBGjcje4qKxXwCp1UJ0FWW6mU-Tkwxn-5D3eDclIecJ_Nc_H0JN7Yg4mqwow_8uu7uEp3Bt-lxwDqE.XckB7O0MCuAbtNwsmSq6Hv_7dm1x3ZbZsaVQvB9GILI&dib_tag=se&keywords=gide+congo&qid=1712674934&sprefix=gide+congo%2Caps%2C165&sr=8-1
[web03] https://en.wikipedia.org/wiki/Sarh
[web04] https://de.wikipedia.org/wiki/Chemin_de_fer_Congo-Océan
[web05] https://de.wikipedia.org/wiki/Victor_Augagneur
[web06] https://de.wikipedia.org/wiki/Raphaël_Antonetti
[web07] https://de.wikipedia.org/wiki/Capitaine
[web08] https://de.wikipedia.org/wiki/Georges_Balandier
[web09] https://de.wikipedia.org/wiki/Saint-Pierre_und_Miquelon
[web10] https://fr.wikipedia.org/wiki/Mayombe
[web11] https://fr.wikipedia.org/wiki/Société_de_construction_des_Batignolles
[web12] https://fr.wikipedia.org/wiki/Point_kilométrique
[web13] https://de.wikipedia.org/wiki/Provinz_Cabinda
[web14] https://de.wikipedia.org/wiki/Decauville
[web15] https://www.theoutsiders.travel/inspiration/lieu/mayombe/
[web16] https://fr.wikipedia.org/wiki/Institut_de_recherche_pour_le_développement
[web17] https://de.wikipedia.org/wiki/Albert_Londres
[web18] https://de.wikipedia.org/wiki/Auguste_Jean_Baptiste_Chevalier
[web19] https://de.wikipedia.org/wiki/Republik_Kongo
[web20] https://en.wikipedia.org/wiki/Pointe-Noire
[web21] https://de.wikipedia.org/wiki/Brazzaville
[web22] https://en.wikipedia.org/wiki/Batignolles
[web23] https://fr.wikipedia.org/wiki/Société_de_construction_des_Batignolles
Fotoquellen
[1] Karte: Die verschiedenen Eisenbahnstrecken im Frz.-Kongo: aus dem Video: Congo-Océan et le Mayombé - Albert Londres - Bilinga - Zao div (6'9''):
https://www.youtube.com/watch?v=qGd0jaHDprA
[2-8] Artikel: Frz: Raphaël Antonetti, gloire ou bourreau de l’AEF ? Ya Sanza: https://www.congopage.com/Raphael-Antonetti-gloire-ou
[9] Paris mit dem Quartier Batignolles: google maps
https://www.google.ch/maps/place/Batignolles,+75017+Par%C3%ADs,+Francia/@48.8655408,2.2714699,12z/data=!4m6!3m5!1s0x47e66fafcf1cc87f:0xee1fb26abc484a60!8m2!3d48.887341!4d2.3139467!16s%2Fm%2F02rjdqv?entry=ttu
[10] SCB Logo: https://fr.wikipedia.org/wiki/Société_de_construction_des_Batignolles