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Sexsklaverei mit Mädchen- und Frauenhandel in Asien
(aus: Sex slaves: trafficking of women in Asia)


Kapitel 3: Die ArbeitsvermittlerInnen, Teil 2: Südostasien

Teil 2: 3. Mädchen- und Frauenhandel in Südost-Asien mit Thailand als "Drehscheibe" - 3.1. Sender- und Empfängerländer - 2+3: Geile Thai-Männer und geile Japaner lieben die Prostitution - 3.4. Gehandelte Thai-Mädchen vom Lande - 3.5.  Mädchenhandel nach Thailand: aus Burma, Kambodscha und China - 3.6. Armutsprostitution in Kambodscha - 3.7. Philippinen exportieren Mädchen und Frauen nach Japan - 3.8. Grosser Unterschied zwischen Japan und Burma - 3.9. China mit Migration von Yunnan in Richtung Süden für Prostitution - 3.10. Kriminelles Japan bietet oft falsche Arbeitsstellen und die Yakuza-Mafia verlangt hohe Gebühren - 3.11. Preise - 3.12. Grosser Unterschied zwischen Japan und Kambodscha

Thailand, Ranong, eine Burmesin in einem
              Bordell
Thailand, Ranong, eine Burmesin in einem Bordell [40]

von Louise Brown; Virago-Verlag (2000)

übersetzt und mit Zwischentiteln präsentiert von Michael  Palomino (2014)

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3.3: Das zweite System: Südostasien mit [krimineller Mafia] mit Thailand als "Drehscheibe"

3.3.1: Vom reichen Japan bis zum armen Burma - Senderländer und Empfängerländer


Frauenhandel in Asien mit Indien und
                      Thailand als Drehscheiben, Grafik
Frauenhandel in Asien mit Indien und Thailand als Drehscheiben, Grafik [28]

Thailand ist für Prostituierte eine wichtige Zwischenstation ("Drehscheibe") zwischen armen und reichen Ländern. Das Buch von Louise Brown erwähnt dabei immer nur Japan als reiches Land, aber da sind auch Hongkong, Australien und Taiwan, die als reiche Länder eingestuft werden. Untersuchungen über die Behandlung der Prostituierten in Hongkong, Australien und Taiwan könnten sehr interessant werden. Was China anbelangt gibt es sehr arme Regionen, die dann die reichen Regionen mit Frauen auffüllen.

Gogo-Bar mit
                        erotischen Tänzerinnen in Thailand in Pattaya
Gogo-Bar mit erotischen Tänzerinnen in Thailand in Pattaya [29]

Diese Frauen sind vielleicht nicht alle aus Thailand, sondern auch aus Burma, Laos, Vietnam oder China, und hoffen auf eine spätere Reise in ein "reiches Land".




Japan ist die reichste - Burma ist die ärmste Nation in Südostasien - Industriestaaten sind sehr verschieden

Ei Muster, wie in Südasien Neulinge für den Frauen- und Mädchenhandel angeworben werden und die Ausbeutung der Opfer wiederholt sich auch in Südostasien und in Ostasien, aber mit gewissen Variationen. Es existieren prinzipiell enorme Unterschiede zwischen reichen und armen Nationen. Auf der einen Seite ist da Japan, und auf der anderen Seite ist am Ende das Land Burma. Im weniger entwickelten Südostasien ist das Sexgewerbe mit dem in Südasien vergleichbar, was die physischen Bedingungen angeht, unter denen die Frauen zu leben und zu arbeiten gezwungen werden. Aber wirtschaftlich gesehen sind die entwickelten Regionen der Sexindustrie dann doch anders.

Das Gewerbe hat sich herausgeputzt. Das Elend ist weniger, die Akzeptanz der Industrie ist mehr verbreitet und ist eher als legitimer Wirtschaftsbereich akzeptiert, und Sexarbeit ist eine betont mögliche Karrieremöglichkeit für Frauen.

Dieselben Prinzipien wie in Ostasien: Frauen werden von armen in "entwickelte" Länder verfrachtet

Die Prinzipien beim Frauen- und Mädchenhandel dagegen sind identisch. Relativ vermögende Männer benutzen ihre Wirtschaftskraft, um Körper ärmerer Frauen und von Kindern zu kaufen. Frauen werden von benachteiligten Regionen und weniger reichen Ländern in erfolgreichere gebracht. Dieser ganze Handel wird durch das Prinzip unterstützt, dass Sex und Frauen käufliche Waren sind.

Einige Frauen in Südostasien haben aus freien Stücken entschieden, Sexarbeiterin zu werden, so wie auch einige wenige dies in Südasien tun. Tatsächlich treffen in Südostasien und Ostasien viel mehr Frauen eine bewusste, positive Entscheidung, um mit dem Verkauf von Sex Geld zu verdienen. Andere, vielleicht die Mehrheit, werden durch Umstände dazu gezwungen, sich ins Sexgewerbe zu begeben. Andere werden schon von Kindheit an auf die Prostitution hin erzogen, und wieder andere werden physisch dazu gezwungen.

Ergänzung: Thailändischer Terrorismus: Zwangsoperationen von Ladyboys für den Sexmarkt im kriminellen Thailand - das schlimmste Verbrechen gegen die Menschlichkeit mit Zwangs-Geschlechtsumwandlungen in Thailand

Auf dem Land in Thailand herrscht die kriminelle "Tradition", kleine Buben wie Mädchen in Mädchenkleidern zu erziehen, um wie ein Mädchen erzogen zu werden. Mit 12 bis 14 Jahren werden diese Buben dann in eine "sexy Frau" operiert, um dann mit einer Männerstimme in der Prostitution zu landen - als ein "Ladyboy". Dieses Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist im perversen Thailand bis heute akzeptiert (2013). Wenn Ladyboys dann im Prostitutionsbereich tatsächlich arbeiten, dann sind sie bei den Kunden meistens unbeliebt, weil niemand eine Frau mit einer Männerstimme haben will und dies die Kunden an Schwulitäten erinnert. Somit sind Ladyboys speziell frustriert und entwickeln dann auch spezielle Kriminalitäten, weil sie nie geliebt werden, sondern nur von ihren Familien gebraucht werden, um Geld nach Hause zu senden. Einige thailändische Ladyboys werden auch nach Europa verschoben, um dort zu "arbeiten", und dieses Verbrechen der erzwungenen Geschlechtsumwandlung bleibt bis heute ungestraft.

Hier sind Ladyboys,
                          wahrscheinlich in Thailand
Hier sind Ladyboys, wahrscheinlich in Thailand. Sie schminken sich am auffälligsten wie hier auf diesem Foto. Sie haben auffallende Silikonbrüste wie hier und eine künstliche Vagina ohne Uterus und ohne nichts. Gleichzeitig haben sie ihre harten Wangenknochen von ihrem Männergesicht behalten, und sie sprechen mit einer tiefen Männerstimme. Niemand will mit solchen eine feste Beziehung, und sie sind meistens zwangsoperiert und finden keine Rolle im Leben... [30]




Was Karrieremöglichkeiten angeht, gibt es im Sexgewerbe haufenweise Möglichkeiten. Die Sexindustrie in Südostasien und Ostasien ist ein (S.80)

hochentwickelter Industriezweig und die Arbeitsweise und die Zielsetzungen sind dabei sehr streng ausgerichtet.

Arme Länder sind "Senderländer" (Burma, Vietnam, armer Teil Chinas) - reiche Länder sind "Empfängerländer" (China und Japan)

Die Industrie findet die billigsten Neulinge in den ärmsten Ländern der Region. Verarmte Länder wie Burma und Vietnam liegen am Ende der wirtschaftlichen Hierarchie. Sie sind Senderländer und sie exportieren Frauen. Mädchen aus Nordvietnam werden als Bräute nach China verschoben [in die armen und die reichen Teile Chinas], und südvietnamesische Mädchen werden in die Prostitution von Kambodscha überführt. Zwischen 1991 und 1994 schätzte das Vietnamesische Arbeitsministerium, Invaliden- und Sozialministerium, dass um die 5000 vietnamesische Frauen nach China verkauft worden sind, um dort Ehefrauen von Männern zu werden, die sie vorher nie gesehen haben. Reiche Länder mit Japan an der Spitze sind Empfängerländer. In der Mitte steht Thailand, das als Drehscheibe für den weiten südostasiatischen Markt fungiert.


3.3.2: Die geilen Thai-Männer schätzen die Prostitution

Thailand: Thailändische Männer sind "enthusiastische Konsumenten" - mit Mädchen aus Thailand, Burma, Kambodscha und dem südlichen China

Thailand hat einen wohlverdienten Ruf als das Bordell der Welt. Das Land hat einen enorm grossen Heimmarkt, wo die grosse Mehrheit der Thai-Männer enthusiastische Konsumenten sind. Es bedient auch eine atemberaubende Anzahl Sextouristen, die aus allen Gegenden der Welt aus reichen Staaten anreisen, um bei jungen Thai-Frauen sexuelle Dienstleistungen zu kaufen, manchmal auch Kindersex. Die Nachfrage für günstiges, junges Fleisch in Thailand ist dermassen hoch, dass die Frauen zum Beispiel über das ganze Mekong-Delta in dieses Sexgewerbe hereingezogen werden. Sie kommen prinzipiell aus Burma, Kambodscha und auch aus dem südlichen China, um die Tausenden Thai-Mädchen zu ergänzen, die den heimischen Thai-Männern und Ausländern sexuelle Dienste anbieten.

Mädchen und Frauen aus dem Mekong-Delta reisen nach Thailand

Der Strom an Mädchen und Frauen aus der Mekong-Region hat sich in den vergangenen Jahrzehnten beschleunigt. Die Sexindustrie hat sich mit dem Öffnen der Grenzen weiterentwickelt, und die politischen Verhältnisse haben sich dabei verbessert. Der Handel ist, einfach gesagt, heute viel einfacher als es noch vor einem Jahrzehnt war. Die Infrastruktur und die Transportmöglichkeiten sind besser und der Handel breitet sich aus. Unglücklicherweise wächst dabei aber auch der Menschenhandel.

Chinesische Mädchen auf der Durchreise in Thailand - und heiraten dann weg

Thailand fungiert dabei auch als ein Transitland. Chinesische Mädchen zum Beispiel reisen durch Thailand, wobei sie auf dem Weg in die Prostitution oder in eine Heirat nach Malaysia, Singapur, Taiwan oder sogar (S.81)

in ein noch entfernteres Land sind.


Map of South East Asia
                        showing women trafficking with Thailand as a hub
                        with it's neighbor states and China and Vietnam
Karte von Südostasien mit dem Frauenhandel mit Thailand als Drehscheibe mit den Nachbarstaaten, China und Vietnam [31]


Thailändische Prostituierte arbeiten in aller Welt - speziell in Japan - Wirtschaftswachstum bewirkt in den "Tigerstaaten" mehr sexuellen Genuss und Prostitution

Thailand ist auch ein Senderland. Es exportiert seine jungen Frauen in die ganze Welt, speziell nach Japan. Einige Jahre zuvor ging noch ein grosser Teil der exportierten Thai-Mädchen in den Mittleren Osten, aber die Nachfrage hat sich mit dem Wirtschaftswachstum in Südostasien und Ostasien geändert.

Da die asiatischen Tiger-Wirtschaftssysteme in den 1980er und 1990er Jahren schnell angewachsen sind, so war dies bei der Nachfrage nach käuflichem Sex dasselbe. Männer in hochentwickelten, asiatischen Wirtschaftssystemen entschieden, ihren angehäuften Reichtum [vermehrt] für den Kauf von Frauen auszugeben. Das Wirtschaftswunder kann während der Krise Ende der 1990er Jahre etwas ins Stocken geraten sein, aber die Nachfrage nach bordellbasierter Prostitution ist dabei nur wenig zurückgegangen. Es scheint, dass wenn asiatische Männer an etwas sparen, dann wird kaum bei den sexuellen Dienstleistungen gespart.


3.3.3: Die geilen Japaner schätzen die Prostitution

Das reiche Japan ist der Hauptempfänger - und die japanischen Kultur mit "Sexsafaris" in Korea, Thailand und auf den Philippinen - und Feministinnen

Japan ist das wichtigste Empfängerland in der Region. Seine riesige Wirtschaft trägt dabei die lukrative, heimische Sexindustrie, die sich in den letzten 15 Jahren in ihrer Form substantiell gewandelt hat. Bis Ende der 1980er Jahre waren japanische Männer Stammgäste beim "Kauf von Sex". Diese Aktivität wurde von der total männlich dominierten Kultur unterstützt. Die Firmen spendierten ihren Angestellten jährliche Sexreisen nach Korea, Thailand oder auf die Philippinen. Diese spezielle Art Bonus mit Flug und Unterbringung schloss sexuelle Dienstleistungen durch heimische Prostituierte mit ein. Touren wie diese waren dabei nicht von unseriösen Organisationen arrangiert und auch nicht nur in einigen dubiosen Firmen angeboten, sondern das war ein offener und grosser Geschäftsbereich, der sogar einen Teil des Firmenprestiges darstellte, und ein beachtlicher Teil der männlichen Angestellte war darin involviert.

Nun kamen da die japanischen und koreanischen Feministinnen und brachten ihre Proteste an und machten starke Kampagnen, damit dieses Treiben aufhören sollte. Die Firmenleiter, die von Sexsafaris heimkehrten, wurden an japanischen Flughäfen blossgestellt und es gab Denunziationen über die Reisen in den Medien.

Entwicklung nach der feministischen Aktion: 1. Es reisen nur noch kleine, japanische Gruppen - 2. Es werden mehr Prostituierte nach Japan importiert

Die Antwort war absolut vorhersehbar: Die Reisen wurden herabgestuft und ihre Präsentation wurde verändert. Die reisenden Männergruppen wurden kleiner. Nun werden nur noch kleine Gruppen von vielleicht vier oder fünf Freunden organisiert. Und es werden Touren gebucht, die neben der Möglichkeit der Auswahl eines (S.82)

Mädchens auch andere Ferienmöglichkeiten bieten wie Klimaanlage und Minibars in den Hotelzimmern. Als Alternative werden sogar mehr zwanglose Abmachungen und einfach Sex nach Nachfrage organisiert. Und es gab auch noch eine zweite Antwort auf die Limitierung der Firmen-gesponserten Sexbelohnungen. Statt japanische Männer für den Kauf von Sex auf Reisen in andere Länder zu schicken, entschied die Sexindustrie, die Frauen nach Japan zu bringen.

Japanische Bordelle für Thais und Philippininnen - Paradies oder Sklaverei

Also begannen Ende der 1980er Jahre, 1000e thailändische und philippinische Frauen, nach Japan zu reisen. Die Mechanismen dieser Importstrategie waren für die Industrie gar nicht so kompliziert, weil die Frauen aus Ländern kamen, wo die Japaner bereits als gute Sextouristen galten und wo die Sexindustrie effiziente Netzwerke installiert hatte, um die Verschiebungen, die Verkäufe und das Marketing zu organisieren. Im Falle der Philippinen wurde die Bestimmung von Frauen, die in japanischen Bordellen und Clubs arbeiten sollten, durch eine Arbeits-Exportstrategie ermöglicht, die sogar von der philippinischen Regierung als Entwicklungsschritt geleitet wurde. Für einen grossen Teil der philippinischen Frauen aber führte dieser Weg direkt in die Sexsklaverei.


Tokio, das Bordell
                        Avignon[32]
Tokio, das Bordell Avignon (bordel d'Avignon) mit blond gelockten Mädchen (vielleicht sind es japanische Mädchen im "französischen Stil") [32]

Und es kann angenommen werden, dass Mädchen aus Thailand in Japan auch thailändische Massage geben, aber auf eine Art, die in Thailand nicht erlaubt ist... [web01]


3.3.4: Das geile Thailand behandelt viele Mädchen und Frauen vom Lande als Prostituierte

Thailändische Prostituierte aus dem vernachlässigten Norden Thailands - nur selten genötigt


Bangkok,
                    Bordellzone
Bangkok, Bordellzone [33]

Die Rekrutierungspraxis ist in denjenigen Teilen Südostasiens offen, wo Sex seit über 30 Jahren auf einer breiten Basis wirtschaftlich vermarktet wird. Dies ist speziell im Norden von Thailand der Fall. Hier ist Menschenhandel eigentlich nicht das treffende Wort, um die Auswahl und die Verschiebung von Mädchen in die Prostitution zu beschreiben. Die Wanderung vom Land in die Stadt wird von einem Netzwerk von ArbeitsvermittlerInnen unterstützt, und so ist die Beschreibung dieses Handels weit besser. Nötigung wird dabei kaum angewandt, und die Mädchen werden auch nicht mit Tricks verführt. Das Ausbleiben von Gewalt macht den Verkauf von Sex aber nicht plötzlich zu einem ethisch legitimen Wirtschaftszweig - und dies betrifft eben die Ware beim Angebot, Kinder oder Frauen. Es kann für Familien und für individuell agierende Frauen kurzfristig wirtschaftlich Sinn machen, sexuelle Dienstleistungen zu verkaufen. Aber vom Standpunkt der menschlichen Würde und speziell Integrität aller Frauen handelt es sich um eine Verzerrung der Tatsachen, denn es gibt keine freie Auswahl, ob man nun etwas mehr als eine Vagina mit einem Preisschild sein soll oder nicht.

Die Muster, wie in Thailand Neulinge ausgewählt werden, haben sich in den letzten 10 Jahren verändert. Noch vor einem (S.83)

Jahrzehnt oder mehr sind die Mädchen in die Städte gewandert, um dann dort Arbeit zu suchen. Dann wurden sie in die Sexindustrie hineingezogen, wenn ihnen die Arbeitsbedingungen [bei einer anderen, ersten Arbeit] als düster erschienen, oder wenn sie realisierten, dass sie grundlegend mehr Geld mit dem Verkauf ihres Körpers verdienen konnten, als wenn sie Kleider in einem ausbeuterischen Betrieb nähten. Heute ist dieses Zwei-Schritte-System durch ein direktes Ein-Schritt-System ersetzt. Die Mädchen werden direkt von ihrem Zuhause an die Bordelle geliefert. Die VermittlerInnen, die die Ladungen aus Nord-Thailand organisieren, sind bedeutend besser organisiert als in Südasien, aber auch hier gibt es kaum eine Verschiebung ohne Zwischenglieder mit Versorgern, Vermittlerinnen und Bordellbesitzerinnen. Stattdessen ist es so, dass viele Gruppen von VermittlerInnen und Sub-Agenten auftauchen, die miteinander und mit den Bordellen und Clubs in enger Verbindung stehen, die dann ihre Ware kaufen. Im Nordosten des Landes ist die Anwerbung weniger systematisch, wahrscheinlich, weil dort der Widerstand gegen das Konzept des käuflichen Sex grösser ist [9].

[9] Skrobanek: Traffic in Women, S.30

Die Töchter hier können wohl im Sexgeschäft arbeiten, aber viele wollen nicht, dass ihre Familien dann davon erfahren.

Die Familien im nördlichen Thailand erhalten dabei einen "Vorschuss" auf die Einnahmen der Tochter. Das ist kein Verkauf - oder so, ist das Argument. In der Praxis aber kommt es auf dasselbe heraus, und wir sollten uns durch Wortspiele nicht in die Irre führen lassen. Viele Neulinge in der Industrie werden zu Sklavenarbeiterinnen und die Mädchen müssen dann diesen "Vorschuss" von ihrem Einkommen abverdienen. Sie verdienen Geld durch den Verkauf ihrer Sexualität unter Bedingungen, die ihnen kaum die Möglichkeit geben, "nein" zu sagen.
Ergänzung: Die Realität im Leben von Prostituierten in Thailand beinhaltet viel Selbstzerstörung - Beispiele aus Pattaya (2013)

Thailändische Bordelle sind kleine Diskotheken mit Euphorie und Witzen ohne Ende von 2 Uhr Nachmittags bis 4 Uhr in der Nacht mit Billardtischen, und in vielen Fällen
-- kommen die Mädchen und jungen Frauen aus Reisfarmen, wo sie schon täglich mit Alkohol grossgeworden sind
-- und dann geht der hohe Alkoholkonsum an der Bar einfach weiter so, so dass die Mädchen und Frauen dann ihr Hirn mit der Zeit komplett verlieren, weil der Alkohol das Hirn wegfrisst, und sie denken dann nur noch das Wort "Kunde Kunde" und können ihr Hirn nicht mehr für einen Lernprozess umstellen, sie verlieren Schlüssel, die klopfen an falsche Türen, und sie haben einen schwachen Kreislauf
-- die meisten schnarchen auch - oft wie ein "Elefant" - weil sie so viel Alkohol trinken und zu wenig schlafen, so dass das Gewebe in der Nase und im Mundraum nicht mehr in Ordnung ist und an Spannung verliert
-- am Ende verlieren viele tatsächlich ihr Hirn fast komplett, weil der Alkohol das Hirn wegfrisst, und dann verlieren sie auch all ihr Geld und kommen immer mehr in Nöte, bis sie aus dem Bordell rausgeworfen werden. Deswegen sind thailändische Prostituierte für menschliche Beziehungen überhaupt nicht geeignet.

Und in vielen Fällen werden diese Frauen dann zu einer Belastung für die Familie, wenn sie als Voll-Alkoholikerin und ohne Hirn nach Hause zurückkehren - aber sie haben dann immerhin den Ruf, ihre Familie unterstützt zu haben, so dass man einige Produkte mit "ihrem" Geld hat kaufen können. Hier sind Beispiele:

Pattaya, eine Lady,
                        die so laut schnarcht wie ein Elefant[34]  Pattaya, eine Lady, die eine Alkoholikerin
                        ist, ein Opfer von einer Reisfarm[35]  Pattaya, eine Ex-Prostituierte, die auch
                        Alkoholikerin ist und an der Bierflasche endet[36]  Pattaya, ein Nazi-Skinhead mit einer
                        thailändischen Freundin in der Nähe der
                        Buakao-Strasse[37]
Pattaya, eine Lady, die so laut schnarcht wie ein Elefant [34] - Pattaya, eine Lady, die eine Alkoholikerin ist, ein Opfer von einer Reisfarm [35] - Pattaya, eine Ex-Prostituierte, die auch Alkoholikerin ist und an der Bierflasche endet, nahe dem Hotel SY Mansion [36] - Pattaya, ein Nazi-Skinhead mit einer thailändischen Freundin in der Nähe der Buakao-Strasse [37]

Die ersten beiden Thai-Frauen sind Beispiele, die eine medizinische Behandlung für eine Heilung verweigerten. Die erste Lady (Foto 34) meinte, alle Leute würden so wie ein Elefant schnarchen wie sie. Nun, die meisten Kunden sind ja auch Alkoholiker und schnarchen dann auch wie Elefanten im Hotelbett, und so kombiniert sich der Alkoholismus in Thailand mit dem Alkoholismus der europäischen Kunden eigentlich sehr gut - und es kommt im Hotel dann zum Schnarchkonzert.

Die zweite Frau (Foto 35) wollte keine medizinische Heilung ihrer Alkoholsucht (Baclofen). Sie wollte ihren "Bier-und-Whisky-Lebensstil" nicht abgeben. Stattdessen klopfte sie im Hotel regelmässig an falsche Türen und konnte kaum noch Treppen steigen - mit 35. Eine weitere Ex-Prostituierte (Foto 36) hing nur noch an der Flasche, egal ob Wein, Bier oder Whisky. Sie hing draussen auf der Strasse herum und plärrte laut herum, machte schlechte Witze auf der Strasse, aber die gesamte Familie war stolz auf sie, weil sie mit dem Geld der Prostitution den Bau eines Hauses für alle ermöglicht hatte. Sie hört nicht mit Trinken auf, und sie wird in 10 Jahren ihr gesamtes Hirn verloren haben und wird dann nicht einmal ihr Bett mehr finden. In Thailand existiert das Bewusstsein für Gesundheit nicht, und eine Gesundheitserziehung für die Barladys gibt es eigentlich auch nicht. Sie wissen meistens nur die Worte "Bier" und "Kondom", mehr nicht.

In Thailand sind die Kunden nicht nur meistens Alkoholiker, sondern meistens sind die Kunden sogar Rechtsextreme oder sogar Neonazis, und da laufen auch viele alte Skinheads herum, die hier ihre kleine Freude mit einer Thai-Lady haben wollen (Foto 37).

Nun, Schnarchen ist eines der grossen Tabus in Thailand, über das kaum oder nie berichtet wird. Der Alkoholismus ist ein weiteres Tabu in Thailand, über das in den Medien nie berichtet wird. Und der Nazismus ist ein weiteres, grosses Tabu in Thailand, das in den Medien ebenfalls verschwiegen wird, weil diese Rechtsradikalen aus Europa und Australien viel Geld ins Land bringen - manchmal sogar die Barbesitzer sind...


Thailand: ArbeitsvermittlerInnen (meistens Frauen) "arbeiten offen in den Dörfern" und "machen einander Konkurrenz"

Herr Sompop Jantraka, die in Thailand ein Töchter-Erziehungsprogramm leitet, beschreibt das Netz von Interessen, das die Mädchen dann in der Prostitution zu Sklavinnen macht, als "Blutsauger-Zyklus" ("blood-sucker cycle"). Und dieser Begriff trifft den Nagel auf den Kopf. Er hat ein tiefes Wissen über die Mechanismen im Gewerbe in der Region und erklärt, wie grosse Teile der Gemeinde offen oder verdeckt in das Sexgewerbe involviert sind. Die ArbeitsvermittlerInnen [oft Frauen] arbeiten offen in den Dörfern und machen einander Konkurrenz mit ihren Angeboten.

Thailand: Thailändische Eltern betrügen die VermittlerInnen und verkaufen die Tochter an zwei VermittlerInnen gleichzeitig

Eltern, die nach den besten Bedingungen streben für ihre Mädchen streben, manipulieren da kräftig mit und in einigen Fällen kann es sogar vorkommen, dass ihre Kinder an zwei verschiedene AgentInnen verkauft werden. Sie kassieren den Vorschuss und dann verlassen sie die VermittlerInnen (S.84)

die sich dann über den Misserfolg des Deals aufregen dürfen.

Thailand: Es geht nur die "Art des Bordells", wo die Tochter arbeiten wird

In Teilen Thailands - wie auch in anderen Ländern wie Vietnam - konzentriert sich die Aufmerksamkeit in der Familie nicht auf den Schutz der Tochter vor der Prostitution. Ganz im Gegenteil ist es so, dass der kritische Punkt nur der ist, von welcher Art denn das Bordell sein wird, wo sie arbeiten soll [abhängig von Stadt zu Stadt kann das ein Massageshop, eine Karaokebar oder eine Touristenbar sein etc.]. Dabei geht es um den Ruf des Bordells und die Zuverlässigkeit der VermittlerInnen, die den Transport organisieren.

Thailand: Väter bringen ihre Töchter direkt zum Bordell

Gerissene Väter bringen ihre Mädchen direkt zum Bordell. Auf diese Weise können sie die VermittlerInnen sparen und machen einen höheren Profit.

Thailand: Mütter als Prostituierte bringen ihre Töchter auch zu Bordellen, um als Prosti zu arbeiten

Und dann gibt es auch Mütter, die selber schon Sexarbeiterin waren und die ihre eigenen Töchter direkt in die Sexindustrie abliefern.

Thailand: Eltern wurden in die Prostitution gezwungen - und wiederholen alles bei den eigenen Töchter

Solche Geschichten sind traurig und verstörend bei einer Gesellschaft, die den Mädchen derart beschränkte Wahlmöglichkeiten bietet. Diese Geschichten illustrieren auch den Schmutz in einem teuflischen Zyklus, in den Familien über ihre Kinder geraten. Es ist genau dieselbe Kombination von Druck und Missbrauch, dem sie selbst als Kinder ausgesetzt worden waren.

Thailand: Mädchentransporte in Vans und Pickups - Verhandlungen über Mädchen und Jungfrauen

Mädchen werden in ihren frühen und mittleren Jugendjahren angeworben. Sie werden im Dorf gesammelt und als Gruppe in einem Van oder Pickup transportiert. Herr Jantraka kann die Nachfrage nach Mädchen beobachten, wenn die Bordelle in den Städten "dringende Bestellungen herausgeben". Bei solchen Gelegenheiten reisen Mädchen in ganzen Gruppen. Vorleistungen werden auch für speziell hübsche Mädchen geleistet, während Deals mit reichen Kunden ausgehandelt werden, die eine Jungfrau entjungfern wollen.

Thailand: Heirat von älteren Männern mit jugendlichen Mädchen für 500 Baht

Für einige Familien, die zögern, eine Tochter in die Prostitution zu schicken, gibt es nun eine immer mehr bevorzugte und sozial eher akzeptable Alternative. Jugendliche Mädchen heiraten mehrmals mit älteren Männern. Es ist dabei für ein 16 Jahre altes Mädchen nicht unüblich, die Braut eines 60 Jahre alten Mannes zu werden. Die Heirat dauert dabei gar nicht lange und der Preis für die kurze Zeit der glücklichen Ehezeit kommt auf unschlagbare 500 Baht (8,30 Englische Pfund).

Mekong-Delta: Verteilungsmethoden beim Verkauf von Mädchen und Frauen in die Bordelle

Eine kürzlich präsentierte Studie über die Art und Weise, wie im Mekong-Becken der Kinderhandel vor sich geht, hat ergeben, dass die VermittlerInnen verschiedene Techniken benutzen, ihre Ware auf den Markt zu bringen [10].

[10] Archavanitkul: Trafficking in Children, S.46-67

Einige liefern auf Bestellung, andere kontaktieren den Auftraggeber, um ihnen Kinder anzubieten, und andere bieten die Kinder von Ort zu Ort an und transportieren sie in einem Van. Diejenigen, die am Ende des Tages übrigbleiben und (S.85)

die niemand zum Verkaufspreis kaufen will, denen wird eine Schuld draufgeschlagen, um den Verkauf zu garantieren. Andere brachten die Kinder direkt an Arbeitsvermittlungsbüros, wo die Kinder warten konnten, bis sie von einer ArbeitgeberIn ausgewählt wurden.

Thailändische Frauen, die Prostitution frei als ihren Geschäftsbereich auswählen

Nicht alle thailändischen Frauen, die in der Prostitution arbeiten, wurden in die Prostitution hineinmanipuliert. nicht alle Familien von Sexarbeiterinnen haben ihre Mädchen weggeschickt, damit auf deren Rücken das Geld für die Familie hereinkommt. Einige haben es wirklich selber ausgewählt, Prostituierte zu werden. Und einige, hatten auf der anderen Seite absolut keine Ahnung davon, dass sie in der Stadt dazu berufen würden, sexuelle Dienstleistungen zu bieten.

Aber Sex mit Touristenkunden in Thailand ist nicht unbedingt ein Vergnügen:
Pattaya, Bordell mit
                        dicken, weissen Kunden an der Soi 6[38] 
Pattaya, Bordell mit dicken, weissen Kunden an der Soi 6 [38] mit sicher 180 kg - aber die "Arbeit" mit ihm dauert ja nur 2 Minuten, weil dieses Bierfass sich gar nicht bewegen kann. Aber dann wird er 5 Stunden lang schnarchen...

Pattaya,
                        Buakao-Strasse, ein europäischer Kunde mit einem
                        Tattoo und Ohrringen[39]
Pattaya, Buakao-Strasse, ein europäischer Kunde mit einem Tattoo und Ohrringen [39]. Die Frau, die mit ihm geht, wird nicht wissen, was sie erwartet, das kann am Ende auch in Gewalt ausarten...

Thailand: Mädchen aus vernachlässigten Regionen vom Land

Jene Mädchen, die keine andere Wahl haben, einer Beschäftigung nachzugehen, werden mit denselben scheinheiligen Versprechungen angeworben, wie sie auch in Südasien üblich sind. VermittlerInnen lungern an Busstationen und in Bahnhöfen herum und warten auf die Ankunft von Mädchen vom Lande, die hier das Glück des Lebens suchen - oder einfach eine gute Arbeit suchen, um ein Auskommen zu haben.

[Die Vernachlässigung des Hinterlands im Gegensatz zur Stadt scheint in Asien eine staatlich gewollte Regierungstaktik zu sein, denn nur so kommen genügend verarmte Mädchen in die Prostitution für die Reichen, die in der Stadt leben. In Thailand ist es ganz extrem, wenn Ost- und Nordost-Thailand für 4 bis 6 Monate unter Wasser gehalten werden, damit Bangkok nicht überschwemmt wird - und somit finden in Ost- und Nordost-Thailand auch keine Investitionen der Industrie statt...].

Thailand: VermittlerInnen (meistens Frauen!) verlocken die Mädchen und Frauen mit Lügen in die Prostitution

In Gegenden, wo Prostitution nicht akzeptiert ist, wenden die VermittlerInnen dieselben Lügen an wie in den armen Gegenden in Nepal, Indien und Bangladesch: Den armen Mädchen werden Arbeitsstellen versprochen, so dass sie ihren Familien helfen können.

Beispiel: Thailändische Frau arbeitet als Prostituierte in Japan - sie wurde mit einem Heiratsversprechen dorthingelockt


Hier zum Beispiel kommt eine typische Geschichte über ein Mädchen aus einem thailändischen Dorf, das nach Japan verkauft wurde und am Ende zur Sexsklavin wurde. Ihre Geschichte erschien in einem Pamphlet als Warnung für andere Mädchen, nicht dasselbe Schicksal zu erleiden:

<"[Der Agent] erzählte uns, ihre eigene Tochter sei auch nach Japan gegangen und würde pro Monat 10.000 Baht senden ... Er zeigte uns ihr Foto und ihren Brief, der besagte, dass es ihr gut gehen würde und man sich nicht um sie kümmern müsse. Er versuchte, uns zu überzeugen, dass die jungen Mädchen nach Japan gehen sollten, weil es hier [in Thailand] lange dauern würde, bis man reich werden würde. Also sollten wir mitgehen und einen Ehemann finden und dann Geld an die Eltern nach Hause schicken, damit man ein neues Haus bauen könnte ... In meinem ganzen Leben hatte ich den Traum, eine gute Arbeit zu haben und grosse Summen an meine Eltern schicken zu können. Ich dachte, dass dies eine gute Gelegenheit für mich sei, denn ich hatte keine Schulbildung und auf diese Weise konnte ich ihnen zu einem guten Leben verhelfen."> [11 (S.86)

(original Englisch: <'[The agent] told us his own daughter also went to Japan and sent him 10,000 baht each month ... He showed us her photos and her letter which said she was fine and not to worry. He tried to convince us that the young girls should go to Japan because it took a long time here to get rich. So we should go and find a husband and send some money for our parents to build a new house ... All my life it was a dream of mine to work and send large sums of money to my parents. I thought it was a good chance for me as I was not educated and this way I could help them to have comfortable lives.'> [11] (p.86)


Thailand: Schönheitswettbewerb ist für die BordellagentInnen

Schönheitswettbewerbe sind eine bevorzugte und offen praktizierte Methode, an hübsche Mädchen heranzukommen. Die glücklichen Gewinnerinnen werden einen Preis in Bar erhalten, werden als Star auf Fotos präsentiert und erhalten dann ein Ticket in die Welt der Prostitution.

Thailand: Fotos von Mädchen werden an die Bordelle geschickt - oder Inserate im Internet

Einige VermittlerInnen mit entwickelter Denkweise brauchen inzwischen andere, clevere Taktiken, um ihren Anteil am Markt zu erhöhen. Sie machen vom Rohmaterial Fotos und senden die Fotos dann als Angebot an die Bordelle. Mädchen werden auch im Internet angeboten, um potentielle Kunden anzuziehen, vor allem Sextouristen.

Thailand ist das geilste Land von ganz Asien

Thailand ist das führende Land, das den käuflichen Sex zum Mainstream gemacht hat, professionalisiert und technologisch bis zum 21. Jahrhundert zu einer ausgefeilten Industrie herangebracht hat.

[wobei die Ladys dann oft schnarchen, Alkoholikerinnen sind, und Thailand ist zum Neonazi-Paradies geworden - das sind einige der kulturellen Tabus in Thailand].


3.3.5: Mädchenhandel und Frauenhandel nach Thailand mit Grenzübertritt

Von Burma nach Thailand - burmesische Frauen von Minderheiten - Zentrum Ranong - Bordelle an der Grenze zu Malaysia


Der Mädchenhandel in Südostasien ist eine relativ einfache Sache. Dies gilt speziell für die Migration von Burma nach Thailand. Da sind drei Hauptpassagen: Im Norden von Thailand sind es die Kreuzungen Tachilek-Mae Sai und Myawadi-Mae Sot, und im Süden ist eine weitere zwischen Kawthaung und Ranong. Im Norden sind die Migrantinnen meistens Mitglieder der ethnischen Minderheiten und Stämme der Akha, Lahu, der Tai Yai und Frauen des Staates der Shan. Im Süden handelt es sich meistens um indisch-burmesische Frauen und um solche aus dem südlichen Burma. Viele arbeiten in und rund um Ranong, aber andere sind in die Hände des Frauenhandels geraten und sind auf dem Weg, die Bordelle an der thailändisch-malayischen Grenze aufzufüllen.

Ein Teil der burmesischen Frauen werden offen auf einem Pickup über die Grenze gebracht. Unter diesen Bedingungen wird dann ein Abkommen zwischen der VermittlerIn und der Grenzpolizei abgeschlossen. Wenn die VermittlerInnen es vermeiden wollen, dass Beamte sich in ihr Geschäft einmischen, dann können sie die Mädchen einfach auf Dschungelpfaden über die Grenze [oder auf kleinen Booten über die Grenze] bringen.

Ein Fall in Ranong: Die erste Arbeit, dann in die Prostitution, dann AIDS
Thailand, Ranong, eine
                        burmesische Frau in einem Bordell
Thailand, Ranong, eine burmesische Frau in einem Bordell [40]

Zuerst wurde ihr eine Arbeit in Thailand versprochen, dann entschloss sie sich zur Prostitution, um mehr Geld zu verdienen, und heute hat sie AIDS [web02].

Noch ein Fall: Bordelle an der Grenze zwischen Thailand und Malaysia

Sungai Kolok, das
                        thailändische Bordell "Summertime bar"
                        an der thailändisch-malayischen Grenze
Sungai Kolok, das thailändische Bordell "Summertime bar" an der thailändisch-malayischen Grenze mit Thai-Prostituierten, die auf Männer aus Malaysia warten [47]

Von Kambodscha nach Thailand


Karte von Kambodscha mit
                      den Städten Poipet, Koh Kong und mit Thailand mit
                      Bangkok, Pattaya und Phuket [41]
Karte von Kambodscha mit den Städten Poipet, Koh Kong und mit Thailand mit Bangkok, Pattaya und Phuket [41]

Ein ähnlicher Ablauf findet an der Grenze zwischen Thailand und Kambodscha statt. Mädchen werden über die Transitstation in Poipet nach Thailand verfrachtet [zwischen Phnom Penh und Bangkok]. Ausserdem dient auch die Insel Koh Kong als Transitstelle, die nahe bei der Stadt Kompong Som liegt [Grenzstadt am Meer]. Zusätzlich zu diesen eigentlich kontrollierten Grenzstationen sind da noch viele kleine Grenzpassagen, die aber kaum überwacht werden. Das Mekong-Becken, das Kambodscha, Laos, Vietnam, Teile Chinas und Burmas umfasst, wobei Thailand die wirtschaftliche Achse ist, ist eine weite, von Flüssen und Dschungel unterteilte Fläche. Der Mädchenhandel kann in dieser Region entlang der schmalen Pfade erfolgreich agieren, in Booten, in (S.87)

Bussen und auf Lastwagen.

Ergänzung: Die "Hühnerfarm" in Kambodscha auf der Insel Koh Kong: Hohe Schuldensklaverei für die verkauften Mädchen in der Sexsklaverei
Auf der Insel Koh Kong ist das Bordell "Hühnerfarm" ("chicken farm") installiert [eines von vielen Bordellen auf der Insel]. Die Mädchen sind meistens zwischen 15 und 18 Jahre alt. Viele kommen dabei aus Vietnam. Andere waren in einer familiären Notsituation und wurden hierher mit falschen Versprechungen verlockt, dass sie hier in kurzer Zeit viel Geld verdienen könnten. Die Mädchen werden durch Verträge in Sklaverei gehalten. Die verkauften Sklavinnen sind hier in einer Schuldensklaverei und müssen die Kosten für den Transport und den Verkauf abarbeiten. Einige können ihre Schulden nie abarbeiten, weil sie nicht hübsch genug sind und von Kunden nie ausgewählt werden [web07]. Die Bordell-Chefin (mama-san) zwingt die Mädchen und jungen Frauen, 4 Kunden pro Nacht zu haben, und wenn dies nicht erreicht wird, folgen schwere Verleumdungen und Beleidigungen [web08]. Einige Mädchen sind vor allem für europäische Kunden attraktiv. Und während der Regenzeit kommt aber kaum ein Kunde mehr und Beschäftigung gibt es dann keine [web09]. Andere Mädchen und junge Frauen bekommen dann AIDS-Krankheiten und werden aus dem Bordell geworfen und überlassen diese Fälle dann den Nichtregierungsorganisationen (NGOs) [web10].
Weitere Details über die "Hühnerfarm" ("chicken farm") auf der Insel Koh Kong in Kambodscha an der Grenze zu Thailand

Die Fakten über die Prostitution wiederholen sich auch hier:

Insel Koh Kong, Sklavenbordell
                                    "Hühnerstall"
                                    ("chicken farm")
Auf der Insel Koh Kong besteht ein Sklavenbordell "Hühnerstall" ("chicken farm"), und zwar im Dorf "Stung" [42]

Insel Koh
                                  Kong, Sklavenbordell
                                  "Hühnerstall" ("chicken
                                  farm"), Kimi, ca. 16
Kimi, ungefähr 16 Jahre alt, auf der Insel Kho Kong im "Hühnerstall" ("chicken farm") mit ihrem kleinen Haus [43]

Insel Koh
                                  Kong, Sklavenbordell
                                  "Hühnerstall" ("chicken
                                  farm"), Kunde mit 2 Sklavinnen
Ein heimischer Kunde bei der Auswahl auf der Insel Kho Kong im "Hühnerstall" ("chicken farm"), im Hintergrund ist Sriy [44]. Wenn eine Frau ausgewählt wurde, wartet die andere draussen...

Insel Koh
                                  Kong, Sklavenbordell
                                  "Hühnerstall" ("chicken
                                  farm"), jugendliche Mädchen
Jugendliche Mädchen und junge Frauen auf der Insel Kho Kong im Bordell "Hühnerstall" ("chicken farm"), sie warten vor ihren Blechhütten auf Kunden [45], und da sind ja tatsächlich auch noch reale Hühner..

Insel Koh
                                  Kong, Sklavenbordell
                                  "Hühnerstall" ("chicken
                                  farm"), die Sklavenhalterin
                                  schminkt eine Sklavin
Insel Koh Kong, im Bordell "Hühnerstall" ("chicken farm") im Dorf Stung ist eine Bordellchefin (mama-san) daran, ein prostituiertes Mädchen zu schminken [46]. Dieselbe Frau erpresst einige der Mädchen mit einer Schulden-Sklavenerpressung. Und da sind ja verschiedene Bordelle mit verschiedenen mama-sans...

Man lese hier über das Pech von Sriy, wie sie zum "Hühnerstall" ("chicken farm") kam:

<Sriy, 21, ist ein typischer Fall von Mädchen, die im Hühnerstall gelandet sind. Ihre Mutter war bei der Geburt gestorben und ihr Vater konnte mit ihr nicht fertigwerden und lehnte die vier Kinder ab. So blieben die Kinder bei der Grossmutter, die aber tief in Armut lebte. Ein Nachbar behauptete dann, wenn er Sriy auf die Insel Ko Kong mitnehmen würde, dann könnte sie viel Geld verdienen und auch nach Hause schicken. Das war der letzte Zeitpunkt, als ihre Familie etwas von ihr sah.> [web03

(original Englisch: <Sriy, 21, is typical of many girls at the chicken farm. Her mother died giving birth and her father could not cope and disowned the four children. This left them in the care of her grandmother, who was already deep in poverty. A neighbor then claimed that if he took Sriy to Ko Kong island then she could earn lots of money to send home. That was the last her family saw of her.> [web03])
Und über Jungfrauen und "Magie-Glauben" in Kambodscha:

<Wegen dem Glauben in Kambodscha, dass Sex mit einer Jungfrau verjüngende Kräfte vermitteln würde, muss der erste Kunde einen sehr hohen Preis bezahlen. Es existiert auch ein kambodschanischer Glaube, dass Sex mit einer Jungfrau den Geschäftsgewinn im nächsten Jahr absichern wird.> [web04]
(original Englisch: <Because of the belief in Cambodia that sex with a virgin has rejuvenating powers the first client is charged an excessive amount. There is also a Cambodian belief that the practice of having sex with a virgin will ensure profits in business in the forthcoming year.> [web04])
Ein AIDS-Test in Kambodscha dauert 6 Monate [web05]. Ein Test in 10 Minuten kostet 3 Dollar [web06].

[Und nun folgen hier Details über Thailand]:

Das Prinzip: Thailand ist wie ein Magnet

Thailand ist ein Magnet für Leute aus ärmeren Ländern rund um Thailand, und die Grenzen sind durchlässig. Es ist einfach, nach Thailand einzureisen. Und so einfach funktioniert auch die Sexindustrie.

[Ergänzung: Sex+Whisky in Thailand seit 1964
Thailand ist seit 1964 im Sextourismus mit Sex+Whisky, seit die NATO-Truppen während des Vietnamkriegs Thailand als "Erholungsraum" für "Ami"-Soldaten und die Soldaten der "befreundeten" Armeen definierten. Die NATO wurde auf diese Weise eine pädophile Organisation mit all dem Kindersex in Thailand - der auch in Europa mit dem "Basler Tierkreis" genau im selben Jahr 1964 durch Helmut Hubacher in der Schweiz organisiert wurde - mit ausgezeichneten NATO-Kontakten mit der geheimen "Widerstandsarmee" P-26, die unter NATO-Befehl stand.
1975 verliessen die "Amis" und die "befreundeten" Armeen dann Thailand, die thailändische Regierung machte ein bisschen Werbung und nun kamen die Sextouristen vor allem aus Europa und Australien, vor allem Neonazis, Rentner, Geheimdienste, und so bauten die Geheimdienste ihren weltweiten Frauen- und Kinderhandel auf. Da die Thailändische Bevölkerung nun von 1964 bis 2014 50 Jahre nur Whisky gesoffen hat, ist ein grosser Teil des Hirns weg, die Denkfähigkeit und Kontrollfähigkeit ist dahin und somit auch das Sozialverhalten und die Präzision - es ist einfach nur noch Whisky wichtig. Nebenbei gilt die Taktik, die Armen arm zu halten, damit genügend Mädchen in die Prostitution kommen, damit die Sex+Whisky-Sause immer weitergeht. Dass Bangkok versinkt, ist dabei nicht wichtig...]

Die billigsten Bordelle in Thailand mit burmesischen Mädchen und Frauen - mit Lügen nach Thailand gelockt - entsetzliche Bedingungen in billigen, thailändischen Bordellen

In den billigsten Bordellen in Thailand arbeiten fast nur burmesische Mädchen und Frauen. Sie stehen am Ende der wirtschaftlichen Rangliste auf dem Markt. Thailändische Mädchen dominieren dann eher den besser bezahlten Sektor als Call-Girl und Bar-Lady. Einige der burmesischen Mädchen wissen, dass sie Prostituierte sein werden, wenn sie ihr Zuhause verlassen, aber nur wenige haben eine Ahnung über die entsetzlichen Bedingungen, denen sie dann ausgesetzt sein werden. Viele werden betrogen, was die Grundbedingungen ihrer Arbeit angeht [12].

[12] Die Angaben sind vom Personal von EMPOWER, Chiang Mai und Mae Sai

Burmesische Eltern bringen die Mädchen ins thailändische Bordell

Einige Mädchen werden sogar von ihren hoffnungslos armen Eltern zu den Bordellen in den Grenzstädten gebracht [13].

[Diese Armut und das Nicht-Installieren von sozialen Netzwerken scheint eben das Kalkül der asiatischen Regierungen in Zusammenarbeit mit den kriminellen Geheimdiensten der Welt zu sein].

[13] Die Angaben stammen von Personal vom Programm "World Vision STD / HIV intervention program" in Mae Sai.

Burmesische Mädchen und Frauen nennen die VermittlerIn eine "TrägerIn" und "UnterstützerInnen" - oft sind sie burmesisch-thailändische Frauenhänderlnnen

Weite Netzwerke von AgentInnen verfrachten Frauen über die thailändisch-burmesische Grenze. So wie die VermittlerInnen im nördlichen Thailand arbeiten, so trifft für diese Leute das Wort "Menschenhändler" eigentlich oft nicht unbedingt zu. Die Mehrheit transportiert "willige" Frauen, und die Frauen bezahlen sie sogar für den Transport. Sie werden "TrägerIn" ("carrymen") genannt und können 3000 bis 5000 Baht (50 bis 83 Englische Pfund [Stand 2000]) für einen Transport nach Thailand verlangen. Die burmesischen Prostituierten, mit denen ich im nördlichen Thailand gesprochen habe, beschrieben die MenschenhändlerInnen als "UnterstützerInnen" ("facilitators"), die ihnen über die Grenze geholfen hätten.

VermittlerInnen sind einfach Leute, die in der Gegend heimisch sind. Sie sind dabei oft Mischlinge zwischen Thai und Burmese, und sie gehören den Gemeinden an, die auf beiden Seiten der Grenze ihr Territorium haben. Oft sind es Frauen. Sie wissen um die geographischen Verhältnisse, um die Kulturen und die Sprache, weil sie hier aufgewachsen sind. Sie kennen das Gebiet dermassen gut, dass sie gute AgentInnen werden. Der Menschenhandel und der illegale Grenzübertritt sind für sie sehr einfach, das ist etwas Alltägliches für sie.

Weitere "Aktivitäten" der FrauenhändlerInnen

Viele der VermittlerInnen sind auch in andere illegale Aktivitäten verwickelt. Sie sind im Drogenhandel tätig, oder sie schmuggeln Edelsteine, und sie nützen dann einfach dieselben Pfade und Kontakte, um ihre menschliche Ware rüberzubringen. Unbestätigte (aber sehr wahrscheinlich klingende) Berichte lassen vermuten, dass Leute, die diese Netzwerke unterhalten, eng mit dem burmesischen Militärregime verbunden sind [Stand 2000]. (S.88)

[Ergänzung: Armut ist Kalkül
Und somit ergibt sich wieder der Verdacht: Die Armut ist absichtlich herbeigeführt, so dass es viele arme Mädchen gibt, die dann willig in die Prostitution gehen].

Mädchen und Frauen aus der armen, chinesischen Provinz Yunnan - heimische VermittlerInnen

Ein ähnliches Schema kann man in Yunnan im südlichen China antreffen, wo willige Mädchen immer häufiger "verkauft" werden, weil sie in einer hoffnungslosen Lage der Armut sind, der sich von zu Hause entfliehen wollen [14].

[14] Archavanitkul: Trafficking in Children, p.iii

Auch hier sind die VermittlerInnen und AgentInnen Einheimische aus der Region und haben die gesamten Kenntnisse über die Örtlichkeiten. Dies macht sie zu sehr effektiven MenschenhändlerInnen, auch dort, wo man als Aussenstehender kaum irgendwelche Handelsströme vermutet.


3.3.6: Prostitution in Kambodscha unter ärmlichen Bedingungen

Kambodscha, 2 Mädchen in einem
              Bordell[48]  Kambodscha,
              Prostitution auf der Strasse[49]  Bordell in
              Kambodscha mit Prostituierten[50]
Kambodscha, 2 Mädchen in einem Bordell [48] - Kambodscha, Prostitution auf der Strasse [49] - Bordell in Kambodscha mit Prostituierten [50]

Keine guten, sanitären Einrichtungen und keine anmutigen Bordelle in Kambodscha - die meisten Mädchen werden in die Prostitution gezwungen - es beginnt bereits im Kindesalter

Das Bild in Kambodscha ist weniger kompliziert, zum Teil, weil der Handel vor allem heimische Kunden anspricht und nicht so entwickelt ist. Die kambodschanische Sexindustrie ist wirklich schrecklich. In Thailand hat der Reichtum ja bereits einen Oberklasse-Sektor entstehen lassen, wo die Industrie für Qualität und Sauberkeit gesorgt hat, und das fehlt in Kambodscha nun komplett. Nur wenige der kambodschanischen Mädchen, mit denen ich gesprochen habe, hatten eine Ahnung davon, dass sie Prostituierte werden würden. Die grosse Mehrheit hasste es, was sie da zu tun gezwungen wurden. Die grosse Mehrheit war auch nicht viel mehr als Kinder, als für die die Sexarbeit begann.

Familienmitglieder verkaufen ihre Töchter an die Bordelle - betrogen und verlockt mit falschen Angeboten (1997)

Um die 50% der jungen Frauen, die in Kambodscha an Bordelle verkauft wurden, mussten erleben, wie sie durch Personen verkauft wurden, die sie kannten [15].

[15] Die Angaben stammen von Chanthol Oung, Director, Cambodian Women's Crisis Center

Im November 1997 hat die Polizei in Bordellen in Phnom Penh eine Razzia durchgeführt und dabei 439 Frauen und Kinder gerettet. Die Hälfte von ihnen wurden ins Kambodschanische Frauenkrisenzentrum geschickt, wo durch Interviews festgestellt wurde, dass 86% durch Betrug oder durch Verkauf in die Prostitution gelangt waren [dabei kann es sein, dass diese Prozentangabe zu hoch ist, weil Kinder manchmal auch falsche Angaben machen, um unschuldig zu erscheinen] [16].

[16] Cambodian Women's Crisis Center: Annual Report 1997-1998, Phnom Penh, S.22

Dabei ist eine Tendenz bei den geretteten Frauen zu beobachten, dass sie darauf bestanden, in die Prostitution gezwungen worden zu sein. Dies rettet sie zumindest von einem Teil der Schande, eine Prostituierte gewesen zu sein, weil sie dann behaupten können, keine andere Wahl gehabt zu haben. Aber sogar wenn sogar wenn die Prozentangabe zu hoch ist, dann bleibt da immer noch ein grosser Teil von Frauen, die in die kambodschanische Sexindustrie gezwungen worden ist. Dies wird dann auch durch die Erlebnisse der Mädchen und jungen Frauen in der Prostitution bestätigt.

Beispiel Kambodscha: Vaterlose Familie im Dorf - Hunger - schöne Frau als Vermittlerin mit zwei Begleitern verlockt Mädchen mit einem "Job" - die Mädchen werden an Bordelle in Phnom Penh verkauft

Ein 15 Jahre altes Mädchen erklärte mir, wie sie betrogen wurde, ihr Zuhause zu verlassen:

<Ich lebte mit meiner Mutter in einem Dorf in [der Provinz] Kampong Chhnang [nördlich von Phnom Penh]. Unser Vater hatte uns verlassen und wir konnten die Situation kaum (S.89)

bewältigen. Meine Mutter verkaufte Haferbrei an einem Stand an der Strasse, aber wir hatten nie genügend zu Essen und waren immer hungrig. Da kam eines schönen Tages eine Frau, die schon manchmal das Dorf besucht hatte. Sie war reich, hatte Schmuck und schöne Kleider an und sie sagte, sie könnte für einige von uns Mädchen gute Arbeit in der Stadt für uns finden. Ich wollte mit ihr mitgehen, und als sie zurückkam, ging ich mit einigen anderen für ein Gespräch mit. Da waren auch noch zwei Männer, die sie als Begleiter hatte, und die stellten uns eine Menge Fragen. Ich fühle mich wirklich glücklich, weil sie mich und zwei weitere für einen Job ausgewählt hatten. Wir verliessen am folgenden Tag in einem Taxi das Dorf und kamen nach Phnom Penh. Wir dachten, wir würden in einem Geschäft arbeiten gehen, aber stattdessen verkauften sie uns alle an verschiedene Bordelle.>

(original Englisch: <I lived with my mother in a little village in Kampong Chhnang [province in the north of Phnom Penh]. Our father had left us and we found it hard to (p.89)

manage. My mother sold porridge on a stall in the road but we never had enough food to eat and we were all hungry. There was a woman who sometimes came to our village. She was rich with jewels and beautiful clothes and she said she could find good jobs in the city for some of us girls. I wanted to go with her so when she came back I went for an interview with some others. There were two men with her and they asked us lots of questions. I was really happy because they chose me and two others to get jobs. We left the next day in a taxi and we went to Phnom Penh. We thought we were going to work in a shop but instead they sold all of us to different brothels.>)


Kambodscha: Viele kleine, unabhängige VermittlerInnen sind am Werk - keine strikte Organisation - 1000e arme Mädchen warten auf ein besseres Leben

[Diese Armut, die Mädchen in die Bordelle treibt, ist politisches Kalkül, weil z.B. an der Grenze zwischen Kambodscha und Vietnam - in der ärmsten Zone der Armen - auch Casinos und Hotels zu sehen sind...]

Über die Eigenschaften der Sexindustrie in Kambodscha herrscht Uneinigkeit. Einige Beobachter meinen, dass da alles straff organisiert sei, speziell in den Hauptstädten der Provinzen. Andere glauben, dass alles zwanglos und in losen Strukturen ablaufe und insgesamt würden nur ein paar wenige Menschenhändlerringe für das Sexgewerbe auf dem Land arbeiten. die zweite Ansicht beschreibt wahrscheinlich die Wahrheit: Scheinbar sind da viele kleine, unabhängige VermittlerInnen, die alleine oder in kleinen Gruppen arbeiten. Die Sexindustrie hat es einfach nicht nötig, sich selbst gut zu organisieren, um in Kambodscha erfolgreich zu sein. Da sind 1000e armer und verletzlicher Mädchen, die eine leichte Beute sind. Eine präzis arbeitende Armee mit einem effektiv organisierten Anwerbungsmechanismus braucht es gar nicht. Sogar wenn die kambodschanischen Frauen und Mädchen über die Grenze nach Thailand transportiert und verkauft werden, so ist auch dies nicht eine hochwertig organisierte Aktion [17].

[17] International Organization for Migration and the Global Alliance Against the Traffic in Women: "Qualitative Survey of Brothels on the Thai-Cambodian Border", 1998


3.3.7: Die Philippinen senden Mädchen nach Japan und Nigeria - und nach Südkorea

Mädchen und Frauen vor allem vom Lande

Prostitution und Menschenhandel in den Philippinen läuft meistens mit denselben Strukturen ab wie auf dem Festland Südostasiens. Eine steigende Anzahl Frauen und Mädchen, die in die Sexindustrie gezwungen werden, kommen dabei aus Barackenstädten in die grossen Städte, aber die ländlichen Gegenden bleiben die Hauptterritorien der Anwerbung für den Mädchenhandel.

Beispiel: VermittlerIn von einem einzelnen Bordell - oder unabhängige VermittlerInnen

Eine Bordell-Leiterin, bekannt als "mama-san", erklärte ihre Erfahrung beim Verkaufsablauf auf die folgende Weise (S.90):

<Manchmal werden die VermittlerInnen von einem einzelnen Bordell angestellt und sie gehen dann zu Dörfern, um Mädchen für ihren eigenen Business anzuwerben. Aber die meisten der VermittlerInnen sind unabhängig. Sie erhalten ungefähr 500 Pesos (7,40 Englische Pfund [Stand 2000]) für jedes Mädchen, das sie verkaufen können. Sie sammeln die Mädchen in Gruppen, transportieren sie in Gruppen und dann verkaufen sie sie an die Clubs, Bars und "casas" [geschlossene Bordelle].>

(original Englisch: <Sometimes the traffickers are employed by a single brothel and they go to the villages to recruit girls for their own business. But most of the traffickers are independents. They get about 500 pesos (7.40 English Pounds) for each girl they can sell. What they do is to recruit them in batches, transport them in groups and then sell them to clubs, bars and casas [closed brothels].>)

Prinzip der VermittlerInnen: Oft werden Mädchen und Frauen mit gelogenen Arbeitsstellen geködert

Die VermittlerInnen reisen durch die ländlichen Gebiete. Auf den Philippinen gibt es dabei einige Regionen, wo Sexarbeit akzeptiert ist und hie und da braucht es gar keine erfundene Geschichte über gelogene Arbeitsstellen. Aber wie anderswo in Asien werden viele Mädchen mit Versprechungen über gute Jobs betrogen. Auf den Philippinen werden dabei Stellen versprochen, die etwas höher als Haushaltshilfe sind: Vielleicht ein Job als Kellnerin oder als Sängerin in einem Club in der Stadt.

Von den Philippinen nach Japan: Junge Mädchen ohne viel Erfahrung werden bevorzugt

Ein Teil der Mädchen wird ins Ausland verfrachtet - speziell nach Japan. Schätzungen besagen, dass viele 1000e Philippininnen in Japan im Sektor der Sexunterhaltung tätig sind. Einige der Mädchen arbeiten bereits als Prostituierte, bevor sie Japan verlassen, und so wissen sie um die Prinzipien der Anstellung Bescheid. Aber grundsätzlich bevorzugen die VermittlerInnen, Frauen anzuheuern und zu verschieben, die noch keine lange Erfahrung in der Sexindustrie haben: Denn abgebrühte und wissende Mädchen, die die Fallen kennen, sind viel schwieriger zu manipulieren [ältere Prostituierte mit genug Erfahrung sind gar nicht erwünscht].

Philippininnen in Japan: Ungefähr 50% wurden betrogen - Mädchen wissen nicht, wie das Menschenhändler-Netz funktioniert

Gemäss Amparita St Maria, Direktor des Ateneo-Menschenrechtszentrums in Manila und Leiter einer Arbeitsgruppe, die den Menschenhandel von Philippininnen nach Japan untersucht hat, wissen viele Mädchen, die nach Japan gehen, dass dort irgendwie Gefahren lauern. Sie überzeugen sich selbst, dass ihnen nichts Böses passiert. Sie glauben, dass vielleicht die Hälfte aller Mädchen, die nach Japan angeworben werden, kein Konzept haben, wie sie die Arbeit dort beenden sollen. Und wenn sie einmal dort sind, bleiben die meisten Mädchen auch nach der Reise orientierungslos und werden sich der Strukturen der Organisation, die sie in Japan umsorgt und von ihnen profitiert, nicht bewusst.

Ich besuchte eine kleine Stadt, ungefähr zwei Autostunden von Manila weg [hier fehlt eine Zeile] (S.91).

Eine Philippinin in Japan tanzt
              in einem Bordell einen Spagat
Eine Philippinin in Japan tanzt in einem Bordell einen Spagat [51]. Nun, das kann sie sehr gut, weil auf dem Land in Asien alle Aktivitäten im Schneidersitz auf dem Boden stattfinden und deswegen die Gelenke und Bänder entsprechend für einen Spagat angepasst sind. Diese Philippinin heisst "Dali" und hat 4 "feste Freunde"
die ihr die Rechnungen bezahlen, so dass sie den vierfachen Betrag der Rechnungen erhält, und sie kann um so viel Geld bitten wie sie will...

Von den Philippinen nach Nigeria

Ich traf eine Gruppe junger Frauen, die nach Nigeria verfrachtet worden war, um in einem Club für asiatische Geschäftsleute zu arbeiten. Die Stadt war arm, und die Frauen wollten mit dieser Arbeit eigentlich ihre Familien aus der Armut befreien. Also kam einmal eine ältere Frau von einer Stadt, die ihnen die Möglichkeit einer Arbeit in Nigeria in einem Restaurant anbot, wobei ihr deutscher Ehemann der Besitzer des Restaurants sein sollte. Und sie waren alle bereit, dorthin zu gehen. Eine der Frauen erklärte ihre Sicht der Dinge über diese Gelegenheit:

Beispiel: 9 Mädchen eines Dorfes werden von den Philippinen nach Nigeria verschoben - weil zu Hause "das Leben nie besser wurde"

<Meinem Vater gefiel die Idee nicht, aber ich erzählte ihm, dass es OK sei, und dass ja acht andere Mädchen vom Dorf auch gehen würden, und dass wir als Gruppe alle sicher wären. Ich hatte gehört, dass es für Mädchen im Ausland gefährlich sein sollte, aber ich dachte, das könnte mir nicht passieren - speziell, weil ich ja nicht alleine reiste. Ich hatte schon ein paar Jahre als Schneiderin gearbeitet, und egal, wie hart ich arbeitete, mein Leben wurde einfach nie besser. Also entschied ich mich, weil es mir als der beste Traum der Welt erschien, zu gehen.>

(original Englisch: <My father didn't like the idea but I told him that it would be OK as eight other girls from the village were also going to go and that we would all be safe if we were together. I had heard that it was dangerous for girls to go abroad but I thought it couldn't happen to me - especially as I wasn't going alone. I had worked as a seamstress for a couple of years, and no matter how hard I worked my life never got any better. So I decided to go because it seemed like the best dream in the world.>)

Die Mädchen werden jedes für 21.000 "US"-Dollar verkauft - die Mädchen werden in die Schuldensklaverei gezwungen - Schulden abarbeiten

Die Gelegenheit erwies sich als Alptraum - gar kein Traum. Da war gar kein Restaurant. Sondern da war ein Club, wo die Frauen gezwungen wurden, Sex zu verkaufen. Es wurden ursprünglich 350 "US"-Dollar pro Monat plus Trinkgelder geboten, als Kellnerin. Die Realität war eine andere: Sie wurden zu einem Geschäftsmann gefahren, der den Frauen sagte, dass sein Agent für Philippininnen sie für je 21.000 "US"-Dollars verkauft habe. Sie sollten also diese Kosten zurückbezahlen, indem sie Kunden unterhalten sollten. In den ersten vier Monaten erhielten sie somit für ihre Dienste an den Kunden gar kein Geld, und dann wurden 25 "US"-Dollar pro Monat ausbezahlt.

[Ergänzung: Philippininnen in Südkorea für "US"-Militärbasen
Hier ist noch ein klarer Hinweis:

<Statistiken zeigen, dass der grosse Teil der Prostituierten in Korea KOREANISCHE Frauen und der grosse Teil der Kunden KOREANISCHE Männer sind. Ausserdem sind da noch ungefähr 3000 philippinische Prostituierte, wobei die meisten zu den Militärbasen in Korea verfrachtet wurden.> [web11]

(original Englisch: <Statistics show the vast majority of prostitutes in Korea are KOREAN women and the vast majority of clients are KOREAN men. Only 3000 plus filipina women are prostituted and most are trafficked into prostitution in military base in Korea.> [web11])

Das heisst: Junge Philippininnen in Südkorea arbeiten für die "US"-Truppen zum Beispiel im Bereich von Saftbars [web12].

Philippinische Frauen, die nach Südkorea zur
                "US"-Militärbase verfrachtet wurden[52]  Philippinische Frauen in Südkorea an einer Saftbar
                in der Nähe der "US"-Militärbase
                "Casey" [53]
Philippinische Frauen, die nach Südkorea zur "US"-Militärbase verfrachtet wurden [52] - philippinische Frauen in Südkorea an einer Saftbar in der Nähe der "US"-Militärbase "Casey" [53]


3.3.8: Generell: Der grosse Unterschied zwischen Japan und Burma

Der Unterschied zwischen Japan und Burma ist sehr weit

Die Sexindustrien in Südostasien und Ostasien sind noch mehr differenziert als ihr Gegenstück in Südasien. Die Preise für käuflichen Sex variieren sehr zwischen den höchsten Preisen für Callgirls der japanischen Elite bis zu den tiefsten Preisen von Prostituierten aus Burma entlang der thailändisch-burmesischen Grenze. Folglich finden grosse Wanderungsbewegungen und Verschiebungen von verkauften Mädchen statt, um sie im richtigen Markt (S.92)

und zum richtigen Preis unterzubringen.

Man vergleiche das Lohnniveau der Durchschnittseinkommen von Japan und Burma
Weltkarte mit der Angabe der Einkommen in
                      "US"-Dollar pro Jahr für das Jahr 2006
Weltkarte mit der Angabe der Einkommen in "US"-Dollar pro Jahr für das Jahr 2006 [55]


3.3.9: Prostitution in China: Migration von Yunnan in den Süden

Von der Provinz Yunnan (armes China) über Burma in den Süden von Thailand, Malaysia und Singapur

Chinesische Mädchen werden zum Beispiel aus Yunnan durch das nördliche Burma nach Thailand verschoben, und dann werden sie in den südlichen Provinzen von chinesischen Touristen besucht. Viele werden auch nach Malaysia und Singapur verfrachtet. Dahinter steckt eine wirtschaftliche Logik. Chinesische Männer werden für Sex mit chinesischen Mädchen viel bezahlen. Für weisshäutige, chinesische Schönheiten werden sie sogar bessere Preise erzielen, und für Jungfrauen in ihren frühen Teenie-Jahren werden sie ein Vermögen bezahlen. VermittlerInnen sind sich dessen bewusst und deshalb werden die Mädchen nach diesen Kriterien eingeteilt und je nachdem in den passenden Markt geschickt.

Chinesische Jungfrauen mit dem Grad "A" können 50.000 bis 100.000 Baht einbringen (830 bis 1660 Englische Pfund [Stand 2000], [1500 bis 3000 Dollar, 2014]), wenn sie nach Malaysia gebracht wurden, um dort den Männern der chinesischen Gemeinde zu dienen. Im Gegensatz dazu wäre es wirtschaftlich nicht durchführbar, ein dunkelhäutiges Mädchen aus Kambodscha so weit wegzubringen. Sie kann für ihre Zuhälter und Besitzer in den thailändischen Billigbordellen einen besseren Profit erwirtschaften.

Karte mit der Angabe des
              Frauenhandels aus dem armen Süd-China (Provinz Yunnan) mit
              der Passage durch Burma nach Thailand, Malaysia und
              Singapur
Karte mit der Angabe des Frauenhandels aus dem armen Süd-China (Provinz Yunnan) mit der Passage durch Burma nach Thailand, Malaysia und Singapur [55]


3.3.10: Prostitution in Japan oft mit falschen Versprechungen und manchmal mit hohen Gebühren und Schuldensklaverei - verursacht durch die japanische Yakuza-Mafia

Die Yakuza-Gruppen stehen auf Tattoos, wie wenn es eine zweite Jacke wäre:
Führer-Tattoos der Yakuza-Mafia 01
Führer-Tattoos der Yakuza-Mafia 01 [56]
Führer-Tattoos der
                        Yakuza-Mafia 02
Führer-Tattoos der Yakuza-Mafia 02 [57]

VermittlerInnen verlocken Mädchen und Frauen nach Japan mit gelogenen Jobs: Kellnerin oder Sängerin

Frauen nach Japan zu verfrachten ist eine nicht ganz so leichte Angelegenheit. Die Belohnungen für die VermittlerInnen und für die Sexindustrie sind dafür um so attraktiver. Dabei ist es schwierig zu schätzen, welcher Anteil der Frauen für Sexarbeit nach Japan gehen. Ein bedeutender Prozentsatz denkt, dass sie Kellnerin oder Sängerin sein werden, und sicher keine Sexarbeiterin. Eine kolumbianische Frau glaubte - als eher sonderbares Beispiel - dass sie nach Japan reisen würde und dort als Fischhändlerin arbeiten würde [18].

[18] Die Angaben stammen von der Organisation HELP Asian Women's Shelter, Tokio, Japan

Gute und schlechte Bedingungen in japanischen Bordellen

Gewiss wissen einige Frauen, die nach Japan verfrachtet werden, was sie dort tun werden, und wenn sie die Fallen kennen und etwas Glück haben, dann werden sie mit dem Verkauf von Sex auch sehr viel Geld verdienen. Aber viele andere haben dieses Glück nicht. Einige Frauen realisieren dann, dass sie wohl als Prostituierte arbeiten müssen, aber erst, wenn sie in Japan sind. Und dann kommt der Horror mit Ausbeutung und schrecklichen Bedingungen, die der Sexsklaverei entsprechen.

Japaner ohne Bildung diskriminieren Prostituierte systematisch - lehnen Menschenrechte für sie ab

Frauen wird [von japanischen Freiern] oft nur wenig Sympathie entgegengebracht, weil sie nicht "unschuldig" seien und weil sie es verdienen würden, missbraucht und ausgebeutet zu werden, weil sie Prostituierte seien. Gemäss diesem Gesichtspunkt ist eine Prostituierte nicht einmal die Grundrechte der Menschenrechte Wert. Andere Mädchen und Frauen haben keine (S.93)

Ahnung, wenn sie ihr Zuhause verlassen, was für ein Schicksal sie da erwarten wird. Aber aber ob sich die Frauen zur Sexarbeit entscheiden oder nicht ist dabei nicht einmal entscheidend. Wenn Frauen sich unter extremen, ausbeuterischen Bedingungen wiederfinden, werden die Menschenrechte verletzt. Niemand will dann noch Sexsklavin sein. Und niemand verdient es, dann noch eine zu werden.


Die Ankunft in Japan mit dem Flugzeug oder mit dem Schiff - Visas für 3 bis 6 Monate - oder ein gefälschter Pass mit hohen Schulden für die Prostituierte


Tokios
                    Flughafen "Narita", Terminal 1
Tokios Flughafen "Narita", Terminal 1 [58]

Japan ist eine Ansammlung von Inseln und ist folglich nur zur See oder auf dem Luftweg erreichbar. Die potentiellen Grenzkontrollpunkte sind dabei beschränkt und sehr stark überwacht. Prostituierte Frauen müssen deswegen mit Visas einreisen - entweder als Touristen oder dann als Unterhalterinnen. Dies ermöglicht ihnen einen Aufenthalt von drei Monaten, mit einer Verlängerungsmöglichkeit von maximal bis zu sechs Monaten. Ein paar der Frauen tauchen dann bei Ablauf des Visums unter und bleiben dann illegal. Andere kehren nach Hause zurück. Eine weitere Gruppe kommt mit falschen Pässen ins Land, die von der kriminellen Unterwelt im Fälschungsdepartement produziert werden - zu hohen Kosten. Dies spüren dann vor allem die Thai-Frauen, und dies ist einer der Hauptgründe für hohe Schulden.

Die Ankunft in Japan: Erpressung durch hohe Gebühren, die den Schulden draufgeschlagen werden

Ein grosser Teil der thailändischen und philippinischen Frauen, die nach Japan gebracht werden, realisiert erst nach der Ankunft im Land, dass sie verkauft wurden. Das normale Szenario ist, dass sie den Flughafen "Narita" passieren. Dann werden sie zu grossen Hotels in der Umgebung des Flughafens gebracht. Dann werden sie Zeuge einer Zahlung, wo sie selber die Handelsware sind. Erst dann wird ihnen bewusst, dass sie an einen "Snack" verkauft wurden - ein Übername für ein Bordell oder eine Bar, wo Sex leicht käuflich ist, so leicht wie ein Drink. Sogar Frauen, die für Sexarbeit nach Japan gehen, werden oft übers Ohr gehauen und betrogen, weil viele nicht über die hohen Gebühren der VermittlerIn informiert werden, bis sie an ihrem Reiseziel ankommen. Dann aber ist es bereits zu spät für sie, ihre Meinung zu ändern.

Japan lockt mit "finanziellen Belohnungen"

Für einige Frauen wird das Risiko, in Japan zu arbeiten, durch die potentiellen, finanziellen Geschenke kompensiert, die sie erwarten. Ich sprach mit einer rumänischen Frau, die nach Tokio gebracht worden war. Ihre Geschichte widerspiegelt das Spiel, das Frauen bestehen müssen, wenn sie nach Japan reisen (S.94):

Beispiel einer rumänischen Prostituierten in Japan: Das dritte Mal in Japan wurde sie zur Sexarbeit gezwungen

<Dies ist mein drittes Mal in Japan. Die ersten beiden Male waren gut und ich wurde nicht gezwungen, etwas zu arbeiten, was ich nicht mochte. Alles war gut organisiert und die Organisation, für die ich arbeitete, stellte meine Reise zusammen. Ich kam nach Japan zurück, weil die Arbeit gut bezahlt ist. Aber dieses Mal war es anders und die Mädchen wurden zur Sexarbeit gezwungen.>
(original Englisch: <This is my third time in Japan. The first two times were good and I was not forced to do work I didn't like. Everything was well managed and the organization I worked for sorted out my travel arrangements. I came back to Japan because the work is well paid. But this time it was different and the girls were forced to sell sex.>)


Beispiel einer thailändischen Prostituierten in Japan: Der Bordellboss bezahlt der VermittlerIn 23.500 Englische Pfund - und das sind die Schulden der Prostituierten

Rutsuko Shoji von der Organisation "HELP Asian Women's shelter" in Tokio erzählte eine Geschichte, die von einer thailändischen Frau erzählt wurde. Ihr war in Japan eine Büroarbeit angeboten worden. Diese Frau akzeptierte die Arbeit, weil das Gehalt in Japan wesentlich höher war. Die Arbeit war ähnlich wie die in Bangkok. Statt die Abmachungen einzuhalten, bezahlte sie einer AgentIn 400.000 Yen (2350 Englische Pfund [Stand 2000]) für den Transport. Ein japanischer Mann begleitete sie dann nach Tokio. Nach der Passage bei den Einwanderungsbehörden wurde die Frau direkt zu einem grossen Hotel gebracht, wo andere japanische Männer und eine taiwanische mama-san sie in einem Raum einkreisten. Das Trio zwang sie, dem Mann 4 Millionen Yen (23.500 Englische Pfund [Stand 2000]) abzuzählen [vom Geld der mama-san], der sie nach Japan gebracht hatte. Dies war der Preis, dem die mama-san für sie zugestimmt hatte. Die geschockte Frau, die ihre eigene VermittlerIn bezahlt hatte, wurde dann von der Yakuza-Mafia (japanische Mafia) dazu gezwungen, die vier Millionen Yen mit dem Verkauf von sexuellen Diensten in einem der Bordelle zurückzubezahlen.


3.3.11: Preise

Thailändische Frauen in Japan: Preise und Gebühren für den Transport

Diese Thai-Frau war eher teuer. Typische Preise für Neulinge variieren von 1,5 Millionen Yen bis 4 Millionen Yen (8800 bis 23.500 Englische Pfund). Die totale Summe variiert je nach dem wahrscheinlichen Potential, das die Frau verdienen wird, und je nach den Transportkosten nach Japan.

Kolumbianische Frauen in Japan mit hohen Transportgebühren

Ebenso arbeitet auch eine kleine Gruppe kolumbianischer Frauen in Japan, und sie sind eine der teuersten Gruppen, weil die Transportkosten so hoch sind. [Flug von Kolumbien über Kalifornien nach Tokio].

Thailänderinnen der Mittelschicht: Kriterien sind Rasse, Schönheit, Jugendlichkeit und Jungfräulichkeit - burmesische Mädchen und ethnische Thai-Mädchen

In der Mittelschicht in Thailand variieren die Preise je nach den normalen Kriterien von Rasse, Schönheit, Jugendlichkeit und Jungfräulichkeit. Aber im Sektor der Billigbordelle kann auch ein burmesisches Mädchen 10.000 bis 30.000 Baht ausmachen (170 bis 500 Englische Pfund). Bei einem ethnisches Thai-Mädchen kann wesentlich mehr erwartet werden.

Im verarmten Kambodscha sind die Preise sogar noch niedriger (S.95)

und die Bordellbesitzer handeln dann in der Regel eine Summe zwischen 150 und 500 "US"-Dollar aus, manchmal auch mehr, wenn das Mädchen ein spezielles Potential für Sexarbeit zu verkörpern scheint.


3.3.12: Allgemein: Grosser Unterschied zwischen Japan und Kambodscha

All diese Mädchen verkaufen dasselbe Produkt, in Japan in Luxusclubs, in Kambodscha in der armen Hütte mit Holzzellen aus dünnem Sperrholz. Und alle sind in Sklaverei in ihrem neuen Beruf, bis sie ihren Verkaufspreis zurückbezahlt haben. Ihre erste Herausforderung jedoch ist die Herausforderung herauszufinden, auf welche Weise sie ihre Freiheit wiedererlangen können. Sie müssen sich selbst an den Verkauf ihres Körpers gewöhnen und dabei eine Fülle unbekannter Männer bewältigen. Sie können dabei nicht Nein sagen, weil die Arbeitsbedingungen so erbärmlich sind und die Arbeitgeber mit den Kunden zusammenspannen. Sklaven haben eben keine andere Wahl (S.96).

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Quellen
[web01] http://www.floozytube.com/search/?q=thai+massage
[web02] http://www2.irrawaddy.org/print_article.php?art_id=4213
[web03] http://petercaton.co.uk/archive/social/the-chicken-farm-a-cambodian-prostitution-village, photo 16
[web04] http://petercaton.co.uk/archive/social/the-chicken-farm-a-cambodian-prostitution-village, photo 2
[web05] http://petercaton.co.uk/archive/social/the-chicken-farm-a-cambodian-prostitution-village, photo 3
[web06] http://petercaton.co.uk/archive/social/the-chicken-farm-a-cambodian-prostitution-village, photo 4
[web07] http://petercaton.co.uk/archive/social/the-chicken-farm-a-cambodian-prostitution-village
[web08] http://petercaton.co.uk/archive/social/the-chicken-farm-a-cambodian-prostitution-village, photo 5
[web09] http://petercaton.co.uk/archive/social/the-chicken-farm-a-cambodian-prostitution-village, photo 6
[web10] http://petercaton.co.uk/archive/social/the-chicken-farm-a-cambodian-prostitution-village, photo 7

[web11] http://forum.bodybuilding.com/showthread.php?t=147896413&page=6
[web12] http://rokdrop.com/2009/09/08/stars-stripes-exposes-prostitution-in-south-koreas-juicy-bars/


Fotoquellen
[28] women and girls trafficking in Central and South Asia, graphics: http://www1.american.edu/ted/thaiwomen.htm
[29] gogo bar with women dancers in Thailand in Pattaya:
http://www.picstopin.com/912/pattaya-gogo-bar-cover-art/http:||f0*bcbits*com|z|17|90|1790249163-1*jpg/
[30] Ladyboys: http://mainlinksmffhomemade.blog.fc2.com/blog-entry-109.html

[31] map of South East Asia: http://www.zonu.com/fullsize-en/2009-09-17-594/East-Asia-Political-Map-2004.html
[32] Tokio, bordel d'Avignon with blond and locked girls: http://www.dripbook.com/Jazno/portfolio/tokyo-stories/as/thumbs1/?idx=20
[33] Bangkok, brothel zone: http://www.postjung.com/men-old/show.php?id=376
[34-37] photos by Michael Palomino 2012 and 2013
[38] Pattaya, brothel with thick and fat white customer at soi 6: http://www.bigmangobar.com/blog/reader-submissions/2007/11/14/soi-sex-by-on-nutter/
[39] Pattaya, Buakao Road, European customer with tattoo and earrings: photo by Michael Palomino 2013
[40] Thailand, Ranong, Burmese woman in a brothel: http://www2.irrawaddy.org/print_article.php?art_id=4213

[41] map of Cambodia with Poipet,  Koh Kong City and Thailand with Bangkok, Pattaya, and Phuket: http://geology.com/world/cambodia-satellite-image.shtml
[42] Koh Kong Island, brothel chicken farm in the village of Stung: http://petercaton.co.uk/, photo Nº 34
[43] Koh Kong Island, brothel chicken farm in the village of Stung, girl Kimi, about 16 years old:
http://petercaton.co.uk/archive/social/the-chicken-farm-a-cambodian-prostitution-village, photo 3
[44] Koh Kong Island, brothel chicken farm in the village of Stung, customer making his election:
http://petercaton.co.uk/archive/social/the-chicken-farm-a-cambodian-prostitution-village, photo 4
[45] Koh Kong Island, brothel chicken farm in the village of Stung, girls waiting in front of their iron shark:
http://petercaton.co.uk/archive/social/the-chicken-farm-a-cambodian-prostitution-village, photo 9
[46] Koh Kong Island, brothel chicken farm in the village of Stung, brothel boss (mama-san) painting a prostitute girl:
http://petercaton.co.uk/archive/social/the-chicken-farm-a-cambodian-prostitution-village, photo 14
[47] Sungai Kolok, Thai brothel "Summertime bar" at Thai-Malaysian border with Thai prostitutes waiting for men from Malaysia:
http://apdforum.com/en_GB/article/rmiap/articles/print/features/2011/01/01/feature-07
[48] 2 girls in a brothel in Cambodia: http://stephanietyrna.theworldrace.org/?last=11/9/2010&uid=102660
[49] Cambodia, prostitution in the street: http://stephanietyrna.theworldrace.org/?last=11/9/2010&uid=102660
[50] brothel in Cambodia with prostitutes: http://wodumedia.com/aids/cambodian-brothel-photograph-by-karen-kasmauski-prostitutes-chat-inside-a-brothel-in-cambodia-sex-workers-are-at-high-risk-of-contracting-hiv-and-aids-unprotected-sex-is-the-primary-method/

[51] Filipina woman in Japan dancing a split in a brothel: http://courtesansdiary.blogspot.com/2011/09/japanese-clubs-and-brothels.html?zx=9ddb6c041427c7ba
[52] Filipina women imported to South Korea for "U.S." military bases: http://forum.bodybuilding.com/showthread.php?t=147896413&page=6
[53] Filipina women in South Korea at a juice bar near "U.S." military Camp Casey:
http://rokdrop.com/2009/09/08/stars-stripes-exposes-prostitution-in-south-koreas-juicy-bars/
[54] world map of world wide income in "U.S." dollars 2006: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/42/BIP-Weltkarte-2006-de.svg
[55] map indicating the trafficking of women from poor southern China (Yunnan Province) passing Burma to southern Thailand, Malaysia and Singapore:
http://www.zonu.com/fullsize-en/2009-09-17-594/East-Asia-Political-Map-2004.html
[56] Yakuza leader tattoos 01:
http://worldcrunch.com/culture-society/how-the-japanese-mafia-is-making-millions-from-the-fukushima-cleanup/japan-corruption-yakuza-mob-nuclear/c3s10837/
[57] Yakuza leader tattoos 02: http://izismile.com/2011/09/08/the_japanese_yakuza_mafia_30_pics.html
[58] Narita Airport in Tokio, Terminal 1: http://www.tokyo-airport.com/



[99] girl in Cambodia, majority of customers are Cambodian men: http://khmernz.blogspot.com/2008_10_21_archive.html

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